Chronik 2007 — 2019 8451 Beiträge 513 Transfers145 Vereine 540 Profile
WomenSoccer

2011

Duisburg gegen Everton unter Druck

Der 1. FFC Turbine Potsdam hat mit einem Sieg im Viertelfinale der Champions League vorgelegt , am Abend will der FCR 2001 Duisburg nachziehen. Dann ist der FCR in England bei Everton LFC zu Gast – einer Mannschaft, von der die Duisburger Verantwortlichen nicht allzu viel wissen.

Da die neue englische Liga ihren Spielbetrieb erst im April aufnimmt, habe man die „Toffees“ nicht beobachten können, ist seitens des FCR zu hören.

Recherche zum Gegner „Trotzdem haben wir natürlich Informationen über die Spielerinnen sammeln können“, erklärt Trainer Marco Ketelaer, der die fehlenden optischen Erkenntnisse durch Recherche ersetzt habe: Everton sei ein kampfstarkes Team mit internationaler Erfahrung. Angesichts eines anstehenden Viertelfinals in der Champions League muten diese Aussagen bezüglich einer Gegneranalyse wenig professionell an. Man steht dem englischen Vizemeister gegenüber, der neben Testspielen am vergangenen Sonntag im FA Women’s Cup das Topspiel gegen Arsenal LFC absolviert hat – kurzfristig hätte man sich die „Toffees“ also noch anschauen können. Denn die Wichtigkeit der kommenden Partien in der Champions League wurde beim FCR in den vergangenen Wochen immer wieder betont.

Letzte Chance für beide Mannschaften Der FCR ist mit dem Ziel, zumindest einen Titel zu holen, in die Saison gegangen. Die Champions League ist nun die letzte verbliebene Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen. Wichtig ist dies einmal aus finanzieller Sicht, aber zum anderen ist der Titelgewinn die einzige Chance, auch in der kommenden Saison international zu spielen.

Dadurch erhalten die Viertelfinalpartien zwischen den Vereinen neue Brisanz, denn Everton ist in derselben Situation. Durch die 0:2-Niederlage im FA Women’s Cup gegen Arsenal vor drei Tagen hat die Mannschaft von Trainerin Mo Marley keine Chance mehr, sich über einen nationalen Wettbewerb für die „Königsklasse“ zu qualifizieren.

Hoffen auf Inka Grings Beim FCR hofft man unterdessen, dass Inka Grings auflaufen kann. Die Stürmerin leidet noch unter den Folgen einer schweren Grippe und ist erst am Mittwoch in Liverpool bei der Mannschaft eingetroffen. Sicher ist dagegen, wer im Tor stehen wird. „Christina Bellinghoven wird spielen, sie hat sich das durch die letzten Leistungen verdient“, legt sich Ketelaer fest.

Everton mit wenig Spielpraxis Wem die Favoritenrolle zugeschoben werden muss, möchte Ketelaer nicht sagen. „Everton ist eine sehr gute, selbstbewusste, erfolgreiche Mannschaft, aber wir haben auch unsere Qualitäten. Vielleicht ist es zudem ein Manko für unseren Gegner, dass die Partie am Sonntag das allererste Pflichtspiel nach der Winterpause war.“ Darin dürfte in der Tat das vielleicht größte Plus der Duisburgerinnen liegen – hinzu kommt, dass die „Toffees“ zum ersten Mal im Viertelfinale der Champions League stehen.

In der Elf von Mo Marley spielen bekannte und erfahrene Akteurinnen, wie Fara Williams, die der FCR im Mittelfeld nicht zur Entfaltung kommen lassen darf, Rachel Unitt und Jill Scott. Doch das Team ist auch gespickt mit jungen und weniger erfahrenen Spielerinnen, bei denen abzuwarten bleibt, wie sie mit der Drucksituation umgehen.

Verlegung der Partie ins Rugby-Stadion Die Viertelfinalpartie wird am Abend (20 Uhr, MEZ) nicht in Evertons Heimstätte in Crosby ausgetragen, sondern stattdessen ins Stobard Halton Stadium in Widnes verlegt. Dort wird sonst Rugby gespielt, etwa 14.000 Zuschauer fasst die Arena. Wenn allerdings 1.000 kämen, wäre dies bereits ein großer Erfolg.