Silvia Neid bleibt Trainerin der DFB-Elf

Von am 13. Juli 2011 – 19.02 Uhr 149 Kommentare

Noch gestern hatte sich Bundestrainerin Silvia Neid Bedenkzeit erbeten, ob sie weiterhin das Traineramt bei der DFB-Elf begleiten würde. Doch schon heute fiel eine Entscheidung.

Nach einem Gespräch mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach in der DFB-Zentrale hat sich Neid entschieden, ihren bis 2016 laufenden Vertrag zu erfüllen und damit auch in Zukunft die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zu trainieren.

Neid: Rückendeckung als entscheidender Antrieb
Neid erklärt: „Nach dem auch für mich enttäuschenden Ausscheiden bei der WM brauchte ich ein paar Tage zum Nachdenken. Der große Zuspruch meiner Mannschaft und das Vertrauen, dass mir DFB-Präsident Dr. Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach noch einmal persönlich ausgesprochen haben, waren für mich der entscheidende Antrieb weiter zu machen. Ich freue mich auf die nächsten Herausforderungen.“

Niersbach: „Gute Entscheidung“
Generalsekretär Wolfgang Niersbach sagt: „Es ist eine gute Entscheidung für den Frauenfußball, dass Silvia Neid ihre Arbeit als Bundestrainerin fortsetzt und wir sind sicher, dass sie mit hoher Motivation das nächste große Ziel EM 2013 in Schweden angehen wird.“

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

149 Kommentare »

  • berggruen1 sagt:

    @ballander: Wahrscheinlich sind wir grundlegend anderer Ansicht was Analysen betrifft 😉 und was in eine Ansprache/Pressekonferenz hinein gehört. Das Statement des Nichterreichens von Öffentlichkeit und Mannschaft aber ist (für mich) eigentlich schon die größtmögliche Selbstoffenbarung. Denn selbst wenn sie vermeintliche Fehler wie: ich hätte statt Birgit Prinz lieber Conny Pohler mitnehmen sollen, die Vorbereitung wäre besser erst zwei Wochen vor Beginn der WM gestartet und ich hätte Lira Bajramaj untersagen müssen, ihr Gesicht mehr zu vermarkten als ihren Fußball – was wäre damit gewonnen?

    (0)
  • ballander sagt:

    jede äußerung, mit der sie eine kritische bewertung EIGENEN verhaltens erkennen lässt, wäre in meinen augen ein enormer gewinn für die entwicklung der natio! ich halte es für unverzichtbar, dass eine bundestrainerin sich nicht für unfehlbar hält, dass sie die interessierte öffentlichkeit an entwicklungsprozessen teilhaben lässt, sprich einen angemessenen einblick in ihre erwägungen gibt und sich mit anregungen auseinandersetzt. und all das öffentlich! eine bundestrainerin muss auch eine gewisse debattenfreudigkeit mitbringen.

    übrigens finde ich nicht, dass sich lira zu sehr vermarktet hat. und es ist auch nicht aufgabe der bundestrainerin, ihr das zu untersagen. es sind alles mündige spielerinnen. was gefehlt hat, war die professionelle begleitung dieser prozesse durch den dfb. dann wäre aus hype nicht druck, sondern selbstbewusstein geworden. das schafft z.b. eine pia sundhage hervorragend, weil sie einen anderen ansatz hat und dadurch den zugang zu den spielerinnen findet. sie zieht ihre autorität nicht aus dem längeren hebel, sondern aus einfühlungsvermögen und wertschätzung den spielerinnen gegenüber. das kann man in ihren authentischen statements wunderbar heraushören. und das schöne ist, sie schiebt die schuld nicht den spielerinnen zu, wenn es nicht läuft.

    übrigens empfinde ich die aussage, es sei ihr nicht gelungen, die öffentlichkeit zu überzeugen, dass wir keinen durchmarsch vor uns haben, nicht als offenbarungseid, sondern als beleidigung der interessierten öffentlichkeit. es handelt sich um mündige bürger, fans, medien- und ligavertreter mit dem recht auf eine eigene meinung und eigenen irrtum. frau neid hat lediglich das informationsinteresse der öffentlichkeit zu befriedigen. das öffentliche meinungsbild zu definieren, ist nicht ihr auftrag.

    (0)
  • waiiy sagt:

    Wenn Spielerinnen dieses Kalibers nicht schaffen, mit mehreren Systemen zu spielen und diese dann auch bei Bedarf zu wechseln, dann hat die Trainerin etwas falsch gemacht und dann kann diese Mannschaft auch nicht bestehen, denn dann wird sie, wenn das eigene System mal vom Gegner ausgehebelt wird, wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen und sich kampflos ergeben. So geschehen gegen Japan.

    Entweder war Silvia Neid nicht fähig, mehrere Systeme einzuüben in der „kurzen“ Vorbereitungszeit oder sie hat die Mannschaft einfach nicht im Griff. Bei beiden Schlussfolgerungen gäbe es in jedem Verein nur eine Konsequenz – beim DFB wird es die nicht geben, weil Silvia Neid kein Rückgrat hat und The Zwanziger schon lange nicht mehr auf Resultate, Leistungen und Fans sieht bzw. hört.

    Es gab Phasen bei der Männer-Nationalelf, bei der ich mich zwar über gute Ergebnisse gefreut, aber eben nicht mitgefiebert habe, weil ich mich damit einfach nicht identifizieren konnte. Das haben wir nun bei der Frauennationalmannschaft auch erreicht…

    waiiy

    (0)
  • Detlef sagt:

    @ballander,
    Deinem letzten Beitrag kann ich absolut beipflichten!!!

    Ich sehe in ihren „Eingeständnissen“ auch keine wirkliche Selbstkritik, sondern eher eine Art Erklärungsversuch der Umstände des frühen Scheiterns!!!

    Auch waiiy pflichte ich absolut bei, daß ein Spitzenteam wie Deutschland mehrere Spiel-Systeme beherrschen muß, und diese auch (wenn nötig) während des Spiels selbstständig wechseln kann!!!
    Das ließ das deutsche Team aber vermissen, und zwar in drei von vier Begegnungen!!!
    Auch die fehlende Fitness und Kondition einiger Stammspielerinnen ist ein Kritikpunkt, auf den Neid bis heute nicht eingegangen ist!!!

    (0)
  • jochen-or sagt:

    Hei, Leute,

    fällt euch nichts auf?

    Diese doch für FF-Interessierte zumindest berichtenswerte Nachricht über das Verhalten der Bundesneid , die sogar im Videotext der großen Sendeanstalten veröffentlicht wurde, findet hier auf Womensoccer nicht statt, obgleich sich hier im Juli bei gut 4.500 Klicks gut 100 Leute mit rd. 140 Kommentaren an diesem Thema beteiligt haben.

    Da kann man nur den Kopf schütteln und sich seinen Teil denken.

    (0)
  • ErnestoIV sagt:

    Den Zeitpunkt für ihr Einsehen hat sie sich ja schön ausgesucht. Wochenlang hört man nichts zur Neid`schen WM-Analyse und aus dem nichts heraus hat sie doch auf einmal Fehler gemacht. Da wird man jetzt nicht mehr so genau hinsehen, in dem schnelllebigen Geschäft Fußball. In dem Wissen, dass jetzt 5 Wochen nach der WM die Aufmerksamkeiten, vor allem der Presse, schon wieder ganz bei der BuLi der Männer zu finden sind, wird ihr Eingeständnis eher wohlwollend aufgenommen.

    Und so ganz nebenbei startet am Wochenende die BuLi der Frauen. Nicht das, was die BundesNeid bei der WM alles falsch gemacht hat, soll hinterfragt werden, sondern es soll der Hut in den Ring geworfen werden: „hier geht es weiter mit dem FF, achtet auf die BuLi der Frauen“

    Aber für den Zeitpunkt ihres Eingeständnisses wird ihr nicht selbst „das Licht aufgegangen sein“, da wird die Presseabteilung des DFB kräftig angeschoben haben.

    (0)
  • Steffen sagt:

    NEID MUSS WEG ! ! !

    (0)
  • sodalith7 sagt:

    Ein aktueller Artikel zu Frau Neid:
    https://j.mp/oBp5MK

    „Eine der Hauptaufgaben wird sein, neue Spielerinnen aufzubauen.“
    Ich dachte wir brauchen keinen Neuanfang, sondern spielen einfach soweiter …

    […] „Wir müssen schon sehr gut arbeiten mit unseren jungen Talenten.“
    Man muss arbeiten, um Erfolg zu haben??? Wirklich???

    […]„Wir müssen sehen, ob wir uns nicht auch von anderen Nationen etwas abschauen können.“
    Man kann auch einfach weiter in seiner rosaroten Seifenblase leben.

    Wenn das die Erkenntnisse der WM-Analyse sind, na dann gute Nacht.

    (0)
  • fisch sagt:

    @ Steffen
    Absolut richtig und notwendig. Neid hat hauptsächlich das deutsche WM-Fiasko mit dem Olympia-Aus zu verantworten, weil sie nicht in der Lage war, ist und sein wird, ein hochkarätiges Spielerinnenangebot der weltbesten FF-Liga taktisch flexibel auszuwählen und auf reale Spielsituationen einzustellen. Die kann nur ihren körperbetonten Hauruckfußball und hat von Taktik keine Ahnung. Neid weg – ist mit
    dem 20iger-DFB aber nicht zu machen. Heute saß der ganze Frankfurter Klüngel schon wieder ganz einträchtig bei ihrer zusammengekauften und -geräuberten Leib-und-Magen-Truppe und feierten den gekauften, glücklichen Sieg.

    (0)