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2011

Können die “Bleues” den Favoriten ärgern?

Heute Abend stehen sich im ersten Halbfinale der Frauenfußball-WM Frankreich und die USA gegenüber (ab 18 Uhr live im ZDF). Der Emporkömmling will dem favorisierten Weltranglistenersten mit technische gepflegtem Spiel ein Bein stellen.

Die Hoffnungen der Französinnen ruhen neben einem knappen Dutzend selbstbewusster Spielerinnen von Champions-League-Sieger Olympique Lyonnais, darunter Spielerinnen wie Mittelfeldmotor Camille Abily und Verteidigerin Sonia Bompastor, vor allem auf Stürmerin Marie Laure Delie.

Nicht als Touristen in Deutschland Die treffsichere Offensivkraft von Montpellier Herault SC hat in bisher 26 Länderspielen 23 Tore erzielt. Und das, obwohl sie zumeist als Einwechselspielerin in die Partie kam, vergleichbar mit Conny Pohlers vom 1. FFC Frankfurt in der vergangenen Bundesligasaison. Delie ist bis in die Haarspitzen motiviert und meint: „Wir sind schon für Olympia 2012 qualifiziert, nicht als Touristinnen hier und wollen den Titel holen.“ Da ist es ihr und ihren Teamkolleginnen auch ganz egal, dass die „Bleues“ gegen die Amerikanerinnen in 13 Versuchen erst einmal gewannen – vor 21 Jahren. „Das wird schwer, aber wir glauben an uns. Mit dem Teamgeist werden wir weitere Kräfte freisetzen“, ist sie sich sicher.

USA voller Energie und Selbstvertrauen Doch auch im US-Team ist das Selbstvertrauen nach dem dramatischen Halbfinaleinzug gegen Brasilien ins Unermessliche gewachsen. So meint Verteidigerin Amy LePeilbet: „Wir sind jetzt voll gepackt mit Energie und Vertrauen, dass wir jede Hürde nehmen können und wir werden das ins Spiel gegen Frankreich mitnehmen. Shannon Boxx warnt dennoch: „Sie haben ein großartiges Team und nach dem Sieg im Elfmeterschießen gegen England dasselbe Momentum wie wir.“

Technik gegen Athletik Es dürfte eine packende Auseinandersetzung werden, in der die Erfahrung vergangener großer Turnier für die Amerikanerinnen spricht. Doch Frankreich war bisher das spielstärkste Team der Weltmeisterschaft, die USA lebten bisher hingegen vom Kampf und ihrer Athletik, das spielerische Moment kam bisher noch kaum zum Tragen.

Bini hofft auf David-Sieg gegen Goliath Und es wird auch ein Duell zwei der charismatischsten Trainer im Turnier, Bruno Bini und Pia Sundhage. „Die 21 Spielerinnen sind fit, der Teamarzt hat Bauchschmerzen und ich habe zu schnell gegessen“, hatte Bini die Lacher am Tag vor dem Halbfinale auf seiner Seite. „Die USA sind die klare Nummer Eins, aber es wäre nicht das erste Mal, dass der David den Goliath bezwingt.“