DFB-Elf mit Rotation zum zweiten Sieg?
Die Stimmung im deutschen Teamhotel Scandic Rosendahl in Tampere war am Tag nach dem 4:0-Sieg gegen Norwegen von Gelassenheit geprägt. Die Trainingsintensität wurde nach unten geschraubt, Simone Laudehr ist wieder einsatzbereit und Bundestrainerin Silvia Neid steht nun vor dem Luxusproblem, ob sie im zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich am Donnerstag in Tampere (ab 16.30 Uhr live in ARD und Eurosport) der siegreichen Elf gegen Norwegen das Vertrauen schenkt, oder punktuelle Wechsel vornimmt. Manches deutet auf Veränderungen hin.
Auf den ersten Blick mag es keinen triftigen Grund geben, die erfolgreiche Startelf vom Montag zu verändern, doch das Spiel gegen Norwegen hat vor allem auf den Außenbahnen und auf den beiden Sechserpositionen viel Kraft gekostet. Das Turnier ist lang, will man Europameister werden, gilt es, sechs Spiele in 17 Tagen absolvieren. „Man muss jetzt überlegen, ob es Sinn macht zu wechseln oder nicht, aber es könnte schon sein“, deutete Bundestrainerin Silvia Neid Wechselgedanken an.
Laudehr für Kulig? Für die wieder genesene Simone Laudehr könnte ausgerechnet Kim Kulig ihren Platz räumen müssen, die gegen Norwegen eine der Stärksten war und als Spielerin des Spiels geehrt wurde. „Man muss im Hinterkopf haben, dass das ganz junge Spielerinnen sind“, sagt Neid etwa über die HSV-Spielerin oder auch Bianca Schmidt vom Deutschen Meister Turbine Potsdam. Womöglich erhält die athletische Kulig gegen die spielstarken und kombinationssicheren Französinnen eine Pause, schon bei der U19-EM im Vorjahr und auch der U20-WM in Chile schwanden mit fortschreitendem Turnier sichtlich ein wenig die Kräfte.
Nächste Chance für Da Mbabi? In der Viererabwehrkette dürfte es ebenso keineVeränderungen geben, wie auch sonst mehrheitlich die Elf vom Montag das Vertrauen haben wird. Vielleicht erhält ja die dynamische Célia Okoyino da Mbabi in dem für sie besonderen Spiel ein wenig mehr Spielzeit, mit ihrer Spritzigkeit und nickeligen Spielweise wäre sie nicht die schlechteste Wahl, um die französische Hintermannschaft zu beschäftigen.
Prunkstück Mittelfeld Morgen wird es vor allem darum gehen, dem französischen Spielwitz mit konstant gutem Pressing im Mittelfeld zu begegnen, um die brandgefährlichen Camille Abily, Spielführerin Sandrine Soubeyrand oder auch Louisa Nécib gar nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. „Man hat gegen Island gesehen, wie gut sie den Ball auf engstem Raum laufen lassen können, wenn man als Team nicht kompakt steht. Das sind alles Spielerinnen mit viel Spielintelligenz“, so Neid. Frankreich ist nicht unbedingt ein Lieblingsgegner der DFB-Elf, die sich gegen robuste Mannschaften etwas leichter tut.
Edeljoker Bajramaj Trotz ihrer zwei Tore wird Lira Bajramaj wohl auch gegen Frankreich nicht über die Rolle des Edeljokers hinauskommen. „Wenn sie von Anfang an spielt, taucht sie ein bisschen unter. Im Moment ist sie für uns einfach wichtiger, wenn sie reinkommt“, erklärt Neid. „Sie muss zielgerichteter werden, teilweise fehlt es noch etwas am taktischen Verständnis, zu erkennen, wann man sich schneller nach vorne oder nach hinten verschieben muss.“ Doch die DFB-Elf darf sich glücklich schätzen, so viele unterschiedliche Spielerinnentypen in den eigenen Reihen zu haben, was es für den Gegner nicht einfach macht.
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