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2011

Nachbarschaftsduelle in der Bundesliga

Am 10. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga kommt es zu einer seltenen Konstellation: In allen sechs Duellen stehen sich direkte Tabellennachbarn gegenüber. An der Tabellenspitze kämpft der 1. FFC Turbine Potsdam gegen den FCR 2001 Duisburg, gegen den Abstieg geht es zwischen dem FF USV Jena und Bayer 04 Leverkusen.

Beide Mannschaften haben bislang erst einen Sieg verbuchen können. Sollte Jena gewinnen, würden sie den Vorsprung auf Leverkusen bereits auf fünf Punkte ausbauen.

Kellerduell in Jena Darüber hinaus ist die Begegnung der beiden Kontrahenten auch das Duell des schwächsten Angriffs gegen die schwächste Verteidigung. 30 Gegentore hat Leverkusen in neun Spielen einstecken müssen. „Leverkusen besitzt viel mehr Potenzial, als es ihr Tabellenstand aussagt“, ist USV-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg überzeugt. Mit sieben Toren hat Bayer immerhin vier mehr geschossen als der USV. Tore schießen stand für die Jenaerinnen daher in der Länderspielpause auf dem Programm, die sie für ein Testspiel gegen ein Herrenteam um Ex-Nationalspieler Bernd Schneider nutzten und beim 6:7 Abschlussstärke zeigten.

Duisburg will Potsdamer Serie beenden Sollte der 1. FFC Turbine Potsdam gegen den FCR 2001 Duisburg Abschlussstärke zeigen und das Spitzenspiel (14 Uhr, live auf DFB-TV) gewinnen, würde der Vorsprung der Potsdamerinnen möglicherweise auf acht Punkte anwachsen. „Bei diesem Spiel drückt uns sicher die ganze Liga die Daumen, damit die Saison weiter spannend bleibt“, denkt sich daher FCR-Trainer Marco Ketelaer, mit dem sich auch Womensoccer vor dem Gipfeltreffen unterhielt . Der letzte FCR-Sieg im Potsdamer „Karli“ liegt allerdings über drei Jahre zurück.

Frankfurt bangt um Anschluss Nach zwei Niederlagen in Folge bangt der 1. FFC Frankfurt vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg um seine gesteckten Saisonziele. „Um den Anschluss an die Tabellenspitze weiter im Blick zu haben, müssen wir jetzt gegen die ebenfalls ambitionierten Wolfsburgerinnen deutlich mehr zeigen und unsere Möglichkeiten wieder voll ausschöpfen“, fordert FFC-Trainer Sven Kahlert. Das letzte Duell mit den Wolfsburgerinnen ist erst vier Wochen her. Im DFB-Pokal siegte der FFC glücklich mit 1:0, aber „wir haben gesehen, zu was die Mannschaft meines Kollegen Ralf Kellermann in der Lage ist, wenn wir sie spielen lassen und nicht richtig in die Zweikämpfe gehen. Da erwarte ich jetzt eine Reaktion von der Mannschaft!” Momentan liegt die Frankfurterinnen auf dem dritten, der VfL auf dem vierten Tabellenrang.

Freiburg will die Lücke schließen Nach einer Pause von drei Bundesligaspielen kehrt Torhüterin Marisa Brunner vor dem Gastspiel ihres SC Freiburg bei der SG Essen-Schönebeck wieder in den Kader zurück. Mit einem Sieg gegen Essen würde der SC zwar weiter auf dem sechsten Tabellenrang bleiben, die Lücke nach oben aber schließen. „Ich glaube, dass Essen-Schönebeck unsere Kragenweite ist und dass in diesem Spiel alles möglich ist“, gibt sich SC-Trainer Milorad Pilipovic zuversichtlich. Sowohl Essen als auch Freiburg spielen bislang eine beachtliche Saison. Auch wenn die Tabelle für uns ganz gut aussieht, dürfen wir nicht den Fehler machen und uns zurücklehnen“, warnt Pilipovic aber einmal mehr vor Übermut.

Bad Neuenahr wieder in der Spur Durch die beiden Siege hat der SC 07 Bad Neuenahr die Abstiegsränge verlassen und ist wieder im Mittelfeld der Liga angekommen. Doch Trainer Colin Bell warnt vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV. „Wenn wir jetzt allerdings nicht nachlegen sind wir schnell wieder unten drin.“ Im Vorjahr boten sich in Bad Neuenahr zwei gänzlich unterschiedliche Spiele gegen den HSV. In der Liga gewannen die Elbstädterinnen mit 6:2, im Pokal unterlagen sie mit 1:3.

Lok gastiert in Bayern Während Bad Neuenahr die Abstiegsränge verlassen hat, ist der FC Bayern München diesen in den vergangenen Wochen bedrohlich nah gekommen. Gegen den 1. FC Lok Leipzig wird es für die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle daher darum gehen, den Anschluss an das Mittelfeld zu halten.