Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

Hasret Kayikci: „Verstecken uns vor keinem Gegner“

Der morgige Samstag wird für Hasret Kayikci kein Tag wie jeder andere. Denn dann geht es für die Stürmerin des SC Freiburg am vierten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga gegen ihren Ex-Verein FCR 2001 Duisburg. Im Gespräch mit Womensoccer verrät die 19-Jährige, warum sie sich auf das Duell freut, aber nicht in Ehrfurcht erstarrt.

„Klar ist das ein besonderes Spiel für mich und ich bin vielleicht noch etwas motivierter als in den anderen Spielen“, so Kayikci voller Vorfreude.

Bleibende Kontakte Die Erinnerung an die drei Jahre in Duisburg, in denen sie unter anderem als 16-Jährige ihr Bundesligadebüt feierte, ist noch frisch. „Ich habe dort vieles gelernt und ich habe zu den Spielerinnen noch sehr guten Kontakt, mit einigen bin ich sehr gut befreundet. Ich habe mich mit allen super verstanden, das ist immer noch so.“ Ob Femke Maes, Christina Bellinghoven oder Simone Laudehr – der Kontakt ist bis heute nicht abgerissen.

Teuer verkaufen Doch wenn am Samstag um 14 Uhr im Möslestadion der Anpfiff ertönen wird, dann wird für 90 Minuten alle Freundschaft vergessen sein. „Wir werden wieder versuchen, uns so teuer wie möglich zu verkaufen, auch wenn es ein hartes Spiel für uns wird, in dem man auch das nötige Glück braucht, das hoffentlich am Samstag auf unserer Seite ist.“

Schwere Zeit Nach dem Kreuzbandriss bei der U19-Europameisterschaft 2010 in Mazedonien durchlebte Kayikci eine schwierige Zeit, der Weg zurück war beschwerlich. „Es ist nach einem Kreuzbandriss natürlich nicht leicht, wieder Spielerfahrung zu sammeln, wenn man Spielerinnen wie Inka Grings oder Alex Popp im Sturm hat.“ Doch Kayikci wollte unbedingt wieder spielen, und so kam das Angebot aus Freiburg gerade recht.

Nächster Halt Freiburg „Der sportliche Aspekt war hauptsächlich, die Nähe zur Heimat hat bei der Entscheidung keine große Rolle gespielt. Ich dachte mir, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu machen und zu einer anderen Mannschaft zu gehen. Ich war ja mit der Schule fertig und wollte etwas anderes ausprobieren und das Angebot aus Freiburg hat rundum gepasst.“ Und so hat sich der Wechsel in den Südwesten bereits jetzt als goldrichtig erwiesen.

Gelungener Saisonstart Nach dem 2:2 in Bad Neuenahr landete das Team beim 3:1 gegen den FC Bayern München gleich im ersten Heimspiel einen Überraschungssieg, beim Meister 1. FFC Turbine Potsdam ernteten die Spielerinnen trotz der 0:2-Niederlage viel Lob. „Wir freuen uns natürlich, dass uns der Saisonauftakt so gut gelungen ist. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben, aber dass wir Bayern schlagen und vier Punkte aus den ersten drei Spielen holen, hätte keiner erwartet.“ Und so strotzt das Team aus dem Breisgau vor Selbstvertrauen.

Voller Selbstvertrauen „Wir werden auch gegen Duisburg mit breiter Brust auftreten. Egal ob Potsdam, Leipzig oder Duisburg – wir verstecken uns vor keinem Gegner.“ Oberstes Saisonziel ist trotz des guten Starts aber vor allem erst einmal, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. „Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen hier und da für eine Überraschung sorgen, dann werden wir sehen, was am Ende rausspringt.“ Doch nicht nur im Verein läuft es für die türkischstämmige Spielerin gut.

Lehrgang mit der U23 Unter der Woche weilte sie beim Lehrgang der U23-Nationalmannschaft in Teistungen. „Ich habe mich gefreut, dass ich eingeladen wurde und man mich nicht vergessen hat. Im November gibt es einen weiteren Lehrgang und ich hoffe, dass ich dann auch wieder eingeladen werde.“ Doch bis dahin gilt die Konzentration voll dem SC Freiburg und der Verbesserung der eigenen Leistung.

Athletik verbessern Denn vor allem im athletischen Bereich hat sie bei sich Defizite ausgemacht. „Da muss ich auf jeden Fall noch einiges tun. Dienstag- und Donnerstagvormittag mache ich zusätzliches Kraft- und Athletiktraining, manchmal im Kraftraum oder auf dem Platz mit Gewichtsmanschetten.“

Voller Motivation An Motivation mangelt es der gebürtigen Heidelbergerin jedenfalls nicht. „Ich war sowieso schon topmotiviert, weil ich wusste, dass am Samstag Duisburg kommt, dann noch die Einladung zur U23, das hat mir noch mehr Motivation gegeben. Ich freue mich jetzt schon aufs Wochenende!“