Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

Yuki Nagasato, der heimliche Star

Ob im Bundesligaspiel gegen den 1. FFC Frankfurt oder den Champions-League-Duellen gegen den FCR 2001 Duisburg – Yuki Nagasato schießt beim 1. FFC Turbine Potsdam die wichtigen Tore und hat sich mit ihren Treffern zum heimlichen Star im Team gemausert.

Dabei wirkte die 23-jährige am Sonntag beim 1:0-Sieg gegen den FCR 2001 Duisburg, den sie mit einem Treffer in der 40. Minute besiegelte, ein wenig verplant.

Kleine Malheurs, große Taten Erst übersah sie eine Trinkflasche, die Turbines medizinischer Betreuer Silvio Krause ihr zuwarf und nur um Zentimeter das Gesicht der Japanerin verfehlte. Nach dem Spiel rannte sie im Durchgang des Neubaus im Karl-Liebknecht-Stadion in ein Absperrgitter. Doch die kleinen Malheurs können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sich in den vergangenen Monaten zu einer der wichtigsten Spielerinnen im Turbine-Team entwickelt hat.

Ende August 2010 erzielte sie bereits am dritten Spieltag der Bundesliga als Joker den Siegtreffer beim 2:1-Erfolg gegen den 1. FFC Frankfurt, der den Grundstein für den dritten Meistertitel in Folge legte. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League traf sie in Duisburg zum zwischenzeitlichen 2:1 und im Rückspiel war es vor 4 600 Zuschauern im „Karli“ ihr Treffer, der das Tor zum neuerlichen Erreichen des Champions-League-Finales am 26. Mai in London aufstieß.

Schröder: “In letzter Zeit unsere beste Spielerin” Nagasato hat eine Entwicklung genommen, die wohl die wenigsten in dieser Form erwartet hätten. Selbst Turbine-Trainer Bernd Schröder erklärt: „Eigentlich hatte ihre Nationalmannschaftskollegin Kozue Ando in Duisburg die besseren Voraussetzungen. Wir wussten am Anfang gar nicht so recht, was wir mit Yuki anfangen sollten, ob wir sie im Mittelfeld oder im Angriff einsetzen sollen.“ Doch nicht nur auf dem Platz hat die stets freundliche Japanerin ihren Trainer überzeugt.

„Sie ist eine wertvolle Spielerin und ganz unkompliziert in ihrer Art. Sie hat sich menschlich und spielerisch gleichermaßen entwickelt und auch ihr Offensivspiel verbessert, sie ist in letzter Zeit unsere beste Spielerin und bringt durchgängig eine konzentrierte Leistung.“ Und so glaubt Schröder, dass Japan ein Geheimtipp für die Frauen-WM in Deutschland sein könnte. „Sie haben bereits beim Algarve Cup gut gespielt, sie spielen einen guten Fußball und der europäische Einschlag hilft ihnen weiter.“

Nagasato verspricht Final-Tor Nagasato selbst freute sich vor allem darüber, 90 Minuten gespielt haben zu dürfen, denn seit sie im Alter von sechs Jahren im Verein mit dem Fußballspielen begann, steht für sie fest, dass sie so oft wie möglich spielen und jedes Spiel gewinnen will. „Ich habe heute wie sonst auch gespielt, zum Glück habe ich ein Tor gemacht“, blieb sie nach der Partie bescheiden.

Und blickt bereits jetzt auf den 26. Mai, wenn im Craven Cottage von Fulham in London das Champions-League-Finale gegen Olympique Lyonnais auf dem Programm steht. „Ich freue mich schon auf das Spiel, ich war noch nie in London. Diesmal wollen wir es in der regulären Spielzeit schaffen“, versprüht sie Optimismus und verspricht: „Ich mache im Finale mindestens ein Tor.“