Angerer: “Das Warten kommt einem noch länger vor als sonst”
In vier Tagen (Sonntag, 26. Juni, 18 Uhr, live in ARD und Eurosport) steigt die DFB-Elf mit dem Spiel gegen Kanada in die Frauen-WM ein. Mit einer Teambuilding-Maßnahme soll dem Team die schier endlos wirkende Zeit bis zum Anpfiff verkürzt werden, doch Torhüterin Nadine Angerer kann es dennoch kaum noch erwarten.
Die Mission WM-Titel begann für die DFB-Elf hektisch: Die um fast 90 Minuten verspätete Ankunft in Berlin brachte den Zeitplan am Dienstag dennoch nicht aus den Fugen. Am Mittwoch war bereits wieder „business as usual“ angesagt, dazu gehört auch die tägliche Pressekonferenz um 12.30 Uhr, bei der diesmal Teammangerin Doris Fitschen, Angerer und Ariane Hingst Rede und Antwort standen.
“Geheimes” Teambuilding Fitschen kündigte für den Donnerstag eine „noch geheime“ Teambuilding-Maßnahme an, um noch einmal dem Trubel zu entkommen. Details wollte sie sich noch nicht entlocken lassen. „Ich möchte es erst den Spielerinnen sagen.“ Doch die wussten offenbar längst Bescheid. „Ich weiß, was wir morgen machen, werde es aber nicht verraten“, erklärte Angerer an gleicher Stelle 20 Minuten später.
Noch vier Tage Auf dem Platz hat sich die DFB-Elf in sechs WM-Lehrgängen und vier Testspielen bereits bestens eingespielt, die Abstimmung dürfte in den kommenden Pressekonferenzen dann ebenfalls besser klappen. Schon jetzt kann es das Team kaum erwarten, am Sonntag, 26. Juni, 18 Uhr, im voll besetzten Berliner Olympiastadion gegen Kanada zum Eröffnungsspiel anzutreten.
Große Ungeduld Die Ungeduld stand Angerer ins Gesicht geschrieben. „Von Teambuilding halte ich nicht so viel, von mir aus könnte es schon morgen los gehen. Das Warten kommt einem noch länger vor als sonst, weil es in Deutschland ist und die Zuschauer zu 99 Prozent hinter uns stehen.“ Fitschen erklärte: „Die Erwartung an das Team ist riesengroß, aber auch die Erwartungen der Spielerinnen sind hoch, Weltmeister zu werden.“
Ungewohnter Rahmen Mit dem großen Ziel vor Augen wird die DFB-Auswahl in ihr Auftaktspiel gehen, vor fast 75 000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion und Millionen vor den Fernsehschirmen weltweit. „Es wird für jede Spielerin etwas Neues sein, aber das geht den Kanadierinnen genauso.“ Dass die DFB-Elf nervös agieren und dem Druck nicht standhalten könnte, glaubt sie nicht. „Das wird uns beflügeln und wir werden ein gutes Spiel abliefern.“
Hingst fügt sich in Reservistenrolle Ein wenig entspannter kann Ariane Hingst dem Turnierbeginn entgegensehen. Sie findet sich ohne Murren damit ab, dass sie auf der Sechserposition zum Auftakt der WM gegen Kanada wohl nicht erste Wahl sein wird. „Ich bin einfach froh, bei der Heim-WM dabei zu sein. Ich genieße es und bin optimistisch, in diesem Turnier noch spielen zu dürfen.“
Komisches Gefühl in der Heimat Für die gebürtige Berlinerin ist es ein komisches Gefühl, in diesen Tagen ihre Heimatstadt nicht per Fahrrad oder Auto zu durchqueren. „Mit dem DFB-Bus durch Berlin, das ist schon ein bisschen komisch.“ Sie hofft, dass bis zum Sonntag noch das große WM-Gefühl die Öffentlichkeit ergreifen wird. „Über La-Ola-Wellen während des Spiels und danach würde ich mich freuen.“