Potsdam übernimmt Tabellenführung

Von am 9. Oktober 2011 – 17.13 Uhr 76 Kommentare

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat nach dem sechsten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga die Tabellenführung übernommen. Die Potsdamerinnen toppten den 5:0-Erfolg des 1. FFC Frankfurt vom Samstag und deklassierten den FF USV Jena mit dem bislang höchsten Saisonsieg.

Mit 7:0 (5:0) gewann Potsdam bei den abstiegsbedrohten Jenaerinnen und liegt aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber dem 1. FFC Frankfurt auf dem ersten Rang. Die Partie in Jena hatte der Deutsche Meister von Beginn an im Griff.

Anonma gewohnt treffsicher
Die Potsdamerinnen bestimmten vor 1.010 Zuschauern die Partie und hatten die größeren Spielanteile. Doch da die Gastgeberinnen engagiert und mit viel Kampfgeist dagegen setzten, dauerte es bis zur 25. Minute, ehe die Brandenburgerinnen den Torreigen eröffneten. Nach Zuspiel von Viola Odebrecht köpfte Weltmeisterin Yuki Nagasato ins lange Eck. Bis zur Pause erhöhten Genoveva Anonma (33./37.), Nagasato (35.) und Anja Mittag (39.) auf 5:0 für die Gäste.

Anzeige
Yuki Nagasato

Als Vorbereiterin und Torschützin erfolgreich: Yuki Nagasto © Holger Peterlein / girlsplay.de

Erneut zeigte sich Anonma als treffsicherste Potsdamerin; kurz nach dem Seitenwechsel (48.) traf sie nach Zuspiel von Nagasato zum 6:0. Im Anschluss nahmen die Gäste ein wenig Tempo aus der Partie, Jena fand dennoch keine Mittel. Stattdessen wechselte Turbine-Trainer Bernd Schröder mit Ausnahme von Babett Peter seine Abwehrreihe aus und brachte Isabel Kerschowski und Antonia Göransson. Der Schachzug machte sich bezahlt, das Spiel wurde belebt, und Göransson setzte mit einem Flachschuss (73.) den Schlusspunkt zum 7:0.

Vier Tore von Pohlers
Der zweithöchste Sieg am Sonntag gelang dem VfL Wolfsburg mit einem 5:1 (2:1)-Erfolg gegen den 1. FC Lok Leipzig. Die Leipzigerinnen bestritten beim VfL ihr erstes Spiel nach der Entlassung von Trainerin Claudia von Lanken, gerieten aber schon früh in Rückstand. Conny Pohlers traf in der 14. Minute zum 1:0 für den VfL, Martina Müller erhöhte nach 27 Minuten zum 2:0. Leipzig kam durch Anne Heller (37.) zum Anschlusstreffer, doch Conny Pohlers besiegelte mit einem lupenreinen Hattrick den VfL-Sieg. Die Torschützenkönigin der vergangenen Saison schraubte das Ergebnis mit ihren Treffern in der 55., 77. und 90. Minute auf den 5:1-Endstand.

Jetzt lesen
1. FFC Frankfurt: Kim Kulig-Soyah neue Nachwuchskoordinatorin

FC Bayern gewinnt Bad Neuenahr
Der SC 07 Bad Neuenahr blieb auch im sechsten Spiel ohne Sieg. Auf eigenem Platz mussten sich die Kurstädterinnen dem FC Bayern München mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Den einzigen Treffer der Partie erzielte Katharina Baunach in der 43. Minute. Der SC liegt weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz, der FCB kletterte auf Rang sechs.

Freiburg verspielt 2:0-Führung
Dabei profitierten die Münchnerinnen von der 2:3 (2:1)-Heimniederlage des SC Freiburg gegen den Hamburger SV. Der SC begann stark und bot Fußball, der „so ziemlich das Beste war, was wir in dieser Saison bisher gezeigt haben“, so Freiburgs Trainer Milorad Pilipovic. Zunächst erzielte Essi Sainio nach Zuspiel von Isabelle Meyer in der 11. Minute das 1:0, ein Eigentor von Frederike Engel (32.) brachte die Breisgauerinnen mit 2:0 in Führung. Doch kurz vor dem Seitenwechsel traf Aferdita Kameraj (44.) zum Hamburger Anschlusstreffer. Ein verwandelter Foulelfmeter von Silva Lone Saländer (60.) brachte den HSV zurück ins Spiel, nur acht Minuten später gelang Kameraj der Siegtreffer für Hamburg. In der Nachspielzeit sah HSV-Verteidigerin Carolin Simon nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.

Duisburg rutscht auf Rang drei
Der FCR 2001 Duisburg kam in der Samstagspartie bei der SG Essen-Schönebeck nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. „Mehr als diesen Punkt haben wir auch nicht verdient“, analysierte FCR-Trainer nach dem Revierderby. Durch das Unentschieden des FCR in Essen ist aus dem Spitzentrio der Liga ein Duo geworden, denn neben dem 1. FFC Turbine Potsdam bleibt auch der 1. FFC Frankfurt nach dem sechsten Spieltag weiter verlustpunktfrei. Den Frankfurterinnen gelang am Samstag ein 5:0 (2:0)-Auswärtserfolg gegen Bayer 04 Leverkusen.

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

76 Kommentare »

  • ballander sagt:

    @sheldon: wir sind wohl so verschieden wie sonne und mond 😉 das ist auch gut so. sonst wäre es in der tat langweilig. mein fussballherz fühlt sich von der gegenwärtigen stimmung im karli ausreichend angesprochen. mir geht es da eher wie sf: ich mag es, dass es im frauenfussball noch um das wesentliche, nämlich die murmel und wie man sie spielt, geht 😉 die aggressiven nebengeräusche des männerfussballs können gern dort bleiben. ich möchte in ruhe meine bratwurst in der sonne essen und guten fussball sehen. vielleicht kann ich mir einen hut aufsetzen. warum nicht?! ohne massenhaftes polizeiaufgebot im kiez, ohne abgetrennte fanbereiche und pöbeleien. ich mag diese familienathmosphäre mit kleinen kindern im stadion, die sich über ein autogramm von yuki freuen. und vieles, vieles mehr 😉

    (0)
  • Postel sagt:

    Jetzt werde ich langsam müde. Denn es reicht auch langsam. Da schreibt sich mal jemand seinen Frust von der Seele und zahlreiche finden diesen Beitrag gut (Daumen hoch). Und die sich ertappt fühlen, angesprochen worden zusein, wollen nun wieder nichts gewesen sein. Für mich giebt es ein Fazit aus diesen Beiträgen. 1. Hier tummeln sich etliche Beratungsresisente! 2. Ich kenne einige Turbine Fans, die fast immer auch zu den Auswärtsspielen mit dabei und mir unwarscheinlich sympatisch weil offen und ehrlich sind. Aber ich glaube die haben hier noch nie einen Kommentar abgegeben. 3. Daher nervt mich auch manchmal die Kommentare der Möchtegern-Experten. Nichts desto Trotz: Ich mag den großteil der TP Fans. Ganz besonders die wahren und aufrichtigen mit denen ich mich zwei oder drei mal im Jahr auf AUGENHÖHE unterhalten kann.
    Allen noch eine schöne Woche und am Wochenende wird wieder gespielt und die Karten neu gemischt!

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Postel: Schön, dass du genau weißt, wer die wahren Turbine-Fans sind. Find ich echt toll, dass du das so genau bewerten kannst.

    @ballander: Ich denke schon, dass es einen Mittelweg zwischen dem stupiden Sonntagnachmittagbesuch im Stadion gibt, mit Bratwurstessen und allem Drum und Dran und Zuständen wie in Frankfurt oder leider in letzter Zeit auch in Bremen gibt.

    Problem im Fußball: Die meisten Fußballfans haben ihre Unschuld verloren. Jeglichem „radikalen“ Diskutieren wird gleich feindselig gegenüber gestanden. Man vermutet hinter allem und jedem radikale Hooligans.
    Dabei ist doch das, was wir hier betreiben, das, was dem Fußball überhaupt erst zum Erfolg in Deutschland verholfen hat. Das Stammtischgespräch war doch überhaupt erst der ausschlaggebende Punkt für volle Stadien!
    Wenn ich mir Pokalspiele aus den 60ern anschaue, dann war damals selbst auf dem Dorf eines Drittligisten das Stadion massenweise überfüllt. Jeder, der nur irgendwie konnte, wollte dabei sein. Fußball war Volksfest, Fußball war die Chance des kleinen Mannes, seine Meinung zu sagen, seinen Frust abzulassen, mit anderen zu diskutieren, endlich mal selbst was zu sagen haben.

    Wenn wir mit dem Frauenfußball es schaffen, diese unschuldigen Zustände aus den 60er Jahren wieder zu beleben, dann wird der FF boomen! Die Leute sehnen sich nach diesem emotionalen, aber unschuldigem Sport zurück. Viele Leute schauen Fußball doch heute nur noch aus Gewohnheit, doch in Wirklichkeit hassen sie die Geldschneiderei, die dort betrieben wird, das ständige Gerangel um die Millionen und Abermillionen!
    Diese Leute könnte man mit dieser gefühlten Zeitreise 50 Jahre zurück auffangen, diese Leute könnte man von der Idee des FFs langfristig begeistern, denn hierin werden sie die erneute Chance erkennen, diesen Sport besser, gesünder zu entwickeln.
    Und es werden sich die Kultmannschaften entwickeln, wie seinerzeit Köln, Gladbach, Bayern, Frankfurt, Nürnberg usw.! Das ist die Aufgabe und die Vision des FFs! Und daran sollten auch wir Fans arbeiten und uns nicht unserer Lethargie und Sattheit hingeben!

    (0)
  • Lucy sagt:

    @Sheldon

    Was für Zustände in Frankfurt und Bremen ?

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Fanausschreitungen, Pyrotechnik etc.
    Rostock kann man da auch noch als Beispiel nennen. Sowas wollen wir natürlich nicht, aber ich glaube auch nicht, dass solche Dinge gleich passieren, nur weil man ein bisschen mehr Populismus und Kampagne betreibt!

    (0)
  • Lucy sagt:

    Achso, du meintest bei den Männern. Dachte schon, ich hätte da iwas versäumt… 😉

    Ja, das ist ganz besonders schlimm und muss jedes Mal hart bestraft werden, wenn möglich !

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Der Meinung bin ich auch und ich denke, es ist an der Zeit, im Frauenfußball zu zeigen, dass es auch anders geht. Dazu muss man aber als Frauenfußball seine Aufgabe als Kultsportart annehmen, als Stammtischsportart, als Sportart, in der auch mal verbal die Fetzen fliegen.
    Kult gehört zum Fußball und es muss auch zum FF gehören, aber der FF muss diesen so pflegen, dass er nicht ausartet, dann wird er viele Freunde finden!

    (0)
  • Mika sagt:

    Eigentlich ist hier alles schon zu Tode diskutiert worden. Und man sollte wohl den Thread sterben lassen. Aber Sheldon hat da etwas angesprochen was ich interessant finde. Drum entschuldigt bitte:

    @Sheldon:

    Ich bin einer der Menschen die du ansprichst, welche den Frauenfußball (und die dritte Männerliga) verfolgen weil sie die „Geldschneiderei“ im Männerfußball nicht mehr ausstehen können. Allerdings denke ich, dass letztendlich die einzige logische Schlussfolgerung deiner Emotionalisierung und Popularisierung des FF genau diese „Geldschneiderei“ sein wird. Auch wenn dies vielleicht nicht den Wünschen der Spielerinnen entspricht, ich bin froh, dass im Karli höchstens 3000 Menschen sind, und dass die Spielerinnen nicht Millionen verdienen.

    Genauso bin ich froh, dass (meistens) im FF der Sport im Vordergrund steht und nicht die Politik und Auseinandersetzung. Drum:

    @abschalter, Jennifer und die anderen beleidigten nicht-Potsdamer:

    Als Potsdam Fan der nicht viele Spiele live sehen kann, bin ich sehr froh über dieses Forum. Hier kann ich von Leuten die bei den Spielen waren ihre Meinungen zu meiner Lieblingsmannschaft hören.

    Diese Diskussion zu einem Artikel über TP („Potsdam übernimmt Tabellenführung“) war eine interessante, unschuldige Diskussion über Potsdamer Taktiken, Aufstellungen, Spielerinnen, ohne irgendeinen verhöhnenden Kommentar über andere Vereine… bis die anti-Turbine-Leute provozieren mussten… Wenn ihr die Kommentare von Potsdam Fans über ihren Verein nicht lesen wollt, dann liest sie einfach nicht. Wenn ihr neidisch auf die vielen belebten unschuldigen Diskussionen der TP Fans über TPs Taktiken, Aufstellungen, etc. seid, dann schreibt zu Artikeln über eure Vereine eure eigenen Kommentare. Warum muss es diese dumme Diskussion immer wieder geben? Für mich lenkt sie nur von den eigentlich interessanten Themen ab.

    (0)
  • waiiy sagt:

    @Mika: Ich kann immer nur wiederholen, dass ich im Gegenzug eben auch gern viel über die anderen Spiele erfahren würde, über Aufstellungen und Taktiken, über Fehler bzw. Schwierigkeiten im Spielverlauf. Schade, dass mit solchen Informationen leider oft nur die Potsdam Fans dienen. Es sollte viel reger über die anderen Spiele berichtet werden, dann würde an den ausführlichen Schilderungen aus Potsdam keiner mehr Anstoß nehmen.

    Außerdem ist es in meinen Augen kaum verwunderlich, dass hier am meisten von den Anhängern geschrieben wird, die ihr Herz der erfolgsreichsten Mannschaft der letzten Jahre gegeben haben und durch die Erfolge natürlich auch meisten stolz sind. Außerdem hat der Verein auch die zweitmeisten Anhänger (ich beziehe mich nur auf die Zuschauerzahlen).

    waiiy

    (0)
  • Katerli sagt:

    wieviel Fans kommen eigentlich z.B. von Frankfurt mit nach Potsdam oder sonstwohin gereist? Gibt es da einen Unterschied zu den Zuschauerzahlen in den Heimstadien (im Vgl.) oder sind auch mehr aus Frankfurt in Potsdam als Potsdamer in Frankfurt und sonstwo?

    (0)
  • Andreas sagt:

    @Mika
    Man kann nicht einerseits sich wünschen, dass der FF populärer wird und mehr es mehr Berichterstattung gibt und auf der anderen Seite hoffen, dass der Sport provinziell bleibt und nicht mehr als 3.000 Zuschauer ins Stadion kommen. Das kann ich auch nicht nachvollziehen. Fussball ist nunmal ein Sport, der auch von großen Emotionen, Spannung und Fanleidenschaft lebt. Und da kommt bei maximal 3.000 Zuschauern einfach keine großartige Stimmung. Es muss einfach einen Unterschied geben, ob ich bei meinem Dorfverein an der Bande stehe oder in der Bundesliga. Auch wenn das natürlich gehypt war, sollte die WM was Zuschauerinteresse und Berichterstattung angeht ein – wenn auch fernes – Ziel sein. Ich fand es jedenfalls (selbst im Fernsehen) Gänsehaut pur, wie das Publikum in Wolfsburg die Mannschaft nach dem Rückstand gegen Japan nach vorne gepeitscht hat. Sowas will ich erleben und nicht schon jubeln müssen, wenn bei einem Champions League Spiel in Frankfurt 2.600 Zuschauer kommen.

    Von daher kann ich nur sagen, dass es absolut sinnvoll ist, den Sport zu professionalisieren und auch besser zu vermarkten. Und zu sagen, die Spielerinnen sollen mal mit ihren kleinen Gehältern zufrieden sein, damit ja alles so klein und kuschlig bleibt wie es ist, finde ich etwas vermessen. Das muss man mal den Frauen sagen, die neben ihrer Fussballkarriere noch einen Fulltimejob abreißen, um dann am späteren Nachmittag zum Training zu hetzen. Ob die über solche Statements begeistert wären?

    (0)
  • Sheldon sagt:

    @Mika und Andreas:

    Einerseits stimme ich Mika zu, es muss provinziell bleiben. Der Sport darf nicht DIE mediale Aufmerksamkeit bekommen, jedenfalls nicht so wie bei den Männern, sondern wenn überhaupt nur auf natürlichem Wege, sprich, dass die Medien irgendwann einfach zu den Spielen kommen müssen, weil es so viele Leute interessiert und zwar nicht nur oberflächlich, sondern von ganzem Herzen.

    Dennoch muss dann aber gewährleistet sein, dass den Frauen nicht einfach nur fürs Fußballspielen das Geld hinterhergeschmissen wird. Sie müssen alle noch etwas nebenbei machen, das du vom zenhjährigen Vollprofitum dein ganzes Leben zehren kannst, das wird es bald auch nicht mehr bei den Männern großartig geben. Grundsicherung ja, Vollprofitum bitte nicht.
    Allerdings kann man es ihnen erleichtern, beispielsweise gibt es am Sportinternat in Potsdam 14 Schuljahre statt 13, um eine gute Kombination von Sport und Schule zu ermöglichen.
    Sie müssen auch nicht in der Zeit arbeiten, doch sollten sie sich wenigstens weiterbilden, sodass sie im Beruf drin bleiben bzw. einen erlernen, den sie dann nach der Karriere weiterbetreiben können.

    Letztlich muss ich aber auch sagen, dass 3000 Fans eine ziemliche Stimmung machen, wenn alle mitmachen. Bei Auswärtsspielen schaffen es zum Teil 50 Potsdamer alleine, gute Stimmung zu erzeugen! Wenn dann alle 3000 so mitziehen würden, dann wäre das ein Hexenkessel!
    Und wir sollten echt von diesem FBL MBL wegkommen, vergleicht es lieber mit der 3. Liga!

    (0)
  • Mika sagt:

    @Andreas:

    Klar wäre es schön, wenn zumindest die Bundesliga Spielerinnen vom Fußball leben könnten. Aber für mich ist Fußball als Hobby interessanter als Fußball als Leistungssport. Dass die meisten da anderer Meinung sind kann ich natürlich auch nachvollziehen.

    (0)
  • Uwe sagt:

    @sheldon, Andreas:
    Die Argumentation, Männerfussball im hochprofessionellen Top-Bereich zu meiden, kann ich nachvollziehen. Ich sehe mir derartige Spiele auch nicht mehr im Stadion an, weil ich u.a. ungerne einem 20jährigen seinen Zweit-Ferrari sponsern möchte. Der Männer-Profifussball ist wie eine hochgepushte Blase, die irgendwann platzen muss. Vorboten waren vor dieser Saison in Spanien und Italien bereits zu bewundern. Ich sehe mir lieber FF-Zweitligafussball und obere Amateurklassen bei den Herren an bei mir „um die Ecke“ an, in der Hoffnung hier „ehrlicheren“ Fussball zu sehen. Ich glaube, FF muss einen eigenen Weg gehen und sollte nicht versuchen den MF zu kopieren, da gebe ich z.B. Bernd Schröder recht. Es fragt sich auch, ob im Bereich des hochprofessionalisierten Fussballs überhaupt noch Platz ist für FF. Das wäre ein interessantes Thema, das mal von womensoccer aufgegriffen werden sollte.

    (0)
  • Andreas sagt:

    Es geht mir auch nicht darum, dass der FF den MF kopieren sollte. Das ist ja auch gar nicht machbar, schließlich hat MF schon eine 100 jährige Geschichte. In den 60´ern war das beim MF auch noch nicht so wie heute. Insofern ist das natürlich nur über eine natürliche Entwicklung möglich. Dazu gehört aber auch, dass sich die Vereine und die Liga professionalisieren und den jeweiligen Verein und die Spiele besser vermarkten. Frankfurt hat da ja wohl einen Anfang gemacht. Und es geht mir auch nicht um Riesengagen oder darum, dass man keine Ausbildung oder Studium haben soll. Aber mind. während der Zeit, wo die Spielerinnen auf dem höchstem Niveau sind, sollte es möglich sein, dass sie 2 mal am Tag wie Profis trainieren können. Das würde ja auch der Spielqualität und dem deutsche FF insgesamt zu Gute kommen.

    Klar kann man über die Millionengagen im MF streiten, aber erstens ist das Angebot und Nachfrage und zweitens betrifft das ja nicht alle Erstligspieler. Mich stört es eigentlich eher in Italien und Spanien, wo die Vereine im Grund alle pleite sind. Deswegen sind die Spiele aber trotzdem sehr sehenswert und eine Stimmung wie beim Heimspiel von 96 gegen Sevilla ist einfach gigantisch. Sorry, das hat nichts mit 2.000 Zuschauern bei Turbine Potsdam zu tun.

    Ich akzeptiere ja, wenn man der Meinung ist, es sollte im FF so bleiben wie es ist. Dann kann man sich aber auch nicht beklagen, dass der FF nicht aus seinem Mauerblümchendasein herauskommen kann.

    (0)
  • Sheldon sagt:

    Es ist doch hier eigentlich die Frage, um die wir uns die ganze Zeit drehen: Wie kann man Frauenfußball möglichst attraktiv machen, ohne Zustände wie im Männerfußball zu bekommen?

    Ich denke, das ist die Frage, die sich der FF beantworten muss, insbesondere die Vereine und der DFB!
    Man muss auch im Sport allgemein über ein duales System aus Schule/Studium und Sport nachdenken: Wie bekommt man Ausbildung/Schule/Studium mit dem Profifußball unter einen Hut?

    Solche Dinge wie in Potsdam (14 Schuljahre statt 13), aber auch andere Konzepte wie die Kooperation mit Firmen vor Ort, in denen die Spielerinnen dann flexibel arbeiten können, die Firmen als Entschädigung dazu für sich Werbung machen dürfen oder am Vereinserfolg finanziell beteiligt werden oder auch die Integration in eine Hochschule oder eine Uni müsste man auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen.

    So oder so, Sport erfordert immer auch die Bereitschaft, über die Grenzen zu gehen. Im FF gibt es schon Beispiele, wo Spielerinnen (Kemme bspw.) zur Schule oder Arbeiten gehen und dennoch zweimal am Tag wie Profis trainieren! Das ist möglich, doch es erfordert unbändigen Willen, eine materielle Grundversorgung und einen enormen Kraftaufwand.

    Am Ende müssen wir ja auch sehen: Die Spielerinnen müssen später wieder einer normalen Arbeit nachgehen. 15 Jahre ohne Berufserfahrung machen sich da nicht gut in der Bewerbung und ein Arbeitgeber nimmt dich nicht nur, weil du mal Profifußball gespielt hast.

    Und Mika sagt es schon ganz richtig: Fußball ist ein Spiel und Fußball ist ein Hobby. Schön, wenn es dabei bleiben würde!

    (0)