Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

Jubel in Bad Neuenahr und Freiburg

Frauenfußball- Bundesliga paradox hieß es am vergangenen Sonntag, denn im FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Frankfurt strauchelten gleich zwei Topteams am selben Tag. Verantwortlich dafür waren ausgerechnet Tabellenschlusslicht SC 07 Bad Neuenahr und Aufsteiger SC Freiburg.

1 104 Zuschauer sahen im Apollinarisstadion, wie das bisherige Kellerkind SC 07 Bad Neuenahr den favorisierten FCR 2001 Duisburg mit 2:0 (0:0) in den Schranken wies. 18 Mal in Folge hatte das Team von der Ahr gegen den Gegner verloren, am 3. Oktober 2002 beim 2:1-Erfolg letztmals die Duisburgerinnen bezwungen. Doch diesmal war es soweit: Sarah Gregorius sorgte mit ihren Treffern in der 80. und 87. Minute für ausgelassenen Jubel.

Klasseleistung ” Das war eine Klasseleistung meiner Mannschaft. Über 1100 Zuschauer bei einem Tabellenletzten, die uns dann auch noch so unterstützen, ist einfach nur noch schön. Aber wir müssen nun in Leipzig nachlegen“, freute sich Bad Neuenahrs Trainer Colin Bell, der aber den Blick bereits wieder auf die nächste Partie richtete.

Auch gegen die Kleinen gewinnen Doch der Sieg gegen Duisburg könnte die Initialzündung gewesen sein, die der SC 07 Bad Neuenahr gebraucht hat. Dennoch wird das Team erst noch beweisen müssen, dass es nicht nur in Spielen punkten kann, in die es als Außenseiter geht, sondern auch Partien gewinnen kann, wenn es gilt, selber das Spiel zu machen.

Boschert lässt Freiburg jubeln Nicht weniger groß war die Freude im Breisgau, nachdem der SC Freiburg gegen den 1. FFC Frankfurt zu einem überraschenden 1:0 (0:0)-Erfolg kam. Kerstin Boschert gelang kurz vor Schluss der goldene Treffer (89.). Wie Bell wollte auch SC-Trainer Milorad Pilipovic keine einzelne Spielerin hervorheben.

Sieg war glücklich, aber nicht unverdient „Das war heute eine geschlossene Mannschaftsleistung. Diesen Sieg hat sich die Mannschaft mit einer taktisch disziplinierten und engagierten Leistung erkämpft. Nach dem Spielverlauf können wir sicherlich nicht von einem verdienten, aber einem glücklichen Sieg sprechen. Wir haben uns das Glück in diesem Spiel erarbeitet und Glück gehört im Sport nun einmal dazu.“ Doch er warnte davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns auf diesem Spiel ausruhen. Das wäre gefährlich.“

Benkarth im Rampenlicht Vor 1 600 Zuschauern im Möslestadion hatte Freiburg mehrfach Glück, gegen den favorisierten Champions-League-Teilnehmer nicht in Rückstand zu geraten, doch eine starke Torhüterin Laura Benkarth hielt ihr Team mehrfach im Spiel, unter anderem beim gehaltenen Foulelfmeter von Melanie Behringer . Und die Gastgeberinnen hatte Glück, dass ein Treffer von Kerstin Garefrekes wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung von Dzsenifer Marozsan nicht anerkannt wurde. Doch auch Frankfurt hatte Glück, dass ein elfmeterwürdiges Foul von Gina Lewandowski an Marina Makanza nicht gepfiffen wurde.

Die Konkurrenz wittert Morgenluft Der Frauenfußball-Bundesliga und der Aufmerksamkeit für die Liga können derartige Überraschungsergebnisse nur gut tun. Und auch bei der Konkurrenz haben die Patzer von Frankfurt und Duisburg neuen Kampfgeist geweckt. „Natürlich sieht man das nicht ungern, wenn Spitzenmannschaften auch mal Federn lassen“, freute sich Ralf Kellermann , Trainer des viertplatzierten VfL Wolfsburg. Und so brachte es Stürmerin Conny Pohlers auf den Punkt : „ Duisburg ist schlagbar, Frankfurt ist schlagbar, ich hoffe, Potsdam lässt auch noch ein paar Punkte und dann sind wir eigentlich fast wieder oben mit dran.“