DFB-Elf auch gegen Niederlande in Torlaune

Von am 7. Juni 2011 – 18.18 Uhr 91 Kommentare

Die deutsche Frauenfußball-Nationalelf hat auch ihr drittes Testspiel auf dem Weg zur Frauen-WM gewonnen. Gegen die Niederlande gab es in Aachen ein erneutes Schützenfest.

Célia Okoyino da Mbabi (15.), Simone Laudehr (43.), Alexandra Popp (71.), Kim Kulig (75.) und Inka Grings (87.) erzielten vor  11 136 Zuschauer am Tivoli die Treffer beim 5:0 (2:0)-Sieg.

Highlights Deutschland gegen Niederlande anschauen

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Im Vergleich zum 5:0-Sieg gegen Italien in Osnabrück veränderte Bundestrainerin Silvia Neid ihre Anfangsformation auf drei Positionen: Für die verletzte Linda Bresonik spielte Bianca Schmidt als rechte Außenverteidigerin, Célia Okoyino da Mbabi durfte für Inka Grings stürmen, Fatmire Bajramaj anstelle von Melanie Behringer von Beginn an ran.

Da Mbabi erzielt Führungstreffer
Die DFB-Elf beherrschte von Beginn an das Spielgeschehen, doch ein Kopfball von Da Mbabi war die erste von nur wenigen Chance in der ersten Halbzeit (12.). Die Stürmerin des SC 07 Bad Neuenahr war an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt. So kurze Zeit später, als sie nach präzisem Pass von Birgit Prinz mit einem platzierten Flachschuss ins rechte Eck für die Führung sorgte  – ihr dritter Länderspieltreffer im dritten Spiel in Folge (15.).

Spielszene Deutschland gegen Niederlande

Spielszene aus der Partie Deutschland gegen die Niederlande © Womensoccer

Glück für Krahn
Doch wirklich befreiend war der Treffer nicht, das Pressing der Niederländerinnen machte den deutschen Spielerinnen sichtlich Mühe. In der Defensive stand Oranje jedoch zu oft zu weit von den Gegenspielerinnen weg, Da Mbabi hatte mit einem Drehschuss die nächste Chance (28.). Das Team von Roger Reijners agierte nach vorne zu harmlos und kam nur einmal gefährlich vor das deutsche Tor, als sich Annike Krahn im Zweikampf mit Manon Melis verschätzte, Torhüterin Nadine Angerer aber auf der Hut war (41.).

Laudehr baut Führung aus
Kurz vor der Pause sorgte Simone Laudehr für eines der wenigen Highlights: Einen Schussversuch von Prinz klärte Dyanne Byto vor die Füße der Duisburgerin, die in aller Seelenruhe ihr Ziel anvisierte und den Ball sehenswert in den Winkel zirkelte (43.). Und fast wäre die DFB-Elf gar mit einer Drei-Tore-Führung in die Pause gegangen, Da Mbabis Kopfball landete jedoch am Pfosten (44.).

Vier Wechsel
Mit vier frischen Kräften ging es in die zweiten 45 Minuten, Lena Goeßling kam für Krahn, Inka Grings für Kerstin Garefrekes, Alex Popp für Prinz und Melanie Behringer für Bajramaj. Kulig versuchte sich mit einem Schuss aus 25 Metern, der knapp am Pfosten vorbeistrich (55.). Am Bild der ersten Halbzeit änderte sich zunächst wenig. Im Gegenzug war es wieder Melis, die für ein wenig Gefahr sorgte, als Goeßling sich einen Schnitzer leistete, doch auch hier passte Angerer auf (56.).

DFB-Elf dreht auf
Die DFB-Elf tat sich in der Offensive weiter schwer, ein Freistoß von Behringer ging über das Tor (59.), Kulig vergab nach schöner Einzelleistung aus aussichtsreicher Position (64.). Mit Ariane Hingst für Laudehr und Müller für Da Mbabi drehte die DFB-Elf wie schon gegen Italien im Verlauf der zweiten Halbzeit auf, die konditionellen Vorteile wurden sichtbar. Kulig schickte zunächst Popp auf die Reise, die zog trocken ab und verwertete zum 3:0 (71.). Und Minuten später staubte Kulig selbst zum 4:0 ab (75.) – auch sie traf im dritten Spiel in Folge ins Schwarze. Grings setzte dann mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 17 Metern den Schlusspunkt (87.). Müller vergab in der Schlussminute die letzte Chance (90.).

Deutschland – Niederlande 5:0 (2:0)

Deutschland: Angerer – Schmidt, Krahn (46. Goeßling), Bartusiak, Peter – Garefrekes (46. Grings), Laudehr (62. Hingst), Kulig, Bajramaj (46. Behringer) – Okoyino da Mbabi (75. Müller), Prinz (46. Popp)

Niederlande: Geurts – Bito (89. van Es), Meulen (46. Stentler), van der Berg, Hogewonnig (46. Heiligenberg) – Hoogendjk, Spitse, Smit, Slegers (66. de Ridder) – Melis (76. Brummel), Pieete (55. van de Ven)

Tore: 1:0 Okoyino da Mbabi (15.), 2:0 Laudehr (43.), 3:0 Popp (71.), 4:0 Kulig (75.), 5:0 Grings (86.)

Schiedsrichterin: Ihringova (England)

Zuschauer: 11.136

Gelbe Karten: – / Bito

Schlagwörter:

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

91 Kommentare »

  • Ralf sagt:

    @Detlef

    Infantil = u.a. kindlich, kindisch;
    meißtens auch im Sinne von trotzig, uneinsichtig, beratungsresistent (weil man es selber eigentlich besser weiß, ich schreibe nicht wissen könnte),
    … und auch um Macht oder Herrschaft über eine Sache oder Personen zu demonstrieren.

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  • Ralf sagt:

    @NCB

    Wie kann ich mit Dir ein persönliches Problem haben, wenn ich Dich persönlich nicht kenne?

    Lass mal Du Deine persönlichen Angriffe bleiben!
    Das ist unverschämt, was Du da schreibst!

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  • Ralf sagt:

    @NCB

    Nochmal, ich habe ein Recht auf meine persönliche Subjektivität!

    Und das was Du da schreibst, ist Deine Meinung, und die ist ebenfalls zuallererst einmal subjektiv! Und nichts anderes!

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  • pinkpanther sagt:

    äääääh hallo ?????
    Ist dies jetzt ein Blog darüber, wie hier wer seine Meinung äußert? Und dann diskutieren wir jeden Beitrag noch, ob er niveauvoll und des FF würdig ist?
    Also was ich bisher an diesem Blog zu schätzen wusste, ist der Austausch über unterschiedliche Themen des FF, so unterschiedlich wie die Themen zu denen Artikel von Markus oder Nora geschrieben werden.
    Klar, zwischendurch ist der Blog mal Turbine-lastig, Anti-SN-lastig ist er auch häufig … Aber es steht jedem frei, hier auch seine gegenteilige Meinung zu äußern und der eine macht das halt eher mit weniger Argumenten, die andere dafür wieder mit einer ausgefeilten Argumentation. Ich finde die WS-Leitlinien geben einen gewissen Rahmen vor, innerhalb dessen noch genügend Raum zu Vielfalt für Diskussionen bleibt. Ausfällig zu werden wird hier weiß Gott nicht benötigt! Und NCB, eine „hart“ geführte sachliche Diskussion ist hier definitiv möglich, solange der Diskussionspartner nicht „runtergemacht“ wird. Einen unsachlichen oder fachlich dünnen Kommentar kann man argumentativ doch leicht auseinandernehmen OHNE den Schreiber zu denunzieren, oder?
    Ach ja und dann wäre noch: wenn ich merke, dass ich bei einem Thema gar keine Chance mehr habe durchzukommen, weil sich z.B. alle Beiträge zu einem Artikel nur Pro-Turbine oder Pro-Felix oder wasauchimmer entwickeln oder nur noch Offtopic sind, dann klinke ich mich einfach aus und lass die anderen machen und warte bis wieder das nächste FF-Spiel oder ein anderes Thema aktuell ist und steige dann wieder ein – aber dieses Aufeinanderrumgehacke geht mir tierisch auf den Keks!!!
    So das musste jetz mal gesagt werden.

    Zum Spiel DEU-NL: Das war ein Freundschaftsspiel, ein Testspiel eines WM-Favoriten in der Vorbereitung gegen eine Mannschaft, die „gemütlich“ die Saison ausklingen lässt. Deswegen sollte es auch nicht überbewertet werden.
    Grundsätzlich finde ich es deshalb gut, dass SN die Chance genutzt hat, in diesem und auch den beiden vorherigen Freundschaftsspielen verschiedene Kombinationen von Spielerinnen zu testen, um z.B. auch zu sehen wer mit wem harmoniert. Bei Kulig und Popp z.B. merkt man, dass sie schon fast ein blindes Verständnis haben – das Erfolgsduo der U20-WM lässt grüßen.
    Die Tests haben mMn gezeigt, dass gegen einen deutlich klassentieferen Gegner die jugendliche Dynamik von da Mbabi, Popp, Kulig zwar geeignet ist, diesen auseeinanderzunehmen. Aber bei stärkeren Gegnern wie sie spätestens ab dem Viertelfinale kommen (auch die Vorrundengegner sollten wir nicht unterschätzen), können wir vielleicht nochmal ganz froh sein, wenn wir auch erfahrene Spielerinnen wie Prinz, Grings, Garefrekes, Hingst, Krahn usw. dabei haben, nämlich dann wenn wir mit jugendlichem Ungestüm den Gegner nicht überrollen, evtl. sogar mal zurückliegen und dann Nerven beweisen müssen. Da kann eine große Erfahrung gepaart mit der – zweifellos – vorhandenen fußballerische Qualität vielleicht auch mal den Ausschlag geben.
    Und das denke ich ist auch der Plan von SN: Mit 21 starken Spielerinnen ein Team zu formen, das den sehr unterschiedlichen Anforderungen einer WM gewachsen ist und durch seine Variabilität auch den stärkeren Gegnern eine echte Nuss zu knacken gibt. Vielleicht knackt ja auch keiner diese Nuss – zu wünschen aus deutscher Sicht wäre es!

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  • berggruen1 sagt:

    @pinkpanther: Vielen Dank! Absatz 1 und 2 sprechen mir, als erst relativ neuer Leser dieser Seite und bekennender Fußball-, nicht aber unbedingt Frauenfußball-Fan, zu 100% aus der Seele. Die TP-Lastigkeit fällt auf, man ist aber nicht gezwungen mitzudiskutieren oder sich die Beiträge durchzulesen. Und dass über den Bundestrainer diskutiert wird und dass man lieber andere Spieler auf dem Feld sähe als nominiert, das ist so normal in Deutschland, dass man darüber eigentlich nicht mehr diskutieren müsste. Wie war die Krise groß, als Ballack ausfiel, was wurde diskutiert als Lahm Kapitän wurde, wie wurden Klinsmann und Löw beschimpft, als sie Lehmann den Vorzug gaben, was lachte man über das Festhalten an Klose, Podolski und Gomez. Die Reihe ließe sich unendlich fortsetzen. Letzten Endes ist man als Fan darauf angewiesen darauf zu vertrauen, das der Bundestrainer mehr Einblick hat und doch noch ein ganz kleines Bißchen mehr erkennt als ich (selbstverständlich ebenfalls Bundestrainer;-)). Und ich halte es ebenfalls für relativ sinnvoll, 21 Spieler zu nominieren, die gut zueinander passen (aber vielleicht auf der Position nicht die Besten der Liga sind), aber in unterschiedlichen Spielsituationen unterschiedlich zum Einsatz kommen (insofern steht für mich nicht die Frage Behringer oder Bajramaj, sondern „und“, d.h. je nach Gegner, ähnlich auch auf anderen Positionen). Und schreibt mir nicht die Erfahrenen ab! Denn Erfahrung bringt auch Geduld und das Wissen, dass man auch stark defensiv eingestellte Gegner irgendwann einmal mürbe gespielt hat. Dass man Nerven bewahren muss. Oder dass man die Spielfreude einer Mannschaft erst einmal eindämmen muss. Und in diesen Dingen unterscheiden sich FF und MF nicht groß… Die Mischung macht es. Solch erfahrene Spieler hätten wir im HF der letzten WM gebraucht, wenn plötzlich die Nerven flattern und die Pässe nicht mehr ankommen wollen.
    Ich drücke der deutschen NM die Daumen, dass es im eigenen Land eine tolle WM wird.

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  • Eurycantha sagt:

    laasee sagt:
    Donnerstag, 9. Juni 2011 um 23.56 Uhr

    I think that Holland have gone backwards since EURO 2009.
    With Vera Pauw they could defend better.

    Roger Reijners hat eine ganz andere Vorstellung von FF als Vera Pauw.
    Vera Pauw hat vor allem auf die Defensive gesetzt und moechte spaeter versuchen etwas mehr offensiver zu spielen.
    Roger Reijners versucht jetzt bereits das Ultra-Defensive zu hinterlassen und natuerlich muss den Gegner das zulassen mehr offensiver, dynamischer und dominanter zu spielen. Aber das erreicht man nicht innerhalb neun Monate!

    25-07-2009 Sinsheim Deutschland – Niederlande 6-0 (4-0)
    07-06-2011 Aachen Deutschland – Niederlande 5-0 (2-0)

    In Finland Euro 2009 hat Deutschland nicht gegen Niederlande gespielt, aber bin davon ueberzeugt das auch Niederlande wie
    Engeland im Finale keine Chance gehabt haetten

    Es wird allerdings doch sehr fraglich ob Niederlande alle drei
    Reijners Ziele erreichen wird:

    1) EM 2013 in Schweden, das einfachste ist durchaus machbar
    2) WM 2015 in Canada, das wird bereits ziemlich schwieriger sein
    eben mit 24 Laender staat 16, 6? UEFA Teilnehmer
    3) OS 2016 in Brazil, mMn eine unmoegliche Aufgabe; dann soll Niederlande bei den drei besten UEFA Mannschaften gehoeren muessen!

    Die folgenden Aussprache von Vera Pauw ist mMn dann auch viel so hoch gegriffen:

    Pauw: In 2013 moeten we tussen de wereldtop staan!
    dinsdag 05 januari 2010

    (Pauw: In 2013 mussen wir innerhalb die Weltelite stehen!)

    link:

    Drei Monate spaeter war sie kein KNVB Bundestrainerin mehr!

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  • laasee sagt:

    @Eurycantha

    That was a very interesting interview with Vera Pauw.

    I think there are some big problems with Holland.
    Pauw leaves and then there is also problems with clubs in the league.
    I always get concerned when a successful coach suddenly leaves.
    The semi-final achievement of EURO 2009 should have been the platform for further development.
    Instead they change the coach and start on a new journey.

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  • NCB sagt:

    Komisch, aber du kannst es nicht lassen, den Erfolg an bestimmten Personen festzumachen… Wieso bist du so unfair gegenüber den anderen, auch wirklich guten Trainern/-innen und Spielerinnen und holst die ganzen, alten Stories immer raus?

    Erst MVT und Grings, jetzt Pauw, wer kommt als nächstes?

    Man kann nicht den Erfolg oder Nichterfolg an einer Person festmachen, da gehört viel, viel mehr dazu!

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  • Ralf sagt:

    @Markus

    Was glaubst Du, wieviel Potenzial die Pädagogik/Psychologie-Ersatzbank von TP noch hat? 😉

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  • Ulf sagt:

    Potential des Mobbings steigt hier seit kurzem wieder, vor allem durch teilweise neue Vielschreiber. Und wenn man sich wehrt, dann werden die eigenen Posts gelöscht. Ich bin dann mal weg.

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  • laasee sagt:

    @Ulf

    Keep the faith.
    All is good.

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