Emma Byrne: „Wir haben eine gute Chance weiterzukommen“

Von am 14. März 2012 – 5.00 Uhr 9 Kommentare

„Es gibt jetzt keine einfachen Spiele mehr“, bringt es Emma Byrne von Arsenal LFC auf den Punkt. Sie macht mit ihrem Team heute um 15.30 Uhr den Auftakt im Viertelfinale der Champions League. Die Londonerinnen empfangen Kopparbergs/Göteborg. Womensoccer unterhielt sich mit der irischen Nationaltorhüterin, die sich sicher ist: „Wir sind stärker als in den Vorjahren.“

Byrne spielt mittlerweile seit zwölf Jahren für Arsenal. Sie war dabei, als der Club 2007 den UEFA Cup gewann, aber auch, als er in den Folgejahren nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen konnte.

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Dauergast im Viertelfinale
Doch konstant in der erweiterten Spitze waren die „Gunners“ immer. Sie sind das einzige Team, das nun zum neunten Mal in Serie im Viertelfinale steht – allerdings war dort in den letzten Jahren mit Ausnahme der Saison 2010/11 auch immer Endstation. „Die anderen Mannschaften haben sich einfach enorm verbessert“, sagt Byrne und blickt vor allem auf den rasanten Aufstieg von Olympique Lyonnais. „Sie sind zu einem professionellen Team geworden, haben einige richtig gute Spielerinnen geholt – das ist einfach eine fantastische Mannschaft.“ Arsenal hatte dagegen zwischenzeitlich fast die Hälfte seiner Stammspielerinnen verloren: Kelly Smith, Alex Scott, Anita Asante, Lianne Sanderson, Karen Carney, Gemma Davison – sie alle zog es in die USA, Mary Philip beendete ihre Karriere.

Kelly Smith verletzt
Gekommen sind dann junge Talente, wie Englands neuer Stürmerstar Ellen White und Jordan Nobbs. Am Freitag verkündete der Verein dann aber strahlend die Rückkehr von Smith und Scott. Beide hatten nach dem WPS-Aus schon wochenlang mit den „Gunners“ trainiert und wären sofort spielberechtigt gewesen. Doch schon am Nachmittag wurde die Freude getrübt, denn Smiths Knöchelverletzung, die sie sich beim Cyprus Cup im Spiel gegen Frankreich zugezogen hatte, entpuppte sich als ernster als gedacht – Smith wird zwei bis drei Wochen ausfallen.

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Vor fünf Jahren gewann Emma Byrne (Mitte) mit Arsenal den UEFA Cup. © Nora Kruse, ff-archiv.de

Treffen mit alter Teamkollegin
„Ich denke, wir haben eine gute Chance, weiterzukommen“, sagt die 32-jährige Torhüterin, die mehr als 75 Länderspiele für die Republik Irland absolviert hat, „aber wir wissen, dass wir ab jetzt unseren besten Fußball spielen müssen. Schwedische Teams sind physisch stark und spielen sehr direkt. Darüber hinaus hat Göteborg einige Nationalspielerinnen in seinen Reihen.“ Eine von ihnen ist eine alte Bekannte: Anita Asante. Die defensive Mittelfeldspielerin wechselte vor wenigen Wochen aus den USA nach Schweden.

Saisonauftakt für beide Mannschaften
Ein klarer Favorit ist bei dieser Partie nicht auszumachen. Auch treffen zwei Mannschaften aufeinander, die beide in einer Sommerliga spielen und bislang keine Spielpraxis haben. Arsenal bestritt das erste Pflichtspiel am Sonntag im FA Cup gegen Lincoln, zuvor hatten die „Gunners“ eine Reise nach Japan absolviert. „Das war richtig harte Arbeit“, sagt Byrne. „Wir sind jeden Morgen um 7 Uhr aufgestanden und haben gegen drei richtig starke Gegner gespielt.“ Einer von ihnen war INAC Kobe, der Club von Weltfußballerin Homare Sawa. Im Februar folgte eine Reise nach Schottland mit klaren Siegen gegen alle drei Glasgower Mannschaften.

Umkämpfte Spiele in der WSL
So klar, wie gegen die Clubs aus Glasgow, war es für Arsenal in der vergangenen Ligasaison nicht. Die Meisterschaft in der neuen semi-professionellen WSL wurde erst im Endspurt gewonnen. „Meine Mannschaft hat mich definitiv etwas mehr gebraucht, als in den Jahren zuvor“, lacht Byrne, die die Umstellung auf die WSL aber begrüßt. „Jetzt sind alle Spiele umkämpft, das war vorher nicht der Fall. Jede weiß, dass sie von Anfang bis Ende hellwach sein muss.“

Fußball täglich
Geändert hat sich für sie persönlich durch die WSL aber nichts. Sie arbeitet weiter als Torwarttrainerin in der Arsenal-Academy. „Das ist für mich optimal, denn so bin ich täglich mit Fußball beschäftigt.“ Damit ist Byrne nicht allein, auch einige ihrer Teamkolleginnen arbeiten für den Verein – Jayne Ludlow ist als Physiotherapeutin in der Jugendabteilung angestellt. „Genau genommen hat der englische Verband das System bei uns im Club zum Vorbild für die anderen Vereine bei der Einführung der WSL gemacht“, so Byrne.

Keine Ausreden mehr
Doch auch wenn Arsenal der professionellste Verein in England ist – täglich trainiert wird nicht. Mit gerade einmal zwei Einheiten pro Woche liegen sie hinter dem Niveau eines jeden Bundesligaclubs. Hinzu kommen zwei Athletik-Einheiten. „Ich wünschte, wir können täglich trainieren. Ich denke, dass es auch recht einfach umzusetzen wäre, denn in der Academy wird täglich trainiert, und viele Spielerinnen sind ohnehin vor Ort. Momentan wird erarbeitet, wie es gestaltet werden kann.“ Und noch einen Vorteil sieht Byrne, wenn die Mannschaft täglich auf dem Feld stehen könnte: „Wir hätten dann keine Ausreden mehr. Momentan können wir bei Niederlagen in der Champions League immer sagen: Die anderen sind Vollzeitspielerinnen, wir ja nicht.“

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9 Kommentare »

  • FFFan sagt:

    „Sie sind das einzige Team, das nun zum neunten Mal in Serie im Viertelfinale steht – allerdings war dort in den letzten Jahren auch immer Endstation.“

    Nicht immer! 2010/11 zog Arsenal ins Halbfinale ein und unterlag erst dort dem späteren CL-Sieger Olympique Lyon.

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke, FFFan, ist korrigiert.

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  • Speedy75 sagt:

    Ein Weiterkommen für Arsenal dürften auf jeden Fall möglich sein. Sind wir mal gespannt wie es nach dem heutigen Abend so aussieht.

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  • Nora Kruse sagt:

    Halbzeitstand 1:1

    0:1 Lisa Ek (10.)
    1:1 Jordan Nobbs (25.)

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  • Nora Kruse sagt:

    Endstand 3:1

    2:1 Kim Little (75./FE)
    3:1 Ellen White (82.)

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  • Speedy75 sagt:

    War doch eine überraschend klare Angelegenheit für Arsenal.

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  • FFFan sagt:

    Weiteres Endergebnis: Lyon – Bröndby 4-0

    1-0 Abily (8.)
    2-0 Bompastor (34.)
    3-0 Dickenmann (64.)
    4-0 Necib (71.)

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  • Speedy75 sagt:

    Lyon wird seiner Favoritenrolle damit einmalmehr gerecht. Die sind für Turbine ein ganze anders Kaliber wenn man aufeinandertrifft.

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  • Sheldon sagt:

    Naja, schade für Bröndby! Vielleicht schaffen sie ja noch den Anstandssieg zuhause!

    Denke aber nicht, dass Lyon ein unschlagbarer Gegner ist, habe das Spiel in Ausschnitten gesehen und Bröndby hat sich lange Zeit nicht so schlecht verkauft!

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