Anonma jagt Grings-Rekord

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In unnachahmlicher Manier erzielte Genoveva Anonma am Sonntag beim 4:0-Sieg des 1. FFC Turbine Potsdam beim FC Bayern München einen Hattrick und schraubte ihre Torausbeute auf 14 Treffer in 8 Spielen. Knackt die Stürmerin aus Äquatorialguinea gar den ewigen Bundesligarekord von Inka Grings?

Trotz der spätsommerlichen Temperaturen in München stand Genoveva Anonma nach Spielende eingehüllt in eine Jacke und eine wärmende Decke am Spielfeldrand des Sportparks in Aschheim und ließ sich mit einem breiten Strahlen im Gesicht von ihren Teamkolleginnen zu ihren drei Treffern beglückwunschen, die ihrem Team drei wichtige Punkte im Kampf um den Meistertitel beschert hatten. Zumal schnell die Kunde bis auf den Rasen vorgedrungen war, dass der 1. FFC Frankfurt und auch der FCR 2001 Duisburg am achten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga hatten Federn lassen müssen.

Highlights Bayern München – Turbine Potsdam anschauen

Bestmarke in Reichweite
Die 22-Jährige aus dem kleinen westafrikanischen Land, das gerade einmal so groß ist wie das Bundesland Brandenburg, ist auf einem guten Weg, einen Torrekord zu brechen, der bis in alle Ewigkeit Bestand zu haben schien. Denn Inka Grings erzielte in der Bundesligasaison 1999/2000 38 Tore. Doch wer sieht, mit welcher Klasse und Kaltschnäuzigkeit Anonma derzeit aus kleinsten Chancen Tore macht, hält es wohl nicht mehr für unmöglich, dass die Bestmarke von Grings in dieser Saison fallen könnte.

Genoveva Anonma
Genoveva Anonma (li.) im Zweikampf mit Petra Wimbersky © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Konzentration als Erfolgsgeheimnis
„Ich versuche in jedem Spiel zumindest ein Tor zu schießen und mich bei jeder Torchance, so gut wie möglich zu konzentrieren, denn so viel Gelegenheiten bekommt man in einem Spiel gar nicht“, erklärte Anonma gegenüber Womensoccer ihr persönliches Erfolgsrezept, nachdem sie als Alleinunterhalterin die Abwehrspielerinnen des FC Bayern München schwindlig gespielt und zu Statistinnen degradiert hatte.

Hattrick in München
Erst stand sie anfangs der zweiten Halbzeit goldrichtig, um eine Hereingabe von Antonia Göransson zum 2:0 im Netz zu versenken (47.), dann verwertete sie trotz Bedrängnis cool per Außenrist zum 3:0 (67.), ehe sie ihren Galaauftritt mit ihrem dritten Treffer krönte, als sie eine Vorlage von Anja Mittag aufnahm und mit einem humorlosen, platzierten Drehschuss um eine Bayern-Abwehrspielerin herum den Hattrick und den 4:0-Endstand perfekt machte (70.).

Wie eine Tormaschine
Wie wertvoll die Torjägerqualitäten der Weltklassestürmerin sind, muss derzeit leidvoll ihrer früherer Verein FF USV Jena erfahren, der mitten im Abstiegsstrudel steckt, in acht Spielen nur zwei Tore erzielte und Anonma schmerzlich vermisst. Die zierliche und sympathische Westafrikanerin hat in Potsdam da weitergemacht, wo sie in Jena aufgehört hat. Sie schießt einen Treffer nach dem anderen und profitiert dabei stark von ihren Teamkolleginnen, die versuchen, sie so oft wie möglich in Szene zu setzen.

Genoveva Anonma
Eine gut gelaunte Genoveva Anonma nimmt die Glückwünsche von Anja Mittag entgegen © Sascha Pfeiler / girlsplay.de

Keine Star-Allüren
„Für mich ist das Wichtigste, dass wir immer gewinnen und wir die drei Punkte für Turbine Potsdam holen“, bleibt Anonma bescheiden. Dass der 1. FFC Frankfurt und der FCR 2001 Duisburg ihre ersten Saisonniederlagen hinnehmen mussten, ist für sie noch kein Fingerzeig für die Meisterschaft. „Das heißt ja nicht, dass das schlechte Mannschaften sind. Das werden gegen diese beiden Mannschaften ganz schwierige Spiele werden“, ist sie sich sicher.

Bereit für Frankfurt
Bereits am kommenden Sonntag kommt es in Frankfurt zum ersten Gipfeltreffen zwischen Vizemeister und Meister. Und Anonma will auch dort mit ihren Treffern dazu beitragen, die Potsdamerinnen auf Titelkurs zu halten. „Wir werden natürlich alles geben und auch dort unsere volle Konzentration reinlegen, um wieder drei Punkte zu holen und ich glaube, wir wissen schon, wie wir gegen ein Team wie Frankfurt agieren müssen.“

Letzte Aktualisierung am 20.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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timmy
timmy

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Mika
Mika

Danke, Markus, für den Beitrag. Anonma ist schon ein einzigartiges Kaliber, welches aber scheinbar perfekt zur Potsdamer Mannschaft passt. Es ist schon fast unglaublich, wie gut sie mit den beiden anderen Stürmerinnen harmoniert, und das obwohl sie wirklich noch nicht so lange zusammen spielen. Das hat schon im ersten Spiel gegen Hamburg geklappt. Und sie schießt nicht nur Tore, sondern spielt auch für die Mannschaft. Wie viele Tore hat sie schon für Yuki und Anja vorbereitet? Alles in allem bin ich inzwischen der Meinung, dass Potsdam die zu-schlagende Mannschaft in dieser Saison sein wird. So einen starken Kader gab es… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Für mich ist neben den Toren, die sie schießt, auch schön zu sehen, wie oft sie den Ball erobert und wie oft sie den Mitspielerinnen auflegt. Sie hat nicht nur am Tore schießen Spaß sondern auch am Auflegen von Torchancen. Das ist sicher auch der Grund, warum sich die anderen Offensivspielerinnen immer gern mit ihr freuen.

Und es ist tatsächlich nicht das Wichtigste, dass sie den Rekord knackt. Wichtiger ist der Meister- und andere Titel. Das hat sie auch von Anfang an gesagt, dass sie heiß ist auf alle 3 Titel, die möglich sind.

waiiy

Der Hamburger
Der Hamburger

Genoveva hat bereits Großes in ihrem jungen Leben geleistet. Wenn man bedenkt, wo sie herkommt und wie sie sich hier im kalten Deutschland mit der schwierig zu erlernden Landessprache in einer der stärksten FF-Ligen der Welt durchgesetzt hat und jetzt eine der besten Fußballerinnen in einem der besten Vereine der Welt ist, dann kann man sie nur bewundern. Ich wäre froh, wenn der FFC eine Genoveva oder Yuki hätte.
PS: Wie gut ist mittlerweile eigentlich ihr Deutsch?

Marcel
Marcel

Was für eine grossartige Stürmerin sie ist hat man ja schon in Jena gesehen oder kann man jetzt sehen da war sie ja so gut wie die Lebensversicherung für den USV.
Ob sie den Rekord bricht ist wohl zweierlei da gibts wichtigeres aber die Chancen stehen gut das sie die erste ausländische Torschützenkönigin wird.

wrack
wrack

Anonma ist mir wie vielen anderen schon bei der WM aufgefallen. Sie hat nicht nur 14 Tore in der Bundesliga geschossen und spielt auch sonst herausragend mit. Wenn sie nicht hochkonzentriert ist, hat sie immer ein Lächeln auf den Lippen.
Sie ist wirklich ein echter Sympathieträger für Potsdam.
Vor allem aber ihre Bescheidenheit finde ich sehr wohltuend !

Sheldon
Sheldon

Anonma ist schlicht und ergreifend das, was man sich unter einem Star vorstellt!

Wie Markus schrieb, besitzt sie keine Starallüren! Sie ist privat bescheiden und zurückhaltend, sehr sympathisch, sportlich aber extrem ehrgeizig und zielstrebig.
Von allen Potsdamerinnen war sie diejenige, die am deutlichsten vor der Saison gesagt hat: Ich will drei Titel! Und sie scheint den Worten auch wirklich Taten folgen zu lassen!

Eine unglaubliche Leistung bisher!!!

Frieda
Frieda

Auch ich schätze die Spielweise von Anonma. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass sie keine Heilige ist.
Was Meckerei und überhartes Einsteigen angeht, ist sie stets gut mit dabei. Das sie bisher nur so wenige gelbe Karten bekommen hat, würde ich mit dem Star-Phänomen begründen, so wie bei den Männern mit Ballack, Müller und Konsorten.
Da durfte sie sich auch schon einiges von Schröder anhören, der ihr das hoffentlich noch austreiben wird.

Marcel
Marcel

@Frieda

Also in der hinsicht hab ich mir bei Lira mehr sorgen gemacht muss ich sagen.
Aber gut ich hab auch nicht alle Spiele von Turbine gesehen um das zu beurteilen.

Sheldon
Sheldon

@Frieda: Keiner bezichtigt hier Anonma als Heilige. Auch sie ist auf dem Platz emotional immer mit dabei! Doch ich denke, das ist bei ihr einfach das Temperament, das mit ihr manchmal durchgeht. Die Gelben Karten bekommt sie – anders als Bajramaj – für Meckern und nicht für ihr zu hartes Einsteigen! Und das ist mir dann schon allemal lieber, als diese ständigen Frustfouls.

Und einen Starfaktor gibt es in der BL mit Sicherheit nicht: Im vorletzten Jahr führte Bajramaj die Sünderkartei mit 4 Gelben und 1 Roten Karte am Ende an, im letzten Jahr wurde sie immerhin 6.!

Maritta
Maritta

Für mich hätte Genoveva mit auf die Shortlist zur Wahl der Weltfußballerin gehört. (Und meine Weltfußballerin dieses Jahr wäre Homare Sawa).

Detlef
Detlef

@Der Hamburger,
AYOMA drückt fleißig die Schulbank, und lernt deutsch!!!

Krissi
Krissi

Mich freut es einfach immer wieder zu sehen, wie bescheiden Anonma trotz der vorzüglichen Leistungen immer bleibt! Chapeau! Man müsste ihr fast sagen, dass sie nicht allzu viel zeigen soll, damit nicht einer der großen ausländische Vereine Anonma Potsdam wegschnappt (kleiner Spaß am Rande) – trotzdem: weiter so Genoveva, ganz großes Kino 😉

Ballerina
Ballerina

Fussball ist eben doch ein Tagesgeschäft. Spielst du heute gut, bist du morgen ein Held, spielst du übermorgen schlecht, trägt man dich tagsdarauf zur Schlachtbank. Anonma hatte ein gutes Jahr in Jena, kein sehr Gutes und schon gar kein überragendes. Ebenso bei der WM. Ganz ähnlich verhielt es sich mit Lira, ein, zwei gute Jahre in Duisburg, danach ein sehr gutes, (überragendes) Jahr in Potsdam. Doch mit dem Erfolg wachsen die Begehrlichkeiten, die Eigenen und die des Umfelds. Das nicht jeder mit dem eigenen Anspruch und der gesteigerten äußeren Erwartungshaltung zurecht kommt, zeigt und zeigte sich an Lira. Anonma ist… Weiterlesen »

FFFan
FFFan

@ Ballerina: „zwar hat Duisburg die Meisterschaft in der Saison mit großem Vorsprung für sich entschieden, dass Torverhältnis von 85:10 ist aber nicht weiter ungewöhnlich.“ Doch, ist es. Aber nicht die 85 geschossenen Tore sind ungewöhnlich, sondern die nur 10 Gegentore! Das ist nämlich immer noch Rekord. Aber vielleicht nicht mehr lange, denn in dieser Saison haben nach einem Drittel der Spiele mit Potsdam und Frankfurt gleich zwei Vereine erst je zwei Gegentore kassiert! Und wo wir gerade bei Rekorden sind: so ganz allmählich wackelt auch ein für unantastbar gehaltener Negativ-Rekord: in der Saison 2005/06 brachte es der FSV Frankfurt… Weiterlesen »

uwe
uwe

Hat sie eigentlich seit diesem Artikel mal wieder getroffen?

Sheldon
Sheldon

Hm, ich weiß es gar nicht…

Anonma scheint ein Problem zu haben, das Schröder angesprochen hat: Sie wird anscheinend von den kalten Temperaturen des deutschen Winters behindert in ihrem Spiel. Darauf hat sie sich einfach noch nicht eingestellt und das macht sie leider nur zu einer Teilzeitkanone!
Vielleicht gar nicht so schlecht von Potsdam, jetzt eine Isländerin verpflichtet zu haben, Anonma und Vidarsdottir können sich dann je nach Jahreszeit abwechseln^^

Allerdings wird es dann diese Saison leider nichts mit der Rekordjagd… Schade!

Frieda
Frieda

@ Sheldon
Das Argument habe ich auch schon gehört. Mit Verlaub – das ist Unsinn!
Es gibt genügend Spieler und andere Sportler aus vielen Teilen Afrikas und anderen heißen Gebieten, die mit diesen Temperaturen zurecht kommen. Sie ist ja nicht erst seit zwei Wochen in Deutschland, sondern seit zwei Jahren. Der Körper gewöhnt sich an ungewohnte Temperaturen innerhalb von wenigen Wochen.
Für mich schwingt da auch ein wenig (wohl ungewollter) Rassismus mit.

Sheldon
Sheldon

@Frieda: Schon mal ne SpielerIN aus Afrika (Äquatorialgebiet) im Winter spielen sehen? Fußball?
Es ist eben doch noch was anderes, ob Frau oder Mann, ob Fußball oder Laufsport! Und ob Profi oder Amateur!

Und Anonma hat nunmal nicht die körperliche Reserven, um dieser Kälte ohne weiteres zu trotzen!

Übrigens müssen sich auch die Profis jedes Jahr wieder neu auf den Winter einstellen, es gibt oder gab auch in der Bundesliga Spieler, die nur mit Handschuhen im Winter gespielt haben und im Winter keine derartigen Leistungen gebracht haben.
Da fiel das bloß nicht so auf, weil sie keine so überragende Torquote zuvor hingelegt haben!

be
be

Añonma sagt selbst, dass sie im Winter aufgrund der Kälte schlechtere Leistungen zeigt. Siehe https://www.taz.de/!81720/ – vorletzter Absatz, Artikel von vor 3 Wochen.