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2008

DFB-Elf: Ein Punkt, mit dem man gut leben kann

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft ist in der Neuauflage des WM-Finales von 2007 gegen Brasilien mit einem leistungsgerechten, am Ende aber glücklichen 0:0 in die Olympischen Spiele gestartet.

Der Pfosten und eine bis auf kleine Unsicherheiten starke Torhüterin Nadine Angerer bescherten dem Team gegen den vermeintlich schärfsten Widersacher in der Gruppe einen wichtigen Punkt zum Auftakt.

Zwar war im Aufbau- und Offensivspiel noch Sand im Getriebe und auch die Abwehr hatte vor allem mit der schnellen Marta alle Hände voll zu tun, doch es gab auch Lichtblicke im deutschen Team.

Bundestrainerin Silvia Neid setzte wie erwartet auf die identische Anfangsformation, die vor gut zehn Monaten in Shanghai das WM-Finale gegen Brasilien mit 2:0 gewann. Die Brasilianerinnen zeigten sich von dem für Olympische Spiele unwürdigen Rasen unbeeindruckt und hatten zunächst die besseren Chancen, in einem Spiel, das erwartungsgemäß nicht das Niveau des Endspiels aus dem Vorjahr erreichte.

Brasilien mit starker Anfangsphase Nach einem Freistoß von Daniela musste Angerer bereits nach vier Minuten Kopf und Kragen riskieren, um den Ball im Nachfassen vor der anstürmenden Cristiane zu fixieren. Nach einer knappen Viertelstunde wurde die früher in Potsdam und Wolfsburg spielende Brasilianerin von einer scharfen Marta-Flanke überrascht, so dass sie einen Kopfball aus kurzer Distanz zum Glück für die DFB-Elf nicht platziert ausführen konnte.

Doch damit war es um die brasilianische Offensiv-Herrlichkeit erst einmal geschehen, Deutschland kam nun besser ins Spiel. Die agile Sandra Smisek setzte nach schöner Flanke von Melanie Behringer einen Kopfball vom Fünfmeterraum an die Latte, ein erstes Ausrufezeichen der DFB-Elf.

Smisek scheitert knapp Brasilien schien nun beeindruckt und brachte nur noch wenig zustande, Birgit Prinz scheiterte kurz vor der Pause mit einem Drehschuss nur knapp. Und auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte die DFB-Elf die besseren Momente. Smisek hatte nach einer Stunde die Führung auf dem Fuß, als sie nach schöner Vorarbeit von Prinz den Ball an Brasiliens Torhüterin Andreia, aber auch am Tor vorbei hob.

Doch bei Temperaturen über 30 Grad und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit schwanden zunehmend Kraft und Konzentration, die DFB-Spielerinnen waren nun bei Zweikämpfen oft einen Tick zu spät. Nach einer Ecke stieg Linda Bresonik nicht entschlossen genug in die Höhe, die bei Odense in Dänemark spielende Renata Costa setzte den Ball per Kopf an den Pfosten.

Angerer treibt Marta zur Verzweiflung Dies war der Auftakt zu einer neuerlichen Sturm- und Drangphase der „Canarinhas“, die der Weltmeister nur mit Mühe überstand. Angerer rückte zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens, doch sie behielt einen kühlen Kopf und trieb Marta wie schon im WM-Finale zur Verzweiflung.

So parierte sie nach einem Missverständnis mit Bresonik Martas Schuss nach 68 Minuten, und war zweimal auf der Hut, als Marta von der Strafraumgrenze abzog (83.) und drei Minuten später im Alleingang drei deutschen Abwehrspielerinnen davon lief, bevor Angerer mit Ruhe und einer späten Reaktion auch diese brenzlige Situation überstand.

Luft nach oben „Vor allen Dingen mit dem Abwehrverhalten”, zeigte sich Neid am Ende zufrieden, doch heute gehörte schon eine große Portion Glück dazu, dass am Ende die Null stand. Noch am ehesten wusste in der Viererkette Bresonik zu gefallen, die sich allerdings in der zweiten Halbzeit einige Patzer leistete, auch Angerer im Tor erwischte trotz zweier wackliger Situationen einen starken Tag.

Stegemann hatte Probleme mit der schnellen Marta, Annike Krahn bei einem Querschläger Glück und nach wie vor sichtlich spielerische Defizite, Ariane Hingst strahlte ebenfalls nur selten Ruhe und Souveränität aus.

Behringer und Smisek überzeugen Im Mittelfeld verdiente sich Behringer die beste Note, Renate Lingor, Simone Laudehr und auch Kerstin Garefrekes blieben unter ihren Möglichkeiten, Birgit Prinz hatte zwei gute Aktionen, konnte sich aber auch nur selten effektiv in Szene setzen.

Teamkollegin Smisek bot im Sturm eine gute Leistung, braucht aber zu viele Chancen, um Treffer zu erzielen, die eingewechselten Célia Okoyino da Mbabi und Fatmire Bajramaj konnten kaum Akzente setzen. Fazit: Ein torloses Remis, auf dem man aufbauen kann.