Spanien keine Räume lassen
Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Abend auf Spanien trifft, ist es nach 1997 erst das zweite Duell der beiden Teams. Damals war es ein Freundschaftsspiel in Lübeck, heute ist Spanien der schärfste Konkurrent der DFB-Auswahl im Kampf um die direkte Qualifikation zur Europameisterschaft 2013.
Die Deutschen gehen mit einem 17:0 gegen Kasachstan im Rücken in die Begegnung in Montril ( 20.30 Uhr, live auf Eurosport ). „Aber wir wissen, dass jetzt ein schwierigerer Gegner auf uns wartet, der bislang souverän durch die EM-Qualifikation gegangen ist“, so Stürmerin Célia Okoyino da Mbabi.
Quereda gibt sich optimistisch Vier Siege aus vier Spielen – die Bilanz der Spanierinnen ist makellos. „Das war unser erstes Ziel“, sagt der spanische Nationaltrainer Ignacio Quereda . „Wir sind uns bewusst, dass wir jetzt dem stärksten Gegner der Gruppe gegenüber stehen.“ Doch der Trainer, der bereits seit 1988 für die Auswahl verantwortlich ist, ist dennoch von den Stärken seiner Elf überzeugt. „Wir müssen in der Defensive sehr aufmerksam sein und unsere Möglichkeiten ausnutzen, die aufgrund der Qualität unserer Spielerinnen mit Sicherheit kommen werden.“
Spanien in der Jugend erfolgreich Schon in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2009 erreichten die Spanierinnen die Playoffs, in der WM-Qualifikation hatten sie England am Rand einer Niederlage. Die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Jahren verlief steil, in der Weltrangliste nimmt sie mittlerweile den 18. Rang ein. Im Team spielen einige U19-Europameisterinnen von 2004, und der spanische Nachwuchs kann sich weiter sehen lassen, wie zuletzt die gewonnen U17-Europameisterschaften 2010 und 2011 belegten.
Neid will die Räume eng machen Bundestrainerin Silvia Neid hat die Partie zwischen Spanien und der Schweiz im Oktober analysiert. „Die Spanierinnen sind ballsicher, erkennen Räume, stehen sehr kompakt und sind technisch gute Spielerinnen“, so das Fazit der Fußballlehrerin. „Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Kasachstan. Wir müssen aus einem sehr guten Mittelfeldpressing heraus spielen und dürfen Spanien keinen Raum lassen.“
Der Sieg gegen die Kasachinnen war dabei vor allem gut für das Selbstbewusstsein der Mannschaft . Dass die das 17:0 dabei zu hoch hängt, denkt Neid nicht. „Wir haben schon besprochen, dass man die beiden Spiele nicht vergleichen sollte, und die Spielerinnen wissen das auch.“
Dynamisches Sturmduo Mitnehmen aus dem Erfolg vom Samstag kann die DFB-Auswahl neben dem Selbstbewusstsein aber auch „das Wissen, dass wir ein sehr gutes Spiel nach vorne haben und dass mehrere Spielerinnen torgefährlich sind“, so Neid. Gegen Kasachstan stach vor allem das Sturmduo Alexandra Popp/Célia Okoyino da Mbabi hervor. Beide „sind bekannt dafür, dass sie dahin gehen, wo es weh tut.“ Die Abstimmung mit der lange verletzten Okoyino da Mbabi funktionierte in deren ersten Spiel nach der Weltmeisterschaft hervorragend. Doch das dynamische Duo wird gegen schwerere Gegner beweisen müssen, dass es für die Europameisterschaft in Schweden die richtige Wahl ist. Spanien ist auf diesem Weg der erste Prüfstein.