U20-WM: DFB-Elf verliert Finale gegen USA

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Der deutschen Elf blieb bei der U20-WM in Japan nach einem starken Turnier am Ende der ganz große Erfolg versagt. Der einzige Gegentreffer im Turnierverlauf besiegelte die Niederlage gegen starke Amerikanerinnen, die 12 Tage zuvor noch klar bezwungen wurden.

Im Nationalstadion von Tokio setzten sich die Amerikanerinnen vor 31 114 Zuschauern mit 1:0 (1:0) durch, Kealia Ohai erzielte kurz vor der Pause den Treffer des Tages (44.).

Highlights des Spiels anschauen

U20-WM: Marozsán beste Spielerin, Benkarth beste Torhüterin

In der an Höhepunkten armen Anfangsphase agierten beide Teams vorsichtig, die DFB-Elf wagte sich in einer athletischen Partie nach und nach ein wenig aus der Deckung. Dzsenifer Marozsáns Versuch per Außenrist war Mitte der ersten Halbzeit der erste Hauch einer Torchance.

Distanzschuss von Leupolz
Auf der Gegenseite war es mehrfach Maya Hayes, die am rechten Flügel gefährlich nach vorne stieß, allerdings ohne zählbaren Erfolg. Melanie Leupolz schoss aus rund 20 Metern nur Zentimeter über die Latte (36.).

DFB-Elf gerät in Rückstand
Die DFB-Elf hatte nach einer Ecke von Vanessa Di Bernardo Glück, dass Kapitänin Julie Johnston die Hereingabe nur knapp verfehlte (39.), Hayes scheiterte mit einem Schrägschuss von der Strafraumgrenze. Doch kurz darauf war es soweit: Crystal Dunn setzt sich auf der linken deutschen Abwehrseite gegen Annabel Jäger durch, ihre Hereingabe verwertete Kealia Ohai aus der Drehung zur US-Führung (44.) – der erste Gegentreffer für die DFB-Elf im Laufe des Turniers.

USA am Drücker
Die Amerikanerinnen hatten auch die erste Chance der zweiten Halbzeit, doch der Kopfball von Cari Roccaro nach Ecke Di Bernardo ging am Tor vorbei (51.). Und das US-Team hatte zunächst weiter Oberwasser, Torhüterin Laura Benkarth war aber bei einem von Luisa Wensing abgefälschten Dunn-Schuss jedoch auf dem Posten (57.).  Doch die DFB-Elf hielt dagegen, Anja Hegenauers Schuss war aber zu zentral (59.).

Dzsenifer Marozsán
Dzsenifer Marozsán musste sich mit ihrem Team den Amerikanerinnen geschlagen geben © Nora Kruse / ff-archiv.de

Maier trifft Latte
Die deutsche Mannschaft ging nun ein höheres Risiko und eroberte sich mehr Spielanteile. Leonie Maier hatte Pech, das ihr Distanzschuss nur gegen die Latte krachte (72.) und auch ein weiterer Versuch aus der Entfernung ohne Erfolg blieb (75.). Die DFB-Elf kam allerdings zu selten gefährlich vor das US-Tor und versuchte es weiter mit Fernschüssen, wie etwa Lena Lotzen (79.).

Überlegene Schlussphase
Jennifer Cramer ließ aus fünf Metern für die nun überlegenen Deutschen die Ausgleichschance aus, nachdem der Ball plötzlich vor ihren Füßen gelandet war (86.). Und auch die Schüsse der eingewechselten Lina Magull (89.) und von Maier (90.+1) brachten nichts ein. Wenige Sekunden vor Ende der Nachspielzeit kam Magull noch einmal den Ball, doch ihr Schuss wurde von US-Torhüterin Bryane Heaberlin sicher gehalten (90.+3).

Meinert: „90 Minuten alles gegeben“
Meinert erklärte: „Kompliment an die USA. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man hat gesehen, dass wir 90 Minuten alles gegeben haben. Wir sind durch eine Aktion in Rückstand geraten, dann ist es gegen die USA immer schwer. Ich bin sehr enttäuscht, aber wir haben ein großartiges Turnier gespielt. Aber wir werden noch ein paar Tage brauchen, bis wir wieder das Licht dieses Turniers sehen und nicht die Schatten des Finales.“

Japan wird Dritter
Im vor dem Finale ausgetragenen Spiel um Platz 3 setzte sich Gastgeber Japan gegen Nigeria mit 2:1 (1:0) durch. Yoko Tanaka (24.) und Asuka Nishikawa (50.) trafen für die Japanerinnen, Desire Oparanozie gelang per Freistoß nur noch der Ehrentreffer (73.).

USA – Deutschland 1:0 (1:0)

USA: Heaberlin – Pathman, Dunn, Roccaro, Brian – Johnston, Di Bernardo, Killion (89. Laddish) – Hayes (68. Mewis), Ohai, Stengel (60. Obogagu)

Deutschland: Benkarth – Maier, Wensing, Cramer, Jäger – Hendrich (66. Magull), Petzelberger – Leupolz (78. Chojnowski), Marozsán, Hegenauer (59. Simon) – Lotzen

Tore: 1:0 Ohai (44.)

Zuschauer: 31 114

Schiedsrichterin: Pernilla Larsson (Schweden)

Verwarnungen: Keine

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Stefan Theis
Stefan Theis

Schade Mädels! Aber Kopf hoch, tolles Turnier und wieder im Finale, da kann man doch auch nicht meckern. Wir sind trotzdem stolz auf euch!

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Eine völlig indisponierte DFB-Elf, die gemessen an dem Charakter dieses Finales keine Steigerung gegenüber dem HF zuwegebrachte. Zuviele Einzelspielerinnen blieben unter ihren Möglichkeiten als das dem US-Team hätte schwindlig werden müssen.
Noch unzufriedener als mit der 2. HZ. des HF muss man mit dieser Leistung, die eigentlich keine war, ins Gericht gehen, denn noch bessere Voraussetzungen als einen souveränen 3:0-Erfolg aus der Gruppenphase, das Weiterkommen gegen das japan. Heimteam, wann gibt es dass schonmal.
Ich bin enttäuscht, wie leichtfertig man einen möglichen Finaltriumph zum -disaster werden lässt! Man hätte unterm Strich noch Stunden ohne eigenes Tor weiterspielen können…

Su Roschee
Su Roschee

naja, die US-Girls hatten ja auch ein wenig Hilfe von der Schiedsrichterin…

Zaunreiter
Zaunreiter

Das lag nicht unbedingt an den Spielerinnen. Denen ist kein Vorwurf zu machen. Sie sind hervorragende Zweite hinter einer starken US-Vertretung.

Vielmehr hat Maren Meinert im Stile eines Jogi Löw die Taktik versaut, in dem sie Annabel Jäger hinten links reinstellte und Caroline Simon draußen ließ. Deutschland wurde nach den Einwechslungen offensiver, aber sie hatten kein Glück im Abschluß. Zuweilen erinnerte dieses Spiel an die Spiele der Männer gegen Spanien bei der WM 2010 und gegen Italien 2012.

gerd karl
gerd karl

das schlechtere team hat gewonnen, muss man schlecht spielen so wie chelsea und die usa a-team und u-20 teams um was zu gewinnen.
das kann es doch nicht sein, jetzt können wir uns wieder das nationalistische rumgeheule der amis anhören.

und mal wieder die schiedsrichter leistung zu gunsten der amis.

Detlef
Detlef

Schade Deutschland, da wäre heute mehr möglich gewesen!!! Allerdings haben sich die Meinert-Schützlinge auch selber ein Bein gestellt!!! Irgendwie hatten Lotzen & Co heute keinen Plan, und die US-Girls haben aus der Klatsche der Vorrunde ihre Lehren gezogen!!! Leider hatte auch Maren Meinert heute kein glückliches Händchen mit ihrer Aufstellung!!! Spätestens zur Halbzeit hätte Simon kommen müssen, denn Jäger war links völlig überfordert!!! Dann kam sie zwar noch rechtzeitig, ersetzte die schwache Teamkollegin aber nicht, sondern wurde ins Mittelfeld gesetzt!!! Damit spielte eine gelernte Abwehrspielerin im Mittelfeld, und zwei eigentlich offensive Mittelfeldkräfte waren in der Abwehr gebunden!!! Aber Ehre wem… Weiterlesen »

NaviDrH
NaviDrH

Sorry für die DFB-Mädels, aber diese Niederlage muss sich auch der Trainerstab ankreiden lassen. Oder wer ist auf die Schnapsidee gekommen, Jäger anstatt Simon hinten links spielen zu lassen?

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Ich finde diese Fokussierung, dass die Finalniederlage Jäger anzulasten sei, und zu dieser Meinung lassen einen die obigen Kommentare kommen, als sehr einseitig, deplaziert und an den eigentlichen, vielschichtigen Grüden absolut vorbeidiskutiert!
Keine Spielerin kann man heute aus ihrer Verantwortung herausnehmen – es ist ein Teamversagen, was zu dieser schmerzlichen Niederlage führte!

Matthew
Matthew

Schade für Deutschland und Glückwunsch an die neuen Weltmeister. Die USA haben für lange Zeit praktisch perfekt gegen diese deutsche Mannschaft gespielt und hätte sogar noch ein paar Tore mehr erzielen können. Gegen Schluss aber war Deutschland überwiegend am Drücker, doch die Amerikanerinnen haben standgehalten.

@gerd karl: Wie kann man das Spiel der USA heute etwa mit dem Chelseas im CL-Finale (was du vermutlich implizierst) vergleichen? Die USA standen nicht nur hinten herum, sondern spielten auch klug und gefährlich nach vorne und hätten sogar vielleicht mit noch mehr Toren gewinnen können, was man damals von Chelsea ja nicht behaupten konnte.

Herr Schulze
Herr Schulze

Die deutsche Mannschaft war in diesem Spiel im buchtäblichen Sinn chancen-los. So richtig Adrenalin gab es doch nur einmal, kurz vor dem Ende. Dem steht ein erhebliches Chancen-Plus der Amerikanerinnen gegenüber. Dabei muss man feststellen, dass in den ersten 20 Minuten wenig für die USA zu sprechen schien: zum Preis eines ungeheuren läuferischen Aufwandes (Forechecking), der anders als sonst nicht belohnt worden ist und plötzlich ein fatale Ratlosgkeit hinterließ. Auffällig: Nach fast jedem Eckball der USA brannte die Luft im deutschen Strafraum, keine der vielen von Maroszan durchweg sauber getretenen deutschen Ecken brachte die Amerikanerinnen in Gefahr. Was an der… Weiterlesen »

Jarmusch
Jarmusch

Vielleicht sollte Frau Meinert endlich mal damit aufhören US-amerikanische Mannschaften im Vorfeld immer so stark zu reden! Vor dem Turnier las man von ihr ’stärkstes US-Team aller Zeiten‘. Und vor diesem Spiel standen die Chancen für unser Team laut Meinert bei 60:40. Nach dem Turnierverlauf hätte sie vor dem Finale doch sagen müssen: ‚Wir sind das bessere Team, die hauen wir weg!‘ Aber so waren die Hosen wieder voller als nötig. Dazu kamen dann falsche Personalentscheidungen mit Jäger statt Simon hinten links (Jäger hätte die im gesamten Turnierverlauf enttäuschende Hendrich auf der Doppel-Sechs ersetzen können). Und statt Hegenauer hätte sie… Weiterlesen »

laasee
laasee

When all goes well with Plan A there is no problem.
When Plan A does not work, there is no Plan B – that is the big problem.
It was the same scenario against North Korea at WM U-17.
It was the same at Wolfburg against Japan in WM2011.
It is a systemic fault at all levels.

Today an average USA team made Germany look bad.

jochen-or
jochen-or

So geht es eben und das macht den Fußball spannend! Eine taktisch hervorragend eingestellte amerikanische Mannschaft hat letztlich verdient das Finale gewonnen. Gratulation! Ganz offensichtlich hat der Trainer der US-Girls erkannt, dass man den Spielfluss der Deutschen unterbinden muss und zudem auf der linken Seite der Deutschen deren Schwäche liegt. Dabei mache ich Maren Meinert keinen Vorwurf. Denn ich denke, dass Simon eben auch nicht schneller und beweglicher ist als Jäger. Daher wohl auch nicht der direkte Austausch der beiden. Es war eben jetzt ein anders eingestellter Gegner, der aus der Vorrunde gelernt hat. Deshalb kann man der deutschen Mannschaft… Weiterlesen »

gerd karl
gerd karl

wenn man gesehen hat, bei eurosport, wie die schiedsrichterinnen bei ihrer ehrung nach dem spiel, freudig zu den amerikanerinnen gelächelt und geschärtzt habe, dann weiss man wie die schiedsrichter gepfiffen haben.

das sollte sich nochmal jeder bei eurosport anschauen, das ist verdächtig.

hapl27
hapl27

Ich bin eigentlich einfach nur enttäuscht und traurig!Mir tuen die DFB-Mädels aufs Äußerste leid,da sie bis heute ein überragendes Tunier gespielt haben. Aber leider ausgerechnet im Finale konnte die Leistung nicht abgerufen werden. Das ist leider Fußball und auf einmal steht dann da ein eigentlich schlechteres Team der USA ganz oben auf dem Treppchen! Wirklich bitter.
Nun gilt es, die Mädels aufzubauen und auch wir Fans müssen sie wissen lassen, das sie uns stolz gemacht haben und ein gutes Tunier gespielt haben. Diese Mannschaft macht wirklich Mut für die Zukunft und lässt auf eine glo(d)rreiche Zukunft hoffen!

rockpommel
rockpommel

Zitat jochen-or:
„….Auch wenn sie immer über den Klee gelobt wird. Marozsan fehlt zur Weltklasse die Schnelligkeit und in diesem Spiel fand ich sie auch einfach schlecht, weil sie durch die Fummelei/Trickserei – anstelle z.B.aus dem Eckbereich die Flanke/Ecke zu suchen….“
*unterschreib*

Mandy White
Mandy White

Oh Mensch…. Was soll denn dies Gerede? Die Damen haben ein tolles Turnier gespielt und sind Super Vize Weltmeisterinnen geworden! Das ist Fussball.

ruby
ruby

sehr schade. die usa haben nicht überragend gespielt,aber hatten einfach mehr glück im abschluss. deutschland konnte sich auch keine klaren chancen erspielen,weil die anspielstationen gefehlt haben. vorne war viel zu wenig bewegung drin. die usa haben marozsan phasenweise getrippelt. in dem fall hätten spielerinnen wie leupolz oder auch petzelberger mehr aus dem platz machen können.
im abschluss hat heute leider die kaltschnäuzigkeit gefehlt.
leonie maier war für mich die überragende spielerin. degensiv mehr als sicher und sie hat auch nach vorne den abschluss gesucht und druck gemacht. ich hoffe,dass sie wieder in das a-team berufen wird.

karl
karl

Mit dem von einigen Prophezeiten 5:0 wurde es ja nun nichts :). Das lag wohl hauptsaechlich daran dass der amerikanische Trainer aus der Vorrunde die richtigen Lehren gezogen hat. Im Prinzip musste er versuchen Marozsan und moeglichst noch Maier aus dem Spiel zu nehmen. Das ist weitgehend gelungen. Dadurch waren Lotzen und die anderen Offensivkraefte gleich mit abgemeldet. Die brauchte man dann nicht mehr so intensiv decken, konnte man auch nicht weil man immer zu zweit bei Marozsan war. Dass die linke deutsche Abwehrseite die Schwachstelle war , egal ob dort Jaeger oder Simon spielte sah man schon in den… Weiterlesen »

AdiPreissler
AdiPreissler

Das mit den „Auszeichnungen“ oder was immer das ist für Schiedsrichter nach Finalspielen gibt es schon länger. Das hat man von modernen Kindergeburtstagen abgeguckt, da gibt es ja nicht nur für das Geburtstagskind, sondern für alle Kinder Geschenke.