DFB-Elf quält sich zum Sieg gegen Nigeria

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Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat auch ihr zweites Spiel bei der Frauen-WM im eigenen Land gewonnen und damit genauso wie Frankreich das Viertelfinalticket gelöst. Gegen Afrikameister Nigeria bot das Team aber eine mäßige Vorstellung, Simone Laudehr erlöste die 48 817 Fans im Frankfurter WM-Stadion anfangs der zweiten Halbzeit.

Am Ende stand ein glanzloser 1:0 (0:0)-Arbeitssieg, den Laudehr mit einem Schuss aus sechs Metern sicherstellte (54.).

Bundestrainerin Silvia Neid vertraute auf dieselbe Anfangsformation, die am Sonntag das WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada mit 2:1 gewonnen hatte. Nigerias Trainerin Eucharia Uche nahm einen Wechsel vor, für Glory Iroka nahm sie Sarah Michael in die Startelf.

DFB-Elf tut sich schwer
Die DFB-Elf begann viel versprechend, Simone Laudehr scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Nigerias Torhüterin Precious Dede (2.). Deutschland war zwar weiter am Drücker, doch das Passspiel war zu ungenau, das Aufbauspiel zu ideenlos, im Mittelfeld klaffte zumeist eine große Lücke. Kim Kulig versuchte sich mit einem 25-Meter-Schuss aus der Distanz, doch Dede hatte keine Mühe (13.).

Nigeria wird mutiger
Nigeria merkte, dass die deutsche Elf nicht gerade ihren besten Tag erwischt hatte, und wurde mutiger. Michael hätte nach Vorarbeit von Rita Chikwelu fast eine Unachtsamkeit von Saskia Bartusiak ausgenutzt, doch ihr Schuss aus schrägem Winkel war zu unplatziert (22.). Desire Oparanozie, eine der auffälligsten Nigerianerinnen bei der U20-WM im Vorjahr, nahm eine Ecke von Stella Mbachu direkt ab, ihr Schuss wurde aber geblockt (29.).

Verletzung von Behringer
Melanie Behringer musste mit einer Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk früh vom Feld, für sie kam Alexandra Popp, die das Offensivspiel beleben sollte (31.). Es war keine zimperliche Partie, Chikwelu hielt den Fuß gegen die aufgerückte Peter drauf, die Potsdamerin konnte nach kurzer Behandlung aber weiter spielen (38.). Ebere Orji hatte die letzte Chance der ersten Halbzeit, in der die DFB-Elf enttäuschte (45.).

Simone Laudehr
Torschützin Simone Laudehr (li.) im Duell mit Stella Mbachu © Nora Kruse / ff-archiv.de

Prinz raus, Laudehr bricht Bann
Die DFB-Auswahl tat sich weiter schwer, Neid nahm Kapitänin Prinz vom Feld, die dies mit einem missmutigen Handschlag quittierte (53.).  Für sie kam Inka Grings in die Partie, die gleich eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn nach einem Freistoß vom linken Flügel von Da Mbabi legte sie den Ball mit der Hacke zurück, der erste Schussversuch von Popp wurde noch geblockt, doch den Abpraller verwertete Laudehr aus sechs Metern zur Führung (54.). Das deutsche Spiel nahm nun etwas Fahrt auf, Kulig bediente Da Mbabi, deren Ablage kam über Grings zu Garefrekes, doch die schoss über das Tor (64.).

Gegen Frankreich um den Gruppensieg
Nigeria versuchte weiter mit athletischer Spielweise dagegenzuhalten, blieb bei seinen wenigen Vorstößen aber harmlos. Einen Schuss von Grings hielt Dede erst im Nachfassen (77.), Kulig schoss über das Tor (79.). Und so blieb es beim 1:0, am 5. Juli spielt die DFB-Elf nun in Mönchengladbach gegen Frankreich, nur mit einem Sieg wird man aufgrund des schlechteren Torverhältnisses als Erster die Gruppe A abschließen.

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  • 340 Seiten - 01.07.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH (Herausgeber)

Letzte Aktualisierung am 28.01.2020 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

66 KOMMENTARE

  1. in meinen Augen ist es eine Schande was auf Basis des vorhandenen Potenzials abgeliefert wurde.

    Eine Krahn, eine unvollständige Abwehrspielerin, die nicht in der Lage ist nach vorne zu spielen wird noch hochgejubelt – das ist doch eine Farce, wenn man bedenkt welch Möglichkeiten wir in Deutschland haben.

    Eine Grings, Garant für Tore seid Jahren, vergammelt auf der Ersatzbank.

    Das Argument: Man hat so viele erstklassige Alternativen.

    Sicherlich … nur offenbar ist keine hinreichend mit den anderen eingespielt. Das hat sich schon im ersten Spiel gezeigt, wo ich die Bewertungen hier teilweise viel zu positiv fand. Deutschland hat schon da eher schlecht gespielt.

    Und ich frag mich eigendlich was diese Auswechslungen eigendlich sollen – man Wechselt doch nicht, nur weil man es kann … und besser wurde es ja kaum.

    Wir halten also fest:

    positionelle Fehlbesetzungen, sowie falsch eingesetzte erstklassige Spielerinnen verbunden mit einer offenbar schlechten Vorbereitung, wie fehlende Einstimmung auf den Gegner, führt dazu, dass Deutschland meilenweit hinter dem Niveau zurück bleibt, welches man eigendlich erwarten müsste.

    aber ist ja alles Klasse…

    In meinen Augen hat der Gegner mehr gekämpft und ich hätte ihnen den Sieg gegönnt.

  2. Mich wundert, dass niemand die Frage stellt, ob man eine Mannschaft in 3 Monaten auch körperlich und mental müde trainieren kann. Nichts ist vom alten spielerischen Glanz vorhanden.
    Auffällig war nicht nur die neuerliche „müde“ Leistung von Birgit und m.E. auch Kim, sondern auch die Tatsache, dass keine deutsche Stürmerin ein Laufduell gegen eine Nigerianerin gewann.

    Wenn diese Mannschaft Weltmeister werden will, dann kann dies nur so laufen, wie bei den Männern 1974, bei denen ebenfalls zwei Jahre zuvor in überragender Art und Weise der EM-Titel gewonnen wurde – man wird über den Kampf kommen müssen und hoffen, dass man auf diese Weise sich gegen spielerisch bessere Mannschaften wie mutmaßlich Brasilien, derzeit wohl die Französinnen und womöglich auch die USA und Schweden durchsetzt.

  3. Zitat: „Für sie kam Inka Grings in die Partie, die gleich eine wichtige Rolle spielen sollte.“

    Diese wichtige Rolle wird sie hoffentlich auch im nächsten Spiel von Anfang an einnehmen können!

    Ansonsten: Gute Besseung an Melanie Behringer! hoffentlich ist es nicht so schlimm, wie man befürchten muß…

  4. Someone should tell Frau Neid to get a blank piece of paper.
    Then write down two names – Natze and Inka.

    Stage 2 – then someone who actually understands football adds nine other names.

    Outcome – then Germany will have a chance of winning WM 2011.

  5. Ganz schlechtes Spiel unserer Mädels. Mehr muss man eigentlich auch nicht sagen. Ich hoffe und wünsche das die Verletzung von Mel nicht so schlimm ist.

  6. Laudehr bringt es auf den Punkt: „Weil wir den Ball sehr lange gehalten haben, gab es dann viel auf die Socken. Da waren wir selbst Schuld.“ (Interview mit Eurosport)

    Nun werden hoffentlich nicht alle kommenden Gegner so spielen wie Nigeria, aber immerhin haben sie damit die Mädels erfolgreich am Spielen gehindert. Ob diese es schaffen, den Ball schneller laufen zu lassen, möchte ich hier erstmal bezweifeln, denn dazu hatten sie jetzt schon 2 Spiele Gelegenheit. Mir kam es so vor, als wenn GER mehr auf Zeitlupentempo setzt und nicht auf schnelle Dribblings und Paßspiel. – Und mit Frankreich wartet bereits eine wirklich gute und spielstarke, schnelle Mannschaft.

    Mit der bisherigen Leistung von GER scheint mir ein Halbfinale in weite Ferne zu rücken.

  7. …und keine Kommentare zur Schieri-Leistung?
    In den vielen Jahren, in denen ich den Frauenfußball verfolge, ist mir noch keine so schlechte Leistung unter die Augen gekommen.
    Vom Faul gegen Mellie mal abgesehen, dem ja wohl mit einer nicht so leichte Verletzung folgte, war der Kung-Fu-Einsatz gegen Poppi ja wohl das Allerletzte. Und dann… nur gelb.
    Das sich die Mannschaft damit schwer tut, ist sicherlich keine Frage.
    Ansonsten wünsche ich unseren Mädels für die restlichen Spiele, egal, wie viele noch kommen werden, alles Gute, denn schließlich will ich sie erst mal in Wolfsburg und dann natürlich in Frankfurt wieder sehen.

  8. Ja, das wird was von wegen Sommermärchen … Was für eine Zweikampfschwäche gegen Nigeria, wie viele technische Fehler, wie wenig Präzision, wie wenig körperliche Präsenz und Durchsetzungskraft, wie langsam die Offensivspielerinen in die Pötte kamen, einfach gruselig …

    Wie einfach sich Nigeria da in jeder Minute mit Kraft und Wille und Zähigkeit gegen ein schlaffes und ins Ungefähre nach vorne kickendes dt. Team zur Wehr setzen konnte …

    Dass da erste Pfiffe kommen von einem hoch gehypeten Publikum, kann ich verstehen, denn da fehlte einfach die Wettkampfhärte … Ist ja o.k., wenn die Zuschauer begriffen haben, dass das kein Spaziergang wird – hoffentlich haben es auch die Spielerinnen langsam begriffen und kommen nach aller Anfangseuphore endlich im Ernst der WM an …

  9. Markus, wo hast Du denn die Lücke im Mittelfeld gesehen? Zwischen Mittelfeld und Sturm ja wohl nicht, oder? Ich habe die Bindung zwischen Viererkette und der Doppel-6 vermisst. Wo sollen denn Sassi und Annike hinspielen, wenn Kim und Simon beide schon jenseits der Mittellinie rumkrebsen? Da kam vom ARD-Kommentator dann die sarkastische aber treffende Bemerkung von der Spielmachererin Angerer…

    Wenigstens haben die Mädels in der 2.HZ den Kampf ordentlich angenommen. In der 1.HZ haben sie sich ja kaum gewehrt.
    Über die Schiedsrichterin nur eines: Wir können froh sein, dass das Spiel nicht so ausgeartet ist, wie 2006 bei der Herren-WM Portugal(?) – Niederlande, das dem russischen Schiri komplett entglitten ist.

    Hoffentlich kommt MelB schnell wieder auf die Beine, gute Besserung, Dich hätten wir in diesem Spiel dringend gebraucht!

    Also: den dreckigen Arbeitssieg abhaken, die Pfiffe zur Pause vergessen und auf die alten Stärken konzentrieren, dann ist auch gegen Frankreich ein Sieg drin.

    Matze

  10. Vorneweg:

    Das Spiel der DFB-Elf war schlecht, da gibt es nichts schönzureden.

    Das entschuldigt aber nicht die extrem unterirdische Leistung der Schiedsrichterin, die einige üble Tritte der Nigerianerinnen – dabei spielt es keine Rolle, das die Deutschen den Ball eventuell zu lange gehalten haben – nicht, wie es die Regeln vorsehen, mit Gelb zu ahnden.
    Peter wurde in der ersten Halbzeit brutal niedergestreckt – noch nicht einmal ein Freistoß. Schon kurz nach Spielbeginn ein übler Tritt gegen Laudehr, Mitte der zweiten Halbzeit wurde sie erneut mit einem rüden Schienbeintritt umgetreten, kein Freistoß, kein Gelb. Zudem wird Angerer zweimal mit voller Absicht im Fünfer (!) angegangen, sie hält sich noch nach Spielende das Kinn. Ebenfalls keine Verwarnung.

    Kurz vor Schluß leistet sich eine Nigerianerin noch eine Tätlichkeit gegen Popp. Kein Pfiff, Popp krümmt sich vor Schmerzen auf dem Rasen.

    Sag mir einer noch einen einzigen Grund, warum diese Frau bei dieser WM noch irgendein Spiel leiten sollte.

  11. @jochen-or
    Ich erfülle Dir gern Deinen Wunsch, weil Deine Aussage zu 100% auch mein Standpunkt ist! Wie sagte doch Poppi:“So fit waren wir noch nie“!
    Saft-, kraft und kopflos auf jedem Meter Spielfeld, keine Spritzigkeit, kein Spielwitz und eine Kette endloser Fehleraneinanderreihungen. Eine Garefrekes hat mehr unter der Grasnarbe gespielt, so wenig war sie zu sehen.
    Wie das gegen die Französinnen aussehen soll, geht mir momentan noch völlig ab!
    Alle Achtung für Simons Einschätzung, die den Nagel absolut getroffen hat – danke auch für das Tor!

  12. Wieso ging dieser ARD-Lufen unmittelbar nach Halbzeit 1 eigentlich reflexartig von Pfiffen des Publikums gegen die eigene Mannschaft aus?
    Genauso könnten die Pfiffe doch auch der Schiedsrichterin oder den überharten Nigerianerinnen gegolten haben; nur mal so als Gedankenanstoß.

    Gegen dieses Nigeria von heute hätte sich jede andere Mannschaft genauso schwer getan. Die waren ja gleich mal drei Gänge leidenschaftlicher, motivierter und aggressiver als noch am Sonntag gegen Frankreich. Da hat wohl Thomas Obliers ganze Arbeit geleistet. Anfangs waren die Deutschen Spielerinnen von der Härte sicher beeindruckt, aber in Halbzeit zwei haben sie gut dagegengehalten. Eine gute Leistung war das heute aber sicherlich nicht, aber trotzdem gewonnen und das Viertelfinale vorzeitig erreicht. Also, Mund abputzen und weiter am großen Ziel arbeiten.
    Die Ausgangslage vor dem Frankreich-Spiel ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Man muss gewinnen um Gruppensieger zu werden, da gibt’s erst gar keine Gedankenspiele. Und Frankreich liegt uns besser, da bin ich mir ziemlich sicher.

    Mein Top-5:
    1. Laudehr
    2. Bartusiak
    3. Krahn
    4. Popp
    5. Bresonik / Grings

  13. Dass die Pfiffe zur Halbzeit sich gegen Nigeria und/oder die Schiedsrichterin richteten, war für mich eigentlich auch klar.

  14. Und noch ein Tip an SN: Lass die Mädels morgen Vormittag etwas auslaufen und gib ihnen den Nachmittag und den kompletten Samstag frei, ich glaube, die brauchen das!

    Matze

  15. Also, ich war heute im Stadion und würde von daher sagen, dass die Pfiffe nicht der deutschen Mannschaft galten. Die Schiedsrichterin wurde teilweise ausgepfiffen und die Gegner nach unfairen Aktionen. Von Pfiffen gegen die Deutschen habe ich nichts mitbekommen. Ansonsten ein schwaches Spiel. Der Wille war da, aber es waren einfach zu viele Fehler. Spätestens nach dem 10. Ball hoch nach vorne hätte man sich doch mal was anderes überlegen können…. Kann also gegen Frankreich nur besser werden!

  16. If Germany want to play flowing football then Poppi is not the answer.
    Poppi has energy and fight but spends too much time on the ground.
    The play then becomes disjointed and fragmented.

    MVT is a better coach than Frau Neid and worked out that Poppi can contribute better by playing elsewhere in a team.

    The substitutes today were exactly the same as Sunday and entered the field in the same order.
    Frau Neid is very predictable in her decision making and other coaches know that.

    Inka comes into the game and immediately makes an impact with her involvement for the goal.
    But she did not appear to be given the role of main striker.
    Is there any logic and pattern with the tactics and gameplan of Frau Neid?

  17. Unentschieden gegen Frankreich reicht nicht zum Gruppensieg – sehr schade, das Viertelfinale in Wolfsburg kann ich schon mal abhaken, die Tickets kriege ich ja nichtmal auf dem black market los.
    Leider haben die Französinnen in ihren zwei Spielen genug Selbstbewusstsein tanken können, so dass sie sich von den Nigerianerinnen abschauen konnten, dass man der DFB-11 ganz einfach mit ein bisschen Härte den Schneid abkaufen kann.
    Nach den beiden Leistungen unserer Mädels hat bestimmt keiner mehr Angst oder grösseren Respekt vor uns: sowohl unser Sturm als auch unsere Defensive sind zu einfach zu langsam.

  18. @Jarmusch

    Was macht Sassi auf Platz zwei Deiner Top5? Schließlich hat sie heute gleich zwei Schnitzer produziert. Gegen Kanada hatte sie zwar keinen und ist damit insgesamt wieder bei ihrer normalen Rate ;), aber kann es sein, dass Du sie heute mit Babett Peter verwechselt hast? 😉

    Matze

  19. Das eine Schiedsrichterin ein Spiel dermaßen entgleiten läßt, hätte ich bei einer WM nicht für möglich gehalten. Es scheint mir so, nach den bisher gesehenen Spielen, dass die Frauen auch einmal robuster in den Zweikampf gehen können, ohne geahndet zu werden. Aber eine Schiedsrichterin, die da nicht frühzeitig die Handbremse zieht und lächelnd weiterspielen läßt, empfinde ich als Ohrfeige für den Frauenfußball und so etwas möchte ich mir nicht ansehen! Denn gerade die Fairness in diesem Sport hat mir immer besonders gefallen, auch wenn für jede Zubbelei sofort gepfiffen wurde.

  20. It is a total shambles.
    From the moment that the decision to shorten the Buli season was made then the fate of Germany was decided.
    The sheer arrogance and stupidity of that decision is now becoming apparent at WM.

    In addition, it is obvious that Germany lack any creativity and imagination with the starting Xl that Frau Neid has chosen in the two games.
    To make matters worse, the only German player capable of scoring goals has been humilaiated by her own coach. With a worldwide audience witnessing that humiliation.

    Frau Neid should remember a certain saying, „you reap what you sow“.

  21. Ein Glück, daß diese Tretertruppe draussen ist. Wär bitter, wenn Behringer – auch nach einem rüden Foul – nicht mehr spielen könnte.

  22. „Leider haben die Französinnen in ihren zwei Spielen genug Selbstbewusstsein tanken können“

    Das 1:0 gegen Nigeria war aber nicht der Brüller, und den Sieg gegen ein erschreckend schwaches Kanada sollte man nicht überbewerten.

  23. NaviDrH schrieb: „sowohl unser Sturm als auch unsere Defensive sind zu einfach zu langsam.“

    Das sehe ich ganz und gar nicht so! – Nigeria hat einfach superschnelle Spielerinnen und das ist ja nichts Neues.
    Warte mal ab, gegen Frankreich sieht das ganz anders aus. Mit Ausnahme von Thomis sind die sicher auch nicht schneller als unsere Spielerinnen. Aber Schnelligkeit entscheidet selten Spiele, da gibt’s noch ein paar andere wichtige Kriterien.

  24. „Aber Schnelligkeit entscheidet selten Spiele, da gibt’s noch ein paar andere wichtige Kriterien.“

    True and France have those qualities – skill, tactical awareness, ability for players to pass the ball to each other.
    In comparison the Xl players that Frau Neid has started in the last two games do not have those qualities.

    Compare the Germany performances of today and Sunday with the champagne football of EM 2009 Final, and the difference is all about ONE player.
    That player will win WM 2011 for Germany – provided that she is allowed to start games and provided that the attacking set up of the German team is organised around her.

    There is no other option, there is no other plan – ONE player decides the fate of Germany.

  25. Claus Lufen ist KEIN Freund des Frauenfußballs. Sein Fachwissen hier ist überschaubar, wahrscheinlich macht er deshalb gerne mal einen Nebenkriegsschauplatz auf (Theorie über angebliche Pfiffe gegen das Deutsche Team zur Halbzeit). Dann gewinnt er Zeit und muss nicht in die Tiefenanalyse. Und darüberhinaus kommen dann immer wieder mal abwertende Sprüche (meist im Nebensatz), die mich zu obiger Aussage bewegen.
    Auch ist er insgesamt viel zu distanziert (das ist er aber auch beim Männerfußball oder anderen Sportarten). Er schafft es immer wieder, große Sportereignisse auf Bezirkssportfestniveau zu verkaufen, weil ihm das notwendige Maß an Emotionalität fehlt.

  26. @jochen-or schrieb:

    „Mich wundert, dass niemand die Frage stellt, ob man eine Mannschaft in 3 Monaten auch körperlich und mental müde trainieren kann. Nichts ist vom alten spielerischen Glanz vorhanden“

    Absolut berechtigt, diese Frage. Viele in diesem Team wirken ausgelaugt, verunsichert und überfordert. Drei Monate Vorbereitungszeit und null Harmonie und Spielfluß. O.K., die Nigeriannerinnen haben ordentlich zugelangt, aber das ist eine zu billige Ausrede. Da muss eine gute Mannschaft einfach eine Antwort haben, mit spielerischen Mitteln. Jetzt braucht es nervenstarke Spielerinnen mit Selbstbewußtsein, die dem Druck standhalten können. Ich fand Inka Grings in der 2. Hälfte sehr überzeugend. Sie sollte gegen Frankreich auf jeden Fall beginnen.

  27. @Uwe

    Did nobody in Germany question the stupidity of the 3 months preparation?

    Already German football has suffered badly in the CL Final because of it.
    Now France must be very confident of beating Germany in the next game.

    Germany are the hosts and EM and WM title holders – they did not need the ‚university‘ preparation.
    A long preparation is good for developing nations (Colombia as an example) but not a top nation as Germany.

  28. Die Schiedsrichterin war zwar schlecht, aber hat sich nicht auf Seiten eines Teams gestellt, von daher hätte man sich darauf einstellen und seine Spielweise anpassen können. Nigeria hat rustikal gespielt, aber so erwarte ich doch ein Team, das als Underdog in eine Begegnung geht. Es ist klar, dass die Sparringspartner aus den Testspielen ohne Verletzung in den Urlaub wollen, von daher konnte keiner den Ernstfall simulieren – womit wir wieder bei der Frage nach dem Sinn der Maßnahme sind, Spieler für drei Monate ohne Wettkampfpraxis zu haben. Das extremere Beispiel dafür ist Kanadam wo zwei Drittel der Mannschaft noch länger ohne Verein sind, was auf dem Platz auch sichtbar war.

  29. entäuschend-entäuschend-entäuschend—da war nix im Spiel was man schön reden kann — eine Vorstellung unserer Mädels—- einfach entäuschend—-

  30. Ich weiß nicht was mich mehr ärgert, dass eine Frau Neid, wie schon vor der WM auch hier viel diskutiert, sklavisch an den „Alten“ festhält und eine Birgit Prinz wie schon im ersten Spiel, keinen Fuss mehr auf den Boden bekommt (auf der anderen Seite Annike dafür aber eine solide Partie liefert), oder die unerträglich, nervige herablassende Art der männlichen Moderatoren, sowohl im Kommentar als auch in den Pausenmoderationen in jedem Nebensatz präsent…
    Gut das die Mädels gewonnen haben, mir war jedenfalls jklar, dass das kein Spaziergang wird (von wegen Moderator-Tipp 5:0). Wichtig ist das Viertelfinale und das Spiel gegen Frankreich wird dabei richtungsweisend sein! Unsere Männer hatten auch immer ihre Hänger in den Turnieren, warum soll das bei den Frauenn anders sein.
    Nur bitte, bitte liebe Frau Neid: Lass Grings und Co von Anfang an spielen und erspare Birgit Prinz weitere Demütigungen, das hat sie nicht verdient!
    Ach ja, apropos Moderatoren: Unmöglich auch die permanenten Versuche in den Interviews den Mädels reindrücken zu wollen, dass die Kulisse sie überfordert (in jedem einzelnen Interview). Wer selber mal auf dem Platz gestanden hat weiss doch ganz genau, dass ehr das Gegenteil der Fall ist und eine Superkulisse allein schon dafür sorgt, erst recht reinzuhaun. Und der Gegner spielt ja übrigens auch vor dem gleichen Publikum….

  31. Prinz kann durchaus von Beginn an auflaufen. Das Problem sind ja hier auch nicht einzelne Spielerinnen, sondern es gibt viele Spielerinnen, die hinter ihren normalen Leistungen zurück bleiben.

    Das sie dann noch nicht mal ordendlich zusammen spielen können, dass ist doch der Grund für die schlechte Vorstellung.

    Und wenn man sich den Abgang von Prinz anschaut, dann sieht man doch in aller Klarheit wie das Verhältnis zwischen den Spielerinnen ist und wo hier die Prioritäten liegen.

    … vonwegen der alten Laier, dass es eine Spielerin nicht stören würde, wewnn sie ausgewechselt wird.

    Ich persönlich glaube, dass man durch das Versäumnis für jede Position eine Stammspielerin finden zu müssen, sich letztendlich geschadet hat.

    Auch wenn das angeblich die große Stärke unserer Mannschaft sein soll.

  32. So, das war das erste Spiel der deutschen NM, das ich durchgängig habe schauen können. Leider, muß ich sagen. Die ersten Minuten waren vielversprechend, allerdings hat man sich offenbar den Schneid durch überharte und nichtgeahndete Fouls abkaufen lassen. Was dann kam war ein Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Auch wenn der Moderator Birgit Prinz als den offenbaren Sündenbock ausgemacht hat (was im Moment offensichtlich absolut en vogue ist): die Aufbaufehler und Fehlpässe, die nicht technisch korrekt angenommenen und dadurch viel zu schnell versprungenen Bälle sind nicht ihr anzulasten! Ihr Zuspiel kurz vor Pausenpfiff auf Laudehr (?), die im Strafraum von den Beinen geholt wird (ungeahndet selbstverständlich) hätte 100% zu einem Tor geführt. Das fälschlich nicht gegebene Tor von da Mbabi wurde, soweit ich mich erinnere, von ihr eingeleitet. Es war eine komplex schlechte Leistung aus der eigentlich nur und ausschließlich die Torschützin herausstach (nicht nur wegen des Tores). Von der hochgelobten Spritzigkeit einer da Mbabi oder einer A. Popp war meilenweit nichts zu sehen, Inka Grings stand zwar nach dem Freistoß richtig, ansonsten war auch sie nahezu unexistent. Aber soweit ich das bisher überblicke haben doch sowohl Birgit Prinz als auch da Mbabi bislang auf anderen Positionen (erfolgreich) gespielt? Warum wurde das geändert?
    Nach solchen Spielen ist jemand, der Neuling ist, nicht wirklich motiviert, das Spiel Deutschland – Frankreich anzuschauen :-(. Denn auch das Frankreich-Kanada-Spiel, das ich mir habe vorher angeschaut, war nicht wirklich gut (nur das Ergebnis stimmte für die Franzosen).

  33. Gut, nach dem Einstand vor 74000 Zuschauern haben wir jetzt auch die Nahkampfausbildung hinter uns. Hoffentlich wird ab jetzt wieder Fußball gespielt. Die Leistung gestern war unter dem Durchschnitt
    a) von der deutschen Mannschaft, die sich das Leben selbst schwer gemacht hat, wie Laudehr sehr schön auf den Punkt brachte,
    b) von Nigeria, die nicht primär gegen den Ball treten wollten (ob sie es besser können sei mal dahingestellt),
    c) von der Schiedsrichterin, die völlig überfordert war und viele Fehlentscheidungen traf.

    Jede andere Mannschaft hätte sich vermutlich ebenso schwer getan, Brasilien oder die USA hätten wohl auch keinen hohen Sieg eingefahren. Allerdings darf man sich auch gegen eine solche Mannschaft und gegen eine überforderte Schiedsrichterin nicht den Stecker ziehen lassen.

    Stark fand ich heute neben Laudehr (sowohl auf, wie auch neben dem Platz, s.o.) Peter und Bresonik.

    Wenn Frau Neid allerdings jetzt immer noch zu Prinz hält, dann verstehe ich gar nichts mehr. Sie war in einer eher schwachen Elf die Spielerin, die am meisten abfiel, trotz ein, zwei guter Szenen (das alleine KANN aber nicht reichen). Ihre Verdienste in der Vergangenheit schienen Nigeria nicht sonderlich zu interessieren und von ihr „müde spielen“ lassen wollten sie sich auch nicht. Kaum Ballkontakte, nicht EIN Torschuss und daher völlig zu recht ausgewechselt. Auch Garefrekes war heute besonders weit von der Leistung am Sonntag entfernt. Größenteils unsichtbar, nur die hohe Fehlpassquote war sehr auffällig.

    Ich denke (und hoffe), dass die Startelf gegen Frankreich (sofern Behringer ausfällt) so aussieht, wie die Elf der zweiten Halbzeit, also mit Popp und Grings. Dann hoffe ich, dass wir auf eine Mannschaft treffen, die auch Fussball spielt. Ich bin recht zuversichtlich, dass es mit dem Gruppensieg noch was wird. Aber dafür muss der Hemmschuh endlich abgestreift werden.

  34. … in meinen Augen ist es offensichtlich, dass hier erstklassige Spielerinnen (und dazu gehört ja im höchsten Maße auch Prinz) nicht ihre Leistungen abrufen können, die sie nicht nur über Jahre, sondern teilweise auch noch in der Saison gezeigt haben.

    Im Normalfall, bei den Männern, würde die Luft bei einem so derartig erstklassigen Spielerkader und den gezeigten Leistungen, für eine Trainerin schon dünn werden. (In den Vorbereitungsspielen hat man ja auch nicht geglänzt)

    Nehmen wir Prinz als Beispiel: Stammspielerin über lange Zeit. Sie muss also, gerade in einer Druckphase, auch noch eine neue Situation bewältigen und dass in der Phase ihres Karrierendes in der Nationalmannschaft, nämlich stets ausgezeichnet zu spielen, da ansonsten die schnelle Auswechslung droht.

    Wie soll man da befreit aufspielen ? Sie wird ja nicht mal mitegrissen, weil auch die meisten anderen Anlaufschwierigkeiten haben.

    In meinen Augen hat die Trainerin kein Konzept gefunden. Sie hat sich nicht klar für eine Spielerin aussprechen können und damit nicht nur eine vertrauensvolle Basis geschaffen, sondern es der Mannschaft auch ermöglicht sich auf eine feste Formation einzuspielen.

    Und das muss man ihr einfach vorwerfen, selbst wenn wir Weltmeister werden sollten. Es ändert nichts an der Tatsache, dass man mit diesem Kader einfach besser auftreten muss, auch wenn es bis jetzt immer gereicht hat (u. auch viele alte u. neue Fans zufrieden stellt).

  35. Wie die „Neid-Prinz-Krahn-usw-Kritiker“ hier und jetzt jubeln…

    Die Fakten:

    Seit 2003 Weltmeister – WM im eigenen Land – HYPE/Medienrummel – Erwartungshaltung: Wir spielen ALLE 10:0 an die Wand + „richtige“ Gegner gibt es ja eh nicht.

    Meine Meinung:

    Die deutsche Mannschaft hat bisher die Gegner beherrscht. Ich hatte nie Befürchtungen wegen eines Gegentores (vielleicht doch gute Taktik?).

    Was passiert denn, wenn Deutschland in Viertelfinale berauschend spielt und 1:0 verliert? Wie immer: LOOSER !!!

    Ich bleibe optimistisch, weil mir von Anfang an bewußt war, daß das richtig enge Spiele werden. Und…mögen USA/Schweden/Nordkorea auch mehr beeindruckt haben…die Wahrheit liegt auf dem Platz! Und…um Weltmeister zu werden gehört auch etwas Glück dazu (war 2003 + 2007 auch so, definitiv!).

    Die deutsche Mannschaft hat meine Erwartungen bisher voll erfüllt!

  36. Wir brauchen nun nichts schön reden, aber das Schlechte auch nicht schlechter 😉

    ES KANN NUR BESSER WERDEN…und ich bin überzeugt davon, dass sich die Mannschaft steigern und uns noch begeistern wird.

    Lasst eine Prinz doch Prinz sein…ich bin kein Fan von ihr und fand ihre Leistung auch nicht prickelnd. Aber außer einer Laudehr ist gestern niemand großartig aufgefallen. Das war jetzt ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt. Nun fängt die WM erst so richtig an…und ich bin eigentlich auch sehr froh, dass es kein Selbstläufer ist.

    Jetzt heißt es unterstützen wo es geht…

    Die Spielerinnen müssen frei werden…die WM ist schon überwältigend. Der Druck ist riesig. Aber alles wird gut. Ich glaube an ein Happy End… :)))))))) *Frankfurt-17.07.2011*

  37. @Garrincha
    Reden/schreiben wir nach dem Dienstagspiel gegen Frankreich weiter! 😀

    Und das Deine Erwartungshaltung bisher voll erfüllt wurde, spricht weder für Dich noch für unsere Natio!

    Erst wünscht man sich volle Stadien mit euphorischen Zuschauern und dann mosert man rum, weil der Druck damit angeblich zu groß wäre – kann ich/man nicht verstehen.

  38. Wenn man sich zum Beispiel die CL anschaut, dann fällt dort auf, dass Deutschland hier stärker vertreten ist als alle anderen Nationen.

    Dieses Übergewicht, welches auf Vereinsebene auch in Form der Bundesliga exestiert, müsste sich also auch in einer Nationalmannschaft wiederspiegeln.

    Man muss schon ein sehr fanatischer Fan sein, wenn man nicht erkennen möchte, dass sich die Gegner offenbar verbessert haben, wärend wir uns nur geringfügig weiterentwickelt haben.

    Diese Erkentnis in abgeänderter Form hat ja auch die Trainerin, die von einer größeren Leistungsdichte redet, ohne zu erkennen, dass man trotzdem souverän Spiele gewinnen kann.

    Es sei noch folgendes anzumerken:

    Die fehlende Schnelligkeit, das mangelhafte Passpiel, die ideenlosigkeit und die fehlende Zusammenarbeit können unmöglich darauf zurückzuführen sein, dass die Gegner plötzlich und überraschend alle gut spielen.

    Die zwei Tore im ersten Spiel resultierten lediglich aus kapitalen Böcken des Gegners, dem muss man sich einfach bewusst werden. Das heißt, dass das Leistungsniveau wohl doch nicht immer so erstklassig ist, wie uns erzählt wird.

    Vielmehr werden heutzutage die Gegner in den Himmel gelobt, um die eigene Unfähigkeit zu rechtfertigen.

  39. Kann meinem Vorredner nur zustimmen. Der Druck ist gewaltig und macht sich bemerkbar, beileibe nicht nur bei Lira Bajramaj wegen ihrer vielen Werbetermine, wie Silvia Neid unlängst bemerkte. Nein, ganz Deutschland wurde ins Fußballfieber versetzt und die nahezu unisone Info der Massenmedien war, wir holen den Titel und deklassieren dabei unsere Gegner.

    Die Vorbereitungsspiele haben den Eindruck leider verstärkt beim fußballunkundigen Massenpublikum. Leichte Siege gegen Holland, Italien, Norwegen und Nordkorea. Dabei ist es eine Binsenweisheit, dass Testspiele keine Turnierspiele sind.

    Nigeria hat mir gestern sehr imponiert. Da war extremer Wille da, da gab es einige Fouls, die grenzwertig waren, aber auch Deutschland hat ein paar Mal zurückgefoult. Frau Kim hätte statt zwei Karten insgesamt besser (gefühlt) 4 für Nigeria und 2 für D gezeigt. Faith Ikidi (die ich aus Schweden kenne, sie spielt seit 4-5 Jahren hier; jetzt aktuell bei Aufsteiger Piteå IF) zeigte eine Weltklasseleistung und die sonst so bravourös spielende Celia Okoyino da Mbabi bekam gegen sie keinen Stich.

    Ich glaube nicht, dass Inka the one player ist, um die sich alles drehen muss, weil sie nur sie allein den Titel holen kann.

    Silvia Neid hat erstmals unklug gewechselt. Nach 40 Minuten hatte ich plötzlich den Gedanken, dass ich (anstelle von SN auf der Bank sitzend, hahaha) in der zweiten Halbzeit Lira Bajramaj bringen würde, ab der 46. Sie und ihre Spielweise wäre gegen Nigeria interessant gewesen, in den drei Minuten, die SN ihr dann gab, konnte sie nicht mehr viel zeigen. So wird 2011 nicht Liras Turnier. Vielleicht die EM in Schweden.

    Selbst die robuste Alexandra Popp hatte es sehr schwer. Wo sie sonst ihren Körper bis zum Maximum des Erlaubten einsetzt und damit Erfolg hat, musste sie gestern erleben, dass da entschlossene Nigerianerinnen auf dem Platz waren, die genau dasselbe taten, die dagegen hielten und das bekam ihr gar nicht.

    Gegen Frankreich wird es leichter, aber den Gegner hat Deutschland selber aufgebaut, weil der DFB Turbine Potsdam gegen Olympique Lyon nicht genügend unterstützt hat. Psychologisch hat sich da was getan, denn die frz. Elf besteht im Wesentlichen aus Lyon-Spielerinnen.

  40. Immerhin gibts im nächsten Spiel eine neue Schiedsrichterin, aber das beseitigt leider nicht alle Probleme.
    Zur Zeit wird Deutschland leider durch psychische Probleme beeinflusst. Dass die WM in Deutschland ist, ist kein super toller Heimbonus, sondern eine erdrückende Last.

    Abartig hohe Erwartungen, gepaart mit unfähigstem Journalismus, ewig dummen Vergleichen mit dem „Sommermärchen 2006“ (ich werde zum Mörder, wenn ich den Begriff noch einmal hören muss) sowie einem Publikum, dass nur wegen „Party“ und „Weltmeisterschaft“, aber nicht wegen Fußball da ist. Dazu liegt der Druck auf den Spielerinnen, dass sie mit einem schlechten Abschneiden, sprich nicht dem Titelgewinn, ihrem Sport in Deutschland schaden könnten.

    Dazu kommt der Störfaktor „Birgit Prinz“. Aktuell schadet sie der Mannschaft auf allen Ebenen. Im Spiel durch ihre schlechten Leistungen und auch generell auf psychologischer Ebene. Gestern als sie ausgewechselt worden ist, war sie ja kurz vorm Ausrasten und hätte beim „Abklatschen“ fast die Auswechselspielerinnen verprügelt…

    Jetzt muss schnell wieder ein Erfolgserlebnis her und die Sache mit Prinz geregelt werden. Am besten gleich im Frankreichspiel.

  41. „Camulos sagt:

    Wenn man sich zum Beispiel die CL anschaut, dann fällt dort auf, dass Deutschland hier stärker vertreten ist als alle anderen Nationen. Dieses Übergewicht, welches auf Vereinsebene auch in Form der Bundesliga exestiert, müsste sich also auch in einer Nationalmannschaft wiederspiegeln.“

    Bei dieser Einschätzung wundere ich mich allerdings über das Abschneiden der englischen MF-Natio. Bei ManU, Chelsea etc in der CL müßte England zumindest Vize-WM werden (hinter Spanien)…

  42. @Garrincha: In der Premier League spielen aber nur sehr wenige Engländer auf Weltklasse-Niveau. Ein Grund für die Stärke der ersten englischen Liga liegt, anders als etwa in Spanien, darin, dass sie sehr gute Ausländer verpflichtet haben. Die meisten dt. NM-Spielerinnen aber spielen doch in D (und den Vereinen, die in der CL vertreten sind)?

  43. @Garrincha: Wie viele Engländer spielen denn noch bei ManU und Chelsea? Bei beiden zusammen kaum mehr als sechs (zu aufwändig, nachzuschauen, sorry…). England war schon immer eine maßlos überschätze und sich selbst überschätzende Fußballnation. Der Erfolg der englischen Clubs ist im Wesentlichen ausländischen Spielern und Investoren zu verdanken. Wenn die Männer-BuLi die 50+-Regel abschaffen würde, dann käme auch mehr Geld nach Deutschland.

    Zurück zum Frauenfußball. Oder Fußball, wie ich beschlossen habe, diesen Sport fürderhin zu nennen. Und zur Fußball-WM also.

    Birgit Prinz.

    Vor zwei Jahren etwa dachte ich, dass Deutschland ein Problem haben könnte bei der WM. Dass da eine ganze Reihe von Spielerinnen ihre Karriere in der Nationalmannschaft verlängern will, die eigentlich 2011 vermutlich den Zenit überschritten hat.

    Ari hat sich scheinbar damit abgefunden, bestenfalls eingewechselt zu werden. Das ist ganz schön hart für eine Spielerin ihres Kalibers und mit ihrer Vergangenheit. Sie war mal nicht wegzudenken aus der Startformation und nun schaut es so aus, dass sie nicht mal eingewechselt wird. Bitter.

    Birgit Prinz hat schon bei der EM 2009 nur ein einziges wirklich gutes Spiel gemacht. Das war sinnigerweise im Finale gegen England. Schon in den euphorischen Vorbereitungsspielen war sie nicht mehr tonangebend. Die Impulse kamen von Okoyino da Mbabi, Laudehr, Behringer, der jüngeren Generation halt.

    Aber natürlich kann man die 30+ Spielerinnen verstehen. Es ist die erste und einzige WM in der Heimat, bei der sie aktiv mitspielen können.

    Ich bin sehr gespannt, wie Silvia Neid weitermacht. Birgit Prinz war enttäuscht und sauer, das kann ich gut verstehen, sie darf sich dennoch nicht so benehmen, wie sie das gestern getan hat. Eigentlich müsste sie gegen Frankreich auf die Bank. So weh uns das allen und ihr ganz besonders tun dürfte.

  44. Hier wird ja mächtig „auf Toten rumgetrampelt“ – aber Totgesagte leben bekanntlich länger!

    @Rainer
    Hingst kann noch wichtig werden, denn Kulig u. Laudehr haben schon Gelb.

  45. So, das war es also, mein erstes Frauen-Fußball-Spiel. Und nach dem Niveau, was ich da gesehen habe, muss ich mir schon überlegen, ob ich mir noch mal eins anschaue.

    Das Publikum größtenteils ahnungslos und nur gekommen, um die nächste schwarz-rot-geile Party mitzuerleben, eine Mannschaft, für die selbst der Begriff „Rumpelfußballer(-innen)“ noch des Lobes zu viel wäre und bei der Auswechslung von Frau Prinz dann auch noch ein bisschen Herumgezicke.

    Völlig überschätzt, das ganze.

  46. Ich halte es für falsch, jetzt nur auf Birgit Prinz oder die Älteren im Team „draufzuhauen“. Auch die jüngeren Spielerinnen haben im Nigeria-Spiel nicht ihre eigentliche Leistungsfähigkeit abrufen können (Ausnahme: Simone Laudehr). In anderen Teams stehen auch etliche Ü30-Spielerinnen. Es ist ein Problem der ganzen Mannschaft und kann auch nur so gelöst werden. Im Kanada-Spiel wurde doch phasenweise schon guter Fußball gezeigt. Das können die Spieler auch wieder abrufen, ein gutes Spiel gegen Frankreich und das Selbstvertrauen kommt zurück.

  47. „Wie interpretiert ihr den Abgang von Birgit Prinz? Ärger über sich? Ihre Auswechslung?

    She was very unhappy and moody. But as captain she should have shown a better attitude.
    A captain must always set the right example.

  48. @susifan

    „die unerträglich, nervige herablassende Art der männlichen Moderatoren, sowohl im Kommentar als auch in den Pausenmoderationen in jedem Nebensatz präsent…“

    Da hast du völlig recht!! Mir geht das auch völlig auf den Geist! Wenn ich Nia Künzer wäre, würde ich mit Sicherheit auf Lufens schwachsinniges Gelaber anders reagieren, indem ich ihm eine schallende Ohrfeige verpassen würde!

  49. Ich bin auch gespannt welche Rolle Ari im Laufe des Turniers noch auf dem Platz spielen wird. Ich habe beim Eröffnungsspiel beobachtet, wie sie in der Halbzeitpause als Erste von der Bank aus aufs Spielfeld lief und jede einzelne Spielerin abgeklatscht hat. Das hat mich beeindruckt weil es zeigt, dass sie eine wichtige Funktion in der Gruppe hat und nicht nur mit sich selbst beschäftigt ist. Bin gespannt, ob sie in den nächsten Spielen eingesetzt wird, was natürlich auch von weiteren gelben Karten für Laudehr und Kulig abhängt.

  50. Balduin Pfiff:

    Man darf den Sinn für die Realität nicht verlieren. Auch die Männer haben häufig allumfassend versagt.

    In allen Sportarten kommt es zu Totalausfällen, auch mal von einer ganzen Mannschaft.

    Bei den Männer gibts hier aber meist weniger Gründe, als man sie bei den Frauen zu finden vermag.

    Alles in allem habe ich schon wesendlich schlechtere Spiele bei den Männer gesehen, wo die Fans danach immer noch begeistert gefeiert haben.

    … was die Männer bezüglich des Themas „rumzicken“ da so gelegendlich auf dem Feld abliefern ist unserer Kultur auch völlig unwürdig.

    Bei Prinz habe ich aber verstädnis dafür, da ich ihren aufrechten Charakter und ihre sympathische Art zu schätzen weiss.

  51. Vielleicht sehen wir die bisherigen Reservistinnen alle schon im Soiel gegen Frankreich. Meiner Meinung nach ist es egal ob man Gruppenerster oder zweiter wird. Ich war auch gestern im Stadion und fand das Spiel gut. Angesichts dessen dass die Nigerianerinnen erstklassig verteidigt haben(mit fairen und unfairen Mitteln und sicher gut verwertetem Insiderwissen von Obliers) und die Schiedsrichterin das Spiel nicht im Griff hatte haben die Maedels das beste draus gemacht . Es hilft niemandem wirklich bewusst schwere Verletzungen zu riskieren. Und ich habe das Spiel nochmal heut Vormittag als Aufzeichnung gesehn und der Moderator war echt unterirdisch. Ich habe aber auch schon bei anderen Spielen festgestellt dass die ARD und ZDF Moderatoren nicht besonders gut sind ( ich aerger mich immer sehr schnell ueber deren Kommentare und schalt dann auf Eurosport wenns da auch uebertragen wird).

  52. Vielleicht ist es besser als Gruppenzweiter den USA im Halbfinale auszuweichen:). Dann steigen die Chancen auf Frankfurt und Sinsheim rückt in die Ferne.

    Aber auf Unentschieden spielen geht nicht.

    Die Französinnen (zuletzt 1:5 gegen D bei der EM in Tampere) haben jedenfalls ordentlich Selbstbewusstsein getankt.

    Auf der FIFA-Seite sagt Camille Abily:

    „Dieser Erfolg [gegen Potsdam; Rainer] hat uns sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Wir haben gesehen, dass wir sie schlagen können.“

    Dazu hat allerdings auch der DFB ein Scherfchen beigetragen, weil Turbine gleich fünf Spielerinnen erst wenige Tage vor dem Finale aus einem Trainingslager zurückbekam, dessen Ziel war, Sportlerinnen darauf zu trainieren, die optimale Leistung im Juli zu erreichen. Das Champions-League-Finale war nicht wichtig.

  53. Wow, ich habe gerade mal alles durchgelesen und bin begeistert. Den meisten Kommentaren kann ich mich anschließen. Aber ich denke, dass das Spiel viel zu einseitig aus deutscher Sicht gesehen wird.

    Um es mal klar zu sagen: Das Konzept, dass sich Nigeria für das Spiel ausgedacht hat, ist nicht aufgegangen! Nigeria hat es nicht geschafft, ein Tor zu schießen und das lag daran, dass sie sich keine Chancen erspielen konnten. Das sollte man dabei nicht vergessen.

    Zum Zweiten scheint Deutschland in jedem Spiel ein Tor erzielen zu können. Das konnte auch Nigeria nicht verhindern, so brutal sie auch eingestiegen sind.

    Zum Dritten gab das das einmalige Event, dass eine Mannschaft den Gegner nur körperlich zerstören wollte und das auch konnte, da die Schiedsrichterin nicht eingeschritten ist. Das wird es für Deutschland in dieser WM nie wieder gegen, wer sich auch immer für die Entschdeidungsspiele qualifizieren wird.

    Zum Vierten konnte Frankreich auch nur ein Tor gegen Nigeria schießen, obwohl sie körperlich bei weitem nicht so angegangen wurden wie Deutschland. Ganz offensichtlich wurde Deutschland als Feindbild bei Nigeria aufgebaut.

    Was man aber kritisch beurteilen muss, dass wir ein massives Problem auf der zentralen offensiven Position im Mittelfeld haben! Das liegt (und hier meine Verneigung an alle, die es vorher gesagt haben) daran, dass Marozsan nicht dabei ist und dass Birgit Prinz eindeutig damit überfordert ist, weil das Tempo einer Weltmeisterschaft höher als im Vereinsfußball ist. Das hätte abe Silvia Neid auch vorher wissen müssen, weil sie genau das Argument angeführt hat, um die Länge der Vorbereitung und die Kürze der Saison zu rechtfertigen. Dazu kommt, dass Lira Bajramaj, die im Verein oft zentral spielen konnte (mit allen Freiheiten) in der Nationalef immer auf außen geschoben wird und mittlerweile gar keine Bindung mehr zur Mannschaft hat.

    Aus diesem Problem auf der Spielmacherposition resultiert, dass Simone Laudehr dauernd ihre Position verlässt und vorn das Spiel ankurbeln will, während es hinten brennt, weil es Kim Kulig allein nicht schafft und prompt dafür schlecht bewertet wird.

    Allgemein muss man festhalten, dass genau die Duisburger Spielerinnen (plus Babett Peter) körperlich und mental fit zu sein scheinen. Die haben gestern dagegen gehalten, auch wenn es erst sehr spät passiert ist. Dazu kommt mit Abstrichen noch Kerstin Garefrekes, die auch mal austeilt, aber viel zu selten. Das kennt man aus der Bundeliga anders von ihr.

    Alles in allem hoffe ich, dass man aus dem Stahlbad auch positiv herausgehen kann. Immerhin konnte Deutschland nicht zerstört werden. Und ehrlicherweise zählt am Viertelfinale nur noch, was nach 90/120 Minuten für ein Ergebnis steht. Vielleicht ist es ja jetzt auch ein Vorteil, dass von USA/SWE/FRA jetzt mehr erwartet wird als von uns.

    waiiy

  54. @ waiiy

    Es fehlt bei GER eine Spielmacherin auf der 10, ganz klar. Bis jetzt ist da niemand erfolgreich zu sehen. Bei Marozsan wäre ich etwas skeptisch, ob sie es in den finalen Kader geschafft hätte, wenn sie sich nicht verletzt hätte. Sie ist doch noch relativ jung und spielt auch bei Frankfurt noch nicht konstant auf hohem Level. Aber bei der EM 2013 wird sie mit Sicherheit reif für diese Aufgabe in der Natio sein.

    Alternativ würde ich aktuell Bresonik auf die 10er-Position setzen und dafür Schmidt in die Viererkette. Dann hätten wir mehr Druck im Mittelfeld und die Doppelsechs wäre konstanter und sicherer nach vorn und nach hinten.

  55. @waiiy

    I think it is time for you to be more realistic.
    Germany were average against Canada and extremely poor last night.
    Nigeria are not a good team but they coped very easily with Germany.
    Do not blame it on the physical tackling of the Nigerians.
    German players were not capable of passing the ball to each other.

    Germany only have one uber quality offensive player – Inka Grings.
    The big discussion should be about her and Neid.
    Why has she been humiliated by the German coach?

    If Germany are to have any serious chance of winning WM, then some very serious decisions need to be made – and made fast!
    Those decisions should not be confined to just the players but all aspects within the German camp.

  56. @Michsel: Ganz klar, der richtige Vorschlag. Und wie gesagt, kann man gegen Frankreich ausprobieren, vielleicht Hälfte 1 Bajramaj, danach Bresonik oder umgekehrt.

    waiiy

  57. „Alternativ würde ich aktuell Bresonik auf die 10er-Position setzen und dafür Schmidt in die Viererkette.“

    I support the idea of Schmidt in defense and Bresonik in midfield – but not as a „10“.
    Linda is a class midfield player but will never be a „10“.

    Against France I would like to see 4-5-1, with the midfield being
    Lira Bajramaj, Linda Bresonik, Ariane Hingst, Simone Laudehr, Melanie Behringer.
    With Inka Grings as the striker.

    That would be a massive improvement on what we have seen so far.

  58. @ laasee: Das ist sicher eine gute Idee mit 4-5-1.

    Eine noch bessere Idee wäre, Necib von FRA zu kaufen für die „10“. 🙂

  59. @Wally: Den Franzosen ist es wurscht, ob nur Babett Peter spielt. Lyon hat die BESTE deutsche Mannschaft (den Meister und Titelverteidiger) geschlagen und gezeigt, dass man DiE DEUTSCHEN schlagen kann. In Frankreich stellt die beste Mannschaft auch die meisten Nationalspielerinnen. In Deutschland ist es halt anders.

  60. Michael schrieb: „Alternativ würde ich aktuell Bresonik auf die 10er-Position setzen und dafür Schmidt in die Viererkette. Dann hätten wir mehr Druck im Mittelfeld und die Doppelsechs wäre konstanter und sicherer nach vorn und nach hinten.“

    Deinen Vorschlag halte ich absolut für probat. Das hätte gleich zwei Vorteile. Zum einen könnte Bresonik (die zudem auch den Distanzschuss beherrscht) das spielerische Element verbessern und zum anderen könnte Schmidt gegen die über links kommende Necib ein wenig die Härte auspacken um ihr früh den Zahn zu ziehen.

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