Zwanziger unterstützt Coming-out von Lesben und Schwulen

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Ein schwuler Bundesligafußballer? Eine lesbische Nationalspielerin? Was es laut Statistik dutzendfach geben müsste, existiert in Deutschland offiziell bisher nicht: Kein Fußballstar ist offen homosexuell, zu groß ist nach wie vor die Angst vor negativen Auswirkungen. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat nun ein Tabu gebrochen und erstmals öffentlich über Lesben und Schwule im deutschen Fußball gesprochen.

„Sicherlich wäre es wünschenswert, dass jemand mal den Mut hätte, es zu sagen“, so Zwanziger gegenüber der Zeitschrift „L-Mag“. Er garantiert, dass er selbst und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) jede lesbische Spielerin und jeden schwulen Spieler beim Coming-out unterstützen würden.

Allerdings räumt er ein: „Ich kann niemanden zur Zivilcourage zwingen.“ Die Diskriminierung von Homosexuellen im Fußball ist vielfältig: schwulenfeindliche Gesänge in den Fankurven, Mobbing in Vereinen und Mannschaften. Das will der DFB energisch bekämpfen. So gibt es bereits Kontakte zum Sportverband EGLSF der Schwulen und Lesben (European Gay and Lesbian Sport Federation). Erst kürzlich hat der DFB eine „Erklärung gegen Diskriminierung im Fußball“ unterzeichnet.

Das vollständige Exklusiv-Interview mit Dr. Theo Zwanziger ist in der Januar-Ausgabe des Lesben-Magazins „L-Mag“ zu lesen, die am 21. Dezember erscheint. L-Mag gibt es an jedem Bahnhofskiosk, im Abo und an bundesweiten Verkaufsstellen.

Die Titel-Story: TV-Star Anne Will und ihr Bekenntnis, lesbisch zu sein. Der bekanntesten ARD-Moderatorin hat ihr Coming-out in keiner Weise geschadet. Bei Fußballstars muss dies nicht anders sein.

Siehe zum Thema auch frühere Beiträge von Womensoccer.de, unter anderem ein Interview mit Tanja Walther (1. Teil, 2. Teil).

Letzte Aktualisierung am 19.11.2019 / * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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michael
michael

Herr Zwanziger muß sich meiner Meinung nach nicht zu jedem Thema melden, vorallem nicht derart naiv.Der DFB schafft es nicht mal die Beleidigungen andersfarbiger Spieler in der Herrenbundesliga zu unterbinden. Welche wirklichkeitsnahe Hilfe will der Präsident bieten, wenn sich Spieler/innen dem teilweise rechten Mob der angeblichen Fußballfans ausliefern. Noch bedarf man hunderter von Polizeibeamten um einen Bundesligaspieltag der Herren einigermaßen gewaltfrei über die Bühne zu bringen.Was bei den Frauen, aber auch Sportarten wie Handball oder Eishockey nicht der Fall ist.

Sunny
Sunny

Ich weiss nicht.. Wenn ich die Kommentare von Theo Zwanziger lese, dann bekomme ich das Gefühl, dass Schwule und Lesben irgend etwas „besonderes“ sind oder haben. Wie eine Art Krankheit.
„Wir würden sie bei ihrem Coming-Out unterstützen“… Das sind Sätze, bei denen sich mir die Nackenhaare einfach hochstellen..

Ich glaube, dass ist das, was Schwule und Lesben am wenigsten wollen. Als etwas besonderes behandelt zu werden, sondern einfach als was normales, so wie Heteromenschen.

Christian
Christian

Tja, ist wohl eine Frage der Perspektive, wie man die Äußerungen von Herrn Zwanziger bewertet. Ich bin jedenfalls davon angetan, daß er das Thema offensiv angeht. Zum einen weil er damit seine Aufgeschlossenheit unter Beweis stellt, eine Haltung die gerade für den DFB leider nicht so selbstverständlich ist, wie sie sein sollte. Man denke nur mal an die lange Zeit vorherrschende Einstellung des „Altherrenverbandes“ gegenüber dem Frauenfußball oder wie schwer sich der DFB lange mit einer ehrlichen Beurteilung seines Verhältnisses zum Nationalsozialismus getan hat. Zum anderen halte ich seine Stellungnahme für gut und wichtig, da er den DFB in der… Weiterlesen »

Detlef
Detlef

Ich sehe THEOS Äußerungen auch eher positiv!!! Je öfter über Schwulen und Lesben auch im Sport geredet wird, desto mehr wächst in der Öffentlichkeit die Bereitschaft dazu, dies zu akzeptieren!!! Über einen homosexuellen Schauspieler wundert man sich schon gar nicht mehr!!! Sie stehen auch in der Öffentlichkeit, aber es ist nichts besonderes mehr dabei!!! Auch Politiker dürfen in unserer Gesellschaft (zumindest im toleranteren Norden), durchaus lesbisch, bzw schwul sein!!! Soll jetzt der Spitzensport die letzte Bastion der Heteros bleiben??? Ich bin mir auch nicht sicher, wie der DFB die betroffenen Akteure unterstützen will, aber zumindest im FF hätte er die… Weiterlesen »

Max Diderot
Max Diderot

Pardon, aber was soll dieser Lametta-beseelte und in vorweihnachtlicher Gemütslage zelebrierte Unsinn eigentlich? Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist dessen ureigenste Privatangelegenheit. Eine Intimität, die niemanden etwas angeht! Und wenn sich Menschen öffentlich zu ihrer Neigung bekennen, mag bei den Einen die gockelhafte Eitelkeit eine Rolle spielen während Andere sich als Avantgardisten gefallen. Die großväterliche Attitüde des DFB-Präsidenten ist mir rätselhaft. Wiewohl ich anerkennen will, dass sich die gesellschaftlichen Usancen im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften wesentlich verbessert haben, und hier insbesondere durch die Verbände, bleiben viele homosexuell-orientierte Menschen von Vorurteilen betroffen. Und welchen Effekt soll dieses publizieren der Lust haben?… Weiterlesen »

Watti
Watti

Wie DCRS berichtete, hat eine Hobbyfußballmannschaft aus Atlanta ihren langäjährigen Torwart aus der Mannschaft geworfen, weil bekannt wurde, dass der 24jährige Mann eine homosexuelle Beziehung unterhält. Nun wurde der junge Mann ein paar Nächte später schwer verprügelt und misshandelt. ( Eine Wahllos zitierte Meldung) Muß man da noch drüber diskutieren ob das Outing eines männlcihen Fußballprofis Nachteile hätte? Ich selber (männlich) war in 2 langjährigen Beziehungen jeweils mit einer Fußballerin zusammen und teile deshalb aus Erfahrung komplett die Meinung von Tina Theune-Meyer die in ihrer Diplom-Arbeit gesschätzt hat, dass 20 bis 40 Prozent der Fußballerinnen lesbisch sind. Na und, „warum… Weiterlesen »

Charlie
Charlie

Natürlich wird sich jetzt niemand (oder kaum eineR) dem DFB anvertrauen und um Unterstützung bei seinem Coming Out in der Öffentlichkeit bitten. Christian hat es meiner Meinung nach aber auf den Punkt gebracht: es ist wichtig, dass sich der DFB in der Öffentlichkeit zum Thema Homophobie klar positioniert. Denn damit wird nach und nach ein Umfeld geschaffen, wo man als SpielerIN nicht mehr DIE Angst vor einem (un-)gewollten Coming Out haben muss. Es kann gar nicht oft genug thematisiert werden, damit Homosexualtität so bald wie nur möglich zur „Normalität“ (und nicht mehr zur Sensation!) wird!!!!! Die Entscheidung zum eigenen Outing… Weiterlesen »