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2011

Gruppe A: Alle jagen Deutschland

Die Gruppe A der Frauenfußball-WM hat es in sich: Neben Welt- und Europameister Deutschland befinden sich in Kanada (CONCACAF) und Nigeria (CAF) zwei weitere Kontinentalmeister in der Gruppe, hinzu kommt das starke Team aus Frankreich . Die DFB-Elf ist favorisiert, doch die Gruppe ist schwerer als sie auf den ersten Blick erscheint.

In einem scheint Einigkeit zu bestehen: Der Sieg in der Gruppe A wird nur über Gastgeber Deutschland führen.

Team voller Optionen Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid wird von allen 15 WM-Gegnern nahezu einheitlich als Topfavorit oder einer der Topfavoriten auf den Titel betrachtet und hält auch dank des Heimvorteils die Favoritenrolle inne.

Wer gewinnt bei der Frauen-WM die Vorrundengruppe B?

Bei den Testspielsiegen gegen Nordkorea, Italien, Niederlande und Norwegen zeigte die DFB-Elf phasenweise bereits WM-Form und eines scheint klar: Kommt die Offensivmaschinerie der deutschen Spielerinnen erst einmal ins Rollen, ist das Team kaum zu stoppen und nur schwer auszurechnen. Eine gut funktionierende Elf dürften bei dieser WM aber alle 16 Teilnehmer auf die Beine stellen können, doch eine dermaßen starke Ersatzbank wie im deutschen Kader sucht man bei den anderen Teams vergeblich – ein möglicherweise entscheidender Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Allerdings bleibt abzuwarten, wie die deutsche Mannschaft mit dem Erwartungsdruck und der Rolle des Gejagten umgehen wird. Dennoch wäre alles andere als Platz eins in der Gruppe eine Überraschung.

Gestärktes Selbstvertrauen Hinter Deutschland ist Nachbarland Frankreich heißester Anwärter auf Platz 2. Die Französinnen haben durch den Champions-League-Sieg von Olympique Lyonnais gegen den 1. FFC Turbine Potsdam neues Selbstvertrauen erhalten, zehn Spielerinnen des französischen Meisters stehen im Kader von Trainer Bruno Bini, dem einzigen männlichen Trainer der vier Teams in Gruppe A. Mit in der US-Profiliga WPS gestählten Spielerinnen wie die routinierte Abwehrspielerin Sonia Bompastor und Mittelfeldregisseurin Camille Abily oder auch brandgefährlichen jungen Stürmerinnen wie Eugenie Le Sommer oder Marie-Laure Delie wird die technisch versierte Elf dazu in der Lage sein, ihren Konkurrenten so manche Probleme zu bereiten. Neben der Vorbereitung seines Teams gilt es für Bini allerdings, den Druck von seinem Team fernzuhalten, denn Lyons Champions-League-Sieg hat in Frankreich Erwartungen und Hoffnungen geweckt.

Nigeria setzt auf deutsche Hilfe Nigeria gilt als Außenseiter in der Gruppe, doch von den durchwachsenen Testspielergebnissen, wie etwa den Remis gegen Österreich und die Slowakei, und den schwachen Leistungen in diversen Qualifikationsspielen zuvor sollten sich die Gruppengegner nicht blenden lassen, denn in keinem der Spiele stand die elf besten Spielerinnen des Landes auf dem Platz, die am Sonntag mit einem Spiel gegen Frankreich ins Turnier starten werden. Die nigerianische Auswahl gehört athletisch zu den besten Teams der Frauen-WM und verfügt über schnelle Spielerinnen. Sie wird derzeit vom deutschen Trainer Thomas Obliers, bis vor kurzem beim SC 07 Bad Neuenahr tätig, auch taktisch auf die Gegner eingestellt. Dazu hilft ein weiterer Deutscher, Carsten Herzog, Torwarttrainer der U19 des VfB Oldenburg, der erfahrenen Torhüterin Precious Dede und ihren zwei Kolleginnen den letzten Schliff im Stellungsspiel zu verpassen.

Unruhige Vorbereitung Kanada hat sich unter der italienischen Trainerin Carolina Morace weiterentwickelt und sein Spielsystem verfeinert und verfügt dazu in Christine Sinclair über eine Stürmerin von Weltformat. Doch auch andere Spielerinnen konnten sich in der Vorbereitung ins Rampenlicht spielen, wie etwa die aus der Bundesliga bekannte Emily Zurrer oder Kaylyn Kyle. In den Schnittstellen der Abwehr ist das Team allerdings nicht immer sattelfest, was den Ahornblättern bereits in der Vorrunde zum Verhängnis werden könnte. Die Vorbereitung war zudem teilweise belastet von den Unstimmigkeiten zwischen Morace und dem kanadischen Verband (CSA), die inzwischen allerdings aus der Welt geräumt werden konnten. Morace gilt als gewiefte Taktikerin, die ihr Team perfekt auf die Gegner einstellen kann. Allerdings konnte die Kanadierinnen nach ihrem vierten Platz bei der Frauen-WM 2003 bei großen Turnieren nicht mehr überzeugen und auch diesmal könnte das Team nach dem Eröffnungsspiel bereits mit dem Rücken zur Wand stehen. Es dürfte schwer werden, die K.-o.-Runde zu erreichen.

  1. Deutschland 2. Frankreich 3. Nigeria 4. Kanada