Frankfurt will nichts mehr anbrennen lassen
Der 1. FFC Frankfurt hat nach dem 3:0-Erfolg im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen Paris Saint-Germain beste Voraussetzungen, heute Abend (ab 20.45 Uhr live auf Eurosport) das Viertelfinalticket zu lösen. Trainer Sven Kahlert warnt aber vor Übermut. „Wir haben mit dem 3:0 eine gute Ausgangslage für das Rückspiel geschaffen – mehr aber auch nicht.“
„Jetzt fahren wir nach Paris, um uns ebenso konzentriert und engagiert wie beim ersten Aufeinandertreffen zu präsentieren und uns für das Viertelfinale zu qualifizieren.“ Dabei ist nicht nur seiner Mannschaft die Generalprobe misslungen, auch Paris musste am Wochenende eine schmerzhafte Niederlage einstecken.
PSG mit Derby-Niederlage im Rücken Die Französinnen verloren das Lokalderby gegen Tabellenführer FCF Juvisy mit 0:1. Gaëtane Thiney erzielte den Siegtreffer bereits in der achten Minute. Dadurch musste PSG den Rückstand auf den dritten Rang auf sechs Punkte anwachsen lassen. Die Hauptstädterinnen haben allerdings noch ein Spiel in der Hinterhand. Das Rennen um die Qualifikation zur Champions League wird in Frankreich in dieser Saison eng werden – entsprechend motiviert dürften die Hauptstädterinnen gegen Frankfurt agieren, um noch möglichst lang internationale Luft zu schnuppern.
Trainer fordert volles Engagement Im Normalfall sollte für den FFC jedoch nichts mehr anbrennen, schon im Hinspiel dominierten die Hessinnen . „In der Partie habe ich schon sehr vieles von dem gesehen, wie ich mir Fußball vorstelle. Wir haben konsequent in der Verteidigung agiert und dem Gegner keine Chancen ermöglicht.“ Doch am Kampfeswillen der Französinnen besteht kein Zweifel. „Die Pariserinnen haben uns mit ihrer internationalen Härte und Robustheit im Zweikampf sehr gefordert und wir müssen auch im Rückspiel mit vollem Engagement dagegen halten.“
Aufbruch nach Freiburg-Niederlage Es bleibt abzuwarten, wie die Frankfurterinnen die 0:1-Niederlage gegen den SC Freiburg am Sonntag weggesteckt haben. Die mäßige Leistung in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg schien den FFC jedoch für das Hinspiel motiviert zu haben. Dort „haben wir erlebt, zu was unser Team in der Lage ist, wenn es von der ersten Minute an mit voller Leidenschaft und couragiert ins Spiel geht“, lobte Kahlert. Doch momentan ist die Leistung des FFC wenig konstant.
Generalprobe für Bundesliga -Gipfeltreffen Und auch, wenn die Aufmerksamkeit immer der anstehenden Aufgabe gelten sollte, wird es in Frankfurt darum gehen, sich nach dem „schmerzhaften Dämpfer“ (FFC-Manager Siegfried Dietrich ) gegen Freiburg das nötige Selbstbewusstsein für das kommende Heimspiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am Sonntag zu holen.
Auf Frankfurter Seite fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Kim Kulig (Reha nach Kreuzbandriss), Valeria Kleiner (Aufbautraining nach Innenbandriss), Silvana Chojnowski (Aufbautraining nach Rückenproblemen) sowie Torhüterin Desirée Schumann (Fingerbruch).
Kahlert warnt vor Bussaglia und Pizzala Paris‘ Nationalspielerinnen sind dagegen fit. Beim FFC hat man besonders Respekt vor der „erfahrenen Mittelfeldstrategin“ Elise Bussaglia, und „auch eine Caroline Pizzala hat immer wieder den Abschluss aus der zweiten Reihe gesucht. Es liegt an uns, sie nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“, fordert Kahlert.
Begegnung live im TV Die 36-köpfige FFC-Delegation ist bereits gestern Vormittag nach Paris geflogen und hat am Abend das Abschlusstraining im Stadion Charléty absolviert. Die Begegnung wird ab 20.45 Uhr live auf Eurosport übertragen, außerdem zeigt das hr-Fernsehen um 23.15 Uhr eine längere Zusammenfassung.