Die Tops und Flops der Woche 33/2010
In dieser Ausgabe unserer Reihe Tops und Flops geht es um die WM-Qualifikation, Trainerwechsel, den kometenhaften Aufstieg einer Engländerin – aber auch um hohe Niederlagen und erneute Negativschlagzeilen rund um die US-amerikanische Profiliga.
Die Schweiz schafft Playoff-Qualifikation Noch nie hat sich die A-Nationalmannschaft der Schweiz für ein großes Turnier qualifizieren können. Als die Qualifikationsgruppen zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 ausgelost wurden, hatten viele wohl auch eher Gruppengegner Russland favorisiert – doch die Schweiz setzte sich in Gruppe 6 durch und löste das Ticket zu den Playoffs im September. Für die Eidgenössinnen, deren Jugendnationalmannschaften in den vergangenen Jahren immer mal wieder die Qualifikation zu Europa- und Weltmeisterschaften gelang, ist es ein weiterer Schritt nach vorne.
Ein halbes Dutzend für Lübars Nach der deutlichen 1:6-Niederlage in der vergangenen Woche hat Zweitligaaufsteiger 1. FC Lübars nun in der Nordstaffel ein Zeichen gesetzt. Mit 6:0 siegten die Hauptstädterinnen bei Holstein Kiel. Dabei zeigten auch die Neuzugänge von TeBe Berlin, dass sie beim Lokalrivalen angekommen sind: Anna Sophie Fechner traf gleich dreimal, Aylin Yaren zweimal. Den Endstand erzielte Aileen Pieper.
Wales setzt auf internationale Erfahrung Der walisische Fußballverband hat für seine Frauen-Nationalmannschaften einen neuen Trainer verpflichtet. Aus Finnland kommt Jarmo Matikainen. Der 50-Jährige bringt internationale Erfahrung mit, gehörte für die UEFA diversen technischen Studiengruppen an und arbeitet seit über zehn Jahren im Frauenfußball. Dort trainiert er momentan noch die U19- und U17-Nationalmannschaften Finnlands, beim überraschenden Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft 2005 assistierte er dem damaligen Nationaltrainer Michael Käld. Neben seinem Posten als Trainer der Frauen-Nationalmannschaften in Wales wird er auch Strategien entwickeln, den Frauenfußball insgesamt weiter voran zu bringen. In Wales scheint man sich am Nachbarn Schottland zu orientieren, wo seit den internationalen Trainerinnen Vera Pauw und Anna Signeul der stetige Fortschritt läuft.
Junge Engländerin spielt sich in die erste Reihe Es ist schon ein Flop, das in England in der vergangenen Woche mit Lianne Sanderson eine erst 22-jährige Spielerin das Ende ihrer Nationalmannschaftskarriere erklärte – doch es ist ein Top, welch neues Talent innerhalb von nur fünf Monaten im Nationalteam für Aufsehen sorgt: Ellen White. Seit ihrem Debüt am 25. März gegen Österreich stand die 21-jährige Stürmerin in jedem Länderspiel auf dem Platz. Sechs Einsätze hat sie mittlerweile absolviert, im WM-Qualifikationsspiel am vergangenen Samstag gelang ihr der insgesamt vierte Treffer. Beeindruckend dabei: nur in einem Spiel bisher durfte sie tatsächlich 90 Minuten durchspielen.
Die Erstliga-Aufsteiger bleiben torlos Es gibt nur zwei Mannschaften in der Ersten Frauenfußball-Bundesliga, die bislang noch keine Tore geschossen haben: der Herforder SV und Bayer 04 Leverkusen – die Aufsteiger also. Punktelos und mit einem Torverhältnis von 0:13 (Leverkusen) und 0:8 (Herford) liegen die beiden Vereine auf dem letzten Platz der Tabelle. Die Abstände zwischen erster und zweiter Liga sind trotz guter personeller Verstärkungen eben noch immer groß.
Sindelfingen erlebt klassischen Fehlstart Ähnlich, wie den beiden Erstligaaufsteigern, geht es dem VfL Sindelfingen in der Südstaffel der zweiten Bundesliga. In den vergangenen Jahren spielte der VfL stets an der Tabellenspitze, nun steht er nach dem zweiten Spieltag ohne Punkte und mit einem Torverhältnis von 1:9 am Ende der Tabelle. Die Sindelfingerinnen haben vor dem Saisonstart einige Leistungsträgerinnen an Erstligaclubs abgeben müssen – wie groß das Loch ist, das die Abgänge reißen, musste der VfL bei der 1:6-Klatsche gegen den 1. FC Köln im heimischen Stadion erleben.
WPS weiter mit Negativschlagzeilen Vereinspleiten, Vertragsauflösungen und Wechsel der internationalen Spielerinnen zurück in die Heimat – die Schlagzeilen, die die US-amerikanische Profiliga WPS in den vergangenen Monaten schrieb, waren alles andere als positiv. Nun kommt eine neue hinzu: die Zuschauerzahlen sind im Vergleich zur Vorsaison um etwa ein Fünftel zurück gegangen, durchschnittlich kamen in dieser Saison etwa 3.600 Zuschauer in die Stadien. In der Vorsaison noch gut 4.500. Diskussionen und Ursachenforschung haben in den Vereinigten Staaten begonnen – denn das Bild, das die Liga in der Öffentlichkeit momentan abgibt, ist stark verbesserungswürdig.
Rote Karte für Navina Omilade Nach Foulspielen am ersten und zweiten Spieltag an ihren Mannschaftskolleginnen verwandelte Navina Omilade vom VfL Wolfsburg jeweils einen Foulelfmeter – in der Partie beim 1. FC Saarbrücken wurde sie jedoch nur etwa vierzig Minuten nach ihrem Strafstoß selbst vom Platz geschickt. Die Abwehrspielerin ließ sich kurz vor der Halbzeit zu einer Notbremse hinreißen – das sollte einer 61-fache Nationalspielerin eigentlich nicht passieren. Das Sportgerichtsurteil ist auch bereits gefallen: Omilade ist für zwei Bundesligaspiele gesperrt, der VfL hat das Urteil akzeptiert.