Das Prestigeduell geht in die nächste Runde

Von am 28. September 2012 – 17.03 Uhr 60 Kommentare

Am vierten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga steht am Sonntag das Gipfeltreffen zwischen dem 1. FFC Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt an. Seit nunmehr fünf Jahren konnten die Frankfurterinnen im Karl-Liebknecht-Stadion nicht mehr gewinnen. Diesen Fluch wollen sie nun beenden.

Der letzte Sieg im „Karli“ war ein knapper 1:0-Erfolg im DFB-Pokal 2007. Nach der Niederlage in Essen am zweiten Spieltag sind die Frankfurterinnen unter Druck, nicht schon früh in der Saison den Kontakt zur Spitze zu verlieren.

Alles in die Waagschale werfen
„Wir haben in dieser Woche sehr konzentriert trainiert, viele Gespräche geführt, und man kann sehr gut erkennen, dass wir uns von Tag zu Tag weiter in die richtige Verfassung bringen“, so Frankfurts Trainer Philipp Dahm vor dem Prestigeduell, in dem er von seiner Mannschaft fordert, die „gesamten kämpferischen und spielerischen Qualitäten mutig in die Waagschale zu werfen.“ Verzichten müssen die Hessinnen weiterhin auf die verletzte Saki Kumagai (Handbruch). Abwehrspielerin Saskia Bartusiak steht nach Ablauf ihrer Rotsperre hingegen wieder im Kader.

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60 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    @SF
    Es ging mir nicht um die Art der Entstehung von Unterzahl, sondern um die Unterzahl an sich…

    Selbst wenn noch alle Spielerinnen auf dem Platz gestanden hätten, hätte Turbine sicher nicht mit 10 Feldspielerinnen im 16-er gestanden und verteidigt. Da hätten sicher 2 – 3 Spielerinnen im Mittelfeld gestanden und auf abgewehrte Bälle gewartet.

    @Frank W

    […] Aber die Heuchelei, die einige Frankfurter Fans hier schreiben, ist auch nicht fair. Wenn das Spiel unter umgekehrten Vorzeichen geendet hätte, wie hättet ihr euch dann Verhalten?
    Und hier muß niemand ankommen und sagen: “Ich mache sowas nicht!”
    Alle die das sagen schreien hinterher am lautesten. […]

    Ganz richtig – wer sagt uns denn, dass die Turbinen nicht genauso weiter gespielt hätten ? Weißt du es, kannst du es so genau sagen ?! Ist auch nur eine Annahme von euch, aber weiß Gott KEIN Wissen !! 😉

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  • Frank W. sagt:

    Meine Aussage hat das ja nicht ausgeschlossen.
    Ausserdem habe ich eindeutig „einige“ geschrieben, es sind nicht alle so. Ich kenn dich zwar nicht persönlich , aber ich schätze dich als eine anständige Frankfurt Fan ein.
    Nur wenn ihr Turbine Fans meint, sagt ihr immer „alle“.

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  • Steffen sagt:

    Wenn Tabea Kemme keine Karte bekommen hat, kann Sie nicht noch vom DFB Sportgericht nachträglich gesperrt werden?

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  • kg_fan sagt:

    Zu Frank W.‘s Zitat („Ganz fair wäre es gewesen, wenn die Schiedsrichterin danach abgepfiffen hätte (aber der DFB hatte noch nie ein Fingerspitzengefühl bei solchen Sachen)…“) und der Diskussion, u.a. @ Marcel:

    Das geht hier hin und her, sehr emotional, logisch. Meine Frage als nicht so tief Regelkundige: Hat eine Unparteiische überhaupt einen Ermessensspielraum, der hier als „Fairness“-Thema diskutiert wird? Denn: wenn dem nicht so ist (wenn ich bspw. der Regelbeschreibung von H2O bspw. folge), dann ist das zu dem Thema doch eine müßige Diskussion – von den damit ausgedrückten Emotionen für sein Team natürlich. Also, für mich jedenfalls und ich würde mich freuen, wenn ich mir auf der Basis der Diskussion ein besseres Bild von der Situation und den Beiträgen des Kommentators auf dfb.tv machen könnte, der am Ende so entschieden entrüstet war/tat in Bezug auf das Nicht-Abpfeifen, dass ich mich schlicht frage: Woher nimmt er klar formulierte Empörung und Forderung, man möge doch abpfeifen? Waren das sachliche Einlassungen oder einfach auch emotionale?

    Und: derselbe Kommentator hat am Ende Stimmen zum Spiel angekündigt. Dann wurde aber abgeschaltet. Bin ich die Einzige, die sich darüber geärgert hat oder nur die Einzige, die das hier ausspricht? Mit ein paar Stimmen hat eben HR3 (TV) versorgt, der auch den Trommel-Stab zeigte, den man aus dem Publikum in Richtung Frankfurter Bank geworfen hatte. Es gab also offenbar die eine oder andere Stimme und ich hätte durchaus gern gehört, wie die unmittelbar Beteiligten/ Betroffenen das Spiel empfunden haben.

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  • FFFan sagt:

    @ kg_fan:
    „Und: derselbe Kommentator hat am Ende Stimmen zum Spiel angekündigt. Dann wurde aber abgeschaltet.“

    War vielleicht besser so. Bernd Schröder hätte sich sonst um Kopf und Kragen geredet, so ‚geladen‘ wie er nach dem Spiel war.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @FFFan
    > War vielleicht besser so. Bernd Schröder hätte sich sonst um Kopf und Kragen geredet,
    > so ‘geladen’ wie er nach dem Spiel war.
    Diese Deine Kommentierung ist sowas von unwahr und neben der Spur, denn im Bericht des rbb-Sportplatzes von heute abend wird auch Bernd Schröder interviewt, und während der absolut gefasst, sachlich und ruhig seine Meinung äußert, ereifert sich ein SiDi und hält einen Gegenstand in die Kamera, der in seine Richtung geflogen wäre!
    Ab Morgen kann dann jeder Interessierte sich in der rbb-Mediathek den gen. Beitrag anschauen und selbst urteilen.

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  • FFFan3 sagt:

    So wie ich die Regeln verstehe, kann die Schiedsrichterin das Spiel jederzeit abpfeifen, wenn 90 Minuten um sind (oder unter Umständen auch früher). In so einer Situation, wo gerade zwei Spielerinnen mit anscheinend sehr schlimmen Verletzungen nach ca. 10 Minuten Behandlung auf (!!!) dem Platz (was andeutet, dass es echt ernst war, da man sie sonst früher weggetragen hätte) weggetragen werden, und wo viele Spielerinnen eindeutig unter Schock stehen, und wo man schon in der 96. Minute ist, ist es meiner Meinung nach überhaupt nicht verkehrt das Spiel abzupfeifen! Stattdessen hat aber die glorreiche FIFA-Schiedsrichterin ganze 5 Minuten Nachspielzeit angesagt, wo es doch ganz klar war, dass das nur Ärger geben würde.

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  • waiiy sagt:

    @FFFan3: Du hast Recht. Man darf hier auch nicht verschiedene Dinge durcheinanderwirbeln. Es geht hier nicht um einen SpielABBRUCH sondern um das ABPFEIFEN des Spiels nach 90 Minuten (in denen es in der 2. Halbzeit keine große Zeitverzögerung gegeben hat, da der Zusammenprall Mirlach/Singer erst 20 Sekunden vor Ablauf der 90 Minuten war).

    waiiy

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  • karl sagt:

    Das Problem kann man doch mit dem Regelwerk loesen. Man muss nur einfach die Zahl der erlaubten Auswechselungen erhoehen. Warum kann man nicht einfach 16 oder 17 Spielerinnen auf die Bank setzen und wechseln soviel man will solange nicht mehr als 11 auf dem Platz stehen?

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  • eisbär sagt:

    @ karl

    Das könnte daran liegen, dass dann der Spielfluss, vor allem in der Schlussphase, leiden würde. Eine Mannschaft die bis zur 80. Minute mit einem Tor Unterschied führt und nur zweimal gewechselt hat, würde in den letzten 10 Minuten bei jeder Gelegenheit auswechseln, um Zeit von der Uhr zu nehmen.

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  • Matze sagt:

    @eisbär
    Karl meint wahrscheinlich fliegende Wechsel ala Eishockey.
    Ganz davon abgesehen, das mit höchster Wahrscheinlichkeit Herr Blatter was dagegen hätte, hat meiner Meinung nach diese Wechselform im Fussball nix zu suchen.

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  • karl sagt:

    Ich glaub ich muss das praezisieren: Ich meine natuerlich 16 bis 17 Spielerinnen inclusive der 11 die auf dem Feld sind.
    @eisbär: Der Spielfluss leidet bei der Konstellation doch sowieso durch Befreiungsschlaege ins Aus und einklemmen des Balles an der gegnerischen Eckfahne falls man noch soweit kommt. Ich denke nicht dass mehr Wechsel das noch zusaetzlich verzoegern wuerden.

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  • timmy sagt:

    Oh doch.

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  • grammofon sagt:

    Wenn man schon mehr Spielunterbrechungen will, dann sollte man lieber einen Video-Schiri einführen. Das würde vielleicht auch für mehr Fairness sorgen weil sich dann die Spieler benehmen würden, selbst wenn der Schiri gerade nicht hinschaut.

    Außerdem gehört es doch auch zum Fußball dazu, dass die Spieler die Kondition haben müssen über 90 Minuten spielen zu können. Wenn sie alle wie im Eishockey ausgewechselt würden wenn sie müde sind, dann wäre der Fußball ein ganz anderer Sport.

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  • waiiy sagt:

    Die Frage ist doch einfach die, warum überhaupt 5 Minuten nachgespielt werden musste? Der Zusammenstoß Mirlach/Singer hat nur 20 Sekunden der Spielzeit gekostet. Ansonsten gab es keinen Grund nachzuspielen. Ohne diesen Zusammenstoß wären 5 Minuten vollkommen unangemessen gewesen. Damit hätte man sich das ganz Drama sparen können. Vielleicht wäre dazu mal eine Stellungnahme des DFB recht hilfreich, der ja für das Schiedsrichterwesen verantwortlich ist.

    waiiy

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  • nib sagt:

    @waiiy: Die Verletzung führte in der 88 Minute zu einer Unterbrechung. Also kommen 2 Minuten aus der Restspielzeit. Es fielen 2 Tore und es wurden 6 Wechsel vollzogen. Dafür sind 2-3 Minuten Nachspielzeit „üblich“. Ich denke das Maß an Nachspielzeit entsprach dem Üblichen. Der DFB hat die von Ihnen geforderte Stellungsnahme zum Sachverhalt doch heute bereits gegeben. Verkürzt wiedergeben: „Schiedsrichterin hat absolut regelkonform gehandelt“.

    Da hier bereits das Beispiel Cottbuss – Osnabrück genannt wurde auch noch kurz dazu meine 2 Cents…Der Vergleich hinkt leider da es dort 2 sehr wichtige Faktoren gab, die am Wochenende nicht gegeben waren – a) Castrati wurde vom Gegner verletzt und b) die Mannschaft in numerischer Überzahl führte zum Zeitpunkt des Zwischenfalls deutlich.
    Im Frauenfussball gab es in Schweden kürzlich das Spiel Pitea gegen Göteborg, dort wurde die Torfrau Göteborgs verletzt und man hatte bereits dreimal gewechselt. Pitea spielte (selbstverständlich) auf Sieg und niemand im Stadion war deswegen „verwundert“. Der Unterschied hier zum Wochenende – Göteborg gewann mit Feldspielerin im Tor.
    Abschliessend noch die bemerkenswerte Aussage einer „Beteiligtin“, der Potsdamerin Ogimi die in ihrem Blog eingesteht ebenfalls weitergespielt zu haben wäre Frankfurt nur zu 9 gewesen um zu gewinnen.
    Als mein letztes Wort in meinem Beitrag 1 auch von mir ein spätes „Gute Besserung“ an die drei Verletzten.

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  • Aldur sagt:

    @nib: Ich hatte das Cottbus/Onsabrück-Spiel im anderen Beitrag auch nur als Beispiel für ein mögliches versöhnliches Ende angeführt, dass dem Spiel sicher besser zu Gesicht gestanden hätte.

    Dass es eine besonders faire Geste des bevorteilten Vereins ist, sich so zu verhalten, wie seinerzeit Cottbus, heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass es unfair ist, es nicht zu tun. Das ist in meinen Augen einfach normales leistungssportliches Verhalten.

    Wie bereits ausgeführt wurde, kann man die damalige Situation ohnehin nicht 1:1 als Vergleich heranziehen, weil Cottbus seinerzeit deutlich führte. Ob Energie damals bei Unentschieden oder knappem Rückstand auch so einen „Nichtangriffspakt“ geschlossen hätte, weiß man nicht. Außerdem gab es zwischen den beiden damals beteiligten Vereinen keinerlei belastetes Verhältnis.

    Das Spiel damals in Cottbus taugt aber aus einem anderen Grund als Beispiel: Auch damals war, durch die lange Behandlung von Kastrati auf dem Feld, die Spielzeit eigentlich abgelaufen. Der Schiri ließ dann sehr lange (ich glaube 12 Minuten) nachspielen, und wurde dafür von den Vereinen und medial heftigst kritisiert. Es wurde aber klar gestellt, dass er verpflichtet war, so zu handeln. Ich denke das gilt auch für die Schiedsrichterin von Sonntag.

    Außerdem stellt sich mir zu dem ganzen Vorgang noch eine hypothetische Frage: Was wäre wohl passiert, wenn trotz der 9 zu 11 Unterlegenheit Potsdam und nicht Frankfurt in der Nachspielzeit noch zu einer klaren Torchance gekommen wäre…?

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  • Holle sagt:

    Hier ist ein interessantes Interview mit Steffi Draws, in dem sie sich u.a. zum dramatischen Ende der Partie vom Sonntag äußert:

    https://www.pnn.de/regionalsport/685975/

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  • ballander sagt:

    steffi draws war mir ohnehin aufgefallen. auf den bildern von der maz sieht man, wie sie sich um die verletzten kümmert. sie hält den kopf einer verletzten, trotz blut und und und… als ich die bilder sah, hat mich das schwer beeindruckt. kompliment. danach kann man in der tat nicht einfach zur tagesordnung übergehen. also ich könnte es jedenfalls nicht. sie war ja auch ewig verletzt mit kreuzbandriss… ich freue mich für sie, dass sie sich zurückgekämpft hat ins team.

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  • grammofon sagt:

    Ja, damit hat Steffi bei mir auch viel Respekt verdient. Als ich sie auf dem Platz sah, wie sie die Ärzte unterstützt hat, dachte ich dass sie bestimmt eine Art erste Hilfe Ausbildung hat und sich daher verpflichtet fühlte, mit zu helfen. Wenn dies nicht der Fall ist, habe ich um so mehr Respekt für sie.

    Immerhin eine positive Sache, die aus diesem schlimmen Tag gekommen ist.

    Danke, Holle, für den Link! Im Übrigen auch eine nette Abwechslung zu dem ganzen Stuss den man u.a. im Berliner Kurier dazu liest.

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