Die deutschen Spielerinnen in der Einzelkritik
Zum Auftakt der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland feierte die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft einen deutlichen 4:0-Sieg gegen Norwegen . Die Spielerinnen in der Womensoccer-Einzelkritik.
Nadine Angerer Gegen Norwegen verlebte die Torhüterin über weite Strecken einen recht ruhigen Nachmittag. Doch als sie gebraucht wurde, war sie da. So in der 89. Minute, als sie mit einem Reflex den norwegischen Ausgleich durch Cecilie Pedersen verhinderte.
Bianca Schmidt Ihr Einsatz anstelle von Kerstin Stegemann kam für manche Beobachter überraschend, doch die Potsdamer Verteidigerin agierte von Beginn an wie ein alter Hase. Selbstbewusst und mit Übersicht hatte sie die rechte Außenbahn meist fest im Griff. Nur einmal unterlief ihr ein Stellungsfehler.
Ariane Hingst Die Frankfurter Innenverteidigerin begann souverän, leistete sich aber mit zunehmendem Spielverlauf Schnitzer und wirkte nicht nur einmal unsicher in ihren Aktionen. Möglicherweise waren dies noch die Nachwirkungen eines schmerzhaften Schlags auf den rechten Knöchel im Abschlusstraining am Tag zuvor.
Annike Krahn Die UEFA-Pokal-Siegerin vom FCR 2001 Duisburg begann gut, gelegentlich klärte sie unter Druck etwas überhastet, so dass nicht immer ein geordneter Spielaufbau möglich war. Insgesamt eine solide Leistung, die in den kommenden Spielen aber sicherlich noch ausbaufähig ist.
Babett Peter Die Verteidigerin vom Deutschen Meister 1. FFC Turbine Potsdam zeigte auf der linken Außenbahn eine gewohnt unauffällige, aber gleichermaßen souveräne Leistung. Hinten ließ sie nur wenig anbrennen, gelegentlich versuchte sie im Spiel nach vorne Impulse zu setzen, was ihr außer bei einigen Ballverlusten oft gelang.
Kim Kulig In ihrem erst zehnten Länderspiel und ihrem ersten großen A-Turnier zeigte Kim Kulig sofort, was sie kann. Sah wie schon beim Auftakt der U20-WM in Chile früh Gelb, ließ sich dadurch aber nicht beirren, und bestach durch ihr starkes Stellungs- und Passspiel sowie ihr Kopfballspiel und ihre Zweikampfstärke. Nicht zu Unrecht wurde sie von der Technischen Studiengruppe der UEFA zur Spielerin des Spiels gekürt.
Linda Bresonik Die Duisburgerin erzielte per Elfmeter mit etwas Glück das 1:0, versuchte dem Spiel kreative Impulse zu geben, was ihr meist, aber nicht immer gelang. Hätte aus der Distanz fast einen zweiten Treffer erzielt, und führte ihre Nebenspielerin Kim Kulig immer wieder mit ihrer Erfahrung. Insgesamt eine gute, aber noch steigerungsfähige Leistung.
Kerstin Garefrekes Die Frankfurter Mittelfeldspielerin ließ bei Vorstößen einige Male andeuten, was sie in der Vergangenheit so stark gemacht hat, wirkte allerdings nicht so spritzig wie früher. Mit zunehmender Spieldauer wurde sie ein wenig unauffälliger, ihre Auswechslung war nachvolllziehbar.
Melanie Behringer In der ersten Halbzeit war Melanie Behringer eine der auffälligsten Spielerinnen. Mit schnellen Flankenläufen versuchte sie am linken und gelegentlich auch am rechten Flügel für Impulse zu sorgen. Manchmal zu ungenau bei Pässen und Ecken. In der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz so stark.
Inka Grings Der Duisburger Stürmerin war anzumerken, dass sie von Beginn an bis in die Haarspitzen motiviert war. Per Kopf traf sie zum vermeintlichen 1:0, das wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Hatte immer wieder gute Szenen, arbeitete viel, im Abschluss fehlte es jedoch an der letzten Entschlossenheit und Konzentration.
Birgit Prinz Der Frankfurterin war die Spielfreude und Einsatzbereitschaft von Beginn an anzumerken. Immer wieder schuf sie Räume für ihre Mitspielerinnen und setzte sie mit klugen Pässen in Szene. Lief sich aber auch gelegentlich fest und vergab vor der Pause die Riesenchance zum 2:0.
Célia Okoyino da Mbabi Sie war eine der positiven Überraschungen des Spiels und ein echter Gewinn für das Team. Kam in der 65. Minute und sorgte mit ihrer Schnelligkeit in der Offensive über links für mächtig Wirbel. In dieser Form hat man sie lange nicht gesehen. Hatte ein wenig Pech, dass sie nicht zu den Torschützinnen gehörte.
Fatmire Lira Bajramaj Am Anfang noch etwas verspielt, bewies die Neu-Potsdamerin Kaltschnäuzigkeit, als sie mit ihrem Treffer zum 2:0 kurz vor Ende der regulären Spielzeit für die Entscheidung sorgte. Erzielte in der Nachspielzeit noch einen weiteren Treffer und führt somit nach den ersten beiden EM-Tagen die Torschützinnenliste an.
Anja Mittag Wurde erst in der 86. Minute eingewechselt, bewies aber in den wenigen Minuten auf dem Feld Effizienz, als sie sofort das wichtige zweite Tor von Fatmire Bajramaj einleitete und selbst mit einem abegefälschten Schuss zum 3:0 traf. War aber insgesamt zu kurz auf dem Feld, um benotet zu werden.
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