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2010

DFB-Elf kommt in den USA unter die Räder

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat in Cleveland gegen die USA eine der bittersten Niederlagen ihrer Länderspiel-Geschichte kassiert.

Beim 0:4 (0:2) in Cleveland schrammte das Team nur knapp an der höchsten Niederlage der fast 28-jährigen Historie vorbei. Am 14. März 1996 hatte man ebenfalls in den USA in Decatur mit 0:6 verloren. Und hätte nicht Torhüterin Nadine Angerer mit zahlreichen Glanzparaden weitere Gegentreffer verhindert, hätte die Niederlage sogar noch höher ausfallen können.

Riesenenttäuschung “Wir sind alle total enttäuscht, das war eine richtige Klatsche”, so Bundestrainerin Silvia Neid. “Meine Spielerinnen haben alles gegeben, was derzeit in ihnen steckt. Mehr war diesmal nicht drin. Wir werden jetzt das Spiel genau analysieren und so das Beste daraus machen – und zwar daraus lernen. Bis zur WM im kommenden Jahr müssen wir weiter an uns arbeiten”, so das ernüchternde Fazit .

Zwei Treffer von Wambach Ein verwandelter Foulelfmeter von Abby Wambach eröffnete den Torreigen (29.), Heather O’Reilly (35.), Kristine Lilly in ihrem 345. Länderspiel (62.) und erneut Wambach (63.) schraubten das Ergebnis in die Höhe gegen eine deutsche Mannschaft, die in der Vorwärtsbewegung gute Ansätze zeigte, defensiv gegen die athletischen und schnellen US-Spielerinnen aber gänzlich auf verlorenem Posten stand.

Dritte Niederlage gegen USA in Folge Für die DFB-Elf war es binnen sieben Monaten die dritte Niederlage in Folge gegen den Weltranglistenersten. „Das ist großartig, perfekt und einfach fantastisch“, freute sich eine begeisterte US-Trainerin Pia Sundhage. Und US-Stürmerin Abby Wambach lobte: „Wenn man eine Torhüterin wie Hope Solo hat, hat man alle Chancen WM-Titel und olympische Medaillen zu gewinnen.“

Elfmeter bringt DFB-Team aus dem Konzept Dabei hatten die deutschen Spielerinnen vor 10 321 Zuschauern im Cleveland Brown Stadium einen guten Start erwischt, doch nach einer knappen halben Stunde zeigte Schiedsrichterin Margaret Domka nach einem Foul von Saskia Bartusiak an Wambach auf den Elfmeterpunkt. Die US-Führung brachte die DFB-Elf vollkommen aus dem Konzept, das US-Spiel kam nun immer besser ins Rollen. Nach einer Ecke konnte Angerer Wambachs Kopfball noch klären, doch O’Reilly reagierte am Schnellsten und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie, so dass es mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause ging.

Tag der Torhüterinnen Auch die deutschen Spielerinnen hatten Chancen, so etwa Kerstin Garefrekes, die aber aus kurzer Distanz an der glänzenden US-Torhüterin Hope Solo scheiterte (58.). Nach toller Vorarbeit von Wambach erhöhte die 38-jährige Lilly auf 3:0, Wambach selbst erzielte nur eine Minute später ihren zweiten Treffer, als die DFB-Elf wieder einmal zu weit weg von den Gegenspielerinnen stand. Der DFB-Elf war an diesem Tag trotz allem Bemühens kein Treffer vergönnt, den Schuss der eingewechselten Alexandra Popp hielt Solo erneut prächtig (86.). Beide Torhüterinnen konnten sich auch noch in der Folge mehrfach auszeichnen, am Ende war das deutsche Team mit den vier Gegentreffern noch gut bedient.

Das Fehlen der Potsdamer Nationalspielerinnen war genauso zu merken, wie die Probleme der umgestellten deutschen Viererkette mit den Weltklassestürmerinnen des Gegners. Die kräftezehrende Saison hatte zudem ihre Spuren hinterlassen.

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