Kann die DFB-Elf in den USA bestehen?

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Seit der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2003, als Deutschland ein denkwürdiges Halbfinale in Portland mit 3:0 gegen Gastgeber USA gewann, gehört das Duell der beiden Topteams der Weltrangliste zum Feinsten, was der Frauenfußball zu bieten hat. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (ab 0.10 Uhr live im ZDF) kommt es in Cleveland zum bereits dritten Aufeinandertreffen zwischen Olympiasieger und Welt- und Europameister binnen weniger Monate. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge will die DFB-Elf gegen die USA auch ohne die Potsdamer Nationalspielerinnen endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern.

Zuletzt gab es im Oktober 2009 eine unglückliche 0:1-Niederlage in Augsburg, Anfang März dieses Jahres folgte im Finale des Algarve Cups ein 2:3. Den letzten Erfolg feierte man gegen die US-Girls ebenfalls in Portugal, im Finale des Algarve Cups 2006 im Elfmeterschießen.

DFB-Elf ohne Turbine-Stars
Auch ohne die frisch gebackenen Champions-League-Siegerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam, die aufgrund der unglücklichen Terminüberschneidung zwischen Länderspiel und Champions-League-Finale nicht mit in die USA reisten, erwartet Bundestrainerin Silvia Neid im Cleveland Browns Stadium von ihren Schützlingen eine ansprechende Leistung. „Ich will sehen, dass jede Spielerin zum Ende einer langen Saison noch einmal alles gibt“, erklärt Neid.

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Hochkarätige Gegner
Die Auswahl des Gegners passt in die DFB-Strategie, sich auf die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 gegen hochkarätige Gegner vorzubereiten, da aufgrund der Gastgeberrolle die WM-Qualifikation wegfällt und somit keine Wettbewerbsspiele anstehen. „Diese Länderspiele sind hilfreich, um Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung zu sammeln“, so die DFB-Trainerin. Durch das Fehlen der Turbine-Spielerinnen war Neid gezwungen, ihren Kader umzukrempeln. „So habe ich die Gelegenheit, auch mal wieder Spielerinnen zu sehen, die eine Weile nicht dabei waren.“

Überraschende Nominierung für Rech
Vor allem für Bianca Rech, die zur kommenden Saison vom FC Bayern München zum SC 07 Bad Neuenahr wechselt, dürfte die erste Berufung seit der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking doch etwas überraschend gekommen sein. „Ich bin froh, wieder im Kreis der Nationalmannschaft zu sein“, so Rech. Für die 29-Jährige ist das Spiel in den USA, so sie denn Einsatzzeit erhalten wird, wohl eine der wenigen Möglichkeiten, Neid davon zu überzeugen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört. „Ich war lange nicht mehr dabei, deswegen will ich mich zunächst einmal im Training zeigen und anbieten“, so Rech.

Omilade in der Innenverteidigung
Und auch Navina Omilade vom VfL Wolfsburg, die im erweiterten Kader der Frauenfußball-Europameisterschaft 2009 stand, hofft, dass sie die Bundestrainerin auf der neuen Position der Innenverteidigerin überzeugen kann. „Die Konkurrenz in der Innenverteidigung ist groß. Es ist schwer, dort Einsatzzeit zu bekommen, weil auf dieser Position wenig gewechselt wird“, weiß Omilade um die Schwere der Aufgabe.

Hingst auf der Sechserposition
Dafür soll Ariane Hingst bei ihrem Comeback auf der Sechserposition zum Einsatz kommen.  „Von meinen Klubs her kenne ich eher das Mittelfeld als die Abwehr. In der Nationalmannschaft habe ich, glaube ich, erst einmal im defensiven Mittelfeld gespielt“, erklärt die 165-fache Nationalspielerin. „Es ist einfach nur schön, wieder dabei zu sein“, freut sich Hingst auf den ersten Einsatz seit dem EM-Viertelfinale im September 2009 gegen Italien in Lahti, wo sie sich einen Meniskus- und Knorpelschaden zuzog.

Hassliebe zwischen Deutschland und USA
US-Stürmerin Abby Wambach freut sich auf das Spiel gegen Deutschland, auch wenn ihr Team durch das Fehlen von Carli Lloyd (Knöchelverletzung), Tobin Heath (Knöchelverletzung), Kelley O’Hara (Fußverletzung) und Lauren Cheney (private Gründe) ebenfalls nicht in Optimalbesetzung antreten kann. „Das ist schon etwas anderes, als gegen Mexiko zu spielen, ohne dass das despektierlich klingen soll. Wenn man gegen eines der weltweit besten Teams spielt, weiß man schon vorher, dass man nur eine Chance hat, wenn man sein Bestes gibt. Das fühlt sich wie eine WM an, wenn man gegen Deutschland spielt. Über die Jahre hat sich eine gesunde Rivalität zwischen den beiden Teams entwickelt und ich denke, man kann schon von einer Hassliebe zwischen uns sprechen.“

Letzte Aktualisierung am 12.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Ralf
Ralf

Heut‘ sind wir erst mal Alle in ROT und WEISS, … und dann SCHWARZ-ROT-GOLD!

Jennifer
Jennifer

@Markus: Findet das USA Spiel zur gleichen Zeit statt, wie das Champions-League Finale in Madrid? Ich bin zur Zeit in Asien und habe das Gefuehl, dass die Spiele zur gleichen Zeit stattfinden. Sollte dieses so sein, dann hat der DFB mal wieder eine super Chance vertan. Wer ist da nur fuer die Termine zustaendig?

Jennifer
Jennifer

@Markus: Mein Fehler, da hatte ich mich in dem Wirrwarr von Zeitunterschieden glatt verrechnet …