Turbine und Frankfurt weiter Spitze
Der 1. FFC Turbine Potsdam hat mit einem souveränen Sieg gegen den FC Bayern München die Tabellenspitze in der Bundesliga verteidigt. Anja Mittag stellte bereits vor der Pause die Weichen für den Erfolg, der auch durch fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen begünstigt wurde. In Torlaune zeigte sich eine Woche vor dem Spitzenspiel auch Verfolger Frankfurt.
Beim 3:0 (2:0)-Sieg zeigte sich Turbine vor 1 520 Zuschauern in der ersten Halbzeit spielerisch verbessert, Anja Mittag (32., 45.+1) sorgte für eine frühe Vorentscheidung, Fatmire Bajramaj setzte den Schlusspunkt (86.).
Von Beginn an übernahm Turbine gegen eine kompakte und taktisch gut eingestellte Bayern-Elf das Kommando. Mittag hatte mit zwei Hebern über das Tor die ersten guten Gelegenheiten (9., 14.). Nach einer Viertelstunde erhöhte Turbine den Druck weiter, Viola Odebrecht setzte einen Kopfball übers Tor (16.) und kurz darauf brannte es im Bayern-Strafraum lichterloh, nachdem die zunächst im Mittelfeld agierende Bianca Schmidt zwei Bayern-Spielerinnen hatte aussteigen lassen (17.). Ein Freistoß von Kapitänin Jennifer Zietz strich knapp über das Tor (21.), die Turbine-Führung wäre längst verdient gewesen.
Mittags Freistoß passt perfekt Nach einem unabsichtlichen Handspiel von Sarah Puntigam entschied Schiedsrichterin Marija Kurtes auf Freistoß, Mittag zirkelte den Ball unhaltbar zur Führung in den Winkel (32.). „Ich habe den Ball gut getroffen, da war auch ein bisschen Glück dabei“, so Mittag, während Längert konstatierte: „Der war einfach gut geschossen.“ Zuvor hatte Kurtes hingegen ein elfmeterreifes Foul an Bajramaj durchgehen lassen.
Bayern zu harmlos Die Gäste aus München waren nur sporadisch gefährlich, etwa bei einem Kopfball von Petra Wimbersky nach Flanke von Nina Aigner (41.) und einem Konter, bei dem die Turbine-Abwehr zu weit aufgerückt war, Vanessa Bürki aber beim Schussversuch der Ball abrutschte (45.).
Entscheidung vor der Pause Eine weitere umstrittene Freistoßentscheidung führte zum 2:0: Bajramaj fädelte bei Puntigam ein, erhielt einen Freistoß zugesprochen, und legte den Ball perfekt für Mittag auf, die eine mangelnde Zuordnung in der Bayern-Abwehr ausnutzte und den Ball ins Netz beförderte (45.+1).
Längert kann sich auszeichnen In der zweiten Halbzeit ließ die Qualität des Spiels deutlich nach, ein kraftvoller Kopfball von Nadine Keßler, den Bayern-Torhüterin Kathrin Längert an die Latte lenkte, war eines der wenigen Highlights (62.). Bayern-Trainer Thomas Wörle brachte für Wimbersky und Bürki Mitte der zweiten Halbzeit in Sylvie Banecki und Lena Lotzen zwei frische Stürmerinnen.
Bajramaj setzt Schlussakkord Doch erst in der Schlussphase kamen die Gäste zu zwei guten Möglichkeiten. Turbine-Torhüterin Anna-Felicitas Sarholz parierte einen Schuss von Clara Schöne (82.), eine Minute später schoss Sylvie Banecki nur knapp vorbei (83.). Doch für das letzte Ausrufezeichen sorgte Turbine: Nach einem Steilpass von Zietz tanzte Bajramaj in Weltklassemanier Längert aus und schob den Ball zum Endstand ins Netz (86.).
Fürs Frankfurt-Spiel gerüstet Turbine-Trainer Bernd Schröder bilanzierte: „In der ersten Halbzeit haben wir guten Fußball gespielt, in der zweiten Halbzeit sind beide Teams wegen unverständlicher Schiedsrichterentscheidungen aus dem Rhythmus gekommen. Heute haben wir gezeigt, was wir spielen können. Ich denke, wir sind gut für das Spiel in Frankfurt gerüstet.“
Bayern-Trainer Thomas Wörle erklärte: „Potsdam spielt momentan in einer Liga, wo wir nicht mithalten können. Wir wollten tief stehen und Potsdam etwas Probleme bereiten, das ist über weite Strecken mit etwas Glück auch gelungen. Aber wir haben unsere Konter nicht gut zu Ende gespielt und zu einem unglücklichen Zeitpunkt das 0:2 kassiert.“
Kantersieg für Frankfurt In der Hinrunde hatte der 1. FFC Frankfurt am heimischen Brentanobad mit 6:0 gegen den Herforder SV gewonnen, heute ließ er ein 7:0 folgen. Birgit Prinz eröffnete den Torreigen mit einem Foulelfmeter in der sechsten Minute, Melanie Behringer traf in der zwölften Minute zum 2:0-Halbzeitstand.
Prinz in Torlaune In der zweiten Spielhälfte hatte der Tabellenzweite keine Probleme mit den Ostwestfälinnen. Prinz erhöhte schnell auf 3:0 (55.), ehe Conny Pohlers (65.), erneut Prinz (72.) und Dzsenifer Marozsán (75./90.) das Ergebnis in die Höhe schraubten.
Ein halbes Dutzend für Hamburg Die in der Hinrunde so souveräne Mannschaft des SC 07 Bad Neuenahr hat im Heimspiel gegen den Hamburger SV ihre zweite Niederlage in Folge einstecken müssen. Trotz früher Führung durch Lena Goeßling (9.) verloren die Gastgeberinnen am Ende mit 2:6. Aferdita Kameraj und Carolin Simon erzielten noch vor der Halbzeit die HSV-Führung. In einer torreichen zweiten Halbzeit trafen Ana-Maria Crnogorcevic (51.), Antonia Göransson (57.), Nicole Zweigler (60.) und Maja Schubert (84.) für die Gäste. Nina Jokuschies erzielte in der 77. Minute mit einem letztlich bedeutungslosen Eigentor den zweiten Treffer für die Kurstädterinnen.