Duisburg erzürnt über TeBe-Klatsche – Saarbrücken gerettet

Von am 2. Mai 2010 – 16.49 Uhr 30 Kommentare

Der 21. Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga hatte es in sich. Der 1. FFC Turbine Potsdam holte sich zum zweiten Mal in Folge den Meistertitel, der 1. FC Saarbrücken sicherte sich mit einem Auswärtssieg in Essen den Klassenerhalt und der 1. FFC Frankfurt hat sich mit einem zweistelligen Sieg gegen Tennis Borussia Berlin eine Minimalchance auf das internationale Geschäft gewahrt. Sehr zum Unmut von Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Die wollte sich nicht lange mit dem eigenen 5:0 (3:0)-Sieg gegen den SC Freiburg aufhalten, nachdem sie vom 13:0 (8:0)-Erfolg des 1. FFC Frankfurt gegen Tennis Borussia Berlin gehört hatte. „Wenn sich eine Mannschaft in den letzten Spielen so hängen lässt, ist das absolut schade und ich muss schon sagen, so hat sie auch irgendwo nichts in der 1.Liga zu suchen“, polterte Voss-Tecklenburg in Richtung TeBe.

Frankfurt wahrt Minimalchance
Denn vor dem letzten Spieltag hat Duisburg zwar nun als Tabellenzweiter weiterhin drei Punkte Vorsprung auf Frankfurt und es in der eigenen Hand sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren, doch in punkto Torverhältnis (+56 Duisburg, +51 Frankfurt) sind die Hessinnen nun unerwartet wieder in Reichweite. Sollten die Duisburgerinnen ihr abschließendes Bundesligaspiel beim FC Bayern München verlieren und Frankfurt gewänne mit vier Toren Unterschied beim SC 07 Bad Neuenahr (was im DFB-Pokal in dieser Saison bereits gelang), hätte Frankfurt am Ende den zweiten Platz den Duisburgerinnen noch weggeschnappt, der in der kommenden Saison zur Teilnahme an der Champions League berechtigt. Doch auf Rechenspiele will sich Voss-Tecklenburg nicht einlassen. „München war auch im Vorjahr ein gutes Pflaster für uns, deshalb fahren wir guten Mutes am nächsten Wochenende dahin und wollen Sonntag dort auch gewinnen.“

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Uwak rettet SaarbrückenAbstiegsendspiel Freiburg gegen Essen
Überraschend hat sich der 1. FC Saarbrücken mit einem 1:0 (1:0)-Auswärtssieg bei der SG Essen-Schönebeck vorzeitig den Klassenerhalt gesichert. Cynthia Uwak erzielte bereits in der 8. Minute den viel umjubelten Siegtreffer, der nun die Essenerinnen in ein Abstiegsendspiel beim SC Freiburg am kommenden Wochenende zwingt. Doch die Freiburgerinnen haben sich das Leben durch die hohe Niederlage in Duisburg selbst schwer gemacht. Denn gegen Essen muss aufgrund des schlechteren Torverhältnisses ein Sieg mit vier Toren Unterschied her, will man den Abstieg noch verhindern und stattdessen den Gegner in die Zweite Liga schicken. „Duisburg war der erwartet überlegene Gegner, ein, zwei Tore weniger wären aber auch noch okay gewesen. Jetzt müssen wir eben 4:0 gegen Essen gewinnen“, so Freiburgs Trainer Edgar Beck.

Klare Auswärtssiege für Bayern und Wolfsburg
In den weiteren Spielen des Tages kamen der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg zu klaren Auswärtssiegen. Die Münchnerinnen gewannen beim Hamburger SV mit 4:1 (2:0). Julia Simic sorgte mit zwei Treffer bereits vor der Pause für eine sichere Führung (17. und 45.), Vanessa Bürki erhöhte per Elfmeter (59.), ehe Stefanie Mirlach den vierten Treffer erzielte (83.). Imke Wübbenhorst konnte nur noch Ergebniskosmetik betreiben (85.). Die Niedersachsen gewannen beim FF USV Jena gar mit 6:1 (4:0). Melissa Wiik war mit vier Treffern (24., 33., 54, 79.) die Spielerin des Tages, Martina Müller (19.) und Selina Wagner erzielten die weiteren Wolfsburger Treffer, Genoveva Anonma gelang für die Gastgeberinnen der Ehrentreffer (47.).

Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

30 Kommentare »

  • Lucy sagt:

    Das 17:0 sah damals genauso aus, wie gestern das 13:0

    Man wollte noch ein bisschen, konnte aber irgendwie nicht mehr mithalten…

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  • Mini sagt:

    Frau Voss-T sollte doch mal lieber über ihre Mannschaft reden…wenn man es nicht selbst schafft die Tore zu schießen…dann einfach mal Klappe zu…

    sowas ist doch wohl absolut lachhaft..

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  • Detlef sagt:

    @Mini,
    sehe ich genauso!!!
    Jetzt sollte sie doch nicht TeBe dafür verantwortlich machen, dass ihr Team die beiden Big-Points gegen Frankfurt und Potsdam nicht gemacht hat!!!
    Dann hätte es ihr nämlich auch schei…nbar egal sein können, wenn Frankfurt 30:0 gewonnen hätte!!!
    Das eigene Versagen einem anderen Klub anzulasten, finde ich ganz schwach!!!
    Diese Energie sollte sie lieber dazu verwenden, ihrem Team klarzumachen, dass sie in München noch einen Punkt brauchen!!!
    Außerdem sind die TeBe-Mädels wirklich zu bedauern, um ihren Vorstand, um ihr Trainerduo, und nach so einer Klatsche sowieso!!!

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  • Ralf sagt:

    :-[ und #-)

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  • michael sagt:

    Das Wehklagen der Duisburgerinnen kann ich nicht verstehen. Wenn ich mich recht erinnere, wollte die Mannschaft im vorletzten Spiel der vergangenen Saison bei Bayern München mit einer besseren Reserve antreten um die Stammspielerinnen für das Pokalfinale zu schonen. Das hielt man im eigenen Interesse für normal, lediglich weil das Spiel ausfiel blieb diese Wettbewerbsverzehrung aus. In Duisburg betrachtet man die Fußballwelt sehr durch die eigene Brille.

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  • Ralf sagt:

    @michael

    MVT hätte direkt nach dem gestrigen Spiel besser nichts ’spontanes‘ zu den durchgegebenen Endergebnissen sagen sollen!
    Es ist manchmal eben besser, seinen Ärger zuerst mal runterzuschlucken, auch wenn es einem noch so schwer fällt!

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  • sisyphos sagt:

    @ Detlef,
    es geht doch nicht darum, „das eigene Versagen einem anderen Verein anzulasten“. Wo steht das bitte?! Ich finde diese Aussage absolut nicht in Ordnung (wobei ich ‚Versagen‘ schon fast für eine Frechheit halte, mit Verlaub). Es geht darum, berechtigte Kritik daran zu üben, wie sich ein Verein in der höchsten Spielklasse präsentiert und damit auch eine Visitenkarte für den deutschen Frauenfußball abgibt. Und das halte ich im Fall von TeBe ebenfalls für unwürdig. Und eben das hat MVT gesagt. Mitleid für die Spielerinnen aufzubringen, liegt mir da eher fern – auch wenn die Situation in Berlin grauenhaft gewesen und noch immer sein mag.

    Und was sie ihren Spielerinnen für das Spiel in München mitgibt – zerbrich dir mal nicht anderer Menschen Kopf und sei gewiss, dafür wird noch genügend Energie übrig sein. Das eine zu tun, bedeutet ja nicht, das andere zu lassen. Und wenn ich sage, du solltest deine Energie lieber nicht weiter in deine unsäglichen Satzzeichen-Häufungen stecken, interessiert dich das wahrscheinlich genauso wenig.

    Und was ‚lachhaft‘ angeht, Mini: so kann man auch die Aussagen eines Trainers bezeichnen, der vor zwei Wochen noch behauptete, ’nicht mit dem Einzug ins Finale gerechnet zu haben‘ und nun überschwänglich verkündet, ‚wir haben die Liga beherrscht‘. Aber vielleicht hat er ja recht – möglicherweise eben auch NUR die Liga.

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  • eisbär sagt:

    Das in der BL ein zweistelliges Ergebnis zu Stande kommt, ist einfach nur schlecht für das Niveau der Liga und da hat MVT vollkommen Recht, wenn sie sagt, dass TeBe nichts in der Liga zu suchen hat.
    Und was das dominieren der Liga angeht, kann ich Herrn Schröder nicht zustimmen, denn es sind lediglich 5 Punkte zum Tabellenzweiten. Es gab Saisons, da waren Mannschaften vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer und wurden mit über 10 Punkten Vorsprung Meister. Da kann man dann von ‚dominieren‘ sprechen.

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  • Detlef sagt:

    @sisyphos,
    Vielleicht ist Versagen etwas zu hart ausgedrückt!!!
    Aber wer Meister werden will, muß auch die Big Points machen!!!
    Sicher ist es „schade“, wenn ein Team sich so hängen läßt!!!
    Und sicherlich ist der Kader von TeBe auch stärker, als sie es zuletzt gezeigt haben, aber für Liga eins reicht es eben nicht!!!
    Und man muß schon die bescheidene Situation im Verein von TeBe sehen, wofür ja die Spielerinnen absolut nichts können!!!
    Und ich hoffe natürlich sehr für den FCR, dass sie den fehlenden Punkt in München holen werden!!!
    Aber wenn Du ganz ehrlich bist, hätte doch Martina nix zum TeBe-Ergebnis gesagt, wenn der Platz zwei schon in trockenen Tüchern wär!!!

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  • Gustav Gans sagt:

    MVT hätte nichts dazu sagen sollen? Natürlich musste sie etwas dazu sagen. So nen Beschiss gab es bei den Männern 1978, als BMG einen großen Rückstand auf Köln aufholen musste. 12:0 gewann Gladbach gegen Dortmund; Köln konnte sich durch ein 5:0 gg. St. Pauli zum Titel retten. Zum Glück! Also hoffe ich mal, dass der FCR den regulär und verdient erspielten Vorsprung auch noch in die CL retten wird. Kotelettspiel sagt bei den Männern in den untersten Spielklassen zu so etwas!

    So was darf sich nicht wiederholen, wenn der FF ernst genommen werden will!

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