DFB-Elf quält sich zum Sieg gegen Nigeria

Von am 30. Juni 2011 – 22.35 Uhr 66 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat auch ihr zweites Spiel bei der Frauen-WM im eigenen Land gewonnen und damit genauso wie Frankreich das Viertelfinalticket gelöst. Gegen Afrikameister Nigeria bot das Team aber eine mäßige Vorstellung, Simone Laudehr erlöste die 48 817 Fans im Frankfurter WM-Stadion anfangs der zweiten Halbzeit.

Am Ende stand ein glanzloser 1:0 (0:0)-Arbeitssieg, den Laudehr mit einem Schuss aus sechs Metern sicherstellte (54.).

Bundestrainerin Silvia Neid vertraute auf dieselbe Anfangsformation, die am Sonntag das WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada mit 2:1 gewonnen hatte. Nigerias Trainerin Eucharia Uche nahm einen Wechsel vor, für Glory Iroka nahm sie Sarah Michael in die Startelf.

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DFB-Elf tut sich schwer
Die DFB-Elf begann viel versprechend, Simone Laudehr scheiterte jedoch aus kurzer Distanz an Nigerias Torhüterin Precious Dede (2.). Deutschland war zwar weiter am Drücker, doch das Passspiel war zu ungenau, das Aufbauspiel zu ideenlos, im Mittelfeld klaffte zumeist eine große Lücke. Kim Kulig versuchte sich mit einem 25-Meter-Schuss aus der Distanz, doch Dede hatte keine Mühe (13.).

Nigeria wird mutiger
Nigeria merkte, dass die deutsche Elf nicht gerade ihren besten Tag erwischt hatte, und wurde mutiger. Michael hätte nach Vorarbeit von Rita Chikwelu fast eine Unachtsamkeit von Saskia Bartusiak ausgenutzt, doch ihr Schuss aus schrägem Winkel war zu unplatziert (22.). Desire Oparanozie, eine der auffälligsten Nigerianerinnen bei der U20-WM im Vorjahr, nahm eine Ecke von Stella Mbachu direkt ab, ihr Schuss wurde aber geblockt (29.).

Verletzung von Behringer
Melanie Behringer musste mit einer Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk früh vom Feld, für sie kam Alexandra Popp, die das Offensivspiel beleben sollte (31.). Es war keine zimperliche Partie, Chikwelu hielt den Fuß gegen die aufgerückte Peter drauf, die Potsdamerin konnte nach kurzer Behandlung aber weiter spielen (38.). Ebere Orji hatte die letzte Chance der ersten Halbzeit, in der die DFB-Elf enttäuschte (45.).

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Simone Laudehr

Torschützin Simone Laudehr (li.) im Duell mit Stella Mbachu © Nora Kruse / ff-archiv.de

Prinz raus, Laudehr bricht Bann
Die DFB-Auswahl tat sich weiter schwer, Neid nahm Kapitänin Prinz vom Feld, die dies mit einem missmutigen Handschlag quittierte (53.).  Für sie kam Inka Grings in die Partie, die gleich eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn nach einem Freistoß vom linken Flügel von Da Mbabi legte sie den Ball mit der Hacke zurück, der erste Schussversuch von Popp wurde noch geblockt, doch den Abpraller verwertete Laudehr aus sechs Metern zur Führung (54.). Das deutsche Spiel nahm nun etwas Fahrt auf, Kulig bediente Da Mbabi, deren Ablage kam über Grings zu Garefrekes, doch die schoss über das Tor (64.).

Gegen Frankreich um den Gruppensieg
Nigeria versuchte weiter mit athletischer Spielweise dagegenzuhalten, blieb bei seinen wenigen Vorstößen aber harmlos. Einen Schuss von Grings hielt Dede erst im Nachfassen (77.), Kulig schoss über das Tor (79.). Und so blieb es beim 1:0, am 5. Juli spielt die DFB-Elf nun in Mönchengladbach gegen Frankreich, nur mit einem Sieg wird man aufgrund des schlechteren Torverhältnisses als Erster die Gruppe A abschließen.

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

66 Kommentare »

  • waiiy sagt:

    @Michsel: Ganz klar, der richtige Vorschlag. Und wie gesagt, kann man gegen Frankreich ausprobieren, vielleicht Hälfte 1 Bajramaj, danach Bresonik oder umgekehrt.

    waiiy

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  • laasee sagt:

    „Alternativ würde ich aktuell Bresonik auf die 10er-Position setzen und dafür Schmidt in die Viererkette.“

    I support the idea of Schmidt in defense and Bresonik in midfield – but not as a „10“.
    Linda is a class midfield player but will never be a „10“.

    Against France I would like to see 4-5-1, with the midfield being
    Lira Bajramaj, Linda Bresonik, Ariane Hingst, Simone Laudehr, Melanie Behringer.
    With Inka Grings as the striker.

    That would be a massive improvement on what we have seen so far.

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  • Michael sagt:

    @ laasee: Das ist sicher eine gute Idee mit 4-5-1.

    Eine noch bessere Idee wäre, Necib von FRA zu kaufen für die „10“. 🙂

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  • laasee sagt:

    @Michael

    hehe

    I completely agree with your idea.
    And also with Necib comes Bini. Ja?

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  • Rainer sagt:

    @Wally: Den Franzosen ist es wurscht, ob nur Babett Peter spielt. Lyon hat die BESTE deutsche Mannschaft (den Meister und Titelverteidiger) geschlagen und gezeigt, dass man DiE DEUTSCHEN schlagen kann. In Frankreich stellt die beste Mannschaft auch die meisten Nationalspielerinnen. In Deutschland ist es halt anders.

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  • Jarmusch sagt:

    Michael schrieb: „Alternativ würde ich aktuell Bresonik auf die 10er-Position setzen und dafür Schmidt in die Viererkette. Dann hätten wir mehr Druck im Mittelfeld und die Doppelsechs wäre konstanter und sicherer nach vorn und nach hinten.“

    Deinen Vorschlag halte ich absolut für probat. Das hätte gleich zwei Vorteile. Zum einen könnte Bresonik (die zudem auch den Distanzschuss beherrscht) das spielerische Element verbessern und zum anderen könnte Schmidt gegen die über links kommende Necib ein wenig die Härte auspacken um ihr früh den Zahn zu ziehen.

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