Teamporträt Kolumbien

Von am 22. Juni 2011 – 9.14 Uhr

Zum ersten Mal wird Kolumbien mit seiner A-Nationalmannschaft an einer Frauenfußball-Weltmeisterschaft teilnehmen. Nach dem überraschenden Einzug ins Halbfinale der U20-WM in Deutschland im Jahr 2010 will Südamerikas Vizemeister auch in diesem Jahr für Furore sorgen.

In der Qualifikation gelangen dem Team in der Vorrunde Siege gegen Paraguay (3:0), Venezuela (5:0 und Uruguay (8:0), ehe sich Brasilien (1:2) als eine Nummer zu groß erwies. In der abschließenden Vierer-Finalrunde gab es ein 1:1-Unentschieden gegen Chile sowie eine weitere Niederlage gegen Brasilien, die diesmal herber ausfiel (0:5). Doch beim entscheidenden Spiel gegen Argentinien waren die Cafeteras voll bei der Sache und feierten einen 1:0-Sieg, der dank der Schützenhilfe Brasiliens zur erstmaligen Teilnahme an einer Frauenfußball-WM berechtigte.

Rincón als eine der Schlüsselspielerinnen
Die erst 17-jährige Yorely Rincón gehört zu den auffälligsten Spielerinnen im Team. Sie sammelte auf Juniorinnenebene bereits Turniererfahrung bei der U17-WM 2008 in Neuseeland und bei der U20-WM im vergangenen Jahr in Deutschland, schon im zarten Alter von 12 Jahren spielte sie in der kolumbianischen Liga. Mit ihren fünf Treffern in der Qualifikation hatte sie maßgeblichen Anteil daran, dass das Ticket für die WM in Deutschland gelöst werden konnte. Doch auch Spielerinnen wie Lady Andrade oder Ingrid Vidal wollem dem Turnier in Deutschland ihren Stempel aufdrücken.

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Yoreli Rincón

Yoreli Rincón hat Marta als großes Vorbild © Frank Scheuring

Ohne Angst gegen die Großen
Trainer Ricardo Rozo hat aus der Halbfinalteilnahme bei der U20-WM viel Selbstvertrauen gezogen. „Wir waren vorher unbekannt und haben uns Respekt verschafft.“ Der 49-Jährige war früher selbst aktiver Fußballer, im Jahr 2000 begann er erstmals ein Frauenteam zu trainieren. Rozo ist mit Optimismus nach Deutschland gereist. „Es ist eine starke, ausgeglichene Gruppe, in der jeder jeden schlagen kann, das gilt auch für Kolumbien.“

Spielerinnen voller Selbstvertrauen
Er will sein Land mit Würde bei diesem großen internationalen Turnier vertreten. Doch vor allem geht es ihm darum, die Leistung seiner Elf zu steigern und die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball in seinem Land zu erhöhen. „Die Partie gegen die USA ist sicherlich die schwierigste, aber für uns sind alle Spiele Endspiele und wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln“, so seine Devise. „Die Spielerinnen haben Selbstvertrauen, sie haben sich Ziele gesetzt und bestmöglich auf das Turnier vorbereitet, um diese Ziele auch zu erreichen“, so Rozo.

Kolumbiens WM-Spielplan

28.6. – 15.00 Uhr, Kolumbien  – Schweden
2.7. – 18.00 Uhr, USA – Kolumbien
6.7. – 20.45 Uhr, Nordkorea – Kolumbien

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.