Wolfsburg bringt Meister ins Straucheln
Mit einem 1:1-Unentschieden zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FFC Frankfurt hat sich die Frauenfußball-Bundesliga in die Winterpause verabschiedet. Die Wölfinnen kletterten durch den Punktgewinn in der Nachholpartie vom vierten Spieltag in der Tabelle auf den siebten Platz.
Die Hessinnen gehen an der Spitze mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung auf Verfolger FCR 2001 Duisburg in das neue Jahr, der allerdings noch zwei Nachholspiele zu bestreiten hat. In Frankfurt ist man froh, einige Wochen Kraft tanken zu dürfen, bevor die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte startet.
Das Drehbuch zur Partie hätte nicht besser sein können. Mirka Mohs, die ihre Karriere zur Winterpause beendet und eine Stelle als Grundschullehrerin antreten wird, brachte die Gastgeberinnen fast mit dem Pausenpfiff durch einen Abstauber mit 1:0 in Führung (45.).
Doch im Gegenzug gelang Steffi Jones in ihrem letzten Spiel der Ausgleich (45.). Ab 1. Januar 2008 tritt sie ihre neue Aufgabe als Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 an. Nach einem Freistoß von Birgit Prinz schaltete Jones am Schnellsten.
Engagierte Wolfsburgerinnen
„Wir wollen uns zum Jahresende noch einmal stark präsentieren. Eine kleine Chance besitzt man immer“, hatte Wolfsburgs Trainer Bernd Huneke vor der Partie die Richtung vorgegeben. Und sollte Recht behalten. Denn auch ohne die noch verletzte Andrea Wilkens zeigten die Wolfsburgerinnen eine engagierte Leistung, Anna Blässe kam für die Schlussviertelstunde zum Einsatz.
Mit zunehmender Spieldauer war den Frankfurterinnen anzumerken, dass das lange Jahr seinen Tribut forderte. „Der Akku war in der zweiten Halbzeit einfach leer“, so Frankfurts Trainer Hans-Jürgen Tritschoks. Umso erstaunlicher, dass er dennoch auf Einwechslungen verzichtete. Kurzfristig waren auch noch Pia Wunderlich und Sarah Günther mit Fieber ausgefallen.
Thompson vergibt Siegchance
Doch die Wolfsburgerinnen nutzten ihre guten Chancen nicht, allen voran Shelley Thompson, die zu Beginn der zweiten Halbzeit den Ball freistehend am Tor der Frankfurterinnen vorbei schob und nach einer Stunde Pech hatte, als sie nach Vorlage von Britta Carlson nur den Pfosten traf.
Doch auch der FFC hatte in der Schlussphase noch einmal Möglichkeiten. Birgit Prinz verfehlte bei einem Schuss nur knapp das Ziel (84.).
„Mein Team hat mir zu Weihnachten ein schönes Geschenk gemacht. Wir haben uns mit unserer Vierer-Abwehrkette toll präsentiert. Nur am Anfang waren wir ein wenig nervös. Das Ergebnis macht mich stolz“, so VfL-Trainer Huneke.
Trotz der beiden Punktverluste zog man in Frankfurter Reihen ein positives Fazit: „Von unserer Zielsetzung, dem Triple-Gewinn, brauchen wir nach dem bisherigen Saisonverlauf keine Abstriche zu machen“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich.
VfL Wolfsburg – 1. FFC Frankfurt 1:1 (1:1)
VfL Wolfsburg: Rissling – Eichholz, Höfler, Bock, Boroczinski – Omilade, Carlson, Mohs (88. Unzeitig), Brendel (72. Blässe) – Müller, Thompson (85. Horwege)
- FFC Frankfurt: Rottenberg – Tina Wunderlich, Jones, Lewandowski, Bartusiak – Weber, Thomas, Krieger, Wimbersky – Prinz, Pohlers
Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)
Tore: 1:0 Mohs (45.), 1:1 Jones (45.)