TeBe startet den Neuanfang
Fehlstart abgewendet. TeBe Berlin gewann bei Aufsteiger BV Cloppenburg am ersten Spieltag der Zweiten Frauenfußball-Bundesliga mit 1:0. Unter normalen Umständen würde man sagen: keine Überraschung. Doch diese Saison ist für den Hauptstadtclub alles andere als Normalität. Der Verein hat Insolvenz angemeldet und in der Frauenfußballabteilung denkt man eher an Abstiegs- denn an Aufstiegskampf.
„Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“, so der sportliche Leiter Oliver Ronneberger vor Saisonbeginn. Angesichts von nur zwölf Mannschaften in der Liga bedeutet dieses Ziel nur eines: Relegation und Abstieg vermeiden.
Gaby Wahnschaffe im Vorstand Der Abstieg aus der Ersten Bundesliga konnte in der vergangenen Saison nicht verhindert werden, es folgte ein radikaler Schnitt. Der Verein ging in die Insolvenz, Vorstandschef Mario Weinkauf wurde von den Mitgliedern abgesetzt – und im Gesamtvorstand sitzt seitdem Gaby Wahnschaffe, ehemalige Leiterin der Frauenfußballabteilung, die im vergangenen Jahr abgesetzt worden war . Eigentlich habe sie ihren Vorruhestand genießen wollen, so Wahnschaffe damals, doch „Pflichtbewusstsein gegenüber der zweiten Mannschaft abwärts“ hätten sie zur Rückkehr bewogen – diese Mannschaften hätten kurz vor einem Übertritt nach Hohen Neuendorf gestanden, sagt Wahnschaffe weiter. Damit hätte der Bundesligafußball bei TeBe der Vergangenheit angehört, da das Reglement eine zweite aktive Mannschaft vorsieht.
Personalwechsel auf allen Ebenen Einen personellen Umbruch hatte die Situation dennoch zur Folge, Trainer Thomas Grunenberg hat den Verein verlassen, die für viele undurchsichtige Kooperation mit dem Förderverein besteht nicht mehr – allerdings hat auch ein Großteil der ersten Mannschaft den Club gewechselt und sich Lokalrivale 1. FC Lübars angeschlossen. Dass man diese Leistungsträgerinnen nicht halten konnte, bedauert Wahnschaffe zwar, „aber vielleicht war dieser Schnitt auch nötig.“ Nun geht TeBe die Saison mit einer Mischung aus Spielerinnen der zweiten Mannschaft, ein paar Verbliebenen sowie einigen Rückkehrinnen, wie Anissa Holzhaus und Jessica Brückner, an, die nach dem Streit um ihre Stimmenthaltung auf der Mitgliederversammlung vom damaligen Trainer suspendiert worden waren.
Geld reicht für die Saison Die anstehenden Kosten seien seitens der Frauenfußballabteilung alle gedeckt, so Wahnschaffe. Nach allen Rechnereien sei man sogar leicht im Plus. Dass man die Saison aus finanziellen Gründen nicht beenden könne, sei nicht zu erwarten und auch die Spielerinnen wüssten, was sie erwarte: „Wir haben allen von Anfang an klar gemacht, dass niemand Geld bekommen wird.“
Was Spielerinnen in der jetzigen Situation zum Traditionsverein lockt, umschreibt Wahnschaffe mit wenigen Worten: „Pionierarbeit zu leisten, gute Trainingsbedingungen und den unbedingten Willen, das Jahr zu überstehen.“
Sportlich wird taktiert Ob das sportlich gelingt, wird die Saison zeigen. Sollte es nicht laufen, hat Wahnschaffe auch die zweite Mannschaft, die in der Regionalliga spielt, im Blick. „Dann müssten wir schauen, ob wir dort mit Spielerinnen der ersten Mannschaft antreten, um den Aufstieg zu schaffen und somit die Klasse zu halten.“