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2009

Wird die bessere Ersatzbank das EM-Finale entscheiden?

Deutschlands Torhüterin Nadine Angerer musste nach dem mit 3:1 gewonnenen Halbfinale gegen Norwegen nicht lange überlegen, was das bisherige Erfolgsgeheimnis der deutschen Mannschaft bei der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland war. „Die Startelf spielt die Gegner müde, die Einwechselspielerinnen nutzen es eiskalt aus.” Und auch die Präsidentin des Organisationskomitees der Frauenfußball-WM 2011, Steffi Jones, sieht in den “starken Einwechselspielerinnen” einen Vorteil des deutschen Teams.

Dass Einwechselspielerinnen einem Spiel die entscheidende Wende geben, ist nichts Ungewöhnliches. „Wir haben 22 starke Spielerinnen, da kann in die Partie kommen wer will“, beschreibt Angerer die besondere Stärke des deutschen Teams, die die Norwegerinnen in der zweiten Halbzeit nicht unbedingt mit spielerischer Klasse, sondern mit Tempo und Athletik und frischen Kräften von der Bank in die Knie zwang.

Luft für 120 Minuten Célia Okoyino da Mbabi, die als Einwechselspielerin per Kopf den Führungstreffer zum 2:1 erzielte und eine starke Leistung zeigte, meint: „Es war ein laufintensives Spiel, in dem es hoch und runter ging. Aber wir wissen, was wir in der Vorbereitung geleistet haben und wir könnten auch über 120 Minuten voll dabei sein.“

Vielfältige Optionen Bundestrainerin Silvia Neid freut sich über die zahlreichen Optionen auf der Bank. „Man versucht immer, mit Wechseln etwas Positives zu bewirken, manchmal wird es zu 100 Prozent umgesetzt, manchmal nicht. Grundsätzlich bin ich froh, dass wir so flexibel agieren können.“ Neid erklärt, warum es Einwechselspielerinnen oft einfacher haben.

Vorteil für Einwechselspielerinnen „Wenn der Gegner schon ein bisschen müde ist, und sich sicher ist, dass er gewinnt, ist es für Einwechselspielerinnen leichter, als wenn sie von Beginn an spielen würden.“ Das Spiel gegen Island zum Abschluss der Gruppenphase habe gezeigt, „wie unheimlich schwer es ist, von Anfang an in einer Formation zu stehen, weil man erst einmal ins Spiel finden muss.“

Da Mbabi heiß auf ersten Titel Auch Da Mbabi hofft, dass sie im Finale gegen England am Donnerstag im Olympiastadion von Helsinki wieder zeigen kann, was sie drauf hat, ganz egal ob von Beginn an oder als Einwechselspielerin. „Ich werde alles daran setzen, meinen ersten großen Titel zu gewinnen.“

Glückssocken und Kleeblatt Und vielleicht helfen dabei ja einige Glücksbringer. „Ich trage bei diesem Turnier immer bestimmte Socken unter den Stutzen, die ich meiner Schwester entwendet habe. Und ich habe noch einen kleinen Glücksbringer geschenkt bekommen, ein selbst gepflücktes Kleeblatt.“