Potsdam und Frankfurt starten in die Königsklasse

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Nach den ersten beiden Spielen im Sechzehntelfinale der Champions League gestern greifen heute der 1. FFC Turbine Potsdam und der 1. FFC Frankfurt ins Geschehen ein. Während die Potsdamerinnen zwei sehr erfolgreiche Jahre in der Königsklasse hinter sich haben, spielt Frankfurt nach zwei Jahren Pause erstmals wieder auf europäischer Ebene.

„Sicherlich hätten wir uns zum Auftakt ein anderes Los als den norwegischen Meister gewünscht“, so Frankfurts Trainer Sven Kahlert vor der Partie bei Stabæk (19 Uhr, live auf Eurosport), „aber wir nehmen die Herausforderung natürlich so an, wie sie ist.“

Respekt vor den Norwegerinnen
Die Mannschaft ist seit gestern in Oslo und hat zwei Trainingseinheiten vor Ort absolviert, Kahlert hat sich den kommenden Gegner allerdings schon vorab angeschaut. „Ich konnte mich live vor Ort in Norwegen davon überzeugen, dass unser Gegner sowohl konditionell als auch im Zweikampfverhalten große Stärken besitzt“, und Torhüterin Nadine Angerer stimmt zu. „Ich kenne einige der Spielerinnen von früheren Turnieren mit der Nationalmannschaft und kann nur sagen, dass es kein Spaziergang für uns wird.“

Stabæk mit Problemen
Doch zuletzt lief es für den amtierenden norwegischen Meister in der Liga nicht gut. Vier Tage vor Saisonende liegt das Team mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Røa IL nur auf Rang drei. Die Titelverteidigung ist damit so gut wie ausgeschlossen, doch der Kampf um den zweiten Rang, der ebenfalls zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, ist eng. Dort beträgt der Rückstand auf Arna-Bjørnar lediglich einen Zähler.

Frankfurt fehlen die Langzeitverletzten
Nicht zur Verfügung stehen den Hessinnen Kim Kulig (Kreuzbandriss), Dzsenifer Marozsán (Reha nach Meniskusriss), Valeria Kleiner (Aufbautraining nach Innenbandriss) und Silvana Chojnowski (Aufbautraining nach Rückenproblemen). Die Partie in Norwegen steht unter der Leitung von Schiedsrichterin Teodora Albon (Rumänien).

1. FFC Turbine Potsdam
Der 1. FFC Turbine Potsdam will einen guten Start in Island. ©Holger Peterlein / girlsplay.de

Lange Anreise für Potsdam
Während Frankfurt eine kurze Anreise nach Oslo hatte, haben die Potsdamerinnen gestern einen 14-Stunden-Trip absolviert, um zum isländischen Vertreter Thór/KA zu gelangen. Anpfiff der Partie ist heute Nachmittag um 18.15 Uhr. Die Potsdamerinnen gehen als klarer Favorit in die Partie, werden es jedoch mit einem motivierten Gegner zu tun bekommen. Thór/KA wird in der kommenden Saison nicht in der Champions League vertreten sein, denn die Isländerinnen werden nur noch einen Startplatz haben, und den bekommt Meister Stjarnan. Somit dürften die Gastgeberinnen am Abend versuchen, in diesem Jahr so lange wie möglich gegen die Top-Vereine zu spielen. „Wir dürfen den Gegner auf keinen Fall unterschätzen“, warnt daher auch Trainer Bernd Schröder.

Die Partie in Island steht unter der Leitung der Unparteiischen Katalin Kulcsár aus Ungarn. Verzichten müssen die „Torbienen“ auf Anna-Felicitas Sarholz (Handverletzung), Tabea Kemme (Muskelfaserriss) sowie Nataša Andonova, die in der Champions League nicht spielberechtigt ist.

Erneutes Spiel in Island?
Schaffen die Potsdamerinnen nach Hin- und Rückspiel (5. Oktober, 19 Uhr) den Sprung ins Achtelfinale, könnte sie erneut ein Duell in Island erwarten, denn der Deutsche Meister trifft dann auf den Sieger der Partie Glasgow City gegen Valur Reykjavík. Frankfurt auf der anderen Seite dürfte es mit den Französinnen von Paris Saint-Germain zu tun bekommen, die in ihrem Sechzehntelfinale gegen die Irinnen von Peamount United klarer Favorit sind.

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26 KOMMENTARE

  1. Frankfurt sieht sich ja schon im Finale in München, erinnert mich irgendwie an die Deutsche Frauenfussballnationalmannschaft im Sommer 2011 in Deutschland.
    Das Erwachen kommt schneller als man denkt und dann mit voller Kraft!

  2. Ich denke auch, dass wir dieses Jahr mindestens eine große Überraschung erleben werden und die Welt des FFs auch in der CL ein wenig auf den Kopf gestellt wird.

  3. Vielleicht interessant zu erwähnen, dass Stabæk auch einige Verletzte hat. Neben den bekannten Langzeitverletzten Wiik und Pape haben sie in den letzten Wochen erst Amelie Rybeck und noch entscheidender nach dem Länderspiel gegen Ungarn auch noch Trine Rønning verloren und sind deshalb vor allem in der Abwehr enorm geschwächt.

  4. @Winter: Aus welchen Aussagen nimmst Du die Annahme, die Frankfurter sähen sich schon im Finale?
    „Sicherlich hätten wir uns zum Auftakt ein anderes Los als den norwegischen Meister gewünscht“, so Frankfurts Trainer Sven Kahlert vor der Partie bei Stabæk, „aber wir nehmen die Herausforderung natürlich so an, wie sie ist.“
    „Ich konnte mich live vor Ort in Norwegen davon überzeugen, dass unser Gegner sowohl konditionell als auch im Zweikampfverhalten große Stärken besitzt“, und Torhüterin Nadine Angerer stimmt zu. „Ich kenne einige der Spielerinnen von früheren Turnieren mit der Nationalmannschaft und kann nur sagen, dass es kein Spaziergang für uns wird.“
    Diese drei Aussagen, vom Trainer und von Nadine Angerer zeigen mir eher, dass man zwar selbstbewußt, aber mit gehörigem Respekt an die Aufgabe herangeht!
    Dein Motto: Hauptsache gegen Frankfurt stänkern?

    Ich jedenfalls drücke beiden deutschen Vertretern die Daumen.

  5. Ich weiß nicht, was daran verwerflich sein sollte… Turbine Potsdam tut das Gleiche. Die deutschen Mannschaften müssen diesen Anspruch auch gewiss haben, schließlich ist die Bundesliga noch immer die stärkste Liga der Welt. Es sollte allen klar sein, dass die Spiele kein Selbstläufer werden, aber der Anspruch mindestens ins Halbfinale zu kommen ist gerechtfertigt.

  6. @Winter

    Bitte eine Quellenangabe, mit welcher Aussage sich Frankfurt im Finale in München sieht. Das Finale als Ziel wird sicherlich auch Potsdam haben.

    Ohne Seitenhiebe und Unterstellungen scheint hier von macher Seite gar nichts zu gehen!

  7. Ich wünsch beiden Mannschaft dass sie in der CL möglichst weit kommen.

    Sollte es dann doch dazu kommen dass eine der beiden Mannschaften vorzeitig die Segel streichen muss kann man es auch nicht ändern.

  8. Wäre unnormal wenn eine dtsch.BuLi Mannschaft nicht ins CL-Finale will…

    die Sache ist nur – ob man:

    – öffentlich formuliert,dass man sich schon im Finale sieht
    oder
    – das Finale als Ziel ausgibt

    2 verschd. paar Schuhe..!

    • @Mini: Welches der beiden Teams hat denn öffentlich formuliert, dass man sich schon im Finale sieht? Ich habe keinerlei Aussagen in diese Richtung gesehen, das wäre ja auch ziemlich vermessen.

  9. Mind. bei europäischen Wettbewerben sollte man doch mal die Vereinsbrille absetzen. M.W. haben beide Vereine als Ziel ausgegeben, möglichs weit zu kommen und nach Möglichkeit den Titel zu gewinnen, Potsdam so wie Frankfurt. Und Anonma von Potsdam hat gesagt, sie will alle 3 Titel gewinnen. Boooh wie arrogant. Ist doch alles legitim, wenn man eine tolle Truppe zusammen hat. Obwohl ich mehr zu Frankfurt tendiere, drücke ich beiden Mannschaften die Daumen, dass sie soweit kommen wie möglich. Und wenn sie dann im Finale aufeinander treffen, fänd ich das toll. Und falls Frankfurt vorher ausscheidet, dann drücke ich halt Potsdam die Daumen, dass sie den Cup nach Deutschland holen.

  10. hallooo…ich habe doch gar nich behauptet dass das so is/war..

    ich habe lediglich!!! gesagt dass man da unterscheiden muss..nich mehr,nich weniger

    …aber hauptsache erstmal so kommen.

    *augenroll*

  11. @Andreas @waiiy:

    Ich sehe das genauso, dass man hier die Vereinsbrille ablegen soll. Ich für meine Begriffe will eine qualitativ hochwertige Champions League sehen und werde mir das Endspiel auch anschauen, wenn kein deutscher Verein drin steht.
    Natürlich gehe ich bei den bisherigen Leistungen von Frankfurt und insbesondere Potsdam davon aus, dass der Titel über die deutschen Clubs gehen wird, allerdings habe ich mittlerweile auch Clubs im Ausland gefunden, die schnell aufholen.
    Sollten diese besseren Fußball spielen, ist das so.

    Ich für meinen Teil hoffe, dass Potsdam im Finale gegen die zumindest zweitbeste Mannschaft Europas antreten wird und ich würde mich über einen Verein aus Dänemark oder Italien freuen, das wäre eine positive Überraschung!

  12. Und meine Tochter hat in der E und D immer gelernt, dass man als Torhüterin auf der Linie bleibt, wenn Abwehrspieler in Ballnähe sind. Für Angerer gilt das wohl nicht…

    –> 1:0 Stabaek…

    waiiy

  13. Zusammenfassend kann man wohl zu Potsdam sagen, dass man wieder mit Spielfreude gewonnen hat. Nagasato scheint wie entfesselt zu spielen, Anonma schießt weiter in jedem Pflichtspiel ihr Tor und leider ist Ann-Kathrin Berger mit Verletzung ausgewechselt worden. Da hilft nur Daumendrücken, dass es nicht langwieriges ist. So hat man wieder nur 1 Torhüterin mit Alyssa Naeher. 🙁

    waiiy

  14. Dann hatte ihre Tochter wohl einen Trainer, der noch nichts vom modernen Torwartspiel gehört hat…
    Saskia Bartusiak sollte mal auf das hören, was ihre Torfrau ihr zuruft. Wie diese Frau immer im Kader stehen kann, auch bei der DFB-Elf, ist mir einfach nicht klar.

  15. @Waiiy
    Natze lässt echt nach!!! Schade eigentlich!
    Aber schön zu sehen das eines bei Männlein und Weiblein gleich ist.

    Machste ihn vorne nicht rein, bekommst du ihn hinten rein 😉

  16. Naja, ich habe das Tor nicht gesehen, konnte leider kein Spiel verfolgen, doch ich muss waiiy recht geben: Ein Torwart sollte kein unnötiges Risiko eingehen. Wenn die Abwehr dazu imstande scheint, die Situation zu klären, ist es immer sicherer, im Kasten zu bleiben.
    Modernes Torwartspiel a la Tim Wiese beispielsweise ist gerade in einem solch wichtigen Spiel kontraproduktiv!

  17. Wenn Nadine Angerer auf der Linie bleibt, hält sie jeden Ball, der so eine lange Zeit in der Luft ist.

    Und egal, was sie Saskia Bartusiak zugerufen hat: wie lange hatte denn die Abwehrspielerin Zeit, den Fuß noch wegzuziehen? Die Reaktionszeit eines Menschen liegt bei ca. 0,1 Sekunden, wenn er nicht in Bewegung ist. Das waren sie aber.

    waiiy

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