Schlappe für Frankfurt, Sieg für Gütersloh

Von am 9. September 2012 – 16.54 Uhr 75 Kommentare

Am zweiten Spieltag der Frauen-Bundesliga musste der 1. FFC Frankfurt eine herbe Niederlage bei der SGS Essen einstecken. Der FSV Gütersloh 2009 behielt im Duell der Aufsteiger gegen den VfL Sindelfingen klar die Oberhand.

Der 1. FFC Frankfurt kam im neuen Stadion Essen vor 1 152 Zuschauern gegen die Gastgeberinnen mit 1:3 (0:1) unter die Räder, Gütersloh feierte vor 1 315 Zuschauern in der Tönnies Arena mit einem 4:0 (1:0) einen gelungenen Start in die Liga.

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Dabei waren die Frankfurterinnen in Essen über weite Strecken die dominierende Elf, ließen aber zahlreiche gute Chancen ungenutzt. So vergab Sandrine Bretigny nach schöner Vorarbeit von Fatmire Bajramaj frei aus kurzer Distanz (18.). Zuvor hatte Katarina Tarr per Kopf nach Freistoß von Melanie Hoffmann bei der ersten Essener Chance das Tor nur knapp verfehlt (11.).

Führung durch Hoffmann, Pech für Bretigny und Bajramaj
Hoffmann brachte ihr Team dann Mitte der ersten Halbzeit nach einem Foul von Kim Kulig mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung (26.). Frankfurt hatte kurz vor der Pause Pech, als Bretigny nur den Pfosten traf (44.). Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war der Gast feldüberlegen, doch zu pomadig und unpräzise war das Spiel und Pech kam hinzu, als Bajramaj nach schöner Vorarbeit von Kulig nur die Unterkante der Latte traf (47.).

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Sven Kahlert

Erste Niederlage im zweiten Spiel: Frankfurts Trainer Sven Kahlert © Herbert Heid / girlsplay.de

Kurze Hoffnung für Frankfurt
Nach einem Handspiel von Tarr entschied Schiedsrichterin Sandra Blumenthal, die an diesem Tag mit ihrem Entscheidungen häufiger daneben lag, zurecht auf Elfmeter, Melanie Behringer traf flach um 1:1 (58.). Doch die Gastgeberinnen ließen sich dadurch nicht beeindrucken, nur kurz darauf staubte Hoffmann nach einem Pfostenschuss zur neuerlichen Führung ab (61.).

Essen besticht durch Effizienz
Mit Svenja Huth, Jessica Wich und Sandra Smisek versuchte Frankfurt verzweifelt die letzten offensiven Trumpfkarten auszuspielen, doch Essens Effizienz hatten die Frankfurterinnen nur wenig entgegenzusetzen. Die Umstellung auf die Dreierkette in der Abwehr ging nach hinten los, nach einem individuellen Fehler von Babett Peter bedankte sich Charline Hartmann mit dem Treffer zum 3:1-Endstand (72.). Sowohl Essen durch Hoffmann und Caroline Hamann wie auch Wich und Bretigny auf Frankfurter Seite ließen Chancen auf weitere Treffer aus.

Kahlert: „Waren nicht zielstrebig genug“
Frankfurts Trainer Sven Kahlert erklärte: „Wenn man seine Chancen nicht verwertet, kann man nicht gewinnen. Wir haben heute durchgängig engagiert, aber nicht zielstrebig genug gespielt. Der letzte Pass hat gefehlt. Vielleicht brauchen wir dringend eine Spielerin wie Dzsenifer Marozsán.“

Högner: „Sind ein Team“
Essens Trainer Markus Högner freute sich: „Frankfurt hat sehr gute Einzelspielerinnen, aber wir sind ein Team. Die ersten 50 Minuten waren wir nicht aggressiv genug und kamen nicht in die Zweikämpfe, doch wir haben nach dem Ausgleich mit Leidenschaft weitergekämpft und das 2:1 und 3:1 erzielt. An unserer Zielsetzung Klassenerhalt ändert dieser Erfolg nichts.“

Doppelt gegen Sindelfingen erfolgreich: Marie Pollmann (li.) © Nora Kruse, ff-archiv.de

Pollmann trifft doppelt
Groß war die Freude auch beim FSV Gütersloh 2009, der in seinem ersten Erstligaspiel im Duell der Aufsteiger einen souveränen 4:0 (1:0)-Erfolg gegen den VfL Sindelfingen feierte. Maren Wallerhorst brachte ihr Team in Führung (22.), nach der Pause schraubten Marie Pollmann (50., 89.) und Rebecca Granz (57.) das Ergebnis in die Höhe.

Graskamp: „Tore zum günstigen Zeitpunkt“
Güterslohs Trainer Markus Graskamp meinte: „Es war ein sehr schweres Spiel. Am Anfang hat man gemerkt, dass wir nervös waren. Aber wir haben die Nervosität abgelegt und die Tore sind zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt gefallen. Wir haben verdient gewonnen und in der zweiten Halbzeit teilweise ein sehr gutes Spiel gezeigt.“

Koutroubis: „Noch nicht in der ersten Liga angekommen“
Sein Gegenüber Nico Koutroubis erklärte: „Wir haben uns viel vorgenommen, denn es war ein Sechs-Punkte-Spiel. Das 0:2 war der Knackpunkt, die Niederlage geht auch in der Höhe in Ordnung. Wir sind noch nicht in der ersten Liga angekommen und ich hoffe, dass wir noch an Tempo zulegen können. Der Kunstrasen war kein Nachteil für uns und der Rahmen hat gepasst.“

Vier Spiele verlegt
Die restlichen vier Spiele des zweiten Bundesliga-Spieltags wurde wegen der Teilnahme der U20-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Japan auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.

Galerie vom Spiel FSV Gütersloh 2009 – VfL Sindelfingen (© Nora Kruse)

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

75 Kommentare »

  • be sagt:

    Sorry laasee, aber ich halte das „Malmö-Modell“ absolut nicht für tragfähig. Man sollte sich als Verein nur das zumuten, was man sich auch leisten kann. Alles andere führt früher oder später zum Kollaps. Wenn man nicht das Geld hat, „ganz oben mitzuschwimmen“, dann sollte man es auch nicht auf Zwang probieren. Schau zum Beispiel mal, wo TeBe (1. Liga 2009/10, 2. Liga 2010/11, Regionalliga 2011/12) jetzt spielt: Da ist ganz offensichtlich auch ein Kartenhaus eingestürzt – (kleinere) Erfolge hin oder her.

    Ja, in Duisburg war einiges schief gelaufen – vor allem aber weil man eben eine Zeit lang über die eigenen Verhältnisse gelebt hat. Solche Fehler sind nicht innerhalb von 2 Wochen behoben, die Folgen können Jahre andauern. Und man scheint in Duisburg sehr wohl aus der Vergangenheit zu lernen, auch wenn es derzeit unangenehme Einschnitte bedeutet (wie die Trennung von Co-Trainer Schmalenberg aus Kostengründen – ).

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  • Detlef sagt:

    Marcel schrieb;
    „Die letzte Saison hat glaub ich gezeigt das diese Teams sich keine “80% Spiele” mehr leisten können sonst kanns ne böse Überraschung geben.“

    Kommt drauf an gegen welche Gegner!!!
    TURBINE hat gegen SiFi eine 60%-ige Leistung (laut Schröder) gereicht!!!
    Gegen Duisburg könnten dagegen 80% in der Tat zu wenig sein!!!
    In Lüttich wird man sicherlich mit 80% gut auskommen!!!
    Die Konzentration muß halt stimmen, dann kann man sich auch kleinere Auszeiten gönnen!!!

    Keine Mannschaft kann und wird in jedem Spiel 100% geben können!!!
    Vor allem wenn man auf 3-4 Hochzeiten tanzen muß, und es bereits am 2. Spieltag schon absehbar ist, daß es am Ende der Hinrunde viele englische Wochen geben wird!!!

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  • waiiy sagt:

    @Detlef: Da hast Du Recht. Hoffentlich wird es gerade auch für die Leistungsträger immer wieder mal Verschnaufpausen geben, dass sie nicht körperlich und geistig müde bzw. dann sogar krank werden. Das fiel mir Anfang der letzten Saison auf, als Patti nach ein paar Spieltagen gleich für gute 2 Wochen mit einer Erkältungskrankheit ausfiel. Das muss man vermeiden, dass der Körper irgendwann nicht mehr will. Dann kann man vielleicht auch so ein mentales Tief wie letzte Saison vor Weihnachten begonnen (und erst nach dem Hinspiel in Lyon beendet) abwenden.

    Aber da kann es auch ein Vorteil sein, dass man solche psychischen Nackenschläge wie letzte Saison (erst Anja, dann Viola/Babs/Schmidti) nicht mehr kriegen wird. Solche Abgänge wird es diese Saison (hoffentlich) wohl nicht geben, die dann die Mannschaft verunsichern.

    waiiy

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  • waiiy sagt:

    In Duisburg wurde in den letzten 1 1/2 Jahren die richtigen Maßnahmen ergriffen und der richtige Schnitt gemacht, damit es finanziell aufgefangen werden kann. Ich glaube auch, dass sich die Abgänge diesen Sommer im Nachhinein als Glücksfall erweisen werden.

    Mein Tipp: Duisburg wird sicher Vierter, bei Schwächeln eines der 3 Favoriten sogar Dritter.

    waiiy

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  • Sheldon sagt:

    Ich denke, bei diesen 80%-Spielen, die Marcel anspricht, geht es vor allem um den Kopf, die Einstellung. Klar wirst du bei einem Spiel, wo es nach 60 Minuten 6:0 steht, keine 100% mehr geben. Und natürlich hat in dieser Liga noch nicht jede Mannschaft das Niveau, jeden Fehler postwendend zu bestrafen, sodass unter Umständen auch mal nur 60% reichen.

    Doch ein Team, dass ein Spiel im Kopf mit einer Einstellung eingeht: „Gegen diesen Gegner reicht halbe Kraft!“, das wird knallhart auf der Schnauze landen!

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  • laasee sagt:

    @gerd karl, be, sheldon

    Contrast Malmo and FCR.

    Malmo have financial problems. Monetary debt can be solved.
    FCR have integrity problems. That is much more difficult to solve – almost impossible.

    FCR decided to force Inka out – all the other top players then decided to leave the club.
    Inka was the ’soul‘ of FCR. Without ’soul‘ a club has zero.

    The future of Malmo will be determined internally. They have control over their own destiny.
    Not so in Duisburg. What happens in Zurich will impact on FCR.
    The writing is already on the wall for FCR. In the Regionalliga, 1 point from 2 games indicates the severity of the demise of the club.

    The essence of the problems at FCR are far, far worse than those in Malmo.

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  • waiiy sagt:

    @laasee: Du verstehst das Wesen von Fußballclubs in Deutschland nicht. Der Verein und die Solidität des Vereins steht über irgendwelchen Spielern, ob sie Grings oder sonstwie heißen. Das mag bitter sein für die Spieler und Spielerinnen, ist am letztendlich der Grund, warum die meisten deutsche Vereine recht solide dastehen und wohl europaweit die wenigstens Schulden gemacht werden. Sicher gibt es auch unrühmliche Ausnahmen, aber auch da wird umgedacht.

    Wenn Du also einen Verein erleben willst, bei dem alles auf das Bezahlen teurer Spielergehälter ausgelegt wird, ohne dass das fundiert ist, dann gründe selbst einen Verein, werde Trainer, Manager und Präsident und Inka wird Deine Ikone…

    waiiy

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  • uwe sagt:

    @waiiy

    So sehr ich mir wünsche das du recht hast, glaube ich nicht wirklich dran. Also ich wäre auch schon mit Platz 6 zufrieden.
    Der FCR hat mit seiner ersten Elf sicherlich das Potenzial jeden Gegner in der Bundesliga zu schlagen. Aber wenn das Verletzungspech zuschlägt wird es eng. Bestes Beispiel,Elena Hauer die eine hervorragende Vorbereitung gespielt hat, verletzte sich letzte Woche am Miniskus und fällt wohl 6 Wochen aus. Ersatz ist entweder Julia Debitzki(aus der Zweiten hochgezogen oder Isabella Schenk (von der U17 gekommen)
    Selbst ein Talent wie Daria Streng hat in der Vorbereitung erkennen müssen das der Sprung von der U17 in die Erste Mannschaft gewaltig ist.
    Diese Spielerinnen brauchen Zeit. Die sie aber auch beim FCR bekommen werden.
    Ich bin jedenfalls gespannt auf die neue Saison und lass mich gerne positiv überraschen.

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  • Sheldon sagt:

    Hauer fällt 6 Wochen aus????? So ein Mist, das trifft den FCR wirklich heftig. Doch ich denke, dass eher Himmighofen in die IV rücken wird und Silva oder Banecki dafür auf Außen gehen.

    @waiiy: Ich weiß nicht, wen du mit den 3 großen Favoriten meinst: Turbine, Wolfsburg, und wen noch???

    Ich wäre mit Platz 5 zufrieden, Turbine und Wolfsburg sind diese Saison schwer zu knacken, dazu noch zwei Vereine der aufstrebenden 4 (Essen, Bayern, Bad Neuenahr und Freiburg) in vorderster Front, das ist realistisch!

    Ansonsten würde ich mich mal spätestens in dieser Saison von herkömmlichen Platzverteilungen in der BuLi verabschieden. Selbst Gütersloh kann zum großen Angriff blasen und sich in der oberen Tabellenhälfte platzieren, diese Saison ist alles möglich.

    @laasee: Das „Grings“-Team war einmal, das jetzige Team hat nicht mehr den Hauch von Grings, lediglich Oster, Islacker und Ando haben aus der jetzigen Startelf noch mit Grings zusammengespielt.

    Zu den Problemen: Ich sehe in Duisburg keine Probleme mehr. Die finanziellen Probleme sind gelöst und der Club wird nun eine Phase des Wachstums erleben.
    In Malmö wird man allerdings irgendwann, genauso wie in Großbritannien/England feststellen, dass auch die Ölquellen der Scheichs irgendwann versiegen und man nicht bis in alle Ewigkeit auf Pump leben kann.
    Kommt die Schuldenbremse in der CL, wird man gerade in England und in Spanien schnell erleben, dass viele Vereine auf deutsch gesagt, den Pöter zukneifen, weil sie nicht mehr zugelassen werden und dann alle Investoren ganz schnell abspringen!

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  • enthusio sagt:

    Mir laufen hier zuviele Propheten herum. Den Abgang sovieler TOP-Spielerinnen muß Duisburg erst mal kompensieren. Immerhin reden wir hier von Stammspielerinnen in der Nationalmannschaft. Natürlich würde ich mich für das Ruhrgebiet auch freuen, wenn uns weiterhin eine Mannschaft erhalten bliebe, die national und international für Furore sorgen kann. Aber ich bin auch der Meinung, dass Duisburg sich finanziell konsolidieren mußte, um seine Existenz nicht aufs Spiel zu setzen, und nun versuchen muß, neue und junge Spielerinnen mit den verbliebenen zu mischen, um auch in den nächsten Jahren attraktiven Fußball zu spielen. Inka Grings und Co sind jetzt Vergangenheit. Mit konkreten Prognosen wäre ich aber sehr vorsichtig und man sollte auch nicht erwarten, dass die Mannschaft schon in diesem Jahr einen der ersten vier Plätze belegt. Vielleicht wird es ja in diesem Jahr erstmals einen Zweikampf mit Essen um die „Ruhrgebietsmeisterschaft“ geben.

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  • Sven sagt:

    Himmighofen hat auch noch mit Grings gespielt;-) und sie wird sicherlich jetzt Innenverteidigung spielen und ist zum Glück da überall einsetzbar! So ist da auch wieder jemand schnelles zu finden!

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  • laasee sagt:

    @Sheldon

    What do the Arabs have to do with FCR???

    The main problem at FCR is a void of INTEGRITY, RESPECT, FAIR PLAY – all slogans promulgated by FIFA and UEFA but absent in Duisburg.

    Look at the facts :-

    1. The reason that the Club gave for sacking MVT was, ‚we want to get to CL Final‘. They failed to get to the Final but none of the „gentlemen“ took responsibility and resigned – it was „business as usual“.

    2. They decided to force Sonja out of the club – not allowing her to train with the first team.

    3. They remove the Captain armband from Inka (the greatest player they ever had) and force her out of the club.

    Is this the way to run a football club????

    The irony is that FCR are not playing in CL but Inka and Sonja are.
    Watch how the season develops – it is going to be very interesting.
    Football has a certain karma.

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  • enthusio sagt:

    Ich bin noch nicht solange beim Frauenfußball dabei und hab deshalb mal eine Frage zu Bernd Schröder von Turbine Potsdam. Er ist ja schon seit 1971 im Trainergeschäft. Hat/braucht er eigentlich auch einen offiziellen Trainerschein (Fußballlehrer, A-Lizenz etc.)? Oder ist er davon wegen seiner „Berufserfahrung“ befreit ? Ich hab noch nie was von ihm darüber gelesen oder gehört,das würde mich aber sehr interessieren.

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  • waiiy sagt:

    @enthusio: Genau weiß ich es nicht. Aber meiner Meinung nach hat Bernd Schröder eine Trainer-Lizenz zu DDR-Zeiten gemacht und im Zuge der Wiedervereinigung wurden diese Lizenzen anerkannt (wie auch bei Eduard Geyer und Hans Meyer).

    Stell doch die Frage mal beim DFB oder bei Bernd Schröder selbst. Adressen sind auf den entsprechenden Homepages zu finden.

    waiiy

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  • enthusio sagt:

    @waiiy: Danke, das ist wirklich ein guter Vorschlag, so werde ich es machen.

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