Erste DDR-Fußballerinnen gesucht!

Von am 14. Mai 2010 – 11.34 Uhr 5 Kommentare

Ein Forschungsprojekt der Universität Potsdam hat sich auf die Suche nach den Anfängen des Frauenfußballs in der DDR gemacht. Nun hofft man, mit tatkräftiger Unterstützung der Bevölkerung neue Erkenntnisse zu gewinnen.

An der Professur Zeitgeschichte des Sports der Universität Potsdam läuft aktuell ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Frauenfußball in der DDR und Bundesrepublik Deutschland – eine sportpolitische Geschichte zwischen Beruf, Familie und Fußballplatz“.

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Spurensuche
Die 27-jährige Nachwuchswissenschaftlerin Carina Sophia Linne arbeitet dabei erstmalig die Geschichte des Frauenfußballs in der DDR auf, dessen Anfänge noch weiter zurück liegen als in Westdeutschland, wo der Frauenfußball zwischen 1955 und 1970 verboten war. Linne hofft dabei auch auf die Unterstützung der Bevölkerung. „Ich suche Zeitzeuginnen, die einst in der DDR Fußball gespielt haben oder Sportfunktionäre, Trainer und Fans, die sich in dieser Zeit für den Frauenfußball eingesetzt haben“, erklärt die angehende Sporthistorikerin. Hierbei interessieren sie vor allem die Anfangsjahre.

Spielszene-EAB-Lichtenberg

Spielerin der Berliner Betriebssportgemeinschaft EAB Lichtenberg 47 ©Maja Bogs

Hoffnung auf neue Erkenntnisse
Bisherige Recherchen haben ergeben, dass Ende 1967 ein Frauenfußballturnier auf dem Platz der BSG Leipzig Nordost mit vier Mannschaften aus Halle, Wittenberg, Bergwitz und Leipzig stattfand. Außerdem heißt es in dem Artikel weiter, dass die Damen seit Juni keine Möglichkeit mehr zum regelmäßigen Training erhielten. „Diese Aussagen deuten darauf hin, dass scheinbar schon Mitte 1967 in Halle Frauen Fußball gespielt haben. Damit liegen sie vor der vermeintlich ersten Frauenfußball-Betriebssportgemeinschaft in Dresden, die bis heute in der Literatur als Pionierinnen des Frauenfußballsports der DDR gefeiert werden“, so Linne.

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Wer Hinweise darauf hat, dass bereits Anfang/Mitte der 1960er-Jahre Frauen vereinzelt in den ehemaligen 15 DDR-Bezirken im Fußball aktiv waren, wird herzlich gebeten, sich bei der Potsdamerin zu melden. Ziel der Nachwuchshistorikerin ist es, die Forschungslücke bis zur Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land zu schließen.

Kontakt:

Carina Sophia Linne
Universität Potsdam, Zeitgeschichte des Sports
Am neuen Palais 10, Haus 12
14469 Potsdam
Telefon: 0331.977.1685
E-Mail: clinne@uni-potsdam.de

Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • uwe sagt:

    Einfach Bernd Schröder fragen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @uwe
    > Einfach Bernd Schröder fragen.
    War auch mein erster Gedanke! 😉
    Und zu ihm kann zu Fuß hingehen. 🙂

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  • Winter sagt:

    Die beiden haben sich bestimmt schon unterhalten, ich denke der gesamte Verein ist schon integriert. Ich finde den Ansatz interessant und gut, insbesondere mit Sicht auf 2011 und auf die Geschichte beider deutscher Staaten. Schmunzeln musste ich, dass der Frauenfussball von 1955 bis 1970 in Westdeutschland verboten war -eigentlich unvorstellbar!

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  • Christian sagt:

    @Winter
    Natürlich war es Frauen in der Bundesrepublik nicht verboten Fußball zu spielen. Sie konnten es halt nur nicht im DFB und nur gegen dessen Widerstand. Da sie dies eben auch von Anfang an getan haben (bzw. auch schon vor dem DFB-Verbot), ist die Formulierung im obigen Beitrag auch nicht einwandfrei. 😉

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  • Reiner sagt:

    Zu diesem Thema Doreen Meier (Trainerin Bayer Leverkusen) und Margit Stoppa (DFB) befragen.

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