Zittersieg von Turbine Potsdam – Gelb-Rot gegen Bajramaj
Am sechsten Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga verteidigte der 1. FFC Turbine Potsdam zwar die Tabellenführung. Doch der glückliche Erfolg gegen den SC 07 Bad Neuenahr und die unnötige Gelb-Rote Karte gegen Fatmire Bajramaj verdarben die Freude und ließen die Emotionen hochkochen. Doch auch der VfL Wolfsburg hatte keinen Grund zur Freude.
Turbine gewinnt mit Glück Vor 1 460 Zuschauern kam Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam zu einem glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg gegen den SC 07 Bad Neuenahr. Anja Mittag erzielte in der Schlussphase den Treffer des Tages (83.), nachdem Bad Neuenahrs Torhüterin Nadine Richter einen 30-Meter-Schuss von Jennifer Zietz nicht festhalten konnte. Zuvor hatte der Gast gut mitgespielt und selbst beste Tormöglichkeiten vergeben, oder war an der starken Turbine-Torhüterin Desirée Schumann gescheitert.
Gelb-Rote-Karte für Bajramaj Doch so richtig freuen konnte sich die Gastgeberinnen über diesen Erfolg nicht, denn Fatmire Bajramaj sah wegen Meckerns nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichterin Anja Kunick die Gelb-Rote Karte und wird somit ausgerechnet am kommenden Wochenende im Spitzenspiel beim FCR 2001 Duisburg fehlen.
Schröder erzürnt – Obliers enttäuscht Ein erhitzter Trainer Bernd Schröder erklärte: „Ich nehme Bajramaj nicht in Schutz, aber dass eine Schiedsrichterin, die aus dem Osten kommt, so eine Osthasserin ist, kann ich mir nicht bieten lassen. Das Spiel ist beendet, da muss ich mich als Schiedsrichterin wegdrehen.“ Zum Spiel seiner Elf erklärte er: „Wir haben heute unverdient gewonnen.“
Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers war enttäuscht: „Die über 90 Minuten bessere Mannschaft hat verloren, aber wir haben unsere Torchancen leichtfertig vergeben. Wir haben nur wenig zugelassen und müssten sogar 2:0 in Führung gehen und werden dann bitter bestraft, das ist schade für die Mannschaft, die gegen eine europäische Spitzenmannschaft ein richtig gutes Spiel gemacht hat.“
Duisburg ohne Probleme Der FCR 2001 Duisburg kam ohne große Mühe zu einem ungefährdeten 5:0 (4:0)-Erfolg beim Herforder SV. Jennifer Oster (14.), Inka Grings (39.) sowie zwei Treffer von Alexandra Popp (40., 45.) sorgten noch vor der Pause für klare Verhältnisse. Die eingewechselte Mandy Islacker setzte den Schlusspunkt (81.).
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg war entsprechend zufrieden: „Wir haben die richtigen Lehren aus dem Pokalspiel gezogen und von Anfang an konzentriert und engagiert nach vorne gespielt. Dass es meine Mannschaft nach der Pause hat ruhiger angehen lassen, ist absolut in Ordnung angesichts der vielen verletzten und angeschlagenen Spielerinnen.“
Erneute Auswärtspleite für Wolfsburg Gegen die Großen kann der VfL Wolfsburg gewinnen, gegen die Kleinen verliert er regelmäßig Punkte. Bei der SG Essen-Schönebeck gab es beim 2:3 (1:2) die zweite Auswärtsniederlage in Folge. Wie schon in Leverkusen ging das Team von Trainer Ralf Kellermann auch diesmal in Führung, Selina Wagner traf zum 1:0 (10.). Doch Treffer von Sarah Freutel (20., 50.) und Michele Weissenhofer (33.) drehten die Partie, das Tor von Martina Müller (59.) brachte nichts mehr ein.
Frankfurt überrollt Jena Der 1. FFC Frankfurt hat seine Erfolgsserie ausgebaut und den dritten Sieg in Folge gefeiert. Gegen den FF USV Jena gab es vor 1 510 Zuschauern einen ungefährdeten 5:0 (4:0)-Sieg. Dzsenifer Marozsan eröffnete nach einer guten Viertelstunden den Torreigen (17.), noch in der ersten halben Stunden sorgten Treffer von Kerstin Garefrekes (20.), Birgit Prinz (24.) und Sandra Smisek (28.) für die Entscheidung. Prinz stellte mit ihrem zweiten Treffer den Endstand her (73.).
Bachor schießt Bayern zum Sieg Der FC Bayern München feierte im dritten Heimspiel der Saison den ersten Heimsieg. Gegen den 1. FC Saarbrücken gab es einen 4:0 (1:0)-Sieg. Drei Treffer vor 242 Zuschauern gingen auf das Konto von Isabell Bachor (15., 56., 78.), die bereits im Heimspiel gegen den FCR 2001 Duisburg aufsteigende Form bewiesen hatte, ehe Nina Aigner in der Schlussminute den vierten Bayern-Treffer erzielte (90.).
Erst traf Bachor nach Vorarbeit von Aigner per Kopf, dann verwertete sie nach Vorlage der eingewechselten Julia Simic allein vor Saarbrückens Torhüterin Romina Holz. Tor drei war die leichteste Übung, als sie nach einem langen Ball von Nicole Banecki die Kugel nur noch über die Linie drücken musste. Bayern-Trainer Thomas Wörle war zufrieden: „Man muss durch diese Saarbrücker Abwehr erstmal durchkommen. Und mit der aggressiven Spielweise zurechtkommen. Das gelang und heute gut.”
Erneute Heimpleite für den HSV Auch im dritten Heimspiel der Saison gelang dem Hamburger SV kein Erfolgserlebnis. Gegen Aufsteiger Bayer 04 Leverkusen gab es eine enttäuschende 0:1 (0:1)-Niederlage. Lena Steinbach erzielte aus kurzer Distanz nach einer scharf getretenen Ecke von Lisa Schwab bereits in der Anfangsphase den Treffer des Tages (3.). In der Folge beschränkten sich die Gäste auf die Defensive. Am Ende war es Torhüterin Lisa Schmitz zu verdanken, dass man die Hansestadt mit drei Punkten verlassen konnte. Denn sie vereitelte eine ganze Reihe guter HSV-Chancen, so etwa zehn Minuten vor Schluss, als sie einen Schuss von Kim Kulig parierte.
Eine zufriedene Trainerin Doreen Maier meinte : “Spielerisch haben wir gerade in der zweiten Halbzeit sicherlich nicht überzeugt, aber letztlich zählen heute nur die drei Punkte. Die Mädels haben gebissen – genau diese Einstellung brauchen wir, wenn wir in der Liga bestehen wollten.”