Lauren Cheney, vom Joker zur Matchwinnerin

Von am 29. Juni 2011 – 9.48 Uhr 3 Kommentare

Mit einem 2:0-Sieg gegen Nordkorea haben die USA einen gelungenen Auftakt in die Frauen-WM gefeiert. Und entscheidenden Anteil am Sieg hatte ausgerechnet Lauren Cheney, die gar nicht mit einem Einsatz in der Startformation gerechnet hatte.

In der 54. Minute war sie es, die nach einem langen Ball von Carli Lloyd auf den Flügel und anschließender Flanke von Abby Wambach zur Stelle war, und für die erlösende US-Führung sorgte.

Selten per Kopf
„Ich treffe gar nicht so oft mit dem Kopf, das letzte Mal im vergangenen Jahr für die Boston Breakers, aber das war mehr Zufall“, so die 23-Jährige, die bereits mit ihrem Last-Minute-Treffer gegen Mexiko vor der WM ihre Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt hatte. „Das ist natürlich ein tolles Gefühl Tore zu schießen, aber es ist gar nicht so wichtig, wer sie erzielt“, gibt sie sich bescheiden. Flankengeberin Wambach, die bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking von Cheney ersetzt worden war, lobte: „Das hat sie toll gemacht, das war ein fantastischer Kopfball. Ich werde mir mal ein paar Tipps von ihr holen, wie man das macht.“

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Vertrauen gerechtfertigt
Dabei hatte Cheney erst einen Tag vor dem Spiel erfahren, dass sie in der Anfangself stehen würde, denn normalerweise kommt sie von der Bank, wie etwa auch in den beiden Play-off-Spielen gegen Italien. „Ich war ein bisschen überrascht, denn ich hatte mich schon an die Rolle als Einwechselspielerin gewöhnt. Umso mehr freut es mich, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe.“ Und sie rechtfertigte das Vertrauen ihrer Trainerin Pia Sundhage mit dem Treffer zum 1:0, der den Lauf des Spiels änderte.

Lauren Cheney

Schießt gerne die wichtigen Tore: Lauren Cheney © Hanna Urbaniak

Eine Frage der Nerven
„Nach dem Tor waren wir voller Selbstvertrauen.“ Denn in der ersten Halbzeit tat sich das Team noch schwer, den Spielrhythmus zu finden. „Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht, um unsere Nerven in den Griff zu bekommen. Es war keine schlechte erste Halbzeit von uns, auch wenn die Pässe noch nicht so kamen. Wir wussten, dass das in der zweiten Halbzeit nur besser werden kann.“

Der Teamspirit stimmt
Groß war der Jubel nach Cheneys Treffer, die Spielerinnen rannten zur Ersatzbank, um gemeinsam mit den Auswechselspielerinnen zu feiern. „Wir haben tolle Spielerinnen auf der Bank, die uns lautstark unterstützen, das ist die lauteste Ersatzbank, die ich kenne. Sie sind genauso Teil des Teams wie wir, deswegen wollen wir sie so gut wie möglich mit einbeziehen.“

Selbstvertrauen für kommende Aufgaben
Nun ist der Blick bereits ganz auf das zweite Gruppenspiel gerichtet, wenn die Amerikanerinnen auf Kolumbien treffen werden. „Wir hatten einen tollen Turnierstart, haben zwei Treffer erzielt und keinen kassiert, weil wir gut als Team verteidigt haben. Das gibt uns Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • laasee sagt:

    The USA prepared for WM with the players going to training camps and only being allowed back to their clubs for WPS games.

    Maybe that is the best preparation for tournaments.

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  • Mosan sagt:

    Der Sie hatte mal null mit der Art der Vorbereitung zu tun. Ähnlich wie da Mbabi bei den Deutschen hat Chaney gerade einen Lauf. Die Trainerin war klug genug, dass zu erkennen und wurde belohnt. Auf aussen macht Chaney trotzdem wenig Sinn, da sie zumeist dann gefährlich wurde, wenn sie in der Mitte auftauchte. Die linke Verteidigerposition ist weiterhin das Problemkind der Amerikannerinnen und das Duo Boxx/Lloyd wird eine ordentliche Spieleröffnung in diesem Leben wohl nimmer lernen. Einsatz und Durchsetzungswillen waren stark. Wie gewohnt.

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  • Jennifer sagt:

    Abby Wambach wurde in der letzten Zeit ganz schön kritisiert und ich finde auch, dass sie ein super Match gespielt hat und zu Recht ausgezeichnet wurde. Immerhin hat sie die Vorlage für Lauren Cheney zum Tor gegeben. Aber auch sonst war sie sehr präsent, immer anspielbar und hat selber auch gute Bälle gespielt. Klasse-Match von ihr und den USA, besonders in der 2. Hälfte.

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