EM-Quali: Wochenende mit spannenden Duellen
Nachdem die meisten Mannschaften in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2013 mehr als zwei Monate pausiert haben, steht nun eine ereignisreiche Woche bevor. Und in einigen Gruppen könnte schon das Wochenende richtungsweisende Entscheidungen bringen.
Insbesondere in den Gruppen 3, 4 und 6 ist Spannung geboten. Norwegen will wieder an die Spitze, die Republik Irland vor dem Duell mit Schottland ihre Chancen auf die Playoffs wahren. Und in Manchester steigt das Topspiel zwischen England und den Niederlanden.
Pflichtaufgaben für Island und Norwegen Mit 14 Punkten aus sieben Spielen wird die Gruppe 3 etwas überraschend von Belgien angeführt. Diesen Platz könnten die Belgierinnen allerdings zumindest vorübergehend am Abend an Island oder Norwegen verlieren. Die Norwegerinnen empfangen das Team aus Bulgarien, Island hat ein Heimspiel gegen Ungarn. In den Hinspielen taten sich allerdings sowohl Norwegen als auch Island schwer. Norwegen kam zu einem 3:0-Erfolg, der erst in den letzten 20 Minuten herausgespielt werden konnte, Island siegte knapp mit 1:0. Momentan liegen die Isländerinnen mit 13 Punkten vor Norwegen (12) auf dem zweiten Rang. Die Norwegerinnen müssen die Ausfälle von Ada Stolsmo Hegerberg und Marit Sandvei verkraften. Nachnominiert wurde Mari Knudsen.
Nachbarschaftsduell in Cork An der direkten Qualifikation der Französinnen in Gruppe 4 hat niemand mehr einen Zweifel, doch das Duell um den zweiten Rang ist spannend. Die besten Chancen hat Schottland, die heute in Edinburgh gegen Israel spielen. Das Hinspiel gewannen sie souverän mit 6:1. Nette Aktion: Es werden Busse in mehreren Städten eingesetzt, die die Fans zum Spiel in die Hauptstadt fahren.
Doch auch die Republik Irland kann die Playoffs noch aus eigener Kraft erreichen. Das direkte Duell mit den Schottinnen findet am Donnerstag in Cork statt. Um die Chancen bis dahin zu wahren, muss am Samstag zunächst an gleicher Stelle gegen Wales gewonnen werden. Das gelang im Hinspiel mit 2:0, „aber wir wissen, dass wir Glück hatten, alle drei Punkte aus diesem Spiel mitgenommen zu haben. Daher werden wir Wales mit Sicherheit nicht unterschätzen“, so Irlands Nationaltrainerin Sue Ronan gegenüber Womensoccer . Seit Dienstag ist sie mit der Mannschaft in Cork, und nicht alles lief optimal. Das Donnerstagstraining war von schlechtem Wetter überschattet, und einige Spielerinnen sind aufgrund von Klausuren erst gestern zum Team gestoßen. Das letzte Duell gegen die Waliserinnen fand beim Algarve Cup im März statt, wo Wales trotz eines 0:0 in punkto Spielanlage den besseren Eindruck hinterließ. „Sie haben sich im letzten Jahr unheimlich verbessert“, lobt Ronan.
Schweiz will Mini-Chance wahren In Gruppe 2 greift Deutschland nicht ins Geschehen ein, es findet nur ein einziges Spiel statt. In Aarau trifft die Schweiz auf Spanien. Bei bisher einem weniger absolvierten Spiel hat die Schweiz bereits sieben Punkte Rückstand auf die Spanierinnen. “Wir können die Qualifikation nicht mehr aus eigener Kraft schaffen, sondern müssen alles gewinnen und hoffen, dass Spanien stolpert. Diese Chance ist beim Restprogramm überschaubar geworden, aber wir wollen gute Spiele zeigen. Sollte sich eine Tür öffnen, müssen wir bereit sein, hindurch zu gehen”, so die Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Womensoccer -Interview . Im Hinspiel unterlagen die Eidgenössinnen mit 2:3.
Niederlande vor dem großen Wurf Die Niederländerinnen liegen in Gruppe 6 mit fünf Punkten Vorsprung auf England (aber einem Spiel mehr) auf dem ersten Rang. „Wir werden im Spiel nicht viele Chancen bekommen“, denkt Englands Stürmerin Ellen White, „wenn sich also eine ergibt, müssen wir sie nutzen.“ Das Hinspiel endete unentschieden. Sollten die Niederlande gewinnen, dürfte ihnen der erste Platz nicht mehr zu nehmen sein. Den „Three Lions“ fehlen die verletzten Kelly Smith und Karen Bardsley. Die Partie in Manchester wird am Sonntag ab 18.15 Uhr (MESZ) live auf BBC2 übertragen.
Die Spiele am 16. und 17. Juni
Gruppe 1 SA, 15.00 Uhr: Italien – Mazedonien SA, 16.00 Uhr: Russland – Griechenland SA, 17.00 Uhr: Bosnien und Herzegowina – Polen
Gruppe 2 SA, 18.30 Uhr: Schweiz – Spanien
Gruppe 3 SA, 14.30 Uhr: Norwegen – Bulgarien SA, 18.00 Uhr: Island – Ungarn
Gruppe 4 SA, 16.00 Uhr: Schottland – Israel SA, 18.00 Uhr: Republik Irland – Wales
Gruppe 5 SA, 15.00 Uhr: Estland – Weißrussland SA, 17.00 Uhr: Ukraine - Finnland
Gruppe 6 SA, 17.30 Uhr: Kroatien – Serbien SO , 18.15 Uhr: England – Niederlande
Gruppe 7 SA, 16.00 Uhr: Tschechien – Österreich