Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2012

Bad Neuenahr siegt in Jöllenbeck

Der SC 07 Bad Neuenahr hat das Internationale Frauen-Hallenfußball-Turnier des TuS Jöllenbeck gewonnen. Im Finale gegen den Titelverteidiger aus Göteborg musste der SC allerdings zittern. Die Partie wurde erst nach Neunmeterschießen entschieden.

Beim Neunmeterschießen entscheidet am Ende auch das Glück, die Kurstädterinnen hatten sich den Sieg aber verdient, schließlich waren sie bereits in der Gruppenphase zweimal gegen Kopparbergs/Göteborg angetreten und nie als Verlierer vom Platz gegangen.

Starker erster Tag Dabei erwischte der SC einen starken Turnierauftakt. Nach dem 2:1-Sieg gegen Göteborg im Eröffnungsspiel folgte ein 3:0 gegen den SC Heerenveen, ehe Bad Neuenahr ein 2:0 gegen die SG Essen-Schönebeck folgen ließ. „Ehrlich gesagt nicht”, antwortete Peggy Kuznik noch am Samstag auf die Frage, ob sie mit so einem Turnierstart gerechnet habe. Der Sonntag begann zwar zäher, doch das 0:0 gegen Heerenveen brachte den Bundesligisten frühzeitig ins Halbfinale. „Fußball ist ein Ergebnissport. Wir wollen hier Spaß haben, aber eben auch gewinnen”, so Trainer Colin Bell, dessen Team im Halbfinale gegen die starken Däninnen von Skovbakken mit 2:0 gewann und schließlich auch das Finale mit 4:2 nach Neunmeterschießen.

Potsdam auf Rang 4 Der 1. FFC Turbine Potsdam musste sich am Ende mit dem vierten Rang zufrieden geben, im ‘kleinen Finale’ unterlagen die Brandenburgerinnen – wie schon in der Gruppenphase – Skovbakken. Die Däninnen entschieden die Partie mit 6:5 für sich.

Essen im Neunmeterschießen erfolgreich Mit der SG Essen-Schönebeck landete der dritte Erstligist auf dem fünften Rang. Nach Neunmeterschießen setzte sich die SGS gegen den Herforder SV durch. Die Herforderinnen hatten am Samstag einen rabenschwarzen Turniertag erwischt, am Sonntag steigerten sie ihre Leistung deutlich und gewannen ihre Spiele gegen Heerenveen und Prag. Mit der besseren Leistung des Lokalmatadors hob sich auch ein wenig die Stimmung des Publikums, denn insgesamt fehlten dem Turnier die Identifikationsfiguren.

Wenig mitreißend Eine Hand voll Fans von Bad Neuenahr und Essen waren in der Halle, hinzu kam ein kleiner Block Potsdam-Fans und natürlich die Grundsympathie für Herford. Doch die diversen Absagen der Mannschaften machten sich in diesem Jahr bemerkbar. Das Turnier war, wie immer, sportlich top, aber zum überwiegenden Teil schaute die sehr gut gefüllte Halle einfach ein interessantes Fußballturnier ohne emotional Anteil zu nehmen. Es fehlten die mitreißenden Mannschaften und Charaktere, wie bekannte deutsche Nationalspielerinnen, im vergangenen Jahr die charismatische Hedvig Lindahl oder eine Margrét Lára Viðarsdóttir, die diesmal nicht an frühere Leistungen anknüpfen konnte.

Gesucht: ein englischer Teilnehmer Der Spagat seitens der Organisation wird auch in Zukunft entscheidend sein, Teilnehmer auf qualitativ hochwertigem Niveau zu präsentieren aber eben auch Mannschaften und Spielerinnen, die die Allgemeinheit kennt. Eine lokale Mannschaft, wie der Herforder SV, sollte daher dauerhaft, auch bei Zweitligazugehörigkeit, fester Bestandteil sein. Zwei Zweitligamannschaften, was den FSV Gütersloh einschließen würde, mögen bei einem „Weltklasse“-Turnier fragwürdig erscheinen, ein echter Gewinn für den Hallenpokal wäre unabhängig davon aber eines der englischen Teams. Eine Mannschaft wie Arsenalwäre ein internationales Top-Team, das angesichts der vielen Tausend Briten in Ostwestfalen auch die regionale Komponente bedienen würde. Darüber hinaus ist der Vereinsname längst zur Marke geworden.

Schon seit Jahren hätte man ein führendes englisches Team auch gerne in Bielefeld dabei, doch lange wurde in der englischen Liga der Januar durchgespielt. Jetzt gibt es die Sommerliga, aber die Nationalmannschaft trainiert in La Manga. Aus dem Grund mussten schon die norwegischen Teams in diesem Jahr das Hallenturnier absagen.