Schweiz verliert erstes Playoff-Spiel
Die Schweizer Frauenfußball-Nationalmannschaft hat im Rennen um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2011 einen Rückschlag einstecken müssen. Im ersten von zwei Playoff-Spielen unterlag die Schweiz bei den favorisierten Engländerinnen mit 0:2. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel auf eigenem Boden ist schwierig.
Nach dem Einzug in die Playoff-Phase hatte die Schweizerin Ana-Maria Crnogorcevic erklärt, nicht unbedingt gegen England antreten zu wollen, doch genau das hielt die Auslosung parat. Dass die Offensivspielerin vom Hamburger SV mit ihren Befürchtungen Recht behalten sollte, zeigte sich schon in der ersten Halbzeit.
Zwei Lattenschüsse von England Englands Nationaltrainerin Hope Powell stellte mit Kelly Smith nur eine Spitze auf, Sturmkollegin Eniola Aluko sollte mit Rachel Yankey für eine Belebung auf den Außenbahnen sorgen, da Stammspielerin Karen Carney verletzt nicht zur Verfügung stand. Yankey und Aluko wechselten während der Partie laufend die Seiten, und das Duo hatte in der elften Minute die Führung auf dem Fuß. Ein stramm geschossener Ball von Yankey traf nur die Latte. Die Schweizerinnen schafften es nicht, das Leder aus der Gefahrenzone zu befördern, eine weitere Hereingabe, diesmal von rechts, nahm Aluko volley – doch auch dieser Ball krachte gegen die Latte.
Bachmann sorgt für Gefahr Die Engländerinnen waren in der Folgezeit überlegen, doch zeigten die Zuspiele auf Ramona Bachmann, einzige Spitze bei den Schweizerinnen, dass die englische Defensive nicht wirklich sattelfest war. Die Viererkette mit Casey Stoney (eher links zu Hause) und Faye White in der Innenverteidigung machte die Räume nicht eng genug und hatte insgesamt Glück, dass das Spiel der Schweizerinnen zumeist zu ungenau war.
Smith ungewohnt unsicher Doch auch wenn England den insgesamt besseren Eindruck machte, zeigte Smith ungewöhnliche Unsicherheiten. Ihre Zuspiele waren ungenau und verfehlten zu häufig das Ziel, sie selbst spielte sich fest und übersah mitunter die besser stehende Mitspielerin. Doch nach achtzehn Minuten bekam Smith nach einem Foul von Marina Keller einen Freistoß zugesprochen. Es trat Fara Williams an, scheiterte jedoch an Marisa Brunner im Schweizer Tor.
Doppelschlag vor der Halbzeit Mit ihrem Freistoß war Williams nicht erfolgreich, kurz darauf sorgte sie jedoch für die 2:0-Halbzeitführung. In der 44. Minute scheiterte zunächst Jill Scott an Brunner, unmittelbar danach auch Smith – doch im Nachschuss traf Williams zum 1:0. Während dieser Treffer noch in einer eher chaotischen Strafraumsituation entstand, war der zweite herrlich heraus gespielt. Williams spielte auf Höhe der Mittellinie auf Jill Scott und startete dann selbst zum Sprint in Richtung Strafraum. Scott passte zentral auf Smith an der Strafraumgrenze, die nun wiederum zu Williams spielte. Die Mittelfeldakteurin nahm den Ball kurz mit, spielte dann in den Rücken der Abwehr zentral in den Strafraum zurück auf Smith – die musste nur noch zum 2:0 einschieben.
Schweiz macht mehr Druck Die beiden Treffer fielen aus englischer Sicht zum besten Zeitpunkt, doch zu Beginn der zweiten Halbzeit machten die Schweizerinnen nun mehr Druck. England ließ Bachmann weiterhin zu viel Platz – doch die Stürmerin konnte ihn nicht nutzen und scheiterte darüber hinaus häufiger an der Routine von White. Die englische Spielführerin war Bachmann in Laufduellen hoffnungslos unterlegen, holte das jedoch durch Erfahrung und gutes Stellungsspiel wieder auf.
England verwaltet Führung Man sah der Schweiz an, dass sie auf das so wichtige Auswärtstor drängte, doch der Spielaufbau war zu zerfahren – darin war aber auch England in den zweiten 45 Minuten in nichts besser. Die „Three Lions“ schienen sich mit dem 2:0 zu begnügen und waren in erster Linie darauf bedacht, kein Gegentor mehr zu kassieren. In der 77. Minute wurde es knapp, denn ein Ball von Sandy Maendly senkte sich gefährlich auf das Tor von Rachel Brown. Die Torhüterin von Everton konnte allerdings mit den Fingerspitzen zur Ecke klären.
Somit blieb es beim insgesamt verdienten 2:0-Erfolg für die Engländerinnen. Die „Lionesses“ hatten die Gäste aus der Schweiz im Griff, offenbarten jedoch auch Schwächen, die die Gäste besser hätten ausnützen müssen, um sich für das Rückspiel eine bessere Ausgangslage zu erarbeiten.