DFB-Elf vergibt Sieg in Spanien

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat es verpasst, einen wichtigen Schritt in Richtung direkte Qualifikation zur Frauenfußball-EM 2013 zu machen. In einer hitzigen Partie gab die DFB-Elf in der zweiten Halbzeit eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand, Bundestrainerin Silvia Neid wurde gar auf die Tribüne verbannt.

Beim 2:2 (2:0) in Motril sorgten Lena Goeßling (27.) und ein Eigentor von Ruth García (30.) für die deutschen Tore, für Spanien trafen Verónica Boquete (57.) und Einwechselspielerin Willy (90.+1) in der Nachspielzeit.

Highlights Spanien – Deutschland anschauen

Schmidt für Faißt in der Startelf
Gegenüber dem 17:0-Rekordsieg gegen Kasachstan veränderte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Anfangself auf einer Position, um ein wenig kompakter und defensiver zu agieren: Für Verena Faißt kam Bianca Schmidt von Beginn am zum Einsatz, Babett Peter kam wieder auf der gewohnten linken Außenbahn zum Einsatz. Gastgeber Spanien schickte dieselbe Formation ins Spiel, die am Sonntag mit 4:0 in Rumänien gewann.

DFB-Elf mit konzentriertem Beginn
Die deutsche Mannschaft ging von Beginn an konzentriert zu Werke und hatte das Spiel im Griff, doch Chancen waren gegen die kompakte Defensive der Spanierinnen Mangelware. Die erste gute Gelegenheit hatte Simone Laudehr, die in ihrem 50. Länderspiel mit einem Schuss aus gut 20 Metern nur knapp scheiterte (16.).

Lena Goeßling
Lena Goeßling brachte die DFB-Elf in Führung © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Popp scheitert knapp, Goeßling trifft
Eine Standardsituation sorgte dann für die gefährlichste Aktion, Bianca Schmidts Freistoß vom rechten Flügel landete fünf Meter vor dem Tor auf dem Kopf von Alexandra Popp, doch deren Kopfball klärte Spaniens Torhüterin Ainhoa Tirapu mit einer starken Fußabwehr (26.). Doch der anschließende Eckball brachte die deutsche Führung: Laudehr legte den Ball per Kopf auf Goeßling ab, die köpfte den Ball in hohem Bogen zu ihrem erst zweiten Treffer im Nationaltrikot ins Netz (27.).

Eigentor durch García
Spanien war nun ein wenig verunsichert, und die DFB-Elf schlug daraus Kapital. Eine scharfe Hereingabe von Fatmire Bajramaj versuchte Miriam Diéguez zu klären, doch die schoss ihre Teamkollegin Ruth García an, von dort prallte der Ball ins eigene Netz (30.). Deutschland kontrollierte die Partie nun weiter ohne zu glänzen und leistete sich mit der Führung im Rücken auch einige Fehler im Spielaufbau, doch die Spanierinnen agierten zu harmlos und mit zu viel Respekt und gaben in der gesamten ersten Halbzeit keinen einzigen Schuss aufs deutsche Tor ab.

Spanien kommt zurück
Mit Annike Krahn für Saskia Bartusiak ging es in die zweite Halbzeit, in der Deutschland auf einen frühen dritten Treffer drängte, um alle Zweifel zu beseitigen. Und nachdem Popp mit einem Schuss knapp scheiterte (49.), hatte Bajramaj Pech, als sie aus 15 Metern nur den Pfosten traf (51.). Spanien wurde nun etwas mutiger und kam gelegentlich vor das deutsche Tor und wie aus heiterem Himmel gelang den Spanierinnen der Anschlusstreffer. Erst hielt Nadine Angerer noch glänzend einen Schuss von Sonia, doch bei der anschließend ausgeführten kurzen Ecke schlief die deutsche Defensive und Verónica Boquete nagelte den Ball in den Winkel (57.).

Neid muss auf die Tribüne
Fast im direkten Gegenzug traf Célia Okoyino da Mbabi (59.) ins Netz, doch das ukrainische Schiedsrichtergespann hatte eine Abseitsposition erkannt. Bundestrainerin Silvia Neid monierte am Spielfeldrand und wurde pikanterweise auf Initiative der Vierten Offiziellen Maria Luisa Villa Gutierrez  aus Spanien von Schiedsrichterin Kateryna Monzul auf die Tribüne verbannt. Die Partie wurde nun immer hitziger, viele kleine Fouls und Nickligkeiten prägten das Geschehen. Und Deutschland hatte Glück, dass Adrianas Kopfball am Tor vorbei ging (67.).

Ausgleich in der Nachspielzeit
Doch auch die DFB-Elf kam zu weiteren Chancen, nach schöner Vorarbeit von Bajramaj schoss Da Mbabi den Ball aus sechs Metern in aussichtsreicher Position über das Tor (70.). Es war eine ihrer letzten Aktionen, denn für die Schlussphase kam Martina Müller in die Partie. Große Chancen ergaben sich jedoch auf beiden Seiten zunächst nicht mehr. Die Spanierinnen schienen in der Schlussphase dem hohen Tempo Tribut zollen zu müssen, doch in der Nachspielzeit schlugen sie noch einmal zu – die eingewechselte Willy staubte zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich ab (90.+1).

Somit bleibt Spanien mit 13 Punkten Tabellenführer der Gruppe 2, gefolgt von Deutschland mit 10 Punkten. Die Schweiz verbesserte sich durch den 8:1-Sieg gegen Kasachstan auf Platz 4.

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Jens
Jens

Was für ein Mistplatz. So etwas für ein Qualispiel zuzulassen, ist schon eine Unverschämtheit…

timmy
timmy

Glückwunsch an Spanien. Die haben es gewollt.

Mini
Mini

Ich finds ziemlich erstaunlich,dass Frau Neid ohne vorangegangene Verwarnung – sofort- auf die Tribüne musste.
Kann mir nicht vorstellen,dass sie verbal so ausgeholt hat.

Diese Verbannung war einfach total übertrieben – da hätt sie mal lieber die ein oder andere Spielerin verbannen sollen.

ronnje
ronnje

Die Schiedsrichterin sollte sich vielleicht einen anderen Job suchen, das man ein Spiel so verpfeifen kann…. Wahnsinn

Und das die 4. Offizielle eine Spanierin ist dazu fällt mich nichts mehr ein….

sol1711dat
sol1711dat

[…]

die 4 schiedsrichterin war spanierin, und die linienrichterin hat bei jedem zeichen der spanierinnen die fahne gehoben.
so kann man nur verlieren.

Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

Aimar
Aimar

Jetzt auf den Platz oder die Schirileistung zu meckern ist schon fast so schwach wie das was die DFB Elf gerade in der 2.Halbzeit gezeigt hat. Das war spielerisch mal wieder eine fast schon erbärmliche Leistung und daran war eben nicht nur der Platz schuld. Man führt 2:0 zur Halbzeit und lässt sich nach dem Anschlußtreffer das Spiel aber dermaßen aus der Hand nehmen. Da war keine die mal versucht hat ordnung udn Ruhe ins Spiel zu bringen. Stattdessen war der ball ganz schnell wieder beim Gegner.

Sheldon
Sheldon

Wie kann es sein, dass bei einem internationalen Pflichtspiel eine der Schiedsrichterinnen eine Einheimische ist?!?!

Ich schätze, nach dieser Erfahrung wird die FIFA/UEFA so etwas nie wieder zulassen!

Mini
Mini

die 4. kommt doch immer aus dem Land wo das Spiel stattfindet..

labrys
labrys

Leute, was hat die 4. schiedsrichterin schon für eine Entscheidungsmacht?
Beim CH Spiel war es auch eine einheimische, in £Holland auch, in der Ukraine auch….merkt ihr was? das ist gang und gäbe….

Sheldon
Sheldon

@Aimar: Ich frage dich, welches Spiel du in der zweiten Halbzeit geschaut hast. Bis auf die zwei, vielleicht drei Torchancen hatte Spanien nicht wirklich was zu bieten außer sich bei jeder Möglichkeit fallen zu lassen. Auf der anderen Seite hat vor allem Bajramaj über rechts wirklich mal alles in Bewegung gesetzt, was sie hatte und hätte beinahe drei Tore aufgelegt (Odebrecht – abgepfiffen wegen unabsichtlichem Handspiel, Celia – abgepfiffen wegen angeblichem Abseits, Celia drüber). Hinten ging natürlich Struktur verloren, aber da wurde auch mit Bartusiak die Stabilität konsequent ausgewechselt. Wer will schon von Deutschland erwarten, dass die Mannschaft so schnell… Weiterlesen »

Guido
Guido

Na gut, ein Sieg, verbunden mit einem Überwintern an der Tabellenspitze, wäre schöner gewesen. Aber auch so ist alles im grünen Bereich: Im ersten Quali-Spiel 2012 am 15. Februar in der Türkei gegen die schächste Mannschaft in dieser Gruppe die Tabellenführung zurückholen (ein mageres 1:0 würde schon reichen …) , wenn Spanien spielfrei ist, und dann im am 31.03 im nächsten Spiel die Spanierinnen zu Hause und auf einem bespielbaren Platz besiegen. Dann ist die Quali in trockenen Tüchern. Allerspätestens am 05.04. wäre dann bei einem Auswärtsieg in der Schweiz alles klar. Die restlichen Spiele – zu Hause gegen die… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@labrys: Du hast gesehen, welche Entscheidungsmacht sie hat! Lass sie mal sagen, eine Spielerin hätte die Schiedsrichterin beleidigt und die bekommt dann Rot oder irgendwas Anderes. Bei kniffligen Entscheidungen ist sie ebenso eine Schiedsrichterin wie jede andere auch!

isi
isi

Ich fand es erschreckend, wie sich die deutsche Mannschaft in der zweiten Halbzeit den Schneid hat abkaufen lassen. Da gab es kaum noch einen geordneten Spielaufbau und die deutschen Spielerinnen kamen in den Zweikämpfen meistens einen Schritt zu spät. Da gibt es noch einiges zu tun bis zum nächsten Spiel gegen einen ernsthaften und willensstarken Gegner, wie es Spanien in der 2. Halbzeit war. Es ist halt doch ein Unterschied zwischen einem bedeutungslosen Freundschaftsspiel und einem Quali- oder WM-/EM-Spiel.

H2O
H2O

Ich beginner mal mit etwas positiven: Das Spiel war bis zum Ende sehr spannend anzusehen. Positiv fand ich auch den kämpferischen Einsatz der deutschen Frauen unter diesen Umständen. Enttäuscht hat mich in diesem Spiel da Mbabi. Für den Abseitspfiff konnte sie nichts aber ihre anderen Abschlüsse waren in meinen Augen eine katastrophe. Da kann man auch mal überlegen, ob nicht eher eine Alternative gebracht wird. Weiterhin habe ich persönlich seit der WM übrigens nicht das Gefühl, das Frau Neid eine taktische Neuausrichtung oder Verbesserung der Mannschaft erwirkt hat. Sie spielt für meine Begriffe wie bei der WM mit teilweise anderen… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

Mal ne Benotung der deutschen Spielerinnen:

Angerer (3,5) – Schmidt (4), Goeßling (4,5), Bartusiak (2), Peter (3,5) – Laudehr (3,5), Odebrecht (3,5) – Bajramaj (2), Celia (3)Behringer (4) – Popp (4)

46. Krahn (3,5) für Bartusiak

Müller ohne Bewertung

Ansonsten sehe ich es wie Guido: Ein Unentschieden haut einen jetzt nicht aus der Kurve! Ist schade und ärgerlich, aber im nächsten Jahr sieht das alles wieder viel besser aus!

Wenn man jetzt nur die richtigen Schlüsse daraus zieht und mit dieser Mannschaft konsequent weiterarbeitet, dann werden wir demnächst wieder viel Freude an den Frauen haben!

labrys
labrys

Ich hab nur die zweite Hälfte gesehn. Ich bin kein Fan davon, das man einiges in die Schuhe der SChiedsrichterin schiebt. Ich war enttäuscht von den deutschen, weil sie nicht mit Herz gespielt haben, wie die Spanierinnen, die haben alles gegeben und immer daran geglaubt. Wo bleibt das mal bei den deutschen? nur wenige Spielerinnen zeigen dies auf. Man muss doch bei denen Namen mehr schaffen als ein 2:2. Es ist ja kein Weltuntergang, das Spiel zu Hause wird bestimmt anders verlaufen, und für uns schweizer ist es blöd, da nun Spanien ein Punkt gegen Deutschland geholt hat. Aber wenn… Weiterlesen »

Silvijjaaa
Silvijjaaa

Schiedsrichterleistung war insgesamt in Ordnung. Abseits kann jeder mal falsch sehen. Die deutsche Mannschaft muss sich schon an die eigene Nase fassen. Wenn Celia den Ball aus 5 Metern übers Tor drischt und Poppi aus 3 Metern die Törhüterin anköpft, muss man die Schuld nicht beim Schiri suchen. Angerer war übrigens (wieder mal) an beiden Toren beteiligt. Kurze Ecke ist nun mal Torwartecke und den Ball ohne große Not nach vorne abzuwehren geht gar nicht. Insgesamt ist aber völlig unverständlich, warum man in der 2. Halbzeit so eine Hektik aufkommen ließ. Einigen Spielerinnen fehlt einfach die „Ruhe am Ball“. Jetzt… Weiterlesen »

Tobias
Tobias

Bei allen bisherigen Qualifikationsspielen zur Frauen-EM kam die vierte Offizielle aus dem Land des jeweiligen Gastgebers. So übrigens auch bei den Heimspielen der deutschen Mannschaft, am Samstag war Frau Storch-Schäfer im Einsatz. Das muss man nicht für richtig halten, man kann aber niemandem vorwerfen, dass es diesmal auch so war, bisher gab`s offenbar keine Probleme damit.

Sheldon
Sheldon

@Silvijjaa: Von Endspiel kann keine Rede sein: Deutschland reicht locker ein Unentschieden zuhause, um weiterzukommen!

Sheldon
Sheldon

Korrektur zu den Noten (wegen Tippfehler):

*Celia (4)
*Krahn (4,5)