Ogimi lässt Potsdam hoffen

Von am 1. November 2012 – 18.54 Uhr 31 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat im Achtelfinalhinspiel der Champions League eine Niederlage einstecken müssen. Der Deutsche Meister unterlag bei Arsenal LFC verdient mit 1:2 (0:0), hat aber dank eines Last-Minute-Treffers noch alle Chancen im Rückspiel.

Fast neunzig Minuten war von Yuki Ogimi wenig zu sehen, denn die Londoner Defensive hatte die japanische Weltmeisterin gut im Griff. Doch kurz vor Spielende war es ihre individuelle Klasse, mit der sie einen langen Ball mustergültig annahm und zentimetergenau unter der Latte des gegnerischen Kastens platzierte. Das Auswärtstor zum 1:2 lässt die Chancen für das Rückspiel enorm steigen, dem Spielverlauf schmeichelte es jedoch.

Andonova verletzt
Schon in der Anfangsphase zeigte Arsenal, dass es gewillt war, seine Negativserie gegen deutsche Clubs zu beenden und erstmals einen Sieg einzufahren, während die Gäste schon nach zehn Minuten umstellen mussten. Nataša Andonova knickte um und musste mit geschientem Knie vom Feld getragen werden. Für die Mazedonierin kam Wibke Meister aufs Feld.

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Smith hat erste Möglichkeit
Doch nur zwanzig Minuten später nahm Turbine-Trainer Bernd Schröder die U17-Nationalspielerin, die nicht wirklich in die Partie fand, wieder vom Feld. Zuvor hatten die „Gunners“, die immer besser in die Partie fanden, ihre beste Chance. Eine Flanke von Rachel Yankey fand Kelly Smith im Fünfmeterraum, aber der Volleyschuss der Nationalspielerin verfehlte den Kasten ihrer ehemaligen Bostoner Teamkollegin Alyssa Naeher.

Zu wenig Druck von Potsdam
Im Potsdamer Angriffsspiel fehlte der Druck. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Brandenburgerinnen wieder besser ins Spiel. Und dabei zeigte sich durchaus, wie verwundbar die Londoner Defensive war, wenn Druck aufgebaut wurde. In der 38. Minute verunglückte ein Rückpass der Gastgeberinnen, Torhüterin Emma Byrne konnte das Leder nicht wegschießen, wodurch Patricia Hanebeck freie Bahn hatte, denn der Londoner Kasten war frei. Doch Hanebecks Schuss ging über das Tor.

Naeher spielt stark
Nach dem Seitenwechsel standen die Potsdamerinnen zunächst sehr kompakt, und die „Gunners“ hatten durchaus Probleme, ihr Spiel auf engem Raum zu entwickeln. Doch nach etwa einer Viertelstunde übernahmen sie mehr und mehr das Kommando im heimischen Borehamwood. Nach einem wunderschönen Zuspiel von Gemma Davison war Kim Little frei vor Naeher, doch die US-Amerikanerin fischte der Schottin den Ball von den Füßen – nicht die einzige Situation, in der Naeher einen starken Eindruck hinterließ. Knapp zehn Minuten später war es Jordan Nobbs, die nach Hackentrick von Yankey frei zum Schuss kam, den Kasten aber ebenfalls verfehlte.

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Standardsituation bringt Arsenal die Führung
Die Gastgeberinnen gingen zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. Erst eine Standardsituation in der 70. Minute brachte das 1:0, als Katie Chapman einen Eckball mit dem Knie im gegnerischen Tor unterbringen konnte. Kurz darauf hätte Yankey (79.) nachlegen können, doch ihr Schuss wurde von Naeher noch knapp über die Querlatte gelenkt.

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31 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    @laasee: Das Spiel kann Potsdam durchaus guttun. Essen ist ein ähnlich unangenehmer Gegner wie Arsenal und man wird dieses Spiel brauchen, um sich wieder zusammenzuraufen, während Arsenal nicht unbedingt davon profitieren muss, dass die Liga schon vorbei ist, denn man hat keine Gelegenheit mehr, sich noch einmal gegen einen Gegner zu testen und ein bisschen von der CL abzuschalten, was manchmal auch wie ein Hemmschuh wirken kann!

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  • mas sagt:

    Was für eine Saison. Wie viele schwere Verletzungen gabs bis jetzt? Unfassbar!
    Irgendwie habe ich das Gefühl, daß das Team dadurch stark verunsichert wird, wenn wieder jemand vom Platz getragen werden muß!

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  • mas sagt:

    @waiiy
    deine Aufstellung klingt spannend. Wüßte gern wie BS sie bewertet.
    Klar vor dem Rückspiel wird so was nicht verraten… aber spannend wärs

    🙂

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  • waiiy sagt:

    @speedy75 und mas: Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von einem Spiel mit nur einer Stürmerin. Aber zur Zeit hakt es bei Potsdam echt in der Defensive und im Sturm fehlen die Spielerinnen. Von daher wäre das man eine ungewöhnliche Maßnahme, die aber genau in dieser Situation genau richtig sein könnte. Ich wäre auch gespannt, das mal auf dem Feld zu sehen.

    Allgemein denke ich, dass schon viel gewonnen ist, wenn nächste Woche Tabi und evtl. Alex Singer wieder auflaufen können. Das würde auch Keelin Winters mehr Sicherheit geben. Sie ist halt auf dieser enorm wichtigen Position (besonders wenn man mit Dreierkette spielt), hat noch nicht die Erfahrung wie Odebrecht und Co. und ist auch noch nicht so tief in der Mannschaft verwurzelt. Da muss man auch mit solchen Spielen wie gestern von ihr rechnen. Vielleicht zeigt das auch, was für gute Spiele sie in den vergangenen Wochen schon für Turbine gemacht hat.

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  • Jan sagt:

    waiiy for coach! 🙂

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  • Sheldon sagt:

    Wir haben zwar kaum noch Stürmerinnen, doch ich würde es mal wie folgt probieren:

    Naeher – Cramer, Draws, Mirlach – Doorsoun, Winters, Hanebeck, Göransson – Evans, Ogimi, Kulis/Dillmann (ist eine von beiden verletzt?)

    Das wäre das System in der Theorie. In der Praxis würde es allerdings wie folgt aussehen:

    Naeher – Doorsoun, Cramer, Draws, Mirlach – Winters – Evans, Göransson – Hanebeck – Ogimi, Kulis/Dillmann

    oder:

    Naeher – Cramer, Draws, Mirlach – Doorsoun, Winters – Evans, Hanebeck, Göransson – Ogimi, Kulis/Dillmann

    Damit hat man vorne die Durchschlagskraft, die benötigt wird und steht hinten dennoch gut genug.

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  • enthusio sagt:

    @ Sheldon:
    Noch besser steht man hinten, wenn Kemme dabei ist. Ist sie denn immer noch krank ?

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  • grammofon sagt:

    Also, ganz so schwarz sehe ich das ganze auch nicht. Für mich hat Potsdam gar nicht so schlecht gespielt. In den ersten 10 Minuten waren sie sogar die bessere Mannschaft. Der Ausfall von Andonova (und das nervöse Debüt der armen Wiebke) hat sie dann aber deutlich verunsichert. Trotzdem war die erste Halbzeit recht ausgeglichen, mit Torchancen auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit hat sich Potsdam dann ausspielen lassen, und konnte nicht mehr so richtig mit offensiv-Aktionen für Entlastung sorgen. Aber auch hier hatten sie hin und wieder noch sehr gute Chancen.

    Man muss auch wirklich betonen, dass die Arsenal Ladies sehr gut gespielt haben: sehr gut organisiert, gerade in der Defensive, taktisch richtig eingestellt und extrem motiviert. Ich glaube nicht, dass sie in Potsdam wieder so stark motiviert sein können.

    Also, ich denke wenn Turbine in London ein Tor schießen konnte, dann schießen sie in Potsdam mindestens zwei. Zur Not ist da immer noch die individuelle Klasse von Yuki.

    Gut gespielt hat meiner Meinung nach Heleen Jaques, die so langsam ihre Rolle in der Abwehr findet. (Das braucht in Potsdam bei neuen Abwehrspielerinnen immer ein bisschen Zeit, wie z.B. auch bei Singer.) Sie war eigentlich sehr sicher, hat dem Spielaufbau auch Konstruktiv geholfen, und gewann fast alle Kopfbälle.

    Sehr schade die Verletzung von Andonova, die ja in dieser Saison wirklich am abheben war. Ihr wünsche ich alles Gute, und dass sie nach der Winterpause wieder da weitermachen kann, wo sie jetzt aufhören muss. Zum Glück ist Anonma (die übrigens zur Zeit in Afrika für reichlich Tore sorgt) dann bald wieder da.

    Zuletzt noch etwas erfreuliches: In der Halbzeitpause hat Singer mit Yango Kopfbälle trainiert. Es sieht also wirklich so aus, als ob sie demnächst wieder spielen könnte.

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  • grammofon sagt:

    Ich weiß nicht ob hier schon darüber berichtet wurde, aber Äquatorialguinea hat sich bereits nach dem zweiten Gruppenspiel für das Halbfinale qualifiziert. Anonma schoss 3 der 6 Tore gegen DR Congo. Heute spielen sie im dritten Gruppenspiel gegen Senegal. Link:

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  • MariaOzawaFan sagt:

    Laut MAZ fällt Tabea Kemme am Sonntag aus, Alex Singer steht vor ihrem Comeback.

    Quelle:

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  • grammofon sagt:

    Danke für den Link, MariaOzawaFan. Im gleichen Artikel steht, dass Schröder bei seinem 3-4-3 bleibt. Anscheinend soll Göransson in den Sturm vorrücken. Ich vermute, dass Mirli die Rolle von Doorsoun in der Abwehr übernimmt, und dass Doorsoun dafür ins rechte Mittelfeld zieht. Hoffentlich kommt Singer auch zumindest zu einem kurzen Einsatz.

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