Frankfurt zieht ins Achtelfinale ein

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Der 1. FFC Frankfurt hat das Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League erreicht. Nach der Hinspielniederlage kam das Team gegen Stabæk Fotball zu einem klaren Erfolg, der dennoch auf wackligen Füßen stand.

Saskia Bartusiak (6.), Sandra Smisek (37.), Jessica Landström (77.) und die eingewechselte Ana-Maria Crnogorcevic (90.) trafen vor 2 780 Zuschauern im Stadion am Brentanobad für die Gastgeberinnen, für die Gäste traf die gebürtige Australierin Kristy Moore (80.).

Thunebro für Huth
Trainer Sven Kahlert setzte bis auf eine Ausnahme auf die Elf, die eine Woche zuvor 0:1 verloren hatte, für Svenja Huth rückte Sara Thunebro in die Anfangsformation, die Gäste traten in identischer Formation an. Die Frankfurterinnen übernahmen von Beginn an das Kommando, Saskia Bartusiak traf mit einem Volleyschuss aus fünf Metern nach Flanke von Melanie Behringer zur frühen Führung (6.). Doch den Zuschauern stockte bald der Atem: Nach einem Foul von Torhüterin Nadine Angerer an Moore zeigte Schiedsrichterin Jenny Palmqvist auf den Elfmeterpunkt, doch Angerer, die Glück hatte, nicht die Rote Karte zu sehen, hielt den Elfmeter von Kapitänin Katrine Pedersen (20.).

Jessica Landström
Jessica Landström erzielte den dritten Frankfurter Treffer © Nora Kruse, ff-archiv.de

Starke Offensive, nachlässig in der Abwehrarbeit
Frankfurt war auch weiterhin Spiel bestimmend und hatte starke Momente in der Offensive, zwischen Abwehr und Mittelfeld klafften jedoch große Lücken, so dass der Gegner bei seinen gelegentlichen Vorstößen stets gefährlich blieb. Doch Frankfurt machte es diesmal besser als im Hinspiel, Smisek traf nach schöner Vorarbeit zur 2:0-Halbzeitführung (37.).

Die Frankfurterinnen waren in der zweiten Halbzeit um einen dritten Treffer bemüht, doch die gefährlicheren Aktionen zeigten zunächst die Norwegerinnen, Lise Klaveness aus kurzer Distanz (58.) und Moore mit einem Schrägschuss von der Strafraumgrenze ließen gute Gelegenheiten aus (60.). Und auch Cathrine Dekkerus, Torschützin im Hinspiel, hätte mit einem Kopfball fast den so wichtigen Auswärtstreffer erzielt, der dank der Auswärtstorregel zum Aufstieg gereicht hätte. (76.).

Crnogorcevic sorgt für Entscheidung
Doch Frankfurt war an diesem Tag die entschlossenere Mannschaft, Landström erzielte nahezu im Gegenzug den dritten Frankfurter Treffer, als sie aus kurzer Distanz abstaubte (77.). Doch die letzten Zweifel waren damit immer noch beseitigt, denn nur drei Minuten später war es Moore, die mit einem Schuss von der Strafraumgrenze Angerer überwand und die Norwegerinnen wieder ins Spiel zurückbrachte (80.). Erst die kurz zuvor eingewechselte Crnogorcevic beseitigte letzte Zweifel, als sie nach einem Fehler von Siri Grønli Nordeide, die im Mittelfeld den Ball vertändelte, für die Entscheidung sorgte (90.).

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SheldonWalesGERDer HamburgerAndreasFrieda Neueste Kommentartoren
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xXx
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Das war ja nun alles andere, als eine souveräne Leistung vom FFC Frankfurt. Das können sie von Glück reden, dass Stabaek so eine schlechte Chancenverwertung hatte und den frühen Elfmeter schlecht geschossen war. Sonst wäre das ne ganz andere Partie geworden.

Gegen Paris St. Germain wirds so ganz ganz schwer in der nächsten Runde, wenn da keine deutliche Leistungssteigerung kommt.

Und wo Kahlert eine serh sichere Frankfurter-Defensive gesehen hat, wie er nach dem Spiel im Interview sagte, würde mich auch mal brennend interessieren. *g*

Schenschtschina Futbolista
Schenschtschina Futbolista

Hm, die Pedersen hatte für mich als die routinierteste Spielerin neben Hjelmseth nahezu Totalausfallcharakter!
Bereits vor dem halbhoch getretenen Strafstoß (der dankbarste Schuß für jeden TW!) hatte sie eine Fehlpassquote nahe 100% und das wurde kaum besser. Sparsames Verteidigen war bei ihr gleichfalls angesagt. Das mussten die Nebenleute mit übernehmen…
Hier sollten die Jungen eine demnächst vakante Position vorfinden!

timmy
timmy

So, England verliert mit Bristol auch schonmal sein zweites Team und Norwegen auf jeden Fall damit den 2. CL-Startplatz für die Saison 13/14.

Sheldon
Sheldon

Das war ein echter Kraftakt. Glück gehabt, kann man nur sagen. Ich hab mittlerweile so den Eindruck, dass man sich in Frankfurt vor der Saison gedacht hat, man könne die Früchte der WM ernten und das würde ein Selbstläufer werden, wenn man nur die Spielerinnen mit der höchsten Werbefähigkeit zusammenkauft. Es fehlt mir da ein bisschen das sichtbare Konzept im Mannschaftsaufbau und auf dem Spielfeld. Bisher wurde immer nur ein Ball irgendwie reingestochert, abgefälscht, Elfmeter, Abstauber oder anders, das waren selten durchdachte, zu Ende gespielten Spielzüge dahinter. Bis jetzt ist das gut gegangen, doch es kommen schwerere Gegner: Wolfsburg/DFB-Pokal (30.10.),… Weiterlesen »

Lusankya
Lusankya

xXx:
„Das können sie von Glück reden, dass Stabaek so eine schlechte Chancenverwertung hatte “

Und Stabaek kann von Glück reden, dass Frankfurt so eine schlechte Chancenverwertung hatte, sonst wäre die Partie nach dem Hinspiel schon gegessen gewesen.

Wenn man bei dem einen Team in Konjunktiven spricht, muss das auch beim anderen Team erlaubt sein.

Stabaek ist übrigens auch kein Wald- und Wiesengegner, die sind vermutlich nicht sehr viel schwächer als Paris SG.

Lucy
Lucy

Man kann aber auch immer alles schlecht reden…

Dafür soll es ja letzte Woche mehr oder weniger auch nur ein glücklicher Sieg der Norwegerinnen gewesen sein, wie man lesen und hören konnte. Ich konnte es leider nicht sehen, aber so habe ich das überall rausgelesen.

Gut, die Defensive muss man nicht über den grünen Klee loben, aber der Rest war auf jeden Fall besser als das, was sie bisher gezeigt haben. Vielleicht kommen sie jetzt mal so langsam in Tritt…

Sheldon
Sheldon

@Lusankya: Hier hat denke ich auch niemand davon gesprochen, dass Stabaek ein Weiterkommen verdient hätte. Doch das Stabaek 180 Minuten eine reelle Chance aufs Weiterkommen hatte, ist schon beeindruckend bzw. erschreckend. Schließlich waren sie nicht gesetzt (zum Vergleich: Cluj hatte bereits nach 45 nicht den Hauch einer Chance mehr, weiterzukommen).

Zum Vergleich mit PSG: Ich kann das nicht ganz einschätzen, doch hat PSG einige französische Nationalspielerinnen, u.a. mit Bussaglia, Lepailleur und Sapowicz 3 Stammspielerinnen des WM-Vierten.

Und in der momentanen Situation von Frankfurt hat so ziemliche jedes Team eine realistische Chance gegen Frankfurt!

timmy
timmy

In allen 10 Partien bisher die gesetzte Mannschaft weitergekommen. Neulengbach verteidigt noch Platz 8 in der 5-Jahreswertung ( https://j.mp/mSHscj
), der müsste auch haltbar sein. Rayo trifft auf Arsenal, Prag auf Lyon und Island wenn dann auf Potsdam.

Frank W.
Frank W.

Rayo mal nicht unterschätzen, im letzten Jahr hätten sie Arsenal beinahe im Achtelfinale rausgeschmissen. Arsenal kann nach einem 0:2 im Hinspiel nur durch ein Tor in der Nachspielzeit im Rückspiel (4:1) weiter.

Jan
Jan

Immerhin: Solche Zitterpartien musst du erstmal gewinnen.

Und Europas Clubs dürften Neulengbach danken, dass sie nicht mehr bis Kasachstan reisen müssen.

FFFan
FFFan

Das war ein ganz wichtiger Sieg für Frankfurt, in mehrfacher Hinsicht: sportlich, wirtschaftlich und psychologisch! Klar, souverän ist was anderes, da stimme ich meinen Vorrednern zu. Aber, hey, das sind doch genau die Spiele, in denen man als Mannschaft wächst! Wenn du durch dieses ‚Stahlbad‘ gegangen bist, kann dich nichts mehr erschüttern. Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Spiel: 1.) Die Spielerinnen haben gezeigt, dass sie mit Drucksituationen klarkommen und Schwierigkeiten meistern können. Wobei die frühe Führung durch Bartusiak (btw: die torgefährlichste Abwehrspielerin der Bundesliga!) natürlich hilfreich war. Ebenso, dass Angerer den von ihr selbst verursachten Strafstoß parieren und damit ihren… Weiterlesen »

waiiy
waiiy

Schön, dass es Frankfurt geschafft hat. Dass da Nervosität war, ist doch klar. Aber das frühe Tor und der gehaltene Strafstoß hat ja sicher ein wenig geholfen.

Ich hoffe, dass sich Frankfurt ein wenig stabilisiert, damit sie gegen PSG weiterkommen.

Gut finde ich, dass es mal ein paar andere Torschützinnen gab…

btw: Ich hatte mir von Lyon im Rückspiel mehr erwartet, zumal (warum auch immer) mit der stärksten Elf (außer Bouhaddi) gespielt wurde. Da sind 3 Tore fast ein bisschen zu wenig. Eigentlich sollte man das eigene Publikum doch auch verwöhnen…

Frieda
Frieda

@ Sheldon:
“Doch das Stabaek 180 Minuten eine reelle Chance aufs Weiterkommen hatte, ist schon beeindruckend bzw. erschreckend.”

Warum? Norwegen ist ein Frauenfußball-Land. Auf dem Platz standen mehrere Nationalspielerinnen aus Skandinavien. Stabaek ist qualitativ nicht zu vergleichen mit Thor/KA und so manch anderem Verein, der in der CL herumschwirrt. Die Momentan diesen Namen noch nicht ganz verdient hat.

Sheldon
Sheldon

@FFFan: Dass wir uns alle enge Spiele mit gleichwertigen Gegnern wünschen, ist ja klar. Doch das als Ausrede gegen Klubs mit deutlich weniger Potential zu nutzen, ist lächerlich. Ich will guten Fußball sehen und wenn das nur eine Mannschaft kann, dann darf sie gerne wie Potsdam, Arsenal oder Lyon mit 6, 7 Toren Unterschied gewinnen, was anderes erwartet man nicht in Runde 1. Wenn beide Mannschaften es schaffen, dann kann das Spiel aber auch gerne eng sein, das freut einen dann noch mehr, wie beispielsweise das WM-Finale dieses Jahr, das sowohl an Spannung als auch an athletischen, technischen und taktischen… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

@Frieda: Ein Land, das noch bis letztes Jahr schlechter dastand international als Island! Und Turbine hat Thor regelrecht auseinandergenommen!
Wenn man schon mit dem Meister des 8.- oder 9.-Platzierten der UEFA-Fünfjahreswertung hat, wie soll das erst werden gegen den Vizemeister des 2.-Platzierten der Fünfjahreswertung???

Andreas
Andreas

Auf ZDF-Sport gibt es übrigens einen – leider kurzen – Bericht vom Spiel Frankfurt-Stabaek zu sehen. Immerhin sind alle 4 Frankfurter Tore dabei.

Der Hamburger
Der Hamburger

Mich hat die Leistung des FFC aus mehreren Gründen überzeugt und – nach den bisherigen Saisonleistungen – positiv überrascht: 1. Die Mannschaft hat von der ersten Minute an einen ruhigen und nervenstarken Eindruck gemacht. Sie war nie hektisch und hat wie ein Champion die Tore in entscheidenden Augenblicken gemacht. 2. Der entscheidende Schachzug von Sven – wie schon vorher beim Buli-Spiel gegen Bad Neuenahr – war, angesichts der bisherigen Schwäche auf der IX Smi als eine torgefährliche, technisch starke und schlitzohrige Spielerin im Sturm einzusetzen und damit nebenbei auch noch eine weitere Anspielstation im Sturm zu haben. 3. Die Innenverteidigung… Weiterlesen »

Der Hamburger
Der Hamburger

Ich habe noch eine Frage an die User, die das Spiel im Fernsehen einschlielich Zeitlupen gesehen haben, vergessen. War Kristy Moore bei ihrer Ballannahme vor dem elfmeterreifen Foul von Natze nicht im Abseits? Im Stadion sah es für mich so aus, als ob sie ungefähr einen halben bis knappen Meter im Abseits gewesen wäre. Aber das ist in keinem der Spielberichte bisher erwähnt worden. Zeigen die Fernsehbilder eindeutig, dass es kein Abseits war?

WalesGER
WalesGER

@Der Hamburger die TV Bilder zeigen nicht eindeutig ob es evtl. Abseits war oder nicht..aber ich tendiere eher zu KEIN Abseits dafür zeigen Sie eindeutig, dass es ein Foul von Natze war, für das sie eigentlich mindestens die Gelbe eher sogar die Rote Karte hätte sehen können….. letzteres kam wohl nur nicht, weil hinter ihr quasi auf der Linie noch eine FFC Spielerin in der Wiederholung zu sehen ist (vermutlich auch die Spielerin, die das Abseits aufgehoben hat) Alles in Allem war die Leistung vom FFC zwar ganz gut, bis auf einige Ausnahmen….ich sage nur Landström?? TOTALAUSFALL wie seit der… Weiterlesen »

Sheldon
Sheldon

Zum Thema Fünfjahreswertung: Sie hat sich einfach bewährt. Außerdem zeigt sie eine langjährige Entwicklung an.
Solide Arbeit wird belohnt, einzelne Ausreißer nach oben werden relativiert.
Außerdem gibt sie die Realität sehr gut wieder, die Ligen in Frankreich und Deutschland sind der Konkurrenz in Europa sehr weit voraus zur Zeit, dahinter kommen Russland und Schweden, die immer wieder in den letzten Jahren Halbfinalisten und Finalisten gestellt haben, mit einigem Abstand die aufstrebenden Ligen aus England, Italien und Dänemark, die sich von dem Rest langsam, aber sicher absetzen können und ihren 2. CL-Startplatz festigen.