Abstiegsfinale: Freiburg hofft auf Hartel-Faktor

Von am 8. Mai 2010 – 23.13 Uhr

Showdown im Möslestadion: „Vier gewinnt!“ heißt das Motto für Frauenfußball-Bundesligist SC Freiburg im Abstiegsendspiel gegen die SG Essen-Schönebeck. Denn nur ein Sieg mit vier Toren Unterschied sichert dem Team aus dem Breisgau den Klassenerhalt. Ein schier aussichtlos scheinendes Unterfangen, wäre da nicht die Rückkehr von Stürmerin Susanne Hartel.

„Wir brauchen vier Tore, egal wie“, so Trainer Edgar Beck, der weiß, dass ein schneller Treffer seinen Spielerinnen noch einmal Flügel verleihen würde.

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Hartel soll’s richten
Die Hoffnungen der Freiburgerinnen ruhen vor allem auf der von ihrem Bänderriss wiedergenesenen Topstürmerin Susanne Hartel. Sie soll für mehr Druck im Spiel nach vorne und ein schnelles Tor sorgen. An Chancen mangelte es dem Team in den Heimpartien der Rückrunde nicht, und auch aus der Statistik zieht man Hoffnung. Denn in den sechs gemeinsamen Bundesligajahren gewann Freiburg acht der elf Partien, bei einem Remis und zwei Niederlagen. Und so sind die Spielerinnen bis in die Haarspitzen motiviert.

Alles ist möglich
„Wir sehen das als Europapokalrückspiel, wo wir das Hinspiel 0:3 verloren haben. Wenn wir in Führung gehen, ist alles möglich, gerade am letzten Spieltag gibt es manchmal die unglaublichsten Ergebnisse“, so die Hoffnung Becks. Er kann fast aus dem Vollen schöpfen, nur der Einsatz der Kanadierin Kelly Parker ist fraglich. Die Vertragsverlängerung mit Kerstin Boschert sollte noch einmal ein Signal des Zusammenhalts an die Mannschaft senden, denn bei einem Abstieg in die zweite Frauenfußball-Bundesliga würden wohl einige Topspielerinnen den Verein verlassen.

Gute Ausgangsposition für Essen
Bei der SG Essen-Schönebeck hat man die Abstiegsgefahr lange unterschätzt, noch vor der 0:1- Heimspielniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken wähnte man sich in trügerischer Sicherheit. Die Ausgangsposition ist dank Freiburgs 0:5-Niederlage beim FCR 2001 Duisburg dennoch weiterhin komfortabel, denn eine Niederlage mit bis zu drei Toren Unterschied hält das Team in Liga eins.

Eigener Treffer ist Gold wert
Essens Trainer Ralf Agolli erklärt: „Wir werden nicht den Fehler machen, uns hinten reinzustellen. Und sollten wir 0:4 verlieren, dann haben wir auch nichts in der Liga zu suchen“, so die klaren Worte, die seinen Spielerinnen noch einmal den Ernst der Lage klar machen sollen. Allerdings fehlt die dreifache Torschützin des 3:2-Hinspielsiegs, Stephanie Goddard. Ein eigener Treffer könnte dem Gegner schnell den Wind aus den Segeln nehmen.

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Abstieg kein Thema
Eine Schlüsselrolle wird möglicherweise Essens Torhüterin Lisa Weiß zukommen. „Unser Ziel muss es sein, zu gewinnen. Bei einem 0:3 kann sich niemand über den Klassenerhalt freuen.“ Sie hofft, dass kein frühes Gegentor die eigenen Pläne durchkreuzt. „Sonst könnten die Nerven flattern.“ An einen möglichen Abstieg in Liga zwei will man in Essen weiter nicht denken. „Darüber will ich nicht sprechen“, so Essens Sportkoordinator Detlef Loeschin.

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Markus Juchem (51) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.