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2009

DFB-Elf: Chancenverwertung muss besser werden

Beim 2:1-Sieg gegen Italien im Viertelfinale der Frauenfußball-Europameisterschaft am Freitag in Lahti hätte sich die deutsche Mannschaft trotz klarer Überlegenheit fast zum zweiten Mal in diesem Turnier noch um die Früchte der eigenen Arbeit gebracht. Beim zweiten Aufeinandertreffen mit Norwegen binnen zwei Wochen wird man sich am Montag (18.00 Uhr in ARD und Eurosport) diese Nachlässigkeiten nicht mehr leisten dürfen, will man erneut ins EM-Finale einziehen.

Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Wir sind froh, dass wir Angerer haben und sie den entscheidenden Ball herausgeholt hat, denn sonst hätte es 2:2 gestanden und wir wären vielleicht im Elfmeterschießen ausgeschieden, weil wir es nicht geschafft haben, aus unseren Chancen die entscheidenden Treffer zu machen.“

Nervös und müde Die Spielerinnen fanden ganz verschiedene Erklärungen dafür, warum sich die DFB-Elf das Leben in der zweiten Halbzeit dermaßen schwer gemacht hat. „Nach dem Gegentreffer wurden wir etwas nervös“, so die Einschätzung von Annike Krahn. Und die eingewechselte Simone Laudehr meinte: „Zum Ende hin hat man gemerkt, dass bei beiden Mannschaften teilweise die Kräfte nachgelassen haben.“

Déjà-vu mit Norwegen Nun geht es Halbfinale für die Mehrheit der deutschen Spielerinnen überraschend erneut gegen Norwegen, das Team, gegen das man zum EM-Auftakt in Tampere dank dreier Tore in der Nachspielzeit mit 4:0 gewann, nachdem man zuvor gleich reihenweise beste Chance ausgelassen hatte und kurz vor Schluss ebenfalls fast den Ausgleich kassiert hätte, hätte Angerer nicht mit einer Parade gegen Cecilie Pedersen die Führung gehalten.

Verbessertes Norwegen statt Schweden So naiv wie in der Schlussphase des ersten Duells werden sich die jungen Norwegerinnen, die sich im Turnierverlauf gesteigert haben, nicht noch einmal präsentieren, auch wenn Neid weiterhin denkt, dass Norwegen „zwar auch robust und zweikampfstark, aber nicht so gefährlich in ihrem Spiel nach vorne“ ist wie Schweden. Zum Zeitpunkt dieser Einschätzung wusste sie allerdings noch nicht, dass Norwegen seinen skandinavischen Kontrahenten mit 3:1 nach Hause schicken würde. Und so rieb sich auch manch deutsche Spielerin die Augen, ob der Steigerung des Teams von Bjarne Berntsen, das nach erreichter Zielsetzung ohne Druck in die Partie gegen den Favoriten wird gehen können.

Fuss oder Bartusiak? Nach dem Ausfall von Ariane Hingst wird Neid die Hintermannschaft umbauen müssen, eine unangenehme Aufgabe während eines Turniers, denn auf die Sprengung des bereits das dritte große Turnier bestreitenden Innenverteidigerinnen-Duos Hingst/Krahn und die Erfahrung von Hingsts 165 Länderspielen hätte man im Normalfall in der entscheidenden Phase des Turniers nur ungern verzichtet. Und so dürfte die Wahl entweder auf Sonja Fuss oder Saskia Bartusiak fehlen, die aber beide ihren bisherigen Einsätzen nicht überzeugen konnten.

Fehler analysieren Krahn bleibt optimistisch: „Wir werden die Fehler aus dem Italien-Spiel und auch Norwegen analysieren, dann werden wir auch wieder topvorbereitet ins Halbfinale gehen.“ Vermutlich dann mit Teamkollegin Fuss in der Innenverteidigung an ihrer Seite. Dann hofft auch Laudehr wieder mitmischen zu dürfen. „Vielleicht lässt die Trainerin taktisch so spielen wie in der zweiten Halbzeit gegen Italien. Doch wir sind eine Mannschaft und hier darf keiner sauer sein, wenn er auf der Bank sitzt.“