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2011

Pia Sundhage: „Dieser Sieg gebührt meinem Trainerteam“

US-Trainerin Pia Sundhage betonte nach dem 3:1-Erfolg gegen Frankreich im Halbfinale der Frauen-WM erleichtert, dass der Sieg nur unter Mithilfe ihres gesamten Trainerteams möglich gewesen sei.

Sonia Bompastor hatte nach der frühen Führung von Lauren Cheney Anfang der zweiten Halbzeit gerade den 1:1-Ausgleich erzielt, Frankreich beherrschte das Mittelfeld und Sundhage war enttäuscht, dass ihr Team sich das Heft hatte aus der Hand nehmen lassen. „Wir haben es nicht geschafft, präzise Pässe zu spielen, und ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Das Mittelfeld ist doch das Herz der Offensive und des gesamten Teams“, so Sundhage im Gespräch mit Womensoccer .

Mit Teamwork zum Erfolg „Ich habe also meinem Trainerteam eine Menge Fragen gestellt. Ich habe sie immer wieder gefragt: ‚Was denkt Ihr? Was denkt Ihr? Was denkt Ihr?‘ Sie hatten eine Menge guter Ideen, alle zusammen, nicht nur die beiden Assistenztrainerinnen, die in der ersten Halbzeit auf der Tribüne waren, auch mein Torhütertrainer Paul Rogers und Erica Walsh. Sie haben mich heute gut aussehen lassen, das war ein tolles Teamwork.“ Denn Sundhage musste einräumen: „Frankreich hat stark gespielt, wir nicht.“

Gelungene Wechsel im Mittelfeld Und so bedurfte es einiger Veränderungen im Mittelfeld, um doch noch die Oberhand zu gewinnen. „Megan kam von der Bank und hat das Spiel verändert“, ging ein Sonderlob an Megan Rapinoe, die im linken Mittelfeld auf die Position von Lauren Cheney wechselte, die ihrerseits in die Zentrale gezogen wurde. Und auch die Einwechslung von Alex Morgan, die den dritten US-Treffer und somit ihr erstes WM-Tor erzielte, erwies sich als gelungener Schachzug. „Diese drei haben geholfen, dass wir gewinnen.“

Sundhage voller Stolz Dabei sah es lange Zeit so aus, als würden die USA in den technisch starken Französinnen ihren Meister finden. Doch mit dem gewohnten Herz und Kampfgeist biss sich das Team in die Partie zurück. „Ich bin heute sehr stolz darauf, dass wir einen Weg gefunden haben, obwohl wir nicht gut gespielt haben. Das ist der Grund, warum es so wunderbar ist, dieses Team zu trainieren. Wir haben die Taktik gebraucht, unsere besondere amerikanische Mentalität und alle 21 Spielerinnen, die gleichermaßen hungrig auf den Sieg sind.“

Wambach trifft erneut Eine Schlüsselrolle fiel einmal mehr Topstürmerin Abby Wambach zu, die mit ihrem Treffer zum 2:1 den Weg zum Sieg ebnete. „Wenn sie auf dem Platz steht, ist sie die beste Kopfballspielerin der Welt“, so Sundhage. Trotz der Kritik an Wambach vor dem Turnier hielt die Schwedin an ihr fest und schenkte ihr das Vertrauen. „Egal ob sie eine gute oder schlechte Leistung zeigt – wenn sie auf dem Platz ist, hilft sie dem Team ungemein weiter und die gegnerischen Innenverteidigerinnen wissen, dass sie nun sorgfältiger verteidigen müssen.“

Mit Akers gleichgezogen Wambach, die zur Spielerin des Spiels gekürt wurde, meinte: „Das war ein aufregendes Spiel. Mein Kopfballtor war eine Erleichterung, und das Tor von Alex hat uns dann Sicherheit gegeben. Unser Team hat wieder einmal bewiesen, wie gut es in schwierigen Situationen zusammenhält.“ Für Wambach war es ihr insgesamt zwölfter WM-Treffer, mit dem sie in der ewigen Torschützenliste mit US-Ikone Michelle Akers gleichzog. Mit zwei weiteren Treffern im Finale könnte sie gar zu den beiden Spitzenreiterinnen Marta und Birgit Prinz aufschließen.

Herausforderung Japan „Wir haben jetzt ein Teilziel erreicht“, so Wambach. „Jetzt wollen wir unsere Mission zu Ende bringen, Weltmeister werden und unsere eigene Geschichte schreiben.“ Die junge Alex Morgan erklärte: „Das war aufregend, im Halbfinale zu spielen und es wäre natürlich einmalig, wenn ich auch im Finale zum Einsatz käme. Gegen Japan wird es eine große Herausforderung, sie spielen großartig Fußball. Wir werden kompakt bleiben und vor allem auch als Team verteidigen müssen.“