Die Zweitligasaison im Rückblick

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Die am Sonntag beendete Zweitligasaison hat zwei Annahmen bestätigt, die viele schon vor Saisonbeginn geäußert hatten: Der Herforder SV würde die Nordstaffel beherrschen, im Süden würde sich dagegen ein enger Kampf an der Spitze entwickeln. Doch die Zweite Bundesliga hatte mehr zu bieten, Womensoccer blickt zurück.

Top-Spiele
Mit 1.250 Zuschauern war die Spitzenbegegnung zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln in der Hinrunde die meistbesuchte Partie der Zweiten Bundesliga. Damals lagen beide Clubs noch Kopf an Kopf an der Tabellenspitze. Auch in der Rückrunde lockte das Lokalderby über 800 Menschen nach Köln, obwohl der FC schon kaum mehr in den Aufstiegskampf eingreifen konnte, da man zuvor bereits überraschend Punkte gelassen hatte – unter anderem unterlag man dem VfL Sindelfingen, der beiden am Ende den Aufstieg selbst nur um zwei Punkte verfehlte.

In der Nordstaffel bot sich kein solch enger Aufstiegskampf. Der Herforder SV ging in jedes Spiel als Favorit, allerdings boten die Partien gegen den 1. FFC Turbine Potsdam besondere Spannung. In der Hinrunde gewannen die Ostwestfälinnen mit 3:1, in der Rückrunde trennten sich die Teams mit 2:2, obwohl die Herforderinnen aufgrund von Verletzungen das Spiel nur mit neun Spielerinnen beenden konnten. Überraschend schwer taten sich die Herforderinnen mit der zweiten Mannschaft des Hamburger SV, wo Stürmerin Kathrin Patzke die ostwestfälische Abwehr in beiden Spielen schier zur Verzweiflung brachte. Patzke gewann am Ende der Saison die Torjägerkrone – auf den Plätzen zwei bis vier landete die Herforder Offensivabteilung.

Proficlubs: Werder etabliert sich
Insgesamt drei Proficlubs stiegen in die Zweite Bundesliga auf. In der Nordstaffel der SV Werder Bremen, im Süden der FC Bayern München sowie der 1. FC Köln. Die Domstädter hatten vor Saisonbeginn den FFC Brauweiler Pulheim samt Lizenz übernommen und kämpften, wie zuvor erwartet, lange um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. Schlecht einschätzen konnten die Trainer der Nordstaffel die Leistungsfähigkeit der Bremerinnen – viele trauten den Norddeutschen eine Überraschung zu und tippten sie auf die vorderen Plätze. Am Ende hieß es Rang 7 für den Neuling, der die Saison mit wenig prominenten Neuzugängen angegangen war.

Fiona Rolfs (l.) und Marie Pollmann freuen sich über die Meisterschale für Herford.

Zuschauerschnitt: Herford am attraktivsten
Der Herforder SV hat die Nordstaffel nicht nur spielerisch beherrscht, auch im Zuschauerzuspruch waren die Ostwestfälinnen Spitze. Durchschnittlich kamen 550 Zuschauer ins Ludwig-Jahn-Stadion, womit der HSV auch den Vergleich mit der Südstaffel gewann. Dort war der 1. FC Köln mit durchschnittlich 470 Zuschauern der attraktivste Verein. Allerdings war im Süden die Lage ausgeglichener. Auf den zweiten Rang kam Meister Bayer 04 Leverkusen mit einem Zuschauerschnitt von 435. In der Nordstaffel konnte Victoria Gersten den zweiten Platz erklimmen – dafür reichten 230 Zuschauer pro Spiel.

Trainerwechsel: Fluktuation in Frankfurt
Den ersten Trainerwechsel gab es bereits vor dem ersten Spieltag – Jürgen Krust, zum damaligen Zeitpunkt bei der SG Wattenscheid 09 erst wenige Wochen im Amt, trat zurück. Nachfolger wurde mit Jörg Amthor ein für die SGW alter Bekannter. In der Nordstaffel gab es während der Saison noch drei weitere Trainerwechsel: In Gütersloh trat Heiko Bonan zurück, da er wieder hauptberuflich arbeiten wollte, was sich der FSV nicht leisten konnte. Nachfolgerin wurde Assistentin Christina Krüger. Wechsel beim 1. FC Lok Leipzig zu: Trainer Sven Thoß wurde nach Unstimmigkeiten mit dem Verein entlassen. Er wird dem Frauenfußball dennoch erhalten bleiben, zur neuen Saison heuert er bei BW Hohen Neuendorf an. Beim Zweitligaabsteiger ging es auf dem Trainerposten während der Saison besonders turbulent zu. Nach dem Rücktritt von Martin Schalow übernahm Michael Roßbach, bevor schon während der Saison eine Vereinbarung mit Thoß für die folgende Spielzeit geschlossen wurde.

In der Südstaffel ging die Trainerfluktuation bei der Zweitvertretung des 1. FFC Frankfurt weiter. Mira Krummenauer übernahm während der Saison den Posten von Ronny Boretti. Innerhalb der letzten vier  Jahre wurde die Mannschaft während jeder Spielzeit von einem anderen Trainer betreut. Nach nur einem halben Jahr verließ Matthias Welz aus beruflichen Gründen den FC Bayern München II, Nachfolgerin wurde Nathalie Bischof. Für die Saison 2010/2011 stehen ebenfalls erste Trainerwechsel fest: Beim 1. FC Köln übernimmt Marcus Kühn als hauptamtlicher Coach den Posten von Klaus Schmischke, beim FV Löchgau übergibt Spielertrainerin Stefanie Schuster wegen der Doppelbelastung  an Uwe Schweizer.

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