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2012

Olympia: Sind aller guten Dinge drei?

Zum fünften Mal in Folge, und somit bei jedem olympischen Frauenfußballturnier bislang, steht die US-Nationalmannschaft am Donnerstag im Endspiel. Zuletzt hat sie zweimal in Serie gewonnen; gelingt gegen Japan der dritte Streich?

Im Londoner Wembleystadion, wo ein neuer olympischer Zuschauerrekord aufgestellt werden wird , kommt es ab 20.45 Uhr zur Neuauflage des letztjährigen WM-Finals gegen Japan, selbst das Schiedsrichtergespann ist mit Bibiana Steinhaus, Marina Wozniak und Katrin Rafalski dasselbe wie am 17. Juli 2011, als Japan nach Elfmeterschießen gegen die US-Girls gewann. Heißt der Sieger erneut Japan, ist die 1:1-Wiederholung des WM-Endspiels perfekt. Siegen die USA, wird nicht nur deren olympische Siegesserie fortgeführt, sondern auch eine statistische Serie, denn noch nie hat der amtierende Weltmeister die Olympischen Spiele gewonnen.

Nur gegen Japan Federn gelassen Damit würden die Japanerinnen natürlich zu gerne brechen und als erstes Team gleichzeitig Weltmeister und Olympiasieger sein. In diesem Jahr trafen beide Mannschaften bereits dreimal aufeinander, und Japan ist die einzige Mannschaft, gegen die der Titelverteidiger Punkte gelassen hat. Beim Algarve Cup im März unterlag die Mannschaft von Trainerin Pia Sundhage mit 0:1. Im April folge ein 1:1-Unentschieden, ehe die USA im Juni schließlich deutlich mit 4:1 gewinnen konnten.

USA haben Siege abonniert Während der letzte WM-Titel für die Amerikanerinnen bereits 13 Jahre zurückliegt, haben sie bei Olympia die Siege abonniert. Seit 1996 haben sie überhaupt erst zwei Spiele verloren – beide gegen die diesmal nicht teilnehmenden Norwegerinnen. Für Japan ist es hingegen der erste Einzug ins Finale – doch gleiches galt schon bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr, wo die Asiatinnen dann den großen Favoriten besiegten. Bislang hat sich der Weltmeister allerdings noch nicht konstant von seiner besten Seite gezeigt. Im Halbfinale gewann Japan mit 2:1 gegen Frankreich. Nach 49 Minuten stand es 2:0, doch gegen Ende begannen die Französinnen eine wahre Schlussoffensive, in der Japan Glück hatte, dass neben dem Anschlusstreffer keine weiteren Tore fielen.

USA mit 120 Minuten in den Knochen Die USA dürften nach dem umkämpften 4:3 in der Verlängerung gegen Kanada noch einmal Selbstbewusstsein getankt haben, denn einmal mehr haben sie die Partie erst in den letzten Minuten entschieden. Allerdings mussten sie, im Gegensatz zu Japan, 120 Minuten spielen, was ihnen bei nur zwei Erholungstagen sicherlich in den Knochen stecken wird – wenngleich das US-Team zweifelsfrei zu den physisch stärksten gehört.

Kanada und Frankreich kämpfen um Bronze Gleiches gilt natürlich auch für die Kanadierinnen, die ab 14 Uhr in Coventry gegen Frankreich um Bronze spielen. Kanada hatte bereits im Viertelfinale gegen Großbritannien eine starke Leistung gezeigt, gegen die USA gingen sie gar dreimal in Führung. In der Verlängerung hatten sie dem Nachbarn allerding schon konditionell nichts mehr entgegenzusetzen und wird es spannend sein zu sehen, wie sich Kanada gegen die Französinnen präsentiert.

Vorerst keine Sanktionen nach Schiedsrichterkritik Dabei steht seit heute auch fest, dass die nach der Niederlage gegen die USA geäußerte Kritik von unter anderem Christine Sinclair und Erin McLeod an Schiedsrichterin Christina Pedersen keine Auswirkungen auf das Spiel um Bronze haben wird. Die FIFA wird den Fall zwar untersuchen, erklärte aber , dass dies vor der Partie noch nicht abgeschlossen sein werde.

Beide Mannschaften stehen vor ihrem größten Erfolg Für beide Mannschaften wäre der Gewinn der Bronzemedaille der bislang größte Erfolg. Die Französinnen könnten sich für die famose Entwicklung der vergangenen Jahre belohnen, die Kanadierinnen würden vor der Heim-WM 2015 schon mal ein Ausrufezeichen setzen, das bei ihren Landsleuten die bestmögliche Werbung für das Großereignis in drei Jahren wäre.

ARD und ZDF zeigt beide Partien im Internet Sowohl die Neuauflage des vergangenen WM-Finals als auch das Spiel um den dritten Platz versprechen Spannung; beide Partien werden sowohl im ARD-Livestream , als auch in der ZDF-Mediathek gezeigt werden.