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2011

DFB-Elf bezwingt Schweden

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Testspiel gegen Schweden mit 1:0 gewonnen. Für den knappen Sieg gegen den WM-Dritten bedurfte es nach schwacher Leistung in der ersten Halbzeit jedoch einer Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel.

Die DFB-Auswahl, die bereits gegen Rumänien am Wochenende eine schwache Leistung geboten hatte, offenbarte auch gegen Schweden gerade in den ersten 45 Minuten viele Schwächen.

Hohe Fehlpassquote Während die Schwedinnen einen soliden Beginn zeigten, fanden die Deutschen nicht in die Partie. Das Spiel war geprägt von Fehlpässen, mangelnder Abstimmung und Missverständnissen. So bekamen auch die 12.183 Zuschauern am Hamburger Millerntor ein Sonderlob von Bundestrainerin Silvia Neid, schließlich waren sie „mit sehr wenig zufrieden“, lobte Neid die Atmosphäre. Simone Laudehr hatte Mitte der ersten Halbzeit zwei Chancen zum Führungstreffer, als sie zunächst zentral aus etwa 20 Metern abzog, aber direkt auf Torhüterin Hedvig Lindahl spielte und später vom rechten Flügel kommend den Kasten verfehlte.

Großchancen für Schweden Schweden hatte auf der anderen Seite durch Antonia Göransson (15.) und Lotta Schelin (22.) zwei Großchancen. Göransson ließ Bianca Schmidt auf der rechten Abwehrseite stehen und scheiterte, wie Schelin später, an einer Glanzparade von Torfrau Nadine Angerer. Kurz vor der Halbzeit hatte Stürmerin Inka Grings (41.) mit einem Heber die Führung auf dem Fuß – doch insgesamt war ihre Leistung blass; die Auswechslung zur Halbzeit folgerichtig.

Popp mischt das Spiel auf Für sie kam Alexandra Popp in die Partie, die das Spiel deutlich belebte. „Sie hat unserem Angriffsspiel sehr, sehr gut getan“, lobte Neid die junge Stürmerin, die eine engagierte Leistung bot und eine hohe Laufbereitschaft zeigte. Spielerisch gelang der DFB-Elf jedoch wenig, es fehlte Kreativität und eine klare Linie. Folgerichtig fiel das Tor des Tages nach einer Standardsituation. Laudehr köpfte in der 60. Minute einen Freistoß von Melanie Behringer zunächst an den Pfosten, den Abpraller verwandelte Popp ebenfalls per Kopf.

Führung sorgt für Erleichterung Der Treffer sorgte sichtlich für Erleichterung bei der deutschen Elf, die in der Folgezeit das Kommando auf dem Feld übernahm. Das schwedische Spiel wurde durch die vielen Auswechselungen ausgebremst, während sie auf deutscher Seite für Belebung sorgten. Das traf nicht nur auf Popp zu. In der 68. Minute kam Svenja Huth zu ihrem Länderspieldebüt. Die U20-Weltmeisterin von 2010 hatte keine Mühe, sich ins Spiel einzufinden und bot eine beherzte Leistung, wenngleich sie nicht von Erfolg gekrönt wurde.

Neid sieht Mängel im Spielaufbau Gerade da seit der Weltmeisterschaft der deutschen Mannschaft das Selbstbewusstsein etwas abhanden gekommen zu sein scheint, mag ein Sieg gegen einen internationalen Top-Gegner gut für die Psyche gewesen sein. Für die Schwedinnen war es nach der WM allerdings das erste Länderspiel, die DFB-Elf hat bereits zwei Qualifikationsspiele hinter sich und sich dennoch weiterhin sehr schwer getan. „Wir müssen noch sehr hart arbeiten, insbesondere am Spielaufbau und Passspiel“, analysierte Neid. Und tatsächlich ist im deutschen Spiel bislang kaum ein roter Faden erkennbar, es fehlt an Struktur und klarer Linie.

Aufstellung Deutschland Angerer B. Schmidt, Krahn, Bartusiak, Faißt Laudehr, Goeßling Bresonik (76. Mittag), Bajramaj (87. M. Müller), Behringer (68. Huth) Grings (46. Popp)

Aufstellung Schweden Lindahl Nilsson (74. Svensson), Rohlin, Larsson (74. Sembrant), Thunebro Göransson (56. Almgren), Seger, Fischer (56. Dahlkvist), Sjögran (87. Moberg) Schelin, Edlund (62. Landström)