Duisburg patzt, Frankfurt souverän

Von am 8. Oktober 2011 – 16.35 Uhr 30 Kommentare

Der FCR 2001 Duisburg musste zum Auftakt des sechsten Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga im Revierderby überraschend Federn lassen, während der 1. FFC Frankfurt mit einem souveränen Sieg die Tabellenspitze eroberte.

Die Duisburgerinnen kamen vor 1 316 Zuschauern im Sportpark „Am Hallo“ nicht über ein 1:1 (0:0) bei der SG Essen-Schönebeck hinaus.

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Der bisherige Bundesliga-Spitzenreiter war zwar über weite Strecken das überlegene Team und hatte deutlich mehr Ballbesitz, schaffte es aber nur selten, die kompakte Essener Defensive, die wegen des Ausfalls von Elena Hauer und Katarina Tarr umgestellt werden musste, in Bedrängnis zu bringen.

Duisburg ohne Inspiration
Die Duisburgerinnen bestimmten zwar von Beginn an das Geschehen, Alexandra Popp per Kopfball nach Bresonik-Freistoß (10.) und mit einem Schuss, den Torhüterin Ursula Holl mit den Fingerspitzen parierte (21.) waren aber zwei der nur wenigen guten Szenen in der ersten Halbzeit. Auch in den zweiten 45 Minuten fiel den Duisburgerinnen nicht viel ein, wenngleich die Einwechslungen von Jennifer Oster (54.) und Mandy Islacker (71.) für ein wenig Schwung auf den Flügeln sorgten. Gegen den Spielverlauf gingen aber die Essenerinnen in der Schlussphase nach einem schönen Konter in Führung.

Annike Krahn

Der FCR 2001 Duisburg musste sich im Revierderby mit einem Remis begnügen © Volker Nagraszus / girlsplay.de

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Erster Treffer für Wolf, Eigentor durch Martini
Routinier Melanie Hoffmann spielte einen zentimetergenauen Pass in den Lauf der eingewechselten, erst 16-jährigen Isabelle Wolf, die lief Annike Krahn auf und davon und verwertete mit einem Schrägschuss eiskalt zu ihrem ersten Bundesligatreffer (81.).

Doch die Freude der Gastgeberinnen währte nur kurz, denn im direkten Gegenzug köpfte Vanessa Martini den Ball nach einer Flanke von Oster ins eigene Netz (82.). Kozue Ando hatte zwar noch einmal per Kopf die Chance auf einen zweiten Duisburger Treffer (84.), doch es blieb beim für Duisburg enttäuschenden 1:1.

Duisburg enttäuscht
Duisburgs Trainer Marco Ketelaer meinte: „Wir haben heute nicht genug Aufwand betrieben und waren nicht effektiv genug, so dass wir es nicht verdient haben, zu gewinnen. Wir werden das Spiel aufarbeiten müssen.“ Sein Gegenüber Markus Högner erklärte: „Wir können mit dem Punkt gut leben. In den ersten 20 Minuten waren wir zu passiv, dann haben wir aber gut in die Partie gefunden und kämpferisch sowie taktisch überzeugt.“

Frankfurt ohne Mühe
Der 1. FFC Frankfurt hat sich hingegen mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel vorübergehend an die Tabellenspitze gesetzt. Beim 5:0 (2:0)-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen stellten Kerstin Garefrekes (24.) und Jessica Landström (42.) noch vor der Pause die Weichen für den Sieg, den in den zweiten 45 Minuten Sandra Smisek per verwandeltem Foulelfmeter (65.) sowie zwei Tore der eingewechselten Ana-Maria Crnogorcevic (74., 78.) perfekt machten. Die weiteren vier Partien des sechsten Spieltags werden am Sonntag ausgetragen.

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Sheldon sagt:

    Wozu in der 2.? Die werden in der 1. dringender benötigt!

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  • xXx sagt:

    Jo, Turbine war heute echt in Torlaune!

    Die 1. Mannschaft gewinnt 7:0 in Jena und die 2. Mannschaft 15:1 gegen den Mellendorfer TV.

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  • waiiy sagt:

    Tabellenführung für Potsdam, gleiches Torverhältnis wie Frankfurt bei 2 mehr geschossenen Toren.

    Anonma kommt wohl wieder in die „Tops der Woche“…

    waiiy

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  • Wieb Ke sagt:

    Zitat der FFC-Seite: „Das 3:0 entsprang jedoch einem fragwürdigen Elfmeter.“
    Die Art der Verletzung – 2-fache Fraktur des Wadenbeins, deutet auf einen seitlichen Tritt. Mag ja, je nach dem, wo man gesessen hat, wie Pressschlag ausgesehen haben.
    Mein Kommentar von Samstag, 8. Oktober 2011 um 21.27 Uhr „sicher nicht beabsichtigt“
    Und – es ist evt. auch schon mal in der BL vorgekommen, dass ein Foul nicht gesehen bzw. gegeben wurde.
    Entschuldige mich hiermit bei allen Fans, die sich persönlich angegriffen gefühlt haben!!! Hatte ja nie in Frage gestellt, dass FFC die bessere Mannschaft war!!!

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  • RAM sagt:

    Bresonik war der beste Spieler in das Spiel. zu FCR Präzision vermissen dich, Alex und Ando sehr schwach. aber gegen eine Mannschaft, die nur verteidigt, ist es schwierig zu punkten.

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  • FFFan sagt:

    @ djane:
    „Groenen und Hogewoning wurden heute in der zwoten eingesetzt und waren daher gestern nicht spielberechtigt.“

    Ich hoffe, dir ist die Unlogik dieser Aussage bewusst. 😀

    Die o.g. Spielerinnen wurden gestern in der Ersten nicht eingesetzt und waren daher heute spielberechtigt. So herum ergibt es einen Sinn.

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  • franksquasher sagt:

    @FFFan: Also wenn der FCR am Ende der Saison auf dem dritten Platz landen sollte dann wäre das schon ein toller Erfolg. Hier wurden schon einige neue Konkurrenten der beiden „Großen“ gehandelt, aber anscheinend liegen die Vorstände in Wolfsburg, Freiburg und München mit ihren Wunschvorstellungen genauso daneben wie die „Gentlemen“ in Leipzig. Aber egal…Essen hat defensiv sehr gut gearbeitet, die Leistungsträgerinnen in Duisburg, damit meine ich die Nationalspielerinnen, haben enttäuscht. Bresonik war angeblich die Beste auf dem Platz ? Für mich sah das aus als spielte sie nur ihren Vertrag runter und ärgert sich immer noch dass sie kein anderer Verein bezahlen wollte. Und trotz allem gefällt mir die Spielweise des neuen FCR um vieles besser als in den Vorjahren. Jetzt erst wird mir bewusst, was für ein Mist unter MVT gespielt wurde, auch wenn die Ergebnisse damals zeitweilig für Erfolg sprachen. Gut für den FCR…Jena ist ja der nächste Gegner…

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  • eisbär sagt:

    Der FCR hat unter MVT auch guten Fußball gespielt, allerdings nur bis zum Ende der Hinrunde in der Saison 2009/2010. Ab da an wurde es immer schlechter bis das Spiel kaum noch ansehbar war.
    Gestern war in einer schwachen Duisburger Mannschaft im Gegensatz zu den Totalausfällen Weichelt (hat viele Bälle verstolpert), Popp (versucht oft besondere Bälle zu spielen, die meistens nicht den gewünschten Effekt bringen) und Ando (weiterhin fehlt ihr das Durchsetzungsvermögen) Bresonik tatsächlich noch einer der Besseren. Aber auf der Position, die sie besetzt und ihrem Potenzial wünsche ich mir von ihr, dass sie für viel mehr Impulse sorgt und das Spiel des FCR strukturiert, vor allem gegen so defensiv eingestellte Gegener wie Essen sollte sie diejenige sein die für die nötigen Ideen sorgt.
    Kurz gesagt, sie kann eigentlich viel mehr als das was sie in letzter Zeit anbietet.

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  • Sheldon sagt:

    Bedenken wir es mal recht, hat der FCR doch die beste Ausgangslage. Schließlich spielt er immer gegen den Gegner, der eine Woche früher von Potsdam „überrollt“ wurde (HSV, Jena usw.).

    Bresonik mag gut gespielt haben, das sehe ich ein (habe mir noch einmal sie ganz bewusst im Spiel angeschaut), doch man merkte der Mannschaft doch eine gewisse Unsicherheit an.
    Ich muss an dieser Stelle mal Marco Ketelaer stark kritisieren, den ich ansonsten sehr zu schätzen gelernt habe, aber diese Umstellung, die vorgenommen wurde im Vergleich zur Vorwoche, die war mehr als überflüssig. Bresonik spielt im Moment unter ihren Möglichkeiten, das weiß sie, das weiß die Mannschaft. Sie dennoch an einer solch zentralen Stelle einer der besten Duisburgerinnen in den letzten Wochen vorzuziehen, schafft Verunsicherung.
    Gerade auf dieser Position braucht es eine Spielerin, mit der die Mannschaft eingespielt ist, sonst funktioniert nach vorne gar nix.

    Allgemein hoffe ich, dass der Duisburger Weg weitere Fortschritte macht. Es ist jetzt ein Dämpfer, aus dem gerade die jungen und unerfahrenen Spielerinnen lernen können, wo jetzt auch der Trainer gefordert ist.
    Allerdings sehe ich langfristig keine akute Gefährdung für den FCR, sondern der Patient befindet sich auf einem guten Weg zur Besserung.
    Wichtig ist jetzt, sich von Spiel zu Spiel zu konzentrieren, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, als Mannschaft eine Einheit zu werden und wie Ketelaer vor der Saison nicht zu große Brötchen zu backen.

    Wenn man sich von dieser Idee nicht abbringen lässt, dann bin ich mir sicher, dass wir die ein oder andere Spielerin in spätestens 2-3 Jahren in der N11 sehen werden, Potential ist genug da (Cengiz, Wensing, Oster, Islacker, etc.)! Und vielleicht schafft es Ketelaer ja, eine Art „zweites Potsdam“, zu kreieren, soweit ich das beim Halbfinale einschätzen konnte, strebt er in jedem Fall in die Richtung „Potsdamer Weg“.

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  • waiiy sagt:

    Leider habe ich von Duisburg diese Saison noch nicht so viel gesehen. Aber es ist schon interessant, dass Ando so einen (verständlichen) Durchhänger nach dem Höhepunkt der WM hat, aber auf der anderen Seite Nagasato in Potsdam dermaßen aufdreht.

    Vielleicht hat es Potsdam „geholfen“, dass Nagasato während des Turniers ihren Stammplatz verloren hat. Und vielleicht war auch ein Aspekt, dass sie nach der WM geheiratet hat, was ihr gutes Familienleben bestätigt.

    Kumagai lasse ich bei der Betrachtung mal außen vor, weil sie ja in Frankfurt auch mit der Eingewöhnung zutun hat (außerdem hat sie wohl ihren mentalen Tiefpunkt unmittelbar nach der WM in Japan schon gehabt).

    waiiy

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