Schlappe für Frankfurt, Sieg für Gütersloh

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Am zweiten Spieltag der Frauen-Bundesliga musste der 1. FFC Frankfurt eine herbe Niederlage bei der SGS Essen einstecken. Der FSV Gütersloh 2009 behielt im Duell der Aufsteiger gegen den VfL Sindelfingen klar die Oberhand.

Der 1. FFC Frankfurt kam im neuen Stadion Essen vor 1 152 Zuschauern gegen die Gastgeberinnen mit 1:3 (0:1) unter die Räder, Gütersloh feierte vor 1 315 Zuschauern in der Tönnies Arena mit einem 4:0 (1:0) einen gelungenen Start in die Liga.

Highlights Essen gegen Frankfurt anschauen

Essen gegen Frankfurt in voller Länge anschauen

Dabei waren die Frankfurterinnen in Essen über weite Strecken die dominierende Elf, ließen aber zahlreiche gute Chancen ungenutzt. So vergab Sandrine Bretigny nach schöner Vorarbeit von Fatmire Bajramaj frei aus kurzer Distanz (18.). Zuvor hatte Katarina Tarr per Kopf nach Freistoß von Melanie Hoffmann bei der ersten Essener Chance das Tor nur knapp verfehlt (11.).

Führung durch Hoffmann, Pech für Bretigny und Bajramaj
Hoffmann brachte ihr Team dann Mitte der ersten Halbzeit nach einem Foul von Kim Kulig mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung (26.). Frankfurt hatte kurz vor der Pause Pech, als Bretigny nur den Pfosten traf (44.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war der Gast feldüberlegen, doch zu pomadig und unpräzise war das Spiel und Pech kam hinzu, als Bajramaj nach schöner Vorarbeit von Kulig nur die Unterkante der Latte traf (47.).

Sven Kahlert
Erste Niederlage im zweiten Spiel: Frankfurts Trainer Sven Kahlert © Herbert Heid / girlsplay.de

Kurze Hoffnung für Frankfurt
Nach einem Handspiel von Tarr entschied Schiedsrichterin Sandra Blumenthal, die an diesem Tag mit ihrem Entscheidungen häufiger daneben lag, zurecht auf Elfmeter, Melanie Behringer traf flach um 1:1 (58.). Doch die Gastgeberinnen ließen sich dadurch nicht beeindrucken, nur kurz darauf staubte Hoffmann nach einem Pfostenschuss zur neuerlichen Führung ab (61.).

Essen besticht durch Effizienz
Mit Svenja Huth, Jessica Wich und Sandra Smisek versuchte Frankfurt verzweifelt die letzten offensiven Trumpfkarten auszuspielen, doch Essens Effizienz hatten die Frankfurterinnen nur wenig entgegenzusetzen. Die Umstellung auf die Dreierkette in der Abwehr ging nach hinten los, nach einem individuellen Fehler von Babett Peter bedankte sich Charline Hartmann mit dem Treffer zum 3:1-Endstand (72.). Sowohl Essen durch Hoffmann und Caroline Hamann wie auch Wich und Bretigny auf Frankfurter Seite ließen Chancen auf weitere Treffer aus.

Kahlert: „Waren nicht zielstrebig genug“
Frankfurts Trainer Sven Kahlert erklärte: „Wenn man seine Chancen nicht verwertet, kann man nicht gewinnen. Wir haben heute durchgängig engagiert, aber nicht zielstrebig genug gespielt. Der letzte Pass hat gefehlt. Vielleicht brauchen wir dringend eine Spielerin wie Dzsenifer Marozsán.“

Högner: „Sind ein Team“
Essens Trainer Markus Högner freute sich: „Frankfurt hat sehr gute Einzelspielerinnen, aber wir sind ein Team. Die ersten 50 Minuten waren wir nicht aggressiv genug und kamen nicht in die Zweikämpfe, doch wir haben nach dem Ausgleich mit Leidenschaft weitergekämpft und das 2:1 und 3:1 erzielt. An unserer Zielsetzung Klassenerhalt ändert dieser Erfolg nichts.“

Doppelt gegen Sindelfingen erfolgreich: Marie Pollmann (li.) © Nora Kruse, ff-archiv.de

Pollmann trifft doppelt
Groß war die Freude auch beim FSV Gütersloh 2009, der in seinem ersten Erstligaspiel im Duell der Aufsteiger einen souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den VfL Sindelfingen feierte. Maren Wallerhorst brachte ihr Team in Führung (22.), nach der Pause schraubten Marie Pollmann (50., 89.) und Rebecca Granz (57.) das Ergebnis in die Höhe.

Graskamp: „Tore zum günstigen Zeitpunkt“
Güterslohs Trainer Markus Graskamp meinte: „Es war ein sehr schweres Spiel. Am Anfang hat man gemerkt, dass wir nervös waren. Aber wir haben die Nervosität abgelegt und die Tore sind zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt gefallen. Wir haben verdient gewonnen und in der zweiten Halbzeit teilweise ein sehr gutes Spiel gezeigt.“

Koutroubis: „Noch nicht in der ersten Liga angekommen“
Sein Gegenüber Nico Koutroubis erklärte: „Wir haben uns viel vorgenommen, denn es war ein Sechs-Punkte-Spiel. Das 0:2 war der Knackpunkt, die Niederlage geht auch in der Höhe in Ordnung. Wir sind noch nicht in der ersten Liga angekommen und ich hoffe, dass wir noch an Tempo zulegen können. Der Kunstrasen war kein Nachteil für uns und der Rahmen hat gepasst.“

Vier Spiele verlegt
Die restlichen vier Spiele des zweiten Bundesliga-Spieltags wurde wegen der Teilnahme der U20-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Japan auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

Galerie vom Spiel FSV Gütersloh 2009 – VfL Sindelfingen (© Nora Kruse)

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Katrin Poindecker
Katrin Poindecker

peinlich peinlich -.-

Zonk
Zonk

Bin gespannt auf die Kommentare!!! Meiner Meinung nach ist es Zeit für einen Trainer-Wechsel, oder zumindest für jemanden, der zusätzlich zu Kahlert noch ein bisschen frischen Wind ins Team bringen kann.

Die Auswechslungen heute waren nicht nachzuvollziehen. Genauso wie der Wechsel von 4 zu 3 Verteidigerinnen, obwohl Essen klar auf Angriff war…

Jennifer
Jennifer

Sven Kahlert: hahaha!

Michele
Michele

Ich weiß gar nicht was ich sagen soll? Ich verliere langsam die Hoffnung, dass aus dem FFC nochmal was werden kann. Es steht einfach kein Team auf dem Platz, sondern nur 11 Spielerinnen, die mit sich selbst beschäftigt sind. Essen hat heute als Team gewonnen. Ich verstehe den Trainer einfach auch nicht: Er hätte zur Halbzeit Behringer und Garefrekes rausnehmen können und dafür Wich und Huth bringen können. Auch Bretigny darf wieder durchspielen. Da brauch man sich auch nicht zuwundern, dass Crno irgendwann mal die Lust verliert. Jetzt brennt in Frankfurt bereits der Baum! Sollten es Trainer und Mannschaft nicht… Weiterlesen »

Katrin Poindecker
Katrin Poindecker

ich bin definitiv für einen trainerwechsel.. des hätte schon viel früher passieren müssen….frisches blut muss da rein sonst nutzen die 5 neuzugänge auch recht wenig… irgendwie stimmt da hinten und vorne nichts mehr zam…

Mandy White
Mandy White

Was war das denn?????

yellow'n'blue
yellow'n'blue

es würde mich nicht wundern,wenn silvia neid bald trainerin in frankfurt wird. dann wird maren meinert bei der a-natio trainerin. an den spielerinnen kann es meiner meinung nach nicht liegen, die kennen sich doch schon seit jahren aus der natio und haben schon oft zusammengespielt.
glückwunsch an essen. ein verdienter und hart erarbeiteter sieg.

mas
mas

Bitte bitten liebe Leut, hackt doch nicht alle auf S.K. rum. Er braucht vielleicht Dzsenifer Marozsán – um ein Team zu formen oder hab ich ihn tatsächlich falsch verstanden? 🙂

laasee
laasee

I enjoyed watching the game.
A good advertisement for a competitive Buli.
Nice stadium (almost finished), good discipline from Essen, good tactics from the coach and nice goals.

mas
mas

und Ende letzter Saison (nachdem die Abgänge von Peter, Odebrecht und Schmidt feststanden) tönte aus der frankfurter Ecke, die Turbinefans hätten vor DER FF-Übermacht Angst.

Ralf
Ralf

Will Kahlert jetzt tatsächlich andeuten,dass man aufgrund des Fehlens von EINER Spielerin verloren hat?!
Da kann man nur lachen!

Speedy75
Speedy75

Na nach diesem Spiel werden sich wohl viele in ihrer Meinung zum FFC bestägtigt fühlen. Noch würd ich mich da aber nicht zu früh freuen denn es ist ja erst der Beginn der Saison. Sollten sich aber diese Auftritte wie heute über die Saison häufen dann bin ich gespannt auf die Reaktionen.

Sindelfingen muss aufpassen dass es nicht gleich zu Beginn den Anschluss verliert. Die junge Mannschaft muss noch viel lernen um in Liga 1 zu bestehen.

elfmeter
elfmeter

Essen wird zum Favorietenschreck in dieser Form.

Michele
Michele

„Vieleicht brauchen wir eine Spielerin wie Dzsenifer Marozsan“!
Genau deswegen hat der FFC verloren, weil Maro nicht dabei war. grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!!!!

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Da mir in den bisherigen Kommentaren zuviel Kontra-FFC dabei ist, möchte ich an dieser Stelle eine Pro-SGS-Kommentierung tätigen: Wenn man in die vergangene BL-Saison zurückblickt, hatte die SGS es eigentlich immer gute im Griff, die Spitzenteams zu ärgern, und da muss ich leider meine Turbinen mit einbeziehen! Insofern ist das heutige Ergebnis kein One-Hit-Wonder, sondern der guten Arbeit in ES, allen voran der Trainer Högner, geschuldet! Hinzu kommen u.U. ein paar Prozentpunkte, gezogen aus der Motivation – neues Umfeld, sprich Stadion. Ich fand erneut recht beeindruckend, wie die SGS den Ball laufen liess. Klar ist das wegen der kaum veränderten… Weiterlesen »

AdiPreissler
AdiPreissler

Bajramaj in
Potsdam 2009/10: 3x Gelb, 1x Rot
Potsdam 2010/11: 1x Gelb, 1x Rot
Frankfurt 2011/12: 3x Gelb, 0xRot
Frankfurt 2012/13: 1x Gelb, 0x Rot (bisher)

Die Haut in Potsdam muß ja schon transparent gewesen sein.

gerd karl
gerd karl

futbolista, guter artikel, ich stimme 100½ zu.

enthusio
enthusio

Bei Frankfurt war heute kein richtiger Spielfluß und Zusammenhalt zu erkennen. Natürlich kam auch Pech (2x Aluminium) und Unvermögen (die verpasste Großchance von Bretigny in der 1. HZ) hinzu. Was mich nachdenklich, macht: nach dem Lattenknaller von Bajramaj gab es in der 2. HZ keine einzige sauber herausgespielte Torchance mehr. Essen hat dagegen seine wenigen Torchancen fast hundertprozentig verwertet und dabei noch wunderschöne Tore geschossen. Ich kann dieser Mannschaft ohne Stars und ihrem Trainer zu dieser Leistung nur gratulieren und bin froh, dass auch Underdogs manchmal für ihren Aufwand belohnt werden. Das macht die Bundesliga spannend und den Stadionbesuch interessanter.

Sheldon
Sheldon

Nun, ich würde Frankfurt nun nicht wirklich zu den Favoriten zählen. Was SF über Melanie Hoffmann gesagt hat, kann ich zu 100% unterschreiben und das ist für mich auch einer der Gründe, wieso Essen heute 3 Torchancen reichten: Sie kann ein Spiel lesen! So eine Spielerin hat Frankfurt nicht. Während Frankfurt noch nicht mal einen vernünftigen Trainer hat, hat Essen gleich zwei: Einen an der Seitenlinie und eine auf dem Feld. Hoffmann ordnet und lenkt das Spiel unfassbar stark, taktisch einwandfrei. Frankfurt fehlt genau so eine Spielerin. Kulig und Laudehr, ja selbst Peter oder Bajramaj haben dort vollständig versagt, da… Weiterlesen »

Aldur
Aldur

Geiler Fussballnachmittag mit einem hochverdienten SGS-Sieg! So hab‘ ich mir meinen ersten Besuch im neuen Stadion gewünscht. Trainer Högner hat es in dem oben im Beitrag zitierten Statement eigentlich so zusammengefasst, wie es treffender nicht geht – Frankfurt lebt von der Klasse der Einzelspielerinnen, die SGS ist ein Team. Natürlich kann es auch anders laufen, wenn Frankfurt mit den Latten- bzw. Pfostentreffern etwas mehr Glück hat, aber das war dann wohl heute das vielzitierte Glück der Tüchtigen. Das Stadion ist – obwohl noch halb ’ne Baustelle – ganz nett. Im Grunde isses kein großer Unterschied, dass nur eine Tribüne geöffnet… Weiterlesen »