Lyons Siegeszug geht weiter
Der 1. FFC Frankfurt hat die Titelverteidigung von Olympique Lyonnais in der Champions League nicht verhindern können. „Wir haben alles versucht, aber es hat heute nicht geklappt“, resümiert eine enttäuschte Kerstin Garefrekes nach der 0:2-Niederlage. Dabei sei Lyon „auf keinen Fall“ unschlagbar gewesen, denkt die Mittelfeldspielerin.
„Die beiden Tore sind für uns sehr unglücklich gefallen“, so Garefrekes, deren Team forsch begann und schon innerhalb der ersten sechs Minuten zu vier Eckbällen kam.
Lyon mit Strafstoß in Führung Doch in der 15. Minute war es Lyon, die durch einen von Eugénie Le Sommer verwandelten Strafstoß zum 1:0 kamen. Zuvor hatte Melanie Behringer Shirley Cruz Traña gefoult. Nur 13 Minuten später legte Camille Abily, die wie im vergangenen Jahr zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, das 2:0 nach. Mit einem Abwehrversuch knapp außerhalb des Strafraums köpfte FFC-Torfrau Desirée Schumann Abily einen Ball vor die Füße. Die Mittelfeldspielerin reagierte schnell und traf aus der Distanz.
Große Chance für Behringer Kurz vor der Halbzeit hatte Behringer den Anschlusstreffer auf dem Fuß, als sie etwa acht Meter vor dem Kasten von Sarah Bouhaddi frei zum Schuss kam. Die Französin bewahrte mit einer Fußabwehr allerdings den Zwei-Tore-Vorsprung. Die Frankfurterinnen waren bemüht und zeigten sich im Vergleich zum DFB-Pokalendspiel verbessert, fanden jedoch keine Mittel gegen den Titelverteidiger, der souverän und abgeklärt agierte und kaum Schwächen offenbarte.
Kaum noch Chancen auf die Champions League In der Liga ist für Frankfurt die direkte Qualifikation für die Champions League nur noch theoretisch möglich, das Endspiel war daher der letzte Strohhalm. „Wir hatten eine letzte Chance. Wenn man es jetzt so nicht schafft, ist das dreifach bitter.“
Für Lyon ist hingegen das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League weiterhin machbar. Zwei Titel haben sie schon, und am 2. Juni steigt das Spitzenspiel der Liga gegen Juvisy FCF, mit dem “OL” auch die Meisterschaft perfekt machen könnte.
Patrice Lair, Trainer Olympique Lyonnais Es war ein sehr schweres Spiel zu Beginn, und nach der Führung hat Frankfurt versucht zurückzukommen. Wir konnten allerdings schnell mit dem 2:0 nachlegen. Vor der Halbzeit hatte Frankfurt eine große Chance zum Anschlusstreffer. Hätten sie getroffen, wäre es noch mal schwierig geworden, aber so war die 2:0-Führung natürlich eine gute Ausgangsposition für die zweite Halbzeit. Das Publikum war auf Frankfurts Seite, was für uns gerade am Anfang des Spiels schwierig war. Es ist für französische Vereine immer etwas Besonderes, in Deutschland zu gewinnen – das im Frauenfußball stärkste Land Europas.
Melanie Behringer, 1. FFC Frankfurt Ich denke, ich habe die Niederlage mit dem Elfmeter eingeleitet. Dabei waren wir am Anfang gut im Spiel und aggressiv, deswegen war der Elfmeter natürlich sehr unglücklich. Wir hatten auch vorne gute Aktionen, aber wir kommen nicht weiter als bis zum Strafraum, das fehlt uns im Moment einfach.
Camille Abily, Olympique Lyonnais Am Anfang war es ein schwieriges Spiel für uns – gerade auch wegen der Unterstützung der Zuschauer für Frankfurt. Aber die beiden Tore haben uns Selbstvertrauen gebracht, und wir kamen immer besser ins Spiel.
Sven Kahlert, Trainer 1. FFC Frankfurt Gratulation an Lyon, sie haben verdient das Spiel gewonnen und den Titel verteidigt. Wir sind enttäuscht, viele Spielerinnen haben geweint, weil das zweite Finale innerhalb von fünf Tagen verloren gegangen ist. […] Das ist eine Frage für die Zukunft, ob Lyon dominieren wird. Sie waren dreimal in Folge im Finale, das nicht ohne Grund, das ist eine Topmannschaft. Dazu kommt, dass sie eingespielt sind, das hat man heute ganz klar gesehen, dass sie seit zwei, drei Jahren zusammenspielen.
Siegfried Dietrich , Manager 1. FFC Frankfurt Das war Gänsehaut-Feeling bis zum Schluss. Letztendlich ist Lyon mit den Leistungen, die sie die gesamte Saison über gezeigt haben, zu Recht Champions-League-Sieger geworden. Wir haben es nicht geschafft, mit zwingenden Chancen das Spiel noch zu drehen. Am meisten schmerzt, dass wir aus der Champions League so gut wie draußen sind, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.